Alle Beiträge von Vincent Grün

Wir sind immer noch nicht (viel) schlauer

OK, ein paar Dinge kristallisieren sich in der ersten Bundesliga so langsam, aber sicher dann doch raus: Der Deutsche Meister 2026 bricht seinen eigenen Torrekord bereits am 29. Spieltag und der BVB kann sich trotz der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen als Vizemeister fühlen.

Doch dahinter wird es deutlich knapper. Der VfB Stuttgart und das Projekt aus Leipzig liegen punktgleich auf dem dritten und vierten Platz. Genau das sind die Plätze, bei denen am Ende die Champions League herausspringt. Leverkusen liegt nach dem zitierten Dortmund-Spiel vier Punkte dahinter und kämpft, wahrscheinlich dennoch vergebens, um einen Platz in er Königsklasse. Aber die Europa League ist auch nicht so schlecht. Den Hoffenheimern scheint zum Saisonende die Puste auszugehen, das 2:2 beim FC Augsburg war genau deswegen eine Enttäuschung. Der Startplatz in der Conference League ist da sicherlich kein Trostpflaster.

Unter bestimmten Konstellationen, die allesamt mit dem DFB-Pokal zu tun haben, würde auch der siebte Platz für eine Teilnahme am Europapokal reichen. Um dieses streiten sich aber nur noch Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg. Während man in Frankfurt trotz Auswärtssieg in Wolfsburg hauptsächlich über den Trainer diskutiert, sind die Breisgauer von ihrem Erfolg in der Europa League (3:0 gegen Celta Vigo) beseelt und schlagen auch den wiedererstarkten FSV Mainz 05.

Die Mainzer haben sich heimlich, still und leise auf einen einstelligen Tabellenplatz vorgearbeitet und auch die punktgleichen Augsburger können langsam, aber sicher für eine weitere Bundesliga-Saison planen.

Bei Union Berlin hat man, trotz 3:1-Niederlage in Heidenheim, weiter sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Für die Köpeniker jedoch kein Grund, weiter am Trainer festzuhalten. Steffen Baumgart wird durch Marie-Luise Eta ersetzt. Jedenfalls bis zum Ende der laufenden Saison.

Die Hamburger gehen mit 0:4 beim VfB Stuttgart unter, haben was den Klassenerhalt angeht, aber weiter alle Trümpfe in der Hand. Der 1.FC Köln schafft unter Neu-Trainer René Wagner den Turnaround und gewinnt in Überzahl gegen Bremen. Am Geißbockheim wird man ruhiger schlafen können, für eine Entwarnung ist es aber deutlich zu früh.

Die 0:1-Niederlage in Leipzig bringt die Gladbacher wieder in Bedrängnis, auch wenn der Vorsprung weiter fünf Punkte beträgt. Das Glück der Fohlen ist, dass die anderen eben auch nicht punkten. Diese Tatsache wird sie am Ende wahrscheinlich retten. Aber: Die nächste Saison ist immer die schwerste.

Ernsthafte Sorgen muss man sich wieder oder besser weiterhin um Werder Bremen machen. Spätestens nach der roten Karte gegen Marco Friedl war man in Köln chancenlos. Das ist doppelt ärgerlich, da die Kölner nicht nur in Unterzahl weiterspielen mussten, sondern mit Friedl, Wöber und Malatini gleich drei Verteidiger ausfallen. Und mit dem HSV wartet in der nächsten Woche kein angenehmer Gegner, und das weitere Restprogramm (Hamburger SV, VfB Stuttgart, FC Augsburg, TSG Hoffenheim, Borussia Dortmund) ist nicht zu verachten.

Der FC St. Pauli hatte mit dem Spiel gegen die Bayern wohl die schwerste Aufgabe des Wochenendes. Das 0:5 gegen Bayern sollte deswegen weder überraschen noch verunsichern. Drei Punkte auf den SV Werder sind machbar und aufzuholen, vor allem die nächsten Spiele gegen Köln und Heidenheim sollten da Hoffnung machen.

Für den VfL Wolfsburg ist der direkte Klassenerhalt in weite Ferne gerückt. Selbst kühnsten Optimisten sollte klar sein, dass sich sieben Punkte in fünf Spielen nur noch theoretisch aufholen lassen. Das hat selbst Dieter Hecking erkannt und die Relegation als Ziel ausgegeben. Aber auch das sind Luftschlösser in Wolfsburg, der Gang in die zweite Liga wird sich so nicht mehr vermeiden lassen.

 

Das wurde ja auch Zeit

Wir schreiben den 12. April 2026. Ein ganz normaler Sonntag. Auch in Berlin. Eine Meldung erhitzte dann dennoch die Gemüter, vor allem bei den sogenannten alten, weißen Männern. Jetzt beruhigt euch aber alle mal wieder. Was in Berlin, im Schatten der alten Försterei passiert ist, sollte selbstverständlich sein. Und nicht erst seit gestern.

Was ist denn eigentlich passiert? Union Berlin verliert beim eigentlich schon abgestiegenen 1.FC Heidenheim deutlich mit 3:1. Dass man im Anschluss die Entlassung von Trainer Steffen Baumgart verkündet hat, dürfte wohl nur Außenstehende überrascht haben.

Bei der Wahl des Nachfolgers, nein der Nachfolgerin, macht die Auswahl auf eine*n externe*n Übungsleiter*in wenig Sinn, deswegen ist es logisch, dass die Wahl auf Marie-Luise Eta gefallen ist. Man muss die Berliner auch nicht für ihren Mut bewundern. Marie-Eta ist nicht nur eine gute, sondern in diesem Falle auch die bestmögliche Wahl.

Ein unbekanntes Gesicht ist das von Marie-Luise Eta nicht, bereits im November 2023 übernahm sie als Co-Trainerin und arbeitete in dieser Funktion bis zum Ende der Saison 2023/2024.

Marie-Luise Eta, stammt aus Dresden, spielte in der Jugend für Turbine Potsdam und machte dort auch ihre ersten Schritte im Profibereich. Für den 1. FFC Turbine Potsdam, den Hamburger SV, den BV Cloppenburg machte sie insgesamt 112 Bundesliga-Spiele. Dazu lief sie 27-mal im DFB-Pokal, 64-mal in der 2. Bundesliga und sechs Mal beim Bundesliga-Cup auf. Als Mittelfeldspielerin machte sie 40 Tore. In der Nationalmannschaft durchlief sie die Mannschaften der U15 bis zur U23. Hier kommt Eta auf 50 Spiele.

Ihre ersten Erfahrungen an der Seitenlinie machte sie bei Werder Bremen, wo sie sowohl die U13, die U15 als auch die U14 trainierte, ehe sie Co-Trainerin der U15, U17 und U19-Juniorinnen beim DFB wurde. Seit 2023 ist Marie-Luise Eta in verschiedenen Positionen bei Union Berlin tätig.

Ihr Engagement in der Herren-Mannschaft ist aber noch nicht dauerhaft geplant, im Sommer soll sie die Bundesliga-Mannschaft der Union-Damen übernehmen.

Zwei aus sechs in der dritten Liga

Nicht nur in den beiden oberen Ligen stehen die Wochen der Entscheidung bevor. Genau wie in der zweiten Liga ist auch der Aufstiegskampf ein Liga tiefer spannend ohne Ende. Beste Chancen hat aktuell der VfL Osnabrück, der mit 61 Punkten die Tabelle anführt. Rot-Weiss Essen liegt mit sechs Punkten weniger auf dem zweiten Platz und würde, nach aktuellem Stand, ebenfalls direkt aufsteigen. Dahinter liegen mit dem SC Verl, dem MSV Duisburg und Energie Cottbus drei Mannschaften mit 54 Punkten. Auch der FC Hansa Rostock darf sich mit 53 Punkten noch Chancen auf einen Aufstiegsplatz ausrechnen. Die Mannschaften dahinter haben, wenn überhaupt, nur noch theoretische Chancen.

Welche Mannschaften nun die besten Chancen auf den Aufstieg haben, muss jeder für sich selber entscheiden. Ein Blick auf die Restprogramme der Mannschaften hilft da auch nur bedingt weiter.  Ich denke, dass die Osnabrücker ihren Vorsprung über die Ziellinie bringen werden, aber dahinter ist alles möglich.

Das Restprogramm der Aufstiegsaspiranten

VfL Osnabrück – Schweinfurt (H), Duisburg (A), Cottbus (H), Ingolstadt (A), Verl (H), Wiesbaden (A), Ulm (H), Stuttgart II (A)

2. Rot-Weiss Essen – Duisburg (H), Schweinfurt (A), Ingolstadt (H), Cottbus (A), Saarbrücken (H), Stuttgart II (A), Verl (H), Ulm (A)

3. SC Verl – Ulm (A), Rostock (H), Aue (A), Köln (H), Osnabrück (A), Havelse (H), Essen (A), 1860 München (H)

4. MSV Duisburg – Essen (A), Osnabrück (H), Mannheim (A), Hoffenheim II (H), Aachen (A), Cottbus (H), Aue (A), Köln (H)

5. Energie Cottbus – Havelse (A), 1860 München (H), Osnabrück (A), Essen (H), Köln (A), Duisburg (A), Wiesbaden (H), Regensburg (A)

6. Hansa Rostock – Köln (H), Verl (A), Ulm (H), Schweinfurt (A), Regensburg (H), Aachen (A), Stuttgart II (H), Saarbrücken (A)

Chilenisch, katholisch und erfolgreich

Wer sich mit dem chilenischen Fußball beschäftigt und das dürften wohl die wenigsten sein, der wird den Club Deportivo Universidad Catolica kennen. Seinen Ursprung hat der Club in San Carlos de Apoquinho, einem Stadtteil im Osten der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1937. Seit der Gründung wurde man 16 mal chilenischer Meister, viermal Supercup- und viermal Pokalsieger. Den letzten Titel gewann man 2021, als man Meister wurde. Aktuell liegt man in der Tabelle der Liga de Primeira auf dem vierten Platz.

Der Verein gehört zu den erfolgreichsten des Landes und quasi Dauergast in der ersten chilenischen Liga. Dennoch musste man zwei Abstiege, 1955 und 1973, hinnehmen von den man sich aber nachhaltig erholte.

Der größte Konkurrent ist das Derby gegen Universitat de Chile, die Duelle werden auch Clásico Universitario genannt. Deutsche Legionäre spielten bisher nicht für Universidad Catolica, einzige europäischer Spieler im Kader der Chilenen war der Italiener Miguel Montori und der Ungar Laszlo Pakozdi.

 

Italienische Sehnsucht

Die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexico und Kanada wird ohne Italien stattfinden. Wieder einmal. Was für Menschen wie mich, die fußballtechnisch in den 1990 Jahren sozialisiert wurden immer noch unvorstellbar klingt, ist zum Beispiel für meine beiden Kinder völlig normal. Bereits 2018 in Russland und 2022 in Katar konnten sich die Italiener nicht qualifizieren. Bei den letzten Turnieren, für das sich die Squadra Azzurra qualifizieren konnte (2014 und 2028), scheiterte man bereits in der Vorrunde.

Das letzte gewonnene KO-Spiel bei einer Weltmeisterschaft war das Finale der WM 2006. Damals gewann die italienische Mannschaft um Gigi Buffon, Francesco Totti und Luca Toni im Elfmeterschießen mit 5:3 gegen Frankreich. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Fabio Grossi, der damals für den US Palermo spielte und sich nach dem Turnier Inter Mailand anschloss.

Das die italienische Presse im Allgemeinen und die italienische Sportpresse im Speziellen das Team in der Luft zerreißen, liegt auf der Hand. Trainer Gattuso stellt sich hingegen vor seine Mannschaft.

Dass es wie schon bei den letzten verpassten Qualifikationen zu einem sportlichen Neuanfang mit neuem Personal kommt, wird sich nicht vermeiden lassen. Aber das wird wohl kaum die Probleme lösen. Der italienische Fußball steckt in der Krise. Im Achtelfinale der Champions League schied mit Atalanta Bergamo die letzte italienische Mannschaft aus. Immerhin gibt es in der Europa League mit dem FC Bologna und dem AC Florenz in der Conference League noch jeweils einen italienischen Vertreter.

Die letzten europäischen Titelträger in der Champions League war 2010 Inter Mailand. Atalanta Bergamo gewann 2024 die Europa League, der AS Rom 2022 den ersten Conference League-Pokal. Aber zurück zur Nationalmannschaft: Man kann mit Recht behaupten, dass sich der italienische Fußball in einer tiefen, wenn nicht der größten, Krise befindet.

Die Seria A, die höchste italienische Spielklasse, hat ihre Strahl- und Anziehungskraft verloren, die Stadien sind alt und marode. Außerdem haben viele Vereine finanzielle Schwierigkeiten und sparen deshalb hauptsächlich im Jugendbereich. Die Folgen sind aktuell deutlich zu spüren.

Quellen:

Italienische WM-Apokalypse: „Jetzt müssen alle rausfliegen!“ – kicker

Italienischer Fußball Krise: Was Sind die Ursachen?

 

 

 

Tradition aus Kantabrien

In der La Liga 2, der zweiten spanischen Liga, kommt es am heutigen Abend zum Duell zwischen Racing Santander und Sporting Gijon. Racing Santander, zweifelsfrei ein echter Traditionclub, ist als Tabellenführer auf dem besten Wege direkt aufzusteigen. Im spanischen Ligensystem steigen die beiden bestplazierten, den zweiten Platz belegt Almeria, direkt auf. Die Mannschaften auf den Plätzen drei bis acht spielen den dritten und letzten Aufsteiger unter sich aus.

Der Verein wurde 1913 gegründet und erhielt bereits ein Jahr später den Zusatz „Real“, was soviel wie königlich bedeutet. Im Gründungsjahr der Primera Division (1928) gehöre man neben dem FC Barcelona, Real Madrid, Athletic Bilbao, Arenas Club, Athletic Madrid, Espanol Barcelona, CD Europa und Real Unión Irún zu den Gründungsmitgliedern. Bis 1940 spielte man dann auch in der höchsten spanischen Spielklasse, stieg dann allerdings in die Segunda Division, die zweite spanische Liga, ab.

Die Gastspiele in der ersten Liga (1950 – 1955, 1960 – 1962, 1973/1974, 1975 – 1979) wurden kürzer, das Team aus der Nähe von Bilbao spielte sich in der zweiten Liga fest. Seit dem Jahrtausendwechsel musste man sogar mehrfach den Gang in die dritte Liga antreten, aktuell nimmt man aber wieder Kurs auf die höchste spanische Spielklasse.

Deutsche, Österreicher oder Schweizer spielten bisher nicht bei den Kantabriern, die meisten Legionäre stellte Argentinien (27) vor Uruguay (15) und Brasilien (14), die meisten Europäer kamen bisher aus Frankreich.

 

 

Thomas Partey auf der Anklagebank

Dass Thomas Partey früher für Arsenal gespielt hat, wurde uns gestern während der Übertragung des Länderspiels zwischen Deutschland und Ghana gleich mehrfach gesteckt, dass der ehemalige „Gunner“ aber wegen mehrfacher Vergewaltigung und einem sexuellen Übergriff vor Gericht steht, hat man uns vorenthalten. Ob das aus Unwissenheit oder Absicht passiert ist, kann ich nicht sagen. Beides würde mich jedoch nicht überraschen.

Der 32-jährige Mittefeldspieler, so das Internetportal goal, stand bereits wegen fünf Vergewaltigungsvorwürfen gegen zwei Frauen und wegen eines sexuellen Übergriffs gegen eine weitere Frau vor Gericht. Die Taten sollen in den Jahren 2021 und 2022, während seiner Zeit beim FC Arsenal begangen worden sein. Der Prozess gegen den Beschuldigten soll im November 2026 vor dem Southwark Crown Court in London fortgesetzt werden. Partey plädiert in allen Vorwürfen gegen ihn auf nicht schuldig.

Der Fußballer bleibt gegen Kaution auf freiem Fuß, muss sich 24 Stunden vor der Abreise ins Ausland bei der Polizei melden und darf sich den Opfern nicht nähern. Jetzt gab es weitere Vorwürfe gegen den Nationalspieler, gegen den jetzt noch wegen zwei weiteren Vergewaltigungen ermittelt wird.

 

Wie ein Schweizer Käse

Ich kann eure Vorfreude auf die Weltmeisterschaft ja nur bedingt teilen. Das zum einen was mit der politischen Lage in zwei von drei Gastgeberländern zu tun, zum anderen aber auch mit der grundsätzlichen Entwicklung in der FIFA. Außerdem war das Spiel in der Schweiz und gegen Ghana jetzt auch kein uneingeschränktes Bewerbungsschreiber der DFB-Elf auf eine tragende Rolle bei der WM.

Die drei Gegentore hätte ich so auch nicht erwartet. Die Viererkette aus David Raum, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah und Joshua Kimmich spielt so nicht zum ersten Male zusammen, zeigte dennoch haarsträubende Schwächen. Möglicherweise ist man noch nicht eingespielt, aber das ist auch keine Entschuldigung für alles.

Nach den Ausfällen von Pavlovic und Nmecha war klar, dass es im defensiven Mittelfeld zu Änderungen kommt. Das Goretzka fest eingeplant ist, hatte Nagelsmann bereits verkündet, der Einsatz von Stiller war deswegen zwangsläufig.

Auf Woltemade zu verzichten, war auf Grund seiner Formkrise richtig. Havertz sehe ich nicht in der Startelf, jedenfalls nicht in der Mittelstürmerposition. Gleiches gilt für Leroy Sané, der in den letzten Monaten nicht unbedingt so gespielt hat, dass man nicht auf ihn verzichten kann. Ja, es ist nur ein Testspiel, aber das von Nagelsmann eingeführte Leistungsprinzip wurde außer Kraft gesetzt. Anders ist es nicht zu erklären, dass Deniz Undav 90 Minuten auf der Bank Platz nehmen musste.

Nach dem Spiel gegen die Schweiz ist klar, dass die Abwehr stabiler werden muss und jede Minute nutzen muss um sich einzuspielen und vorne kann und wird uns Florian Wirtz auch nicht jedes Mal retten können.

Die Millionarios aus Bogota

Bogota. Das ist zum einen die kolumbianische Hauptstadt und der größte Ballungsraum des Landes. Zahlreiche Kolumbianer*innen haben sich in der Hauptstadt niedergelassen. Das lag zum einen an der Wirtschaftskraft er Hauptstadt und zum anderen an Bürgerkriegen und bewaffneten Konflikten. In Bogota gibt es jeweils rund 60 Museen und Galerien. Bogota ist für das nördliche Südamerika ein wichtiges Zentrum für Kunst und Kultur, viele Touristen zieht zu La Candelaria, die bekannte Altstadt. Gleichzeitig hat Bogota ein Kriminalitäts- und Drogenproblem. Fußballerisch ist Bogotà in erster Linie durch Millionarios bekannt, immerhin sechszehnfacher Meister, viermaliger Pokalsieger, doppelter Gewinner der Superliga und Gewinner des Copa Merconorte.

Bis 2011 hieß der Verein noch Club Deportivo Los Millionarios. Grund waren in erster Linie finanzielle Schwierigkeiten. Die fehlende Bonität sorgte auch dafür, das lange keine Titel in den Trophäenschrank wanderten. Erst 2011, es war der erste Titel seit mehr als 20 Jahren, holte man wieder den kolumbianischen Pokal.

Wenn die Millionarios auf den Club Independiente Santa Fe treffen, sprechen sie in Kolumbien ehrfürchtig vom Classico bogotano. Auch Santa Fe liegt in der Hauptstadt, was das Duell zu einem echten Derby macht. Beide Vereine teilen sich das Estadio Nemesio Camacho, die Millionarios vertreten dabei aber eher den reicheren Norden Bogotas. Bisher gab es 295 Duelle, davon gewannen die Millionarios 116 Spiele.

Die meisten Spieler dürften nur den wahren Experten bekannt sein. Aber der Kolumbianer Radamel Falcao Garcia Zarate, inzwischen 40 Jahre alt, war in Europa bereits für den FC Porto, Atletico Madrid, AS Monaco, Manchester United, Chelsea, Galatasaray und Rayo Vallecano aktiv. Dabei gewann er mehrere nationale und internationale Titel.

Bremer SV: Zweite Kraft in der Hansestadt

In Bremen sind die Fronten geklärt: Der SV Werder Bremen ist der erfolgreichste Verein im kleinsten aller Bundesländer. Knapp dahinter liegt der Bremer Sport-Verein 1906 e.V., die in der Regionalliga Nord einen gesicherten Mittelfeldplatz belegen. In der Liga duelliert man sich zwar nicht mit den ganz großen Teams, dafür aber mit den Zweitvertretungen vom Hamburger SV, Hannover 96 und Werder Bremen. Dazu kommen auch noch Traditionsmannschaften wie der SV Meppen, der VfB Oldenburg und der VfB Lübeck.

Der Verein hat seinen Ursprung im Westen der Hansestadt, wo die Gründung am 1. Januar 1906 vollzogen wurde, 2015 fusionierte man mit dem SV Weser 08 Bremen. Der erste Erfolg resultiert aus dem Jahr 1925, damals wurde man Bezirksmeister. Ab 1947 spielte man in der Oberliga Nord, damals die höchste deutsche Spielklasse. Dort fanden sich heute so namhafte Größen wie der Hamburger SV, St. Pauli, Werder Bremen und Hannover 96. Dort spielte man bis 1962, hatte weitere Jahre in der Ober-, Regional- und Verbandsliga. Seit 2008 hieß die 5. Liga dann Bremenliga, von der man 2022 in die Regionalliga aufstieg und sich dort inzwischen etabliert hat.

 

Fußball statt Waschmaschinen in Gütersloh

Gütersloh liegt in Ostwestfalen. Klingt tragisch, ist es am Ende auch. Und wenn man an Gütersloh denkt, denkt man nicht zuerst an Fußball, sondern an Waschmaschinen und Bücher. Das liegt an den deutschlandweit bekannten Großunternehmen Bertelsmann und Miele. An die erfolgreicheren Zeiten des FC Gütersloh erinnern sich nur noch die Älteren.

Der Verein ist zahlreichen Fusionen entstanden, die Sportvereinigung Gütersloh existiert seit 1918, daraus entstand 1925 der Deutsche SC Gütersloh, der wiederum mit dem Verein Spiel und Sport Gütersloh zum SV Arminia Gütersloh.

Aus der gleichen Epoche stammt die DJK Gütersloh, die 1935 der Arminia beitrat. Der FC Gütersloh bestand mit diesem Namen in der Jahren 1978 bis 2000. Nach der Gründung bzw. dem Zusammenschluss aus Arminia und DJK belegte man in der damaligen Oberliga schnell einen Spitzenplatz. 1982 wurde man sogar Vizemeister. Allerdings zog man sich später den Unmut des Fußball- und Leichtathletikverbandes zu, als man mit der Hilfe des Mäzens Steinkamp seinen Spielern statutenwidrige Gehälter zahlte. Zunächst drohte der Zwangsabstieg in die Regionalliga, später war es dann „nur noch“ eine Geldstrafe.

1996 schaffte man als Aufsteiger den Durchmarsch in die 2. Bundeliga, in der Saison 1997/1998 hatte man sogar realistische Chancen, in die 1. Bundesliga aufzusteigen, doch ein Jahr später war das Abenteuer in 2. Bundesliga zu Ende. Am Ende stand nicht nur der Abstieg, sondern auch die Insolvenz. Die erste Herrenmannschaft musste abgemeldet werden, während alle anderen Mannschaften die Meisterschaftsrunden zu Ende spielen durften.

Der Verein wurde aufgelöst, aber der Nachfolgeverein, der FC Gütersloh 2000, übernahm nur wenige Tage später. Man durfte direkt wieder in der Oberliga starten. Finanzielle Probleme begegneten den Verantwortlichen immer mal wieder ab, hat sich aber in der Regionalliga West etabliert, wo man auf Vereine wie Fortuna Köln, Oberhausen und den 1.FC Bocholt trifft.

Fußball in Afghanistan

Das es dem Land Afghanistan schlecht geht, ist jetzt kein großes Geheimnis. Nachdem die internationalen Truppen dort abgezogen sind, haben die Taliban die Kontrolle übernommen und das „islamische Emirat Afghanistan“ ausgerufen. Die Taliban herrschen totalitär und treten die Menschenrechte mit beiden Füßen. Dazu gehören willkürliche Festnahmen, Folter und Mord. Es gibt keine Frauenrechte und auch keine Meinungsfreiheit. Im Demokratieindex liegt Afghanistan seit 2021 auf dem letzten Platz. Die meisten Afghan*innen leben in Armut und 30 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt und leiden an Hunger.

Auch von 1979 bis 1992 gab es in Afghanistan keinen Frieden. 1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein, eine Allianz aus den USA, Saudi-Arabien und Pakistan unterstützten die Afghanen im Kampf gegen die Sowjetunion. Es dauerte allerdings bis 1992, bis die Sowjets wieder abzogen. Fünf Jahre später kamen die Taliban an die Macht, setzten die Scharia durch und gewährten auch den Terroristen Unterschlupf, die am 11. September 2001 die USA angriffen.

Unter der Kontrolle der USA und deren Verbündeten stabilisierte sich die Lage in Afghanistan , allerdings nur bis zum Abzug der westlichen Truppen. Das die Afghaninnen und Afghanen aktuell und auch in der Vergangenheit andere Sorgen hatten als Fußball liegt auf der Hand.

Dabei hat der Fußball in Afghanistan eine große Tradition. Britische Lehrer brachten den Sport um 1880 ins Land, 1919 wurde die „Afghanistan Football Federation“ gegründet. Erster Fußballverein war der Mahmoudiyeh FC. Die nahmen an einem Turnier im damaligen Britisch-Indien teil und gewannen acht von achtzehn Spielen. Trotzdem dauerte es seine Zeit, bis weitere Vereine gegründet wurden.

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1941 gründete sich der Ariana Kabul FC und man feierte seine Länderspielpremiere. Gegen den Iran holte man damals ein 0:0. Die nationale Fußballliga startete 1956, zwei Jahre später qualifizierte sich die Nationalmannschaft für Olympia und 1954 gründete man die Asian Football Confederation. Warum es zwischen dem Ende der 1950er- und dem Ende der 1960er-Jahre keinen Ligabetrieb und keine Länderspiele mehr gab, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

Es waren dann die 60er-Jahre als der Fußball wieder auf dem Siegeszug war. Die jungen Afghaninnen und Afghanen richteten sich gen Westen und 1969 war es die Habibia High School, die den Fußballbetrieb wieder aufgenommen hat. Es dauerte bis zur Saison 1970/1971, in der der Ligabetrieb wieder, wenn auch nur mit 13 Mannschaften aus Kabul, einen Neuanfang startete.

Organisierten Fußball gab es aber wenig später auch in Masar-e Sharif, sowie in Herat und Kandahar. Allerdings stoppte die russische Invasion den Ligabetrieb. 1984 gab es wieder Spiele der Nationalmannschaft, aber es standen kaum noch Plätze zur Verfügung. 1984/1985 stellte dann auch die Kabul Premier League den Spielbetrieb ein.

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Doch nach dem Ende, bzw. kurz davor, gab es bereits wieder erste Fußballturniere. Als die sowjetischen Truppen endgültig abgezogen sind, der Bürgerkrieg war da aber noch im Gange, startete die Kabul Premier League erneut. Als die Taliban allerdings erstmalig die Macht übernahmen war schnell Schluss mit dem beliebten Sport. Später wurde das Verbot aufgeweicht. Aber nur für Männer, für Frauen war Fußball gänzlich verboten. Männer musste lange Bekleidung und eine Kopfbedeckung tragen, jubeln war grundsätzlich verboten. In der Halbzeitpause wurde Exekutionen durchgeführt.

Kein Wunder, das der Fußball seine Beliebtheit eingebüßt hatte. Die Menschen interessierten sich eher für Cricket, das hatten die Exilafghanen, die aus Pakistan zurückgekehrt waren mitgebracht. Die FIFA investierte 2002 40.000 $, die sich lohnen sollten. 2002 nahm eine Auswahl an den Asienspielen teil, 2003 qualifizierte man sich für die Südasienmeisterschaft. Deutschland begleitete den Aufbau über mehrere Jahre mit, gefördert wurde das Projekt nicht nur vom DFB, sondern auch von Olympischen Sportbund, dem Auswärtigen Amt und den Vereinten Nationen.

Man wollte den nicht nur den Kinder-, Jugend- und Amateurfußball fördern, sondern auch Trainer ausbilden und die Nationalmannschaften reaktivieren. Dadurch wurde sogar eine Frauen-Nationalmannschaft gegründet, die Zusammenarbeit endete 2009. Aktuell scheint es in Afghanistan erneut keinen Ligabetrieb zu geben.

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Photo by Mica Asato on Pexels.com

Quellen:

Afghanistan – Wikipedia

Fußball in Afghanistan – Wikipedia

Der südlichste Profi-Verein Englands

Truro City. Nie gehört? Macht nix, ich auch nicht. Truro, so die Heimat des Vereines ist so ziemlich der südlichste Fleck, den es in England gibt. Truro liegt in Cornwall, etwa 232 Meilen von der Hauptstadt entfernt. Die nächst größere Stadt ist Plymouth oder Exeter. Wie dem auch sein, Truro ist die Heimat von Truro City, die immerhin in der englischen National League spielen. Dort spielen, neben den Trurorianern, so großartige Vereine wie York City, FC Halifax Town oder Southend United.

Den Verein gibt es seit 137 Jahren. Ein durchaus stolzes Alter, auch wenn das Team nie höherklassig spielte, die englische National League ist in England die fünfthöchste Liga. In den 2010-Jahren hatte man allerdings mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, auch das ist in den Niederungen des Fußballs leider keine Seltenheit. Im Jahr 2011 konnte man Steuern in Höhe von 100.000 Pfund nicht zahlen, das Liquiditätsverfahren konnte aber verschoben werden, und am Ende waren die Steuerschulden beglichen.

Wer wann wem welche Zahlungen schuldete und wer das Geld wann und an wen überwiesen hat, ist auf den ersten Blick nicht immer klar und klingt verwirrend. Klar ist aber, dass man den Trurorianern 2012 nach Insolvenz zehn Punkte abgezogen hat, so das man die Klasse nicht mehr halten konnte. Im selben Jahr kauften Pete Masters und Philip Perryman den Verein und konnten die Kaution, die für den Start in der Conference South nötig waren auf den letzten Drücker überweisen.

Der Eigentümer wechselte 2023, seitdem gehört der Club der „Ontario Inc“ und die Truorianer sind der erste Verein aus Cornwall, der ein reiner Profi-Verein war.

Quellen:

Truro – Wikipedia

Truro City F.C. – Wikipedia

Truro City FC – Historische Ligaplatzierungen | Transfermarkt

Werner Hansch: Kult-Kommentator aus Recklinghausen

Werner Hansch war bereits seit seiner Zeit beim Radio ein Kult-Moderator. Diese inoffizielle Auszeichnung hat er auch nach seinem Wechsel zu ran nicht eingebüßt, für mich bleibt Werner Hansch aber eher mit dem Hörfunk als mit dem Fernsehen verbunden. Hansch, 1938 in Recklinghausen geboren, wird in diesem Jahr 88 Jahre alt. Hansch, der eigentlich Diplomat werden wollte, studierte in Münster und Berlin, ehe er sein Studium abbrach. Danach war Hansch Bergmann, Lehrer und Diplom-Sozialwissenschaftler. Er arbeitete in der Presseabteilung der Trabrennbahn Recklinghausen, dem Pferdesport war Hansch immer sehr verbunden. Krankheitsbedingt übernahm er die Sprecherrolle auf der Trabrennbahn und bekam gute Kritiken. Deswegen war er wohl auch zwischen 1973 und 1978 Stadionsprecher der Schalker.

Hansch stieg 1978 beim WDR ein, um dort Fußballspiele und Pferdesport zu kommentieren. Seine Premiere feierte der Recklinghäuser bei der Partie Preußen Münster gegen Bayer Leverkusen. Die Hörer*innen mochten Hansch, der 1990 zur Sportschau und 1992 zu SAT.1 wechselte. 2007 arbeitete er für den Pay-TV-Sender Arena, ehe er sich von seiner Kommentatorenaufgabe zurückzog. Im Fernsehen war er dennoch regelmäßig zu sehen. Sei es bei der Spielshow WipeOut oder bei Promi Big Brother.

Hansch machte öffentlich, dass er seit 2009 etwa eine halbe Million Euro durch seine Spielsucht verloren habe. Seine Partnerin hat sich deswegen, nach über dreißig Jahren von Hansch getrennt. Hansch geht mit seiner Spielsucht offen um und versucht Betroffenen zu helfen.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Hansch

https://www.sport1.de/news/fussball/2026/02/kommentatoren-legende-spricht-emotional-uber-seine-wettsucht

Gut beraten?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Said El Mala den 1.FC Köln, trotz laufendem Vertrag bis 2030, verlässt, ist ein wahrscheinliches Szenario. Nicht nur der Focus berichtet, dass sich die El Mala-Eltern mit Brighton & Hove Albion geeinigt haben. Auch die Kölner, die mindestens 35 Millionen Ablöse kassieren würden, sollen bereits zugestimmt haben.  Auch Malek El Mala, zurzeit verletzter Mittelstürmer der zweiten Mannschaft, soll die Kölner mit gleichem Ziel verlassen.

35 Millionen für die El Mala-Brüder klingt, jedenfalls für englische Verhältnisse, nach einem bodenständigen Angebot. Dennoch kann es für die Kölner Sinn machen, schließlich droht immer noch der Absturz in die zweite Liga, dann wäre eine ähnliche Summe wohl nicht mehr abrufbar. Deswegen, so wird berichtet, könnte es wohl relativ schnell gehen.

Das Said El Mala den Schritt in die Premiere League geht, ist nachvollziehbar. Ob er sich dort auf Anhieb durchsetzt, stelle ich trotzdem in Frage. Für Bruder Malek ist der Schritt definitiv zu hoch, zumal er aus einer Verletzung kommt.

Das Aufgebot macht meistens Sinn

Spätestens seit dem Nagelsmann-Interview und allerspätestens nach dem letzten Bundesliga-Spieltag war die nun erfolgte Nominierung des Bundestrainers ein viel diskutiertes Thema.

Grundsätzlich bin ich zufrieden, ein paar Dinge sind für mich dennoch nicht nachvollziehbar.

Warum wird ein Jonas Urbig nominiert? Seine Torhüter-Fähigkeiten will ihm sicher niemand absprechen, allerdings hat sich Noah Atobolu bisher eine Nominierung als dritter Torwart durchaus auch verdient. Möglicherweise will Nagelsmann Urbig auch dabei haben, um ihn im Trainingsbetrieb zu testen und er wäre jemand der nachrücken könnte, wenn sich einer der ersten drei verletzen würde. Dann wäre jetzt aber der richtige Zeitpunkt, das WM-Aus von ter Steegen zu kommunizieren.

Die Abwehr-Nominierungen passen für mich soweit, auch wenn ich Rüdiger zuhause lassen würde und stattdessen einen Innenverteidiger mit Perspektive mitgenommen.

Im Mittelfeld muss man die Nominierung von Anton Stach definitiv loben. Meine Meinung zu Leroy Sane ist offensichtlich völlig anders als die vom Bundestrainer. Eine WM-Nominierung kann man leistungstechnisch nicht begründen. Stattdessen würde ich auf Karim Adeyemi setzen. Die Nominierung von Stach finde ich zu einhundert Prozent richtig, für Groß hätte ich Angelo Stiller mitgenommen.

Im Sturm bleiben nicht mehr viele Optionen. Kleindienst ist verletzt, Füllkrug kein Stammspieler und Havertz eigentlich gar kein Stürmer. Immerhin ist Undav dabei, der es dann wohl richten muss.

Aufgebot:

Tor: Oliver Baumann (Hoffenheim), Alexander Nübel (VfB Stuttgart), Jonas Urbig (Bayern München)

Abwehr: Waldemar Anton, Nico Schlotterbeck (beide Borussia Dortmund), Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt), Joshua Kimmich, Jonathan Tah (beide Bayern München), David Raum (RB Leipzig), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Malick Thiaw (Newcastle United), Josha Vagnoman (VfB Stuttgart)

Mittelfeld: Felix Nmecha (Borussia Dortmund), Serge Gnabry, Leon Goretzka, Lennart Karl, Aleksandar Pavlovic (alle FC Bayern München), Leroy Sane (Galatasaray Istanbul), Jamie Leweling (VfB Stuttgart), Pascal Groß (Brighton & Hove Albion), Anton Stach (Leeds United), Florian Wirtz (FC Liverpool)

Stürmer: Kai Havertz (FC Arsenal), Kevin Schade (FC Brentford), Deniz Undav (VfB Stuttgart), Nick Woltemade (Newcastle United)

Marokko gewinnt den Africa-Cup am grünen Tisch

Herzlichen Glückwunsch! Die Marokkaner gewinnen den Afrika-Cup. Moment! Der Afrika-Cup ist doch längst Geschichte und gewonnen haben ihn nicht die Marokkaner, sondern der Senegal um den Ex-Bayern Sado Mane. So weit, so richtig. Doch gestern gab der afrikanische Fußballverband (CAF) bekannt, dass dem Senegal der Titel entzogen wird und Marokko damit nachträglicher Sieger des Finales und damit der Gewinner des Pokal ist.

Der Senegal hatte damals aus Protest den Platz verlassen, da Marokko in der Nachspielzeit einen umstrittenen Elfmeter zugesprochen bekam. Er protestierten nicht nur die senegalesischen Spieler, sondern auch die Zuschauer auf den Tribünen. Sicherheitskräfte konnten aber verhindern, dass die Fans den Rasen stürmten.

Damals hatte Marokko Protest eingelegt, da auf Grund der Unterbrechung die Leistung der Spieler beeinflusst haben soll. Der Protest wurde zunächst abgeschmettert, in zweiter Instanz wurde aber bekanntermaßen anders entschieden. Begründet wird die Entscheidung mit Verstößen gegen Artikel 82 und 84 des Regelwerkes des afrikanischen Fußballverbandes. Dort steht, dass eine Mannschaft als Verlierer gilt, wenn sie den Platz vor dem Ende des Spiels, ohne Erlaubnis des Schiedsrichters, verlässt.

Also eine klare Sache? Das sehen die Senegalesen naturgemäß anders und ziehen vor den Internationalen Sportgerichtshof. Die Senegalesen führen an, dass die Entscheidung den afrikanischen Fußball in Verruf bringe. Der Punkt geht definitiv an sie, das Spiel hätte nach der Unterbrechung nicht wieder angepfiffen werden dürfen. Diese Entscheidung wurde, warum auch immer, nicht getroffen.

Die Entscheidung am grünen Tisch ist schlichtweg unanständig und unsportlich.

Update: Inzwischen hat die Regierung des Senegals eine unabhängige Untersuchung wegen möglicher Korruption gefordert. Die Regierungssprecherin kritisierte die Enscheidung, wenig überraschend, scharf. 

 

Saarländische Erfolgsgeschichte

Elversberg. Ein Name, eine Stadt. Aber eine, die jetzt nicht die aller größte Fußballtradition hat. Jedenfalls nicht in den höchsten Ligen der Republik. Elversberg gehört mit seinen rund 7.500 Einwohner*innen zur Gemeinde Spiesen-Elversberg. Interessanterweise hat der Verein genauso viele Mitglieder wie Einwohner*innen.

Damit passen in der Waldstadion Kaiserlinde mehr Zuschauer, als Elversberg Einwohnende hat. Geografisch ist Elversberg im Saarland, ca. 15 Kilometer von der Landeshauptstadt Saarbrücken, wiederzufinden. Auch bis Neunkirchen und Homburg ist es nicht weit.

Den Verein gibt es, der Vereinsname SV 07 Elversberg gibt es her seit 1907. Zunächst als FC Germania Elversberg gegründet, schloss man dich zur Wiedergründung mit mehreren anderen Vereinen zur SV Elversberg zusammen. Über viele Jahrzehnte war man im Amateurfußball des Saarlandes zuhause, die erste Visitenkarte im Profifußball gab man in der Saison 2013/2014 in der dritten Liga ab. Mit einer relativ unbekannten Mannschaft stieg man aber in der selben Saison direkt wieder ab.

Eindeutig besser machte man es fast zehn Jahre später. Als Aufsteiger machte man sich unter Trainer Horst Steffen auf den direkten Weg in die zweite Liga. Bereits im zweiten Jahr scheiterte man nur knapp am direkten Aufstieg und musste sich in der Qualifikation am Ende dem FC Heidenheim geschlagen geben.

Nachdem Abschied von Horst Steffen, der sich zwischenzeitlich dem SV Werder Bremen angeschlossen hatte, erwarteten viele Experten einen Bruch, doch auch mit Vincent Wagner, setzen die Saarländer ihre Erfolgsserie fort.

Präsident des SV Elversberg ist seit über 30 Jahren Frank Horzer, der mit seinem Pharmaunternehmen Ursapharm auch einer der Hauptsponsoren ist.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Elversberg

https://de.wikipedia.org/wiki/SV_Elversberg

Raus mit Applaus

Weiter, immer weiter. Das gilt nicht nur für den FC Bayern, sondern auch für den SC Freiburg. Nach schwacher Leistung und einer Niederlage im Hinspiel gewannen die Breisgauer deutlich mit 5:1  gegen eine überforderte Mannschaft aus Genk.

Weniger erfolgreich verlief der Abend für den VfB Stuttgart. Die Schwaben verloren im Hinspiel mit 2:1, hätten als einen Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied gebraucht um weiterzukommen. Das gelang aber nicht dem VfB, sondern den Gastgebern aus Porto. Am Ende verlor ein überlegender VfB der Mannschaft aus Porto mit 2:0, die an diesem Abend durch enorme Effizienz bestach.

Europa League – Viertelfinale (9./16. April 2026)

Sporting Braga – Real Betis Sevilla

SC Freiburg – Celta Vigo

FC Bologna – Aston Villa

FC Porto – Nottingham Forest

Mainz gewinnt und wartet nun auf Racing Straßburg

Das 2:0 für den FSV Mainz 05 gegen Sigma Olmütz sorgt für ein positives Ende in diesem Bericht. Nach dem 0:0 im Hinspiel hätte den Mainzern ein knapper Sieg gereicht. Für den sogenannten Dosenöffner sorgte Stefan Posch, den man in der Winterpause von Como 07 ausgeliehen hat.  Der zweite Treffer geht auf das Konto von Armindo Sieb.

Conference League-Viertelfinale (9./16. April 2026)

Schachtar Donezk – AZ Alkmaar

Crystal Palace – AC Florenz

Rayo Vallecano – AEK Athen

1.FSV Mainz 05 – Racing Straßburg

Bodö Glimt nicht mehr

Das Ausscheiden von Bayer Leverkusen aus der Champions League ist nicht die schlimmste Nachricht aus dieser Woche. Trotz des starken Auftritts der Werkself im Hinspiel fehlte mir für ein Weiterkommen der Rheinländer jegliche Phantasie.  Schlecht war der Auftritt im Emirates Stadium gar nicht mal. Phasenweise konnte man mithalten, hatte am Ende aber kaum Torszenen, so dass die 0:2– Niederlage gegen Arsenal verdient und folgerichtig war.

Durch die 5:0-Niederlage bei Sporting Lissabon ist die Reise der Norweger von Bodö Glimt zu Ende. Die Mannschaft aus Nordland gewann das Hinspiel noch mit 3:0 ein Weiterkommen war für viele Formsache, allerdings hielten die Portugiesen voll dagegen und zwangen die Norwegen nach einem 3:0 in der regulären Spielzeit in die Verlängerung. Spätestens da war klar, dass die furiose Champions League-Saison von Bodö Glimt ein Ende nehmen wird.

Vinicius Jr. ist ein Mann mit Profilneurose. Allein wegen seines Auftretens auf dem Platz und beim Torjubel zum 1:0 per Elfmeter hätte ein Ausscheiden von Real Madrid verdient gehabt. Dem war aber nicht so, die Königlichen schlagen Manchester City  mit 2:1 und ziehen in die nächste Runde ein.

Die 0:3-Niederlage vom FC Chelsea gegen Paris St. Germain war eine Machtdemonstration der Franzosen gegen chancenlose Briten.

In den Mittwochsspielen gab es dann im Vergleich zum Dienstag keine Überraschungen mehr. Bayern rotiert und lässt Tom Bischof und Mi-Jae Kim in der Viererkette ran, Lennart Karl geht auf den rechten Flügel, Guerrero spielt zentral hinter den Spitzen und auch Harry Kane ist wieder am Start. Auch die Gäste hatten eine Sensation nicht mehr auf dem Schirm und ließen de Roon und Kolasinac auf der Bank. Am Ende stand ein verdientes 4:1 gegen Atalanta Bergamo.

Noch ein bisschen klarer war die Sache zwischen dem FC Liverpool und Galatasaray Istanbul. Nach der Hinspielniederlage gewannen die Reds aber deutlich gegen Gala, bei denen Sane und Gündogan auf der Bank Platz nehmen mussten. Leroy Sane kam in der zweiten Hälfte zwar für Osimen ins Spiel, konnte die 4:0-Niederlage aber nicht mehr abwenden.

Nach der deutlichen Hinspielniederlage bei Atletico Madrid konnten sich die Tottenham Hotspurs mit einem knappen 3:2-Sieg aus dem Wettbewerb verabschieden. Am Ende waren die Engländer dennoch chancenlos.

Nach dem 1:1 im Hinspiel gab es zwischen dem FC Barcelona und Newcastle United ein echtes Torfestival. Die Katalanen schickten Newcastle, bei denen Nick Woltemade nicht zum Einsatz kam, mit einem 7:2 zurück auf die Insel.

Die Viertelfinalspiele finden am 7./8. & 14./15. April statt.

Real Madrid – Bayern München

Sporting Lissabon – FC Arsenal

Paris St. Germain – FC Liverpool

FC Barcelona – Atletico Madrid

Shaktar Donetsk: Verein ohne Heimat

Wenn Kriege ausbrechen, dann gerät der Sport und damit auch der Fußball in den Hintergrund. Doch für die Spieler, Verantwortliche und Fans vom FC Shaktar Donetsk gilt das nicht erst seit der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022, sondern bereits seit der Invasion der Krim im Jahre 2014.

Donezk, so der übersetzte Name der Stadt ist das Zentrum des Kohlerevier Donbass. Im gesamten Kohlerevier lebten 1998 ca. 1,1 Millionen Menschen, in Donezk waren 2022 immerhin 901.645 Einwohner*innen. Zwischen 2014 und 2022 war Donezk die Hauptstadt der Volksrepublik Donezk, und seit 2022 wurde u.a. Donezk nach einem Scheinreferendum im September 2022 von Russland annektiert. Zwischen 2014 und 2022 lag die Zahl der Opfer im Donbass bei etwa 13.500 Opfern.

Die Verantwortlichen von Shaktar Donezk haben sich trotz des Krieges und der russischen Angriffe entschieden, den Spielbetrieb fortzusetzen und sind deswegen bereits mehrfach umgezogen. Zunächst wechselte man die Spielstätte und den Spielort. Fortan spielte die Mannschaft in Lwiw, das heimische Stadion ist seit der zweiten Hälfte des Jahres 2014 nicht mehr bespielbar. Zeitgleich spielte man in der Champions League, scheiterte aber nach einem 0:0 und 0:7 am FC Bayern München. Ein Jahr später spielte man erneut in der europäischen Königsklasse, u.a. gegen Schalke 04. Fast zeitgleich wurde man ukrainischer Pokalsieger.

2016/2017 verpasste man die Champions League, durfte dafür aber in der Europa League antreten. Im Jahre 2017 verließ man Lwiw, wo das Team nur wenige Zuschauer an sich binden konnte. Fortan spielte man in Charkiv, wo man zwischen 2017 und 2020 viermal ukrainischer Meister wurde.

Inzwischen spielt man im Olympiastadion in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, in europäischen Wettbewerben fanden die Heimspiele der Ukrainer bereits in der Arena auf Schalke, dem Hamburger Volksparkstadion, im Stadion Wojska Polskiego in Warschau und im Stozice Stadion im slowenischen Ljubljana statt.

Heute spielt die Mannschaft im „Heimspiel im Stadion Miejski im. Henryka Reymana im polnischen Krakau gegen Lech Posen. Im aktuellen Kader stehen hauptsächlich Spieler, die höchstens den Experten bekannt sein dürften, die laut transfermarkt.de wertvollsten Spieler sind der ukrainische Innenverteidiger Mykolo Matvienko und der brasilianische Mittelstürmer Kaua Elias mit einem Marktwert von jeweils 15 Millionen Euro.

Eberl statt Hoeneß

Es könnte alles so einfach sein, jedenfalls für den FC Bayern vor der Partie gegen Atalanta Bergamo in der Champions League. Nein ich Rede nicht davon, dass Joshua Kimmich und Michael Oliseh nach ihren gelben Karten für das Rückspiel gesperrt sind. Auch nicht davon, dass nach den Ausfällen von Neuer, Urbig und Ullreich nun der 16-jährige Leonard Prescott ins Tor muss. Wie zu lesen war, ist man in Bayern mit der Arbeit von Sportvorstand Max Eberl nicht uneingeschränkt zufrieden.

Die Kritik gegen Eberl kommt vor allem aus dem Aufsichtsrat der neben Ehrenpräsident Uli Hoeneß und dem langjährigen Vizepräsident Karlheinz Rummenigge nur Mitglieder aus der Wirtschaft hat. Wie der Focus berichtet, sollen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung bei Eberl nur bei maximal 50 Prozent liegen. Eberl will seine Mission bei den Bayern gerne fortsetzen. Von außen betrachtet, täte der FC Bayern auch gut daran den Vertrag zu verlängern.

Hoeneß monierte zwar, das Eberl den Aufsichtsrat zu spät informieren würde, doch die guten Drähte zwischen Hoeneß, dem Aufsichtsrat und der BILD-Zeitung sind bekannt. Der FC Bayern wäre noch besser beraten, wenn man Hoeneß und Rummenigge aufs Abstellgleis stellen würde. Beide haben das operative Geschäft verlassen und verstehen die Gesetze des Marktes auch nicht mehr zu einhundert Prozent. Anders sind die Äußerungen zu Beratern, den Ablösesummen im Allgemeinen, und weitere Aussagen nicht zu deuten.

Ins gleiche Horn stößt auch Oli Kahn, dem der Generationswechsel beim FC Bayern nicht schnell genug von statten geht. Den kann es aber erst gegen, wenn Uli Hoeneß und Rummenigge keine Aufgaben mehr im Verein haben.

Istanbul Basaksehir: Der Erdogan-Club

Istanbul Basaksehir, ist nicht nur ein Verein aus dem europäischen Teil Istanbuls, sondern auch der Lieblingsverein des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der Verein war bis 2014 die Betriebssportmannschaft der Istanbuler Stadtverwaltung, wurde dann ausgelagert und in ein unabhängiges Unternehmen transformiert. Im Zuge dessen bekam er auch seinen offiziellen Namen, der auf Grund eines Namenssponsoring aktuell Rams Basaksehir Futbol Kulübü lautet. Seit der Ausgliederung spielt der Verein Basaksehir Fatih Terim Stadi. Das Stadion fassen aktuell 17.319 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Aktuell sind Davie Selke und Amine Harit die bekanntesten Spieler im Trikot der Istanbuler. In der Vergangenheit trugen aber auch Mesut Özil und Serdar Tasci (u.a. VfB Stuttgart, Bayern München, Spartak Moskau) das orangefarbene Trikot der Basaksehir-Kicker.

Als dieser Artikel entsteht, ist die Mannschaft von Nuri Sahin Fünfter in der Tabelle der Trendyol SüperLig. Die vier Punkte, die man hinter dem Tabellenvierten Besikas liegt sind aufzuholen. Sollte das gelingen, hätte man sich erneut für die Conference League qualifizieren.

In der Saison 2019/2020 sah das Ganze anders aus. Basaksehir wurde zum ersten und bisher einzigen Male türkischer Meister. Aber was hat das nun mit dem türkischen Präsidenten zu tun?

Nach eigenen Angaben ist Erdogan Gründungsmitglied bei Basaksehir und der Vereinspräsident ist ein Verwandter des Präsidenten. Der Haupt- und Namenssponsor Medipol, einem Unternehmen der Gesundheitsbranche wird von Erdogangs Vertrauten Fahrettin Koca geführt. Koca ist dazu Leibarzt von Erdogan und Gesundheitsminister im Erdogan-Kabinett. Die Nummer 12, das Trikot trug Erdogan bei der Stadion-Eröffnung, wird bei Basaksehir nicht mehr vergeben.

 

Die Hertha nervt

Ich kann den Wunsch vieler Herthaner*innen, die zweite Bundesliga hinter sich zu lassen, ja nachvollziehen. Wahrscheinlich ist den meisten von ihnen aber schon längst klar, dass auch die Spielzeit 2026/2027 nicht im Oberhaus, sondern in der zweiten Bundesliga verbracht wird, oder verbracht werden muss.

Da ändert es sich auch nichts daran, wenn die Menschen am RTL-Mikrofon des Aufstieg minütlich ansprechen. Leute, die Hertha hat es verkackt! Nicht nur das Spiel gegen den VfL Bochum, als man in der Nachspielzeit noch das 1:1 fressen musste, sondern über die gesamte Saison verteilt.  Aber woran liegts?

Hertha hat aktuell 41 Punkte und damit acht Punkte Rückstand auf Darmstadt 98, die hinter Schalke auf dem zweiten Platz liegen. Bis zum Relegationsplatz, den aktuell die SV Elversberg belegt, sind es „nur“ sieben Punkte.

Die Karibik-Kicker aus Kolumbien

Das man Teile Kolumbiens der Karibik zuordnet, hatte ich so nicht auf dem Schirm. Ist aber so. Insgesamt spricht man von einer 1.126 Kilometer langen Küstenlinie, auf der Städte wie Cartagena, Santa Maria und Barranquilla liegen. Und genau um die Stadt Barranquilla und den dort ansässigen „Club Deportivo Popular Junior F.C. S.A“ soll es heute gehen. Baranquilla ist als Hafenstadt nicht nur die viertgrößte Stadt des Landes, sondern als wichtige Hafenstadt auch ein industrielles Zentrum des Landes. Dazu ist Barranquilla der Geburtsort von Shakira.

Die „Los Tiburones“, was soviel bedeutet wie die Haie, spielen in der Liga DIAMAYOR Apertura, der ersten Liga Kolumbien. Dort ist man amtierender Meister. Insgesamt gewann man elf nationale Meisterschaften, dazu jeweils zweimal den Pokal und den Supercup. Wer die WM 1990 verfolgt hat, dem wird Carlos Valderrama nicht verborgen geblieben sein. Valderrama spielte zwischen 1993 und 1996 und führte den Verein zu zwei Meisterschaften und bis ins Halbfinale der südamerikanischen Copa Libertadores.

aerial shot of city buildings near body of water
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Das Maskottchen der Haie war, nein kein Hai, sondern eine Eule. Die lebte unter dem Dach des Stadions und hat sich sogar bei Fußballspielen gezeigt. Mitunter landete sie auch auf dem Spielfeld. So auch am 27. Februar 2011, dabei wurde sie von einem Ball getroffen. Luis Moreno, damals Abwehrspieler beim Gegner Deportivo Pereira trat die Eule vom Feld, die daraufhin in einer Tierklinik behandelt wurde. Die Umwekltbehörde ermittelte, die Eule starb aber nicht an einem Beinbruch, sondern an einer zu hohen Milchsäurekonzentration.

Quellen:

Barranquilla – Wikipedia

Junior FC – Vereinserfolge | Transfermarkt

Die Auferstehung der Lariani

Es wird mal wieder Zeit, den Blick auf Italien zu richten. Dort spielt Como 1907 nach dem Aufstieg sein zweites Jahr und das durchaus erfolgreich. Die Mannschaft liegt zu dem Zeitpunkt wo dieser Artikel entsteht auf einem guten sechsten Platz und würde sich damit am Saisonende für die Conference League qualifizieren. Ein Riesen-Erfolg wenn man bedenkt wo dieser Verein herkommt. Seit dem Abstieg im Jahr 2003 stieg man bis in die vierte italienische Liga ab. Davor spielte man zuletzt in den 1980er-Jahren in der höchsten italienischen Spielklasse. Auch ein Blick in den Trophäenschrank zeigt, dass das natürliche Habitat der Mannschaft aus der Lombardai eher die zweite und dritte Liga ist. Dreimal wurde man italienischer Zweitligameister, viermal holte man sich die Drittligameisterschaft.

Como liegt am gleichnamigen Comer See an der Grenze zur Schweiz und etwa 45 Kilometer von Mailand entfernt. Auch Bergamo ist nicht weit. Das beweist nicht nur, dass die Menschen in der Region fußballverrückt sind. Die Fans dürfen sich auf Derbys gegen Inter Mailand, AC Mailand und Atalanta Bergamo freuen.

Ein Blick auf den Kader zeigt auch eine deutsche Beteiligung am Erfolg: Innenverteidiger Marc Oliver Kempf (u.a. Hertha BSC, VfB Stuttgart, SC Freiburg, Eintracht Frankfurt) gehört genau zum Kader wie Nicolas Kühn, der bereits für Ajax II, Bayern II, Erzgebirge Aue, Rapid Wien und Celtic Glasgow gespielt hat.

picturesque evening at lake como italy
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Gegründet wurde der Verein 1907 in der Bar Taroni. Die Spieler mussten sich zunächst mit Freundschaftsspielen begnügen, konnte sich aber 1950 erstmalig für die Seria A qualifizieren. Bis in die 1970er-Jahre pendelte man zwischen der ersten und der dritten Liga, ehe man in den 1980er-Jahren die bisher erfolgreichste Zeit hatte. Für Spielzeiten konnte man sich im Oberhaus halten, in der Zeit trug auch Hansi Müller das blau-weiße Trikot. Zum Ende der Dekade folgte aber der Absturz in die dritte Liga. Später, schon im 21.Jahrhundert musste man durch Insolvenzen, ehe man nun wieder in der Seria A spielt.

Quellen:

Como 1907 – Wikipedia

Como 1907 – Kader im Detail 25/26 | Transfermarkt

Como – Wikipedia

Serie A (Italien) heute | Spielplan & Ergebnisse | 29. Spieltag | 2025/26 – kicker

Graue Maus in blau und gelb

Das Städtchen Westerlo liegt in der Region Flandern und damit im niederländischsprachigem Teil Belgiens. In Westerlo profitiert man wirtschaftlich von der Nähe zum Antwerpener Hafen und gehört was die wirtschaftliche Stärke angeht zu den Städten Belgiens mit der größten Kaufkraft. Dazu kommt, dass Westerlo die Heimat des KVC Westerlo ist. Der Verein spielt seit immerhin vier Jahren wieder in der Jupiler Pro League, der höchsten belgischen Spielklasse, nach dem man 2017 zum zweiten Male nach 2012 in die zweite belgische Liga abgestiegen ist. Der aktuell bekannteste Spieler dürfte Roman Neustädter sein, der in der Bundesliga bereits für Mainz 05, Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 gespielt hat.

In den Anfangsjahren des neuen Jahrhunderts hatten die blau-gelben ihre erfolgreichste Zeit. In der Saison 2000/2001 gewann man mit Andrzej Rudy (u.a. 1. FC Köln, VfL Bochum) den belgischen Pokal. Dadurch qualifizierte man sich für den UEFA-Cup schied durch zwei Niederlagen gegen Hertha BSC allerdings in der ersten Runde aus. Für einen europäischen Wettbewerb konnte man sich erst 2011 qualifizieren. Nachdem man sich in der zweiten Qualifikationsrunde gegen Turku PS aus Finnland durchsetzen konnte, war in der dritten Quali-Runde gegen die Young Boys Bern allerdings nichts mehr zu holen.

Seitdem konnten die Flandern aber nicht mehr an die Erfolge anknüpfen und gelten als die graue Maus der Liga.

Quellen:

UEFA Europa League 2011/12 – Wikipedia

KVC Westerlo – Wikipedia

KVC Westerlo – Kader im Detail 00/01 | Transfermarkt

11/26: Was die Woche noch wichtig war

Bayern brennt und Bodö glimmt

Der FC Bayern ist on fire. Aber sowas von! Das 6:1 bei Atalanta Bergamo wahr nicht nur die Vorentscheidung, sondern eine Machtdemonstration der Kompany-Elf. Zu keiner Zeit waren die Italiener auch nur annähernd gleichwertig. Gegen die Bayern-Maschine hatten die Bergamaschi, wie man die Menschen aus Bergamo nennt, niemals eine Chance. Ein Blick auf die Zahlen macht das deutlich: 25 Torschüsse, fast 700 gespielte Pässe von denen 92 Prozent ankamen, dazu fast 70 Prozent Ballbesitz. Es ist davon auszugehen, dass kein italienischer Vertreter im Viertelfinale der Champions League stehen wird.

Ob das auch für englische Teams gilt, bleibt abzuwarten. Liverpool verliert mit 1:0 bei Galatasaray, Newcastle kommt im Heimspiel gegen Barcelona nicht über ein 1:1 hinaus, Tottenham geht mit 5:2 bei Atletico Madrid unter, mit gleichem Ergebnis verliert auch Chelsea bei Paris St. Germain, ManCity verliert bei Real deutlich mit 0:3 und Arsenal kommt gegen Bayer Leverkusen auch nur zu einem glücklichen Unentschieden. In der 89. Minute gab es einen fragwürdigen Elfmeter für Arsenal, den Kai Havertz zum glücklichen 1:1 verwandelte.

Nach den bisherigen Erfolgen ist das 3:0 von Bodö Glimt gegen Sporting Lissabon wohl keine ganz so große Überraschung mehr. Torschützen für die Norweger waren Fet, Blomberg und Högh.

Schlechtes Personalmanagement von Igor Tudor

Warum auch immer warf Tudor, Trainer der Tottenham Hotspurs, den unerfahrenen Antonin Kinsky ins Tor. Der war sichtlich nervös und mitschuldig am schnellen 0:3-Rückstand bei Atletico Madrid. Vor allem der erste und dritte Treffer gehen auf das Konto des tschechischen Schlussmannes. Nach siebzehn Minuten war für Kinsky das Spiel bereits wieder zu Ende. Erniedrigender geht es wohl nicht mehr.  Das Kinsky mit Tränen in den Augen den Platz verließ, verwundert nicht. Seine Teamkollegen Romero, Danso und Pedro Porro hatten immerhin tröstende Worte, sein Trainer würdigte ihn keines Blickes. Das hätte man auch anders machen können.

Ausgebrandt in Dortmund

Dortmund wird den auslaufenden Vertrag mit Julian Brandt nicht verlängern. Nach sieben Jahren, einem Pokal- und einen Superpokalsieg ist nun Schluss in Dortmund. Brandt kam in Dortmund oft zu schlecht weg, was aber nicht nur an seinen Kritikern, sondern auch an seiner Spielweise lag. Brandt trug bisher 298 mal das Trikot des BVB, erzielte 56 Tore und legte 69 weitere Treffer auf. Die Spekulationen, wo es den gebürtigen Bremer hinziehen könnte, sind bereits in vollem Gange. Dafür hat Felix Nmecha seinen Vertrag beim BVB vorzeitig bis 2030 verlängert. Aber: In Nmechas Vertrag steht ab sofort eine Ausstiegsklausel. 2027 kann er den Verein für 80 Millionen verlassen, ein Jahr später immerhin noch für 70 Millionen. Dafür kassiert Nmecha nun ein Jahressalär in Höhe von zehn Millionen Euro plus Boni. Das Nmecha den Verein vor 2030 verlässt, gilt somit als wahrscheinlich.

Europapokal-Donnerstag

Die der Europa League mussten sowohl der VfB Stuttgart (1:2 gegen den FC Porto) als auch der SC Freiburg (0:1 beim KRC Genk) eine Niederlage hinnehmen. Das schlechtere Team waren die Stuttgarter nicht, eher zweimal unaufmerksam. Im Rückspiel hat man aber nach wie vor alle Chancen. Kein gutes Spiel zeigte der SC Freiburg, der mit der 0:1-Niederlage noch ganz gut leben kann. Freiburgs Auftritt war schwach, die Niederlage verdient. In der Conference League hat sich der FSV Mainz 05 nach dem 0:0 bei Sigma Olmütz eine gute Ausgangslage erarbeitet.

Der Boldklubben af 1893 aus Kopenhagen

Der Boldklubben af 1893, ist bei uns, wenn überhaupt, als B.93 Kopenhagen bekannt. Man wird sich denken können, dass der Verein 1893 gegründet wurde. Ursprünglich war er ein reiner Cricketverein, doch drei Jahre später gründete sich auch die Fußballsparte. Und das sehr erfolgreich, zwischen den Jahren 1916 und 1946 wurde man neunmal dänischer Meister. Der letzte Titelgewinn resultiert aus dem Jahr 1982, da gewannen die Fußballer den dänischen Pokal. Seine Heimat hat der Verein im Stadtteil Osterbro. Es ist nicht nur die Heimat von B.93, sondern auch von 82.000 Einwohner*innen. Der Nordhafen, eines der wichtigsten Stadtentwicklungskonzepte, liegt in Osterbro. Dort soll ein urbanes Stadtquartier entstehen. Auch Kreuzfahrtschiffe mit dem Ziel Kopenhagen liegen in diesem Bereich des Hafens. Dafür wurde im Jahr 2025 extra die größte Landstromanlage zur Versorgung von Schiffen gebaut.

Die Heimspiele finden im Osterbro Stadion statt, das 7.000 Zuschauer*innen Platz bietet. Dieses Stadion hat bereits Europapokalabende erlebt, B.93 gewann 1982/1983 im Europapokal der Pokalsieger gegen Dynamo Dresden (3:2; 1:2), scheiterte in der zweiten Runde aber am belgischen Vertreter KSV THOR Waterschei. Für B.93 spielten unter anderem Thomas Christiansen, der in der Bundesliga beim VfL Bochum Torschützenkönig wurde und Nicklas Bendtner, der zwischen 2014 und 2016 für den VfL Wolfsburg spielte.

Quellen:

Europapokal der Pokalsieger 1982/83 – Wikipedia

B.93 Kopenhagen – Wikipedia

Sigma Olmütz: Fußball in Mittelmähren

Mittelmähren, das ist Bereich in Tschechien, der von den beiden Flüssen Hana und March durchzogen ist. Das macht das Gebiet extrem fruchtbar, so dass die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszeig ist. Der Bereich liegt zwischen  Olmütz, Kromeriz, Prostejov und Vyskov. Olmütz könnte einem bekannt vorkommen, was daran liegt, dass der Verein in der Vergangenheit regelmäßiger Gast in den europäischen Wettbewerben war. Aktuell steht man im Achtelfinale der Conference League und trifft dort auf den 1. FSV Mainz 05.

Die letzten Duelle mit deutschen Mannschaften gab es 2005 im Intertoto Cup gegen den HSV und Dortmund, 1991/92 gewann man im UEFA-Cup in beiden Spielen mit 6:2 gegen eben diesen HSV. Im Viertelfinale schied man damals aber gegen Real Madrid aus.

Sigma Olmütz ist aber auch der Verein, für den unter anderem Tomas Ujfalusi (u.a. Hamburger SV) und Radek Latal (Schalke 04) spielten.

20 Meisterschaften, 20 Pokalsiege: Panathinaikos Athen

Respekt: Panathinaikos Athen ist nicht nur zigfacher Meister und Pokalsieger, dreifacher Superpokalsieger und Balkan-Cup-Sieger, sondern auch eine der beliebtesten Mannschaften in der griechischen Hauptstadt. Highlight in der 118-jährigen Vereinsgeschichte ist aber trotzdem das Finale um den Europapokal der Landesmeister in der Saison 1971, als man erst im Finale an Ajax Amsterdam scheiterte. Unter der sportlichen Leitung von Ferenc Puskas verlor man im Londoner Wembley-Stadion mit 2:0. Torschützen waren damals Ari Haan und Dick van Dijk.  Zuvor konnten die Griechen Roter Stern Belgrad, den FC Everton, Slovan Bratislava und Jeunesse Esch ausschalten.

Panathinaikos ist durchgängig in der Super League 1, der höchsten Spielklasse des griechischen Fußballs vertreten. Aktuell wird das Team von Rafael Benitez betreut und ist mit 45 Punkten hinter Olympiakos, PAOK und dem AEK Athen auf dem vierten Platz. 

Aus Deutschland trugen Philipp Max, Jens Wemmer, Markus Münch, Marco Villa, Karlheinz Pflipsen und Walter Wagner das Trikot von Panathinaikos. 

2011 kamen die Griechen in schwierige Fahrwasser. Durch die griechische Wirtschaftskrise, die weniger Einnahmen nach sich zog, wurde die finanzielle Situation immer schwieriger. Um die Kosten zu deckeln mussten u.a. Cisse und Alexandros Tzorvas verkauft werden. Dazu gab es zwischen 2010 und 2011 insgesamt sechs verschiedene Präsidenten. 

Seit 2013 setzte man verstärkt auf Spieler aus der eigenen Jugend, dazu kamen mit Marcus Berg und Mladen Petric erfahrene Akteure nach Athen. Man stieß zwar wieder in die Spitzengruppe der Super League 1 vor, die Meisterschaft konnte man allerdings erst wieder 2023 gewinnen. 

Der West Bromwich Albion FC

Der West Bromwich Albion FC aus den englischen West Midlands klingt erstmal nach großer Fußballkultur, schließlich hat der Club zwischen der Saison 1949/1950 und der Saison 1972/1973 durchgehend in der höchsten englischen Klasse, damals hieß sie noch First Division gespielt. Auch von der Saison 1976/1977 bis 1985/1986 gehörte man zur englischen Fußball-Elite. Nach weiteren Abstechern in die zweite und dritte englische Liga spielte man seit 2008 weitere neun Spielzeiten in der Premier League. Aktuell ist man in der Championship, der zweiten englischen Liga auf dem 21. Platz und damit nur um einen Punkt besser als Leicester, die den ersten Abstiegsplatz belegen.

Immerhin ist der Trophäenschrank einigermaßen gefüllt. 1920 wurde man englischer Fußballmeister, dazu kommen fünf Pokalsiege (1888, 1892, 1931, 1954 & 1968), zwei Superpokalsiege (1921, 1955) und ein Ligapokalsieg (1966). Die drei Zweitligameisterschaften aus den Jahren 1902, 1911 und 2008 sollen keinesfalls verschwiegen werden.

1878 gründeten die Arbeiter der Salter´s Spring Works den Verein als West Bromwich Strollers, bereits im selben Jahr kam es zum ersten Spiele gegen eine Auswahl der Seifenfabrik im selben Ort. 1988 war West Bromwich Albion Gründungsmitglied der Football League. 1957 war man die erste Mannschaft von der Insel, die in der ehemaligen Sowjetunion gewann und 1978 das erste britische Team, das in China spielte.

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Spieler, Verantwortliche und Fans von WBA, so die Kurzfassung, waren 2005 Zeug*innen eines echten Fußballwunders. Vor dem letzten Spieltag war man letzter, vor dem Team lag der FC Southampton, Crystal Palace und Norwich City. West Browich Albion gewann 2:0 und die drei vorgenannten Teams verloren, so dass WBA die Klasse halten konnte.

Bisher haben zwei Deutsche für WBA gespielt. Einer von ihnen war der aktuelle Trainer des VfL Bochum, Uwe Rösler und der andere war Serge Gnabry. Gnabry trug dreimal das blau-weiß gestreifte Trikot, Uwe Rösler immerhin fünf mal. Rösler erzielte dabei genau einen Treffer.

Alberto Menez und der FC Arsenal

Beim FC Arsenal, der heute im Champions League-Achtelfinale antreten muss, haben bisher zwölf Deutsche gespielt. Ich trete dir nicht zu nahe, wenn ich behaupte, das du nicht alle kennst. Kai Havertz? Einfach, weil der Ex-Leverkusener aktuell im Kader steht. Dazu kommen Shkodran Mustafi, Mesut Özil, Serge Gnabry, Lukas Podolski, Per Mertesacker und Jens Lehmann. Ein paar fehlen aber immer noch. Bernd Leno spielte insgesamt vier Jahre (2018-2022) für die Gunners, dazu Thomas Eisfeld, der nach seiner Zeit in London unter anderem für den VfL Bochum und Rot-Weiss Essen gespielt hat. Dazu kommen die beiden Abwehrspieler Moritz Volz (zuletzt 1860 München) und Stefan Malz (u.a. 1860 München, 1.FC Kaiserslautern).

Aber einer fehlt immer noch: Alberto Mendez, der neben dem deutschen Pass auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt. Der heute 51-jährige spielte, mit einigen leihbedingten Unterbrechungen, von 1997 bis 2002 für den englischen Hauptstadtclub. Am Ende seiner Zeit bei Arsenal standen elf Einsätze, in denen dem Mittelfeldspieler zwei Treffer gelangen. Aber er wurde 1998 immerhin englischer Meister mit dem Gunners. Beachtlich, wenn man sich die weiteren Titel in seiner persönlichen Trophäen-Vitrine anschaut. 2006 gewann er mit Darmstadt 98 den hessichen Landespokal, zwei Jahre später mit der Spvgg. Weiden den Bayern-Pokal.

Der FC Bayern und der Cup der Verlierer

Für uns, die Anhänger von den sogenannten kleinen Vereinen, ist jedes Spiel auf europäischer Ebene etwas ganz Besonderes. Damit sind jetzt zwar nicht die Freundschaftsspiele gegen die Mannschaften aus den Niederlanden, vorzugsweise Wochentags am Mittag, gemeint, sondern die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben. Heute die Europa League bzw. die Conference League und früher der UEFA-Cup.

Für die größeren Vertreter der Zunft zählt das nicht. Da gilt es, sich für die Champions League zu qualifizieren. Schließlich tauft der große Kaiser Franz den UEFA-Cup als den Cup der Verlierer. Das in der Champions League nicht nur die Meister aufeinandertreffen, wollen wir an dieser Stelle gerne verschweigen.

Allerdings haben die großen Bayern den UEFA-Cup in der Saison 1995/1996 zum ersten Mal gewonnen. In der Spielzeit 1994/1995 wurde man unter Giovanni Trapattoni nur Tabellensechster, bis heute schnitt der FC Bayern kein einziges mal schlechter ab als in der besagten Spielzeit.

Die UEFA-Cup-Saison war genau die, in der Otto Rehhagel an der Seitenlinie stand. Allerdings hat man „König Otto“ wenige Tage später durch eben jenen Kaiser Franz ersetzt. Im Bayern-Kader standen damals u.a. Olli Kahn, Markus Babbel, Thomas Helmer, Hansi Pflügler, Christian Nerlinger, Thomas Strunz, Lothar Matthäus, Didi Hamann, Ciriaco Sforza, Alain Sutter, Christian Ziege, Mehmet Scholl, Andi Herzog, Jean-Pierre Papin, Marcel Witeczek, Jürgen Klinsmann und Alexander Zickler. Daneben allerdings auch die heute fast vergessenen Tomas Tomic, Roman Grill, Matthias Born und Frank Gerster.

Gemeinsam mit dem Rekordmeister durften damals auch der SC Freiburg, Kaiserslautern, und Werder Bremen antreten. In der ersten Runde verloren die Bayern das Erstrunden-Heimspiel gegen Lokomotive Moskau, konnten aber im Rückspiel durch einen 5:0 Sieg durch Treffer von Strunz, Scholl, Herzog und einem Doppelpack von Jürgen Klinsmann den Einzug in die zweite Runde perfekt machen.

In der zweiten Runde war der schottische Vertreter des Raith Rovers FC keine große Hürde. Im Achtelfinale wartete Benfica Lissabon. Aber auch die Portugiesen wurden nach einem 4:1 und einem 3:1 bezwungen. Im Viertelfinale musste sich die bajuwarische Elf dann mit den englischen Vertreter Nottingham Forest messen. Im Hinspiel gab es einen knappen 2:1-Sieg, das Rückspiel war mit 5:1 ungleich deutlicher.

Im Halbfinale wartete der FC Barcelona, u.a. mit Carlos Busquets, Pep Guardiola, Luis Figo und George Hagi, auf die Bayern. Gecoacht wurden die Katalanen zu der Zeit von keinem geringeren als Johan Cruyff. Aber auch die spanische Startruppe konnte die Bayern nicht stoppen. Ein 2:2 im Heimspiel und ein knapper 1:2-Sieg reichte, um ins Finale einzuziehen.

Damals wurde das Finale noch im Hin- und Rückspielmodus ausgetragen. Und im Heimspiel setzten die Bayern durch Tore von Helmer und Scholl den Grundstein für den späteren Erfolg. Im Rückspiel gab es auch bei Girondins Bordeaux, mit Bixente Lizarazu, keine großen Hürden. Die erste Halbzeit verlief noch torlos, doch Scholl brachte die Bayern nach dem Wechsel auf die Siegerstraße. Kostadinov und Klinsmann machten den Erfolg und den einzigen Titelgewinn im UEFA-Cup perfekt.

Die SpVgg. Hankhofen-Heiling

Hankhofen und Hailing, das sind gleich zwei Ortsteile der Gemeinde Leiblfing. Klingt Süddeutsch um nicht zu sagen bayrisch? Korrekt. Leiblfink liegt, fast mittig zwischen Regensburg und Passau. Wie nicht anders zu erwarten, geht es um den dort ansässigen Fußballverein, die SpVgg. Hankhofen-Hailing. Die hat in den letzten Jahren, zumindest in Niederbayern, durchaus auf sich aufmerksam gemacht.

Aus der sechsten Liga schaffte man in einem Zeitraum von rund zehn Jahren den Aufstieg in die Regionalliga Bayern. Dort spielt man unter anderem gegen die Zweitvertretungen von Bayern München, 1.FC Nürnberg, dem FC Augsburg und der SpVgg. Greuther Fürth. Aber auch Traditionsmannschaften wie die SpVgg. Unterhaching, die Würzburger Kickers, Wacker Burghausen und Viktoria Aschaffenburg tummeln sich dort. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Kicker aus der Region Donau-Wald dort gegen den Abstieg kämpfen.

Das aber auch kein Wunder, denn der Marktwert der Kicker ist äußerst gering. Großzügig gerundet hat der Kader lediglich zehn Prozent des Wertes des Spitzenreiters, der Zweitvertretung des FC Bayern. Ein weiteres Argument dafür, dass Zweitvertretungen von Profivereinen ein eigenes Ligasystem haben sollten. Wertvollster Spieler ist der 30-jährige Linksaußen Tobias Lermer, wertvollster Spieler bei Bayern II ist Bajung Darboe mit einem Marktwert von 1,3 Millionen Euro.

Ich würde unterstellen, dass die Spieler und Funktionäre bei Hankhofen-Heining eher aus idealistischen Gründen unterwegs sind. Genau deswegen muss man den Weg des Vereines aber besonders hoch anrechnen.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/SpVgg_Hankofen-Hailing

https://de.wikipedia.org/wiki/Leiblfing

https://www.transfermarkt.de/fc-bayern-munchen-ii/startseite/verein/28

https://www.transfermarkt.de/spvgg-hankofen-hailing/kader/verein/8336/saison_id/2025

Unten bleibt es spannend

Herzlichen Glückwunsch und auf Wiedersehen

Herzlichen Glückwunsch, der FC Bayern ist Meister. Das waren sie quasi auch schon vor dem Spieltag, aber egal. Am Freitag gewannen sie gegen den ehemaligen Angstgegner aus Gladbach mit 4:1.

Wenn die Bayern  mit elf Punkten Vorsprung bei noch neun ausstehenden Spielen Meister sind, ist der FC Heidenheim bei zehn Punkten Abstand auf das rettende Ufer schon abgestiegen. Der FCH hat in seiner Bundesligazeit alles rausgeholt, sich sogar International qualifiziert, wird sich aber im nächsten Jahr wieder in seinem natürlichen Habitat, der zweiten Bundesliga bewegen.

Wolfsburg verliert nach Elfmeterschießen, alle drei Tore des Spiels fielen vom Punkt, gegen den HSV. In Wolfsburg hat man sich vom Trainer (wie hieß der noch) und vom Sportdirektor getrennt. Die Trennung von Geschäftsführer Peter Christiansen erscheint folgerichtig, der Trainer war sicher nicht der Hauptschuldige. Aber: Die Mannschaft hat keine Alibis mehr, der Klassenerhalt ist trotzdem fraglich. Sieht man mal vom 1.FC Köln ab, haben alle anderen Kellerkinder mindestens einen Punkt geholt. Das bedeutet das zwischen Borussia Mönchengladbach auf dem zwölften Platz und dem FC St. Pauli, aktuell auf dem Relegationsplatz, nur ein Punkt liegt. Prognosen sind schwierig.

Lasst den Unsinn

Wie an jedem Spieltag gab es auch am Wochenende wieder Schiedsrichter-Entscheidungen und Entscheidungen der Video-Assistenten, die niemand verstehen kann. Der 1. FC Köln hätte gegen den BVB einen Elfmeter bekommen müssen, und warum Rocco Reitz nicht nur einen Elfmeter gegen sich, sondern auch eine rote Karte gegen bekommt, kann wahrscheinlich nicht mal der Schiedsrichter sagen. Schafft den ganzen Bums am besten wieder ab. Dafür hat beim Spiel Münster gegen Hertha ein Fan gesorgt, der dem Monitor den Stecker gezogen hat.

Durchgemischt

In der Mitte ist es öde, dafür bleibt es oben- und untenrum spannend. Wer hätte, bis auf die leidgeprüften 96-Fans, erwartet, dass Hannover gegen den Tabellenletzten aus Fürth verliert? Am Ende gewannen die Franken mit 2:1 und springen auf den Relegationsplatz. Arminia Bielefeld, immerhin zwölfter, hat nur einen Punkt mehr als die SpVgg aus Fürth.

Oben ist es fast genauso eng. Schalke reicht gegen die Arminia ein wenig Glück und Edin Dzeko. Darmstadt gewinnt mit 2:0 gegen Kiel und bleibt den Schalkern, genauso wie Elversberg auf den Fersen. Schalke und die beiden Verfolger trennen zwei Punkte, Paderborn lässt gegen Braunschweig Federn, hat aber mit drei Punkten Rückstand auf Schalke immer noch gute Chancen auf den Aufstieg.

Horst Szymaniak: Aus Erkenschwick in die weite Welt

Horst Szymaniak kommt aus einer Zeit, in der man beim Fußball noch von Läufern und Halbstürmern gesprochen hat. Eigentlich hätte Szymaniak einen wesentlich höheren Bekanntheitsgrad haben müssen. Das liegt zum einen an seinen sportlichen Leistungen zum anderen, aber auch an den Geschichten und Legenden, die sich um Szymaniak ranken. Geboren wurde er 1934 in Oer-Erkenschwick. Da blieb Syzmaniak nichts anderes als bei der ruhmreichen SpVgg. Erkenschwick das Fußballspielen zu lernen. Es soll dabei nicht unterschlagen werden, dass die SpVgg. Erkenschwick kämpfte damals in der Oberliga West, der höchsten deutschen Spielklasse um Punkte. Aus Erkenschwick führte er in seinem Weg über den Wuppertaler SV, den KSC, Catania, Inter Mailand, FC Varese, Tasmania Berlin, FC Biel zu den Chicago Spurs. In 339 Spielen für seine Teams kam er insgesamt auf 35 Tore.

In die A-Nationalmannschaft wurde er zwischen 1956 und 1966 insgesamt 43-mal berufen, dabei nahm er zwei Weltmeisterschaften teil und erzielte zwei Tore. Auch wenn er mit Fritz Walter und Franz Beckenbauer gemeinsam auf dem Feld stand, holte er aktiv keine Titel. Als Inter Mailand 1964 den Europapokal der Landesmeister holte, war er im Finale allerdings nur Zuschauer.

Er gilt als einer der letzten Fußballer aus dem Bergarbeiter-Milieu. Heute unvorstellbar, doch früher sind Fußballer einem regulären Beruf nachgegangen, im Ruhrgebiet waren viele Kicker Kumpel, wie man die Bergleute hier auch nennt.

Mindestens genauso spannend wie seine Karriere sind die Legenden, die über den Erkenschwicker berichtet werden. Er soll bei Gehaltsverhandlungen ein Viertel statt einem Drittel mehr gefordert haben. Die Quellen beziehen sich auf verschiedene Zeiträume und verschiedene Vereine, bei denen das passiert sein soll. Szymaniak hat das stets abgestritten und auch gegen die Behauptungen geklagt.

glowing coals on a grill in diyarbakir market
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Genauso falsch ist es, dass er in einer Weltauswahl gespielt haben soll. Als Bademeister war er auch niemals aktiv. Allerdings stand er beim einem Benefizspiel 1964 im Kader einer Europaauswahl. Damals ging es um Spenden für die Erdbebenopfer im heute nordmazedonischen Skopje.

Wahr ist aber, dass Drehbuchautor Martin Gies seine Figur, den Duisburger Tatort-Kommissar Horst Schimanski nach Szymaniak benannte. Der Erkenschwicker war bis zu seinem Tode SPD-Mitglied und hat die sozialen Entwicklungen in Deutschland immer verfolgt.

2005 erlitt er einen  Schlaganfall und verbrachte seine letzten Lebensjahre in einem Altenheim in Melle-Wellingholzhausen.

Quellen:

SpVgg Erkenschwick – Vereinsprofil | Transfermarkt

Horst Szymaniak – Wikipedia

Aller guten Dinge sind zwei

Thematisch bleiben wir, gestern ging es um die BSG Leipzig, in der Sachsen-Metropole. Leipzig hat neben dem Projekt, der BSG Chemie einen weiteren Verein, der hier Erwähnung finden sollte. Der Verein existiert seit 1893 und wurde im Leipziger Stadtteil Probstheida gegründet. Probstheide liegt im Nordosten der Stadt und ist vor allem durch das Völkerschlachtdenkmal bekannt. 1945 hat man den Verein, wie viele andere auch, zwangsaufgelöst später zu DDR-Zeiten aber wieder neu gegründet. 1991 hat man den Verein in VfB Leipzig umbenannt, diesen Namen trug man bereits in Vorkriegszeiten. Die Lok-Kicker gehörten zu Zeiten der DDR zu den erfolgreichsten Teams, nach der Wende konnte man noch eine Spielzeit in der Bundesliga spielen.

Wenn man sich die Kaderliste aus der Bundesligazeit anschaut, stößt man auf einige große Namen. Maik Kischko, Torsten Kracht, Steffen Heidrich, Dieter Hecking, Franklin Bitencourt, Jürgen Rische und Darko Panchev spielten allesamt für Leipzig. An der Seitenlinie stand die ostdeutsche Trainerlegende Bernd Stange. Nach dem direkten Wiederabstieg aus der Bundesliga konnte man sich noch vier Jahre in der zweiten Liga halten, stieg danach aber relativ schnell in die regionale Oberliga Süd ab. Nach einigen Jahren in der Fünftklassigkeit, spielt man heute in der Regionalliga Nordost, heute die vierthöchste Spielklasse. Dort trifft man u.a. auf die BSG Chemie Leipzig, Rot-Weiß Erfurt, den Chemnitzer FC und den BFC Dynamo.

Zurück zur Historie: Nach der Jahrtausendwende musste die Lok durch eine Insolvenz, so dass man 2003 einen neuen Verein gründete. Seit 2021 ist man schuldenfrei und fusionierte im gleichen Jahr mit Lok Leipzig. Seit 2022 ist klar, dass die Leipziger für ihre drei Meisterschaften einen Meisterstern auf dem Trikot tragen dürfen.

Allerdings gibt es durchaus Probleme in der Messestadt. Im letzten Jahr kam es beim Pokalspiel zwischen Lok Leipzig und dem FC Schalke 04 zu rassistischen Beleidigungen gegen den Schalker Christopher Antwi-Adjei. Die Partie wurde unterbrochen und der DFB nahm Ermittlungen auf.

In der Vergangenheit kam es auch immer wieder zu Auseinandersetzungen und rassistischen Vorfällen. Der Vereinsführung ist dabei bewusst, dass es innerhalb der Szene Problemfans gibt, die rechtsorientiert und gewaltbereit sind. Der Verein hat sich von genau diesen Fans aber stets distanziert.

Auch im Leitbild gibt es eine Botschaft. Wir vermitteln Werte wie Loyalität, Respekt, Fairness und Toleranz. Wir üben Solidarität mit in Not geratenen Menschen und zeigen uns hilfsbereit gegenüber Benachteiligten. Wir treten aktiv und konsequent gegen jede Form von Diskriminierung auf.

Quellen:

Probstheida – Wikipedia

1. FC Lokomotive Leipzig – Wikipedia

1. FC Lokomotive Leipzig – Vereinsprofil 93/94 | Transfermarkt

Die „288-Gang“ – Graffiti, Kampfsport und rechte Fußballszene Leipzigs | Antifa in Leipzig

Leitbild | Lokomotive Leipzig

Leipzig ist deutlich mehr als RB

Wenn man vom Fußball im Leipzig berichtet, verfallen viele direkt in Hasstiraden gegen das Fußballprojekt von Red Bull. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, Anlässe für Kritik bietet der gesamte Red Bull-Konzern in Hülle und Fülle. Allerdings soll man dem Brauselieferanten und deren Kicker auch keine noch größere Bühne geben, deswegen bewegen wir uns vom nördwestlichen Teil der Innenstadt, wo sich das RB-Stadion und das RB-Trainingsgelände befindet in Richtung nur ein kleines Stück weiter westlich. In Leutzsch, am westlichen Stadtrand gelegen, befindet sich der Alfred-Kunze-Sportpark, die sportliche Heimat der BSG Chemie Leipzig.

Der Verein wurde 1950 zu DDR-Zeiten als Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig gegründet. Bereits ein Jahr später gewann man die Meisterschaft in der ehemaligen DDR. Es folgte eine weitere Meisterschaft, sowie zwei Pokalsiege. Nach der Wende fusionierte man mit der BSG Chemie Böhlen zum FC Sachsen Leipzig. 1997 hat man sich unter dem alten Namen wieder neu gegründet. Dieser Verein gilt als legitimer Nachfolger des gleichnamigen Clubs aus der DDR-Zeit. Nach bitteren Jahren in der Sachsenliga spielt die Mannschaft inzwischen seit sechs Spielzeiten in der Regionalliga Nordost, immerhin die vierhöchste Spielklasse des Landes.

Aus der Historie heraus gab es Fanfreundschaften vor allem zu Union Berlin. Beide Vereine teilte das Schicksal, in der eigenen Stadt gegenüber der lokalen Konkurrenz von der SED und deren Sportpolitik benachteiligt zu sein. Allerdings wurde diese Fanfreundschaft auf eine harte Probe gestellt, als die Leipziger gegen die Berliner zwei Entscheidungsspiele gewann und die Unioner in die zweite Liga absteigen musste. Es kam zu massiven Ausschreitungen und es dauerte bis 1990, ehe die Verbundenheit neu auflebte. Man unterstützte sich, vor allem bei Spielen des jeweils anderen in der eigenen Stadt gegen die eigene Lokalkonkurrenz. Weiterhin gab es zu den Hochzeiten des Sozialismus Fanfreundschaften mit Wismut Aue, Eintracht Frankfurt und dem FC Sion.

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Quellen:

BSG Chemie Leipzig – Historische Ligaplatzierungen | Transfermarkt

BSG Chemie Leipzig (1997) – Wikipedia

BSG Chemie Leipzig (1950) – Wikipedia

#10/2026: Was diese Woche noch wichtig war

Kwasniok entschuldigt sich. Und bekommt klare Vorgabe

Lukas Kwasniok, du wirst dich erinnern, hat mit seiner Aussage zum Stimmungsboykott der FC-Fans für Verwirrung gesorgt. Ein 90er-jähriger FC Anhänger verstarb nach einem Sturz im Stadion. Die Fans hatten, zu Kwasnioks Unmut, den Support eingestellt. Für seine Aussagen hat Kwasniok nun um Entschuldigung gebeten den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen.

Auch sportlich wird die Lage am Geißbockheim immer prekärer. Für die FC-Verantwortlichen Grund genug, ihrem Trainer ein Ultimatum zu stellen. Kwasniok soll aus dem nächsten drei Spielen vier Punkte holen, dabei spielen die Kölner gegen Dortmund, den HSV und Borussia Mönchengladbach.

In Wolfsburg ändert sich (noch) nichts

Eigentlich hatte man damit gerechnet, dass sich in Wolfsburg zumindestens auf dem Trainerstuhl zum zweiten mal in dieser Saison etwas ändert. Aber Daniel Bauer wird wohl auch am nächsten Spieltag im Heimspiel gegen den HSV auf der Bank sitzen. Das Geschäftsführer Peter Christiansen immer noch im Amt ist, war ebenfalls nicht zu erwarten.

Niederländisches Pokalfinale

In den Niederlanden stehen die Finalisten fest. Nach dem 3:2-Sieg gegen die PSV Eindhoven trifft NEC Nijmegen auf AZ Alkmaar, die mit 2:1 gegen Telstar Velsen gewonnen haben. Das Finale steigt bereits am 19. April.

Tabelle bereinigt

Nach dem 1:0 von Bayer Leverkusen beim HSV haben alle Mannschaften die gleich Ausgangslage. Leverkusen hat die Chancen auf die Champions League gewahrt, der HSV hat auch ohne Punktgewinn alle Optionen auf den Klassenerhalt.

Unruhige Zeiten in Bayreuth

Die SpVgg. Bayreuth hat definitiv bessere und vor allem ruhigere Zeiten hinter sich. Ich erinnere mich dunkel in früher Jugend das Mannschaftsbild des Teams in mein Panini-Album geklebt zu haben. Das heißt, der Verein muss irgendwann mal in der zweiten Bundesliga gespielt haben. Und tatsächlich war das in den Jahren zwischen 1974 und 1990 fast ausnahmslos der Fall. Über die Oberliga Bayern und die Bayernliga kämpfte man sich 2022 zwar zurück in die 3. Liga, spielt aktuell aber wieder in der Regionalliga Bayern. Die beste Platzierung datiert aus der Saison 1978/1979 als man den zweiten Tabellenplatz belegte, in der Aufstiegsrunde scheiterte man aber an Bayer 05 Uerdingen.

Ende Januar waren die Zeiten in Bayreuth deutlich rauher. Die Finanzen sind, wie bei vielen unterklassigen Vereinen ein heikles Thema. Aktuell standen mögliche Freigaben von Spielern im Raum. Ein Thema das intern und extern für Unruhe gesorgt hat. Die Verantwortlichen um Geschäftsführerin Nicole Kalemba legen Wert darauf, dass sich die Gerüchte nicht auf Fakten beziehen. Der Vorstand arbeitet seit mittlerweile über einem Jahr an wirtschaftlichen Lösungen. Man hat sich bewusst dazu entschieden, keine detaillierte Angaben zu den Finanzen zu machen. Für Vertrauen dürfte das eher nicht sorgen.

Allerdings, so viel hat Kalemba dem Bayreuther Tagblatt verraten, will man keinen Spieler aktiv abgeben. Die Spieler sollen selber entscheiden, ob sie die finanziellen Rahmenbedingungen mittragen können und wollen. Vertragliche Zusagen will die SpVgg. Bayreuth einhalten.

Eine Wechselerlaubnis scheint es jedoch gegeben zu haben. Bereits im alten Jahr haben fünf Spieler den Verein verlassen. Die Bayreuther wollen in Zukunft verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen.

Primäres Ziel ist es, die Saison mit allen finanziellen Verpflichtungen zu Ende zu spielen. Dabei sollte ein Croudfunding, bei dem 500.000 Euro anvisiert waren, helfen. Am Ende kamen jedoch „nur“ 130.000 Euro zusammen.

Quellen:

SpVgg Bayreuth – Historische Ligaplatzierungen | Transfermarkt

SpVgg Bayreuth reagiert auf Spekulationen über Spieler und Finanzen – Bayreuther Tagblatt

Bricht Bayreuth schon im Winter auseinander? – kicker

Der beste Torwart ohne Länderspiel

Georg Koch, langjähriger Torhüter in der ersten und zweiten Bundesliga, ist gestern nach langem Krebsleiden und viel zu früh im Alter von 54 Jahren verstorben.  Während ihn die meisten aus seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld, dem 1.FC Kaiserslautern, Energie Cottbus und dem MSV Duisburg kennen, habe ich Koch bereits im Trikot der SpVgg. Erkenschwick gesehen. Damals war die SpVgg. Erkenschwick Oberligist und die erste Profistation des Torhüters.

Koch, geboren in Bergisch Gladbacher, ist gebürtiger Rheinländer und spiele in seiner Jugend für Vereine in der Region, wechselte dann aber 1984 zu Bayer Leverkusen.

Nach nur einen Jahr in Erkenschwick zog es Koch für sechs Jahre in die Landeshauptstadt. In Düsseldorf spielte er u.a. mit Mike Büskens, Thomas Allofs, Jörg Schmadtke, Jörg Albertz, Frank Mill, Holger Fach und Sergej Juran. Insgesamt 131mal trug der das Trikot der Fortunen. Sein erstes Spiel bestritt er am 28. November 1992 gegen den VfL Wolfsburg. Stammspieler wurde Koch aber erst ein Jahr später, als Düsseldorf wieder in der zweiten Bundeliga spielte. Düsseldorf stieg aber nochmal ab, Koch bleib der Mannschaft aber treu und stieg zur Freude aller Düsseldorfer 1995 wieder in die Bundesliga auf.  Koch blieb danach noch weitere zwei Jahre in Düsseldorf und wechselte dann zur PSV Eindhoven. Durchsetzen konnte er sich bei seiner ersten Auslandsstation aber nicht. Nur drei Spiele bestritt er für die PSV, ehe er nach Deutschland zurückkehrte.

Bei der Arminia spielte er zunächst in der Bundesliga, stieg auf der Alm aber ab, kehrte aber nur ein später mit den Bielefeldern zurück in die Bundesliga. Anfang 2000 wechselte der Ex-Erkenschwicker nach Kaiserslautern, wurde dort nach 85 Spielen aber von Tim Wiese verdrängt. Den Vertrag mit Koch wollte man nicht verlängern, deswegen zog es Koch zu Energie Cottbus. Dort spielte er gemeinsam mit Markus Anfang und Tomislac Piplica. Er war Stammspieler und scheiterte mit seinem Team nur knapp am Aufstieg.

Trotzdem verließ er Cottbus, um zurück in den Westen zu wechseln. Der MSV Duisburg war die letzte Station im deutschen Profi-Fußball, später spielte er noch für Dinamo Zagreb und Rapid Wien.

Am Ende musste er seine Karriere beenden, weil im Spiel Rapid Wien gegen Austria Wien ein Knallkörper aus dem Austria-Block geworfen wurde, der neben Koch explodierte. Er erlitt ein Knalltrauma und einen Kreislaufzusammenbruch.

Koch wurde als Spieler jeweils einmal Zweitligameister mit Arminia Bielefeld (1999), kroatischer Meister (2008), kroatischer Pokalsieger (2008) und niederländischer Superpokalsieger (1998).

Nach seiner aktiven Laufbahn übernahm er Trainerposten beim SC Herford, Dubai CSC, Sonnenhof-Großaspach, VfB Oldenburg, FC Wil, Fortuna Köln und Viktoria Köln. Seine letzte Position war die des Teammanagers bei Viktoria Köln.

Vor knapp zwei Jahren gab Koch bekannt, an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt zu sein. Am 4. März verstarb Georg Koch. Ruhe in Frieden.

 

Der Ceramica Cleopatra FC aus Ägypten

Welch wohlklingender Name. Die Rede ist vom Ceramica Cleopatra Football Club, einem Verein aus dem ägyptischen Gizeh. Dem Gizeh, das genauso heißt wie die Blättchen für Selbstgedrehte. Damit hat aber weder der Verein noch die Stadt etwas zu tun. Gizeh ist mit 4,1 Millionen Einwohnenden die drittgrößte Stadt des Landes und gehört zur Metropolregion Kairo. Gizeh und Kairo werden lediglich vom Nil getrennt. In Gizeh befinden sich das Gizeh-Plateau mit Königsgräbern, Pyramiden und Tempeln. Auch die Sphinx und die Pyramiden von Gizeh befinden sich dort.

Aber es gibt in Gizeh mehr als altertümliche Kultur. Der örtliche Fußballverein, lassen wir uns den Namen nochmal auf Zunge zergehen, der Ceramica Cleopatra FC, existiert seit 2007 und wurde damals von Mohamed M. Abou El Enein gegründet. Er ist nicht nur Vorsitzender des Vereines sondern auch Vorsitzender der Cleopatra Group und stellvertretender Sprecher des Repräsentantenhauses. Die Cleopatra Group ist nicht nur in der Keramikindustrie, sondern auch in Landwirtschaft, Technologie, Tourismus und Luftfahrt aktiv.

2017 konnte man in die zweite ägyptische Liga aufsteigen, seit 2020 spielt man aber in der Premier League. Ende Januar war man mit fünf Punkten Vorsprung auf den Pyramids FC Tabellenführer und hatte fünf A-Nationalspieler in den eigenen Reihen.

Quellen:

Gizeh – Wikipedia

Mohamed M. Abou El Enein – Wikipedia

Sofia, Erfurt und die rechte Szene

ZSKA Sofia ist, zumindest für uns Ältere, der wohl bekannteste Club aus Bulgarien. Hinter ZSKA verbirgt sich die Abkürzung Zentraler Sportclub der Armee. Vor allem in den 1950er-Jahren war der bulgarische Hauptstadtclub erfolgreich. Bis 1962 holte man neun bulgarische Meisterschaften und gewann dreimal den Sowjetarmee-Pokal. Außerdem konnte man sich, für bulgarische Teams eine Premiere, für den Europapokal der Landesmeister qualifizieren. Auch in den Folgejahren konnte der Verein im Sozialismus weitere Titel gewinnen. Allerdings wurde dem Verein im Jahr 2015 die Lizenz entzogen. Man wurde in die drittklassige W Grupa zurückgestuft, übernahm ein Jahr später allerdings die Lizenz von Litex Lowetsch und spielt seitdem in der ersten bulgarischen Liga.

In Bulgarien, so auch in Sofia, gibt es zwischen Hooligans und Ultras keine klare Abgrenzung. Eine der bekanntesten und berüchtigtsten Ultragruppen bei ZSKA ist die Gruppe Sektor G, die sich nach einem Block im Balgarska-Armia-Stadion benannt hat. Die Gruppe hat nicht nur eine nationalistische, sondern auch eine antiziganistische, albano- und turkophobe Ausrichtung. In Deutschland pflegt die Gruppe Kontakte zu Rot-Weiß Erfurt.

Die Kontakte nach Erfurt werden von beiden Seiten offen gelebt. So war ein Gruppe von Neonazi-Hooligans der Erfurter Gruppe „Jungsturm“ bei einem Derby in Sofia und stand dort in der ersten Reihe. Die Gruppe, deren Führungskader wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt wurde, fiel dort unter anderem durch kollektive Hitlergrüße auf. Einer von ihnen war der ehemalige Basketballer Johann Walter, der früher unter anderem für Jena und Ehingen spielte. Bereits 2014 war Walter, gemeinsam mit verurteilten Neonazis, zu Gast in Sofia.

In Sofia trafen sie auf organisierte Neonazis und Kampfsportler. Eine explosive Kombination, bei denen sich die Gäste aus Erfurt offenbar sichtlich wohl fühlten.

Mitglieder aus beiden Lagern sind in der Gruppe Combat 18 organisiert, eine militante und internationale Organisation, die eigentlich aus England stammt. Dort diente sie als Saalschutz für die British National Party, eine rechtsextremen Partei aus England. In Deutschland ist die Gruppe seit 2020 verboten, in Kanada gilt sie als Terrororganisation. Der Gruppe werden diverse Anschläge und Mordversuche zugeschrieben.

Quelle:

ZSKA Sofia – Wikipedia

Sektor G – Wikipedia

Hitlergrüße, Hakenkreuze und ein Jenaer Basketballer: Neues vom Jungsturm Erfurt und ZSKA Sofia | Rechercheportal Jena-SHK

Combat 18 – Wikipedia

100 Tage bis zum WM-Start: Vorfreude Fehlanzeige

In 100 Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA in den USA, Kanada und Mexico. Zumindest bei den Fans und den reisefreudigen Schlachtenbummlern hält sich die Vorfreude auf das fußballerische Großereignis in Grenzen. Jedenfalls dann, wenn es um Reisen in die USA geht. Allerdings leiden auch die Co-Gastgeber Kanada und Mexico unter der angespannten Lage in den USA. Stimmen nach einem Boykott der deutschen Mannschaft oder gar aller europäischen Teams werden immer lauter. Dabei ist weder das eine, noch das andere zurzeit noch nicht mal in der Theorie auf der Tagesordnung. Selbst in der deutschen Mannschaft hat man keine Lust, sich über die politische Lage zu äußern. In der Hamburger Morgenpost äußerte der Spielführer der deutschen Mannschaft, dass er an politischen Diskussionen nicht mehr teilnehmen würde. Weiter berichtet er, dass es nicht zielführend sei, wenn Spieler sich zu sehr äußern würden.

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Als Beispiel zieht er die letzten WM in Katar heran, außerdem gebe es Menschen beim DFB, die sich dazu besser äußern können. Ob das wirklich so ist, kann man getrost in Frage stellen. Wer soll das sein? Ein Rudi Völler? Der sagt das Spieler ihre Meinung haben können, die aber bitte für sich behalten sollen. DFB-Präsident Neuendorf lehnt einen Boykott ab, da Spieler und Fans die leittragenden wären. Sein Stellvertreter Oke Göttlich sieht das anders und bringt einen Boykott ins Spiel. Natürlich wäre es für die Spieler ein Worstcase-Szenario, allerdings leben Fußballer auch nicht fernab von allen bitteren Realitäten.

Nach der WM in Katar war die Freude auf ein Fest in einem freien Land groß. Doch die Amerikaner sind grade dabei sich mit allem was sie haben von Partnern, Menschenrechten, Frieden, Moral und Verträgen zu entfernen. Zum einen will Trump die Kontrolle über Grönland. Die größte Insel der Welt ist nicht nur strategisch wichtig, sondern verfügt über jede Menge Bodenschätze. Allerdings hat Trump wohl übersehen, dass Grönland seit 600 Jahren zu Dänemark gehört. Und die Dänen sind, genauso wie die USA Natomitglied.

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Doch nicht nur Grönland hat Trump im Blick. In Venezuela hat Trump direkt Nägel mit Köpfen gemacht und die Hauptstadt Caracas, sowie die Stadt La Guaira und die Bundesstaaten Miranda und Aragura angegriffen. Offizieller Grund für den amerikanischen Militäreinsatz war der Drogenhandel, über den zahlreiche Tonnen Drogen aus Venezuela in die USA gebracht wurden. Auch Staatspräsident Nicolas Maduro wurde von amerikanischen Truppen entführt und die USA gebracht. Merkwürdig nur, dass Trump wenig später davon sprach, die Ölindustrie unter Kontrolle gebracht zu haben. Früher wurde die venezulanische Ölindustrie von amerikanischen Firmen kontrolliert, bis die Ölbranche komplett verstaatlicht wurde. Trump gab jetzt an, dass Venezuela 50 Millionen Barrel Öl an die USA liefern würde.

Als ob das nicht schon genügend Gründe wären, hat der amerikanische Präsident einen Friedensrat gegründet. Quasi als Konkurrenz zu den Vereinten Nationen. Den Friedensrat hat er direkt aus seinem 20-Punkte-Plan für den Gaza-Streifen übernommen. Natürlich nicht ohne Seitenhieb auf die UN. Allerdings ist zu erwarten, dass es Trump nicht um Frieden geht. Er will amerikanische Interessen auf der ganze Welt durchsetzen. Praktisch, dass er sich gleich zum Vorsitzenden auf Lebenszeit gemacht hat. Wer Mitglied werden will, muss die Kleinigkeit von einer Milliarde US-Dollar zahlen. Ob an die Staatskasse oder an Trump persönlich ist allerdings noch unklar. Dem französischen Präsidenten hat er gleich mit 200 prozentigen Zöllen gedroht, als dieser die Teilnahem ablehnte. Deutschland hat genauso abgelehnt wie Frankreich, dafür sind Argentinien, Ägypten, Israel, Katar, Türkei und Ungarn mit dabei.

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Doch Trump sorgt nicht nur im Ausland, sondern auch in den USA für Chaos. Bei Untersuchungen und Kontrollen der US-Einwanderungsbehörde (ICE) kam und kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Aufgeklärt werden diese allerdings nicht, das zuständige Heimatschutzministerium spricht von Notwehr, Videomitschnitte zeigen aber klar etwas anderes. Der US-Präsident setzt mit Razzien gegen (illegale) Einwanderer ein Wahlkampfversprechen um. Kritik, Proteste und Demonstrationen werden aktuell im lauter.

Ob du die WM boykottierst oder nicht, ist deine Entscheidung. Bei mir bleibt der Fernseher – stand jetzt – jedenfalls aus. Dafür bekommst Du während der WM ein kleines Kontrastprogramm in Sachen Fußballkultur.

Quellen:

WM-Boykott wegen Trump? DFB-Kapitän Kimmich denkt an Katar | MOPO

Der Sport-Tag: „Gibt keinen Maulkorb, aber …“: Rudi Völler macht klare Ansage zu Politik rund um WM-Spiele – ntv.de

Warum Trump die Kontrolle über Grönland will | tagesschau.de

Venezuela meldet US-Angriffe auf Caracas | tagesschau.de

Trump gegen Venezuela: Kampf um Öl und enteignete US-Vermögenswerte

Gremium des US-Präsidenten: Trumps „Friedensrat“ – Konkurrenz für die UN? | tagesschau.de

Minneapolis: Demokraten verlangen ICE-Abzug

Was hinter ICE steckt – und wie Trump die Behörde aufrüstet

Wolfsburger Führungsversagen

Man braucht keine besondere Fußballexpertise, um festzustellen, dass es schlecht um den VfL Wolfsburg steht. Nach der deutlichen 0:4-Niederlage beim VfB Stuttgart und den Siegen von Werder Bremen und dem FC St. Pauli liegen die Niedersachsen nun auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die VW-Kicker konnten dabei erst fünf Spiele gewinnen. Damit ist man zwar gleichauf mit Mainz 05 und Werder Bremen, allerdings stehen dem auch nur fünf Unentschieden und 14 Niederlagen gegenüber. Sieht man mal vom FC Heidenheim ab, hat keine andere Mannschaft in der Liga verloren. Die erzielten Tore sind dabei gar nicht so sehr das Problem. Gemeinsam mit dem 1.FC Köln hat man, betrachtet man die Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte, die meisten Tore erzielt. Allerdings gibt es keine andere Mannschaft in der Liga, die mehr Gegentreffer fressen musste. Ein rein sportliches Problem? Nein!

Wolfsburger Verzweiflung wäre untertrieben. Es ist die nackte Angst ums Überleben. Das machten Trainer Daniel Bauer und Spieler Yannick Gerhardt, immerhin Vize-Kapitän, deutlich. Und ob der Volkswagen-Konzern, dem es selber alles andere als gut geht, den Weg mit in die zweite Liga gehen wird, scheint fraglich. Die Fans haben bessere vor, als den VfL beim absteigen zu begleiten. Keine andere Mannschaft, bzw. kein anderes Stadion hat eine geringere Zuschauerauslastung als die Volkswagen-Arena.

Die Panik geht sogar so weit, dass man sich über Felix Magath Gedanken gemacht haben soll. Immerhin soll der das Krisenmanagement nicht übernehmen. Der Name Dieter Hecking fällt indes immer häufiger.

Wenn man die Fehler in der VW-Stadt analysieren will, kommt man an Geschäftsführer Peter Christiansen nicht vorbei. Der Däne ist seit 2024 in Wolfsburg und für die Planung des Kaders verantwortlich. Wie dieser aktuell zusammengestellt ist, ist nicht bundesligatauglich. Zentrale Mittelfeldspieler hat man mehr als genug, die Neuverpflichtungen können nicht überzeugen. Das gilt nicht nur für Christian Eriksen, sondern auch für Vinicius Souza. Eriksen war zwar vereinslos und ablösefrei. Souza kam für 15 Millionen von Sheffield United. Insgesamt hat man in der Sommerperiode knapp 70 Millionen investiert und in der Bilanz ein Minus von rund 30 Millionen erzielt. Im Winter hat man mit 27 Millionen nochmal nachgelegt. Gebracht hat das Ganze nichts. Fakt ist, dass man in den letzten Jahren in Wolfsburg jede Menge Geld verbrannt hat.  Ein Führungsversagen auf ganzer Linie.

Der Mord an Alain Orsony

Als der Franzose Alain Orsoni am 12. Januar 2026 auf der Beerdigung seiner Mutter erschossen wurde, war er ehemaliger Fußballfunktionär. Vor seiner Zeit als Fußballfunktionär hatte Orsoni mindestens ein weiteres Leben. 1972 machte der Franzose sein Abitur in Wirtschaftswissenschaften und zog für sein Studium nach Paris. Dort soll er sich einer rechtsextremen Studentenbewegung angeschlossen haben. 1975 war er mit seinem Bruder Guy bei einer Besetzung eines Weinkellers beteiligt, bei dem zwei Polizisten getötet wurden. Ein Jahr später schloss er sich der neuen Korsischen Nationalen Befreiungsfront an. Der FLNC werden zahlreiche Bombenanschläge auf Druckereien, Banken und andere wichtige Einrichtungen zugeschrieben.

Nach einem weiteren Angriff auf die iranische Botschaft in Paris wurde Orsoni gemeinsam mit sechs weiteren Attentätern verhaftet. Durch ein Amnesiegesetz wurde er bereits 1981 wieder freigesprochen. 1986 wurde Orsoni in die korsische Versammlung, quasi das Regionalparlament, der Insel gewählt. Mit seiner Partei setzte er sich dort für mehr Selbstbestimmung auf der Insel ein. Vier Jahre später gründete er eine neue Partei, konnte aber trotz gewonnener Stimmen wegen eines Verstoßes gegen die Regeln zur Finanzierung des Wahlkampfes seinen Wähler*innenauftrag nicht wahrnehmen.

Nach Stationen in Nicaragua, Miami und Barcelona kehrte er 2008 nach Korsika zurück und wurde kurz darauf Präsident vom AJ Ajaccio. Damals wie heute spielt der Klub in der französischen Ligue 2. 2015 zog er sich zurück, um 2022 dann doch wieder den Posten zu übernehmen.

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Bereits vor dem Mord gab es einen Anschlag auf Orsoni. 2008 konnte er einer Gruppe von Killern entkommen. Die Täter wurden mit Ange-Marie Michelosi in Verbindun gebracht, die wenige Tage vor dem Attentat auf Orsoni getötet wurde und mit der organisierten Kriminalität auf Korsika in Verbindung gebracht wurde.

Nähere Antworten zu seinem Tod gibt es nicht. Sie werden in der Vergangenheit liegen. So viel ist klar, denn bereits seit 2012 fürchtet er um sein Leben.

Quellen:

Alain Orsoni – Wikipedia

Korsische Nationale Befreiungsfront – Wikipedia

Arnd Zeigler: Mehr als ein Stadionsprecher

Jeder Verein in der ersten und zweiten Bundesliga hat seinen eigenen Stadionsprecher. Logisch. Manch einer hat auch mehrere, die gerne im Duo auftreten. Einer der Bekanntesten seiner Zunft ist Arnd Zeigler, Stadionsprecher bei Werder Bremen. Er gehört, vor allem im Norden und Westen der Republik, zu den Bekanntesten seiner Zunft. Das liegt aber nur bedingt an seiner Tätigkeit im Bremer Weserstadion. Zeigler ist ehemaliger Hörfunkmoderator bei Radio Bremen und beim Westdeutschen Rundfunk. Beim WDR hat er auch seit 2007 die beliebte Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“. Doch das ist nicht alles: Er hat gleich zwei Podcasts. Bei „Zeigler und Köster“ bespricht er wöchentlich die wichtigsten Themen der Fußballkultur und bei „Ball you need is love“ geht er regelmäßig mit verschiedenen Gästen ins Detail.

Ich wäre damit inhaltlich und zeitlich bereits voll ausgelastet, aber ich bin eben nicht Arnd Zeigler. Er ist Buchautor und hat auch bereits Kolumnen geschrieben. In diesem Jahr ist er auch mit einem Liveprogramm auf Tour.

Zeigler wurde 1965 in Bremen geboren um in Kirchweyhe aufzuwachsen. Mit 24 übernahm er seine erste Moderation bei Bremen Vier, einem Hörfunkprogramm von Radio Bremen. Von 1992 bis 2001 arbeitete er auch für den WDR in Köln und ist berufenes Mitglied der „Deutschen Akademie für Fußball-Kultur. Die Akademie wurde 2004 in Nürnberg gegründet, um eine Plattform für das Zusammenspiel zwischen Fußball und Kultur zu schaffen. Weitere Mitglieder sind unter anderem Christoph Biermann, Manni Breuckmann, Frank Goosen, Markus Merk und Otto Schily.

Zeigler hatte bereits eine Nebenrolle im Tatort und trat dort als Stadionsprecher eines Drittligisten und in einem anderen Fall als Radiomoderator auf. Er erhielt 2022 den Fair-Play des DFB in der Rubrik „Fairster Profi“. Während des Spiels Bremen gegen den HSV konnte er die Menge beruhigen, als der Schiri ein Bremer Tor aberkannte und Zeigler dem Publikum die entsprechende Regel erklärte.

Quellen:

Arnd Zeigler – Wikipedia

Deutsche Akademie für Fußball-Kultur – Wikipedia

Der Batchelor-Mord

Keine Sorge, den deutschen TV-Batchelorn geht es offenbar gut, die Rede in diesem kleinen Artikel ist vom südafrikanischen Stürmer Marc Batchelor. Der Ex-Stürmer wurde 1970 im südafrikanischen Johannesburg geboren und spielte während seiner Karriere für diverse Teams in Südafrika. Seine Karriere beendete er bei den Moroko Swallows. Während seiner Karriere gewann der mit den Orlando Pirates, einer Mannschaft aus einem südafrikanischen Township, unter anderem die afrikanische Champions League. Nachdem Batchelor 2003 seine Karriere beendete, wurde er TV-Experte.

Als es 2007 zu einem Streit in einem Restaurant kam, wurde Batchelor als TV-Experte entlassen. 2014 machte er noch einmal als Zeuge im Prozess gegen Oscar Pistorius auf sich aufmerksam. Pistorius war wegen Mordes an Reeva Steenkamp angeklagt. Am Ende wurde Pistorius nach mehreren Revisionen zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, allerdings nach neun Jahren 2024 entlassen.

Am 15. Juli 2019 wurde er vor seinem Haus in Olivedale ermordet. Zwei mutmaßliche Auftragskiller gaben von einem Motorrad sieben Schüsse auf Batchelor ab, der mit seinem Geländewagen unterwegs war. Batchelor war sofort tot. Das Motiv ist bis heute unklar, die Mörder wurden nie gefasst.

Möglicherweise steht der Mord in Zusammenhang mit den Prozess gegen Pistorius. Batchelor hat Pistorius schwer belastet. Und Pistorius drohte ihm, die Beine zu brechen. Pistorius vermutete eine Affäre zwischen Batchelor und Reeva Steenkamp. Außerdem kritisierte Batchelor, das man Pistorius nicht wegen Mordes, sondern nur wegen Todschlags verurteilt habe.

Quellen:

Marc Batchelor – Wikipedia

Prozess gegen Oscar Pistorius – Wikipedia

Ex-Fußballprofi Marc Batchelor: Er wurde ermordet | GALA.de

#09/26: Was in dieser Woche noch wichtig war

Sie kennen das sicherlich: Man hat so viel zu sagen aber doch so wenig Zeit. So ging es mir in dieser Woche. Zu den Themen Lukas Kwasniok, zu Bayer Leverkusen und der BVB-Pleite in Bergamo hätte ich gerne mehr erzählt, deswegen hier eine kurze Wochenrückschau:

Der Effzeh ist eine Nummer zu groß für Lukas Kwasniok

Ob Lukas Kwasniok ein guter Trainer ist, kann ich nicht sagen. Es ist mir eigentlich auch egal. Eigentlich ist Kwasniok auch mehr eine Elefant. Im Porzellanladen. Nun, beim Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim stürzte ein Mann so schwer, dass er an den Folgen verstorben ist. Kwasniok hatte nach dem Punkt gegen die Hopp-Truppe nichts besseres zu tun, als das Verhalten der Ultras zu kritisieren. Dabei verwies er noch auf die Pressekonferenz von Vincent Kompany, bei der dieser die rassistischen Beleidigungen gegen Vinicius Jr. einordnete. Also um auf einer Stufe mit Vincent Kompany zu stehen, hat Kwasniok noch jede Menge Rückstand aufzuholen. Und die Ultras haben definitiv mehr Empathie als der Effzeh-Coach.

Leverkusen im Verwaltungsmodus

Leverkusen bietet eine Nullnummer im Duell mit den Griechen und verwaltet sich damit erfolgreich ins Achtelfinale. Dabei hatten die Rheinländer Glück, dass die Gäste sich bereits mehr oder weniger mit ihrem Schicksal abgefunden haben. Den zwei Torchancen in der Anfangsphase, Patrick Schick vergab doppelt, verweigerten beide Mannschaften das Fußballspielen. In der nächsten Runde wird der Verwaltungsmodus aber nicht reichen, dann trifft die Werkself auf den FC Arsenal.

Dortmund ist für Bayern keine Gefahr

Beim BVB hat man innerhalb weniger Tage alle übrig gebliebenen Saisonziele, Meisterschaft und das Weiterkommen in der Champions League vergeigt. Das 2:2 gegen Leipzig ist nach dem 2:0-Rückstand zur Pause kein Erfolgserlebnis. Vor dem Spitzenspiel gegen Bayern wuchs der Abstand wieder wuchs wieder auf acht Punkte. Den meisten fehlt aber auch die Phantasie wie Dortmund gegen die Bayern bestehen kann.

In der Champions League hatten die Dortmunder die besten Karten. Eigentlich. Im Hinspiel deutlich überlegen, dort gewann der BVB klar 2:0, trauerte man der ein oder anderen Chance hinterher. Hätte, hätte Fahrradkette. Trotzdem hatte der BVB im Rückspiel die besseren Karten. Allerdings führten die Italiener schnell mit 1:0, erhöhten mit dem Pausenpfiff auf 2:0 und fanden danach so gut wie nicht ins Spiel. Die Abwehr war an diesem Tage keine, vor allen Bensebaini und Can waren keine Stabilitätsfaktoren. Hätte Schlotterbeck nicht vielleicht doch? Vielleicht ja auch nur eine Halbzeit. Für mich sind die beiden erstgenannten auch keine Verteidiger, als Ersatz auf der höchsten Qualitätsstufe überfordert. Die Verantwortung darüber, dass Bensebaini statt Luca Reggiani gespielt hat liegt beim Trainer, dass der Kader auf der Position zu dünn ist, liegt an der sportlichen Leitung. Bergamo trifft in der nächsten Runde übrigens auf Bayern München.

 

Der Mord an Julius Hirsch

Es ist wichtig, dass wir uns an die Gräueltaten und Morde der Nazis erinnern, die während des dritten Reiches nicht nur, aber von allem an Jüdinnen und Juden begangen wurden. Und genauso wichtig ist, denen die anders denken zu sagen, das Nationsozialismus, Faschismus und Rassismus weder salonfähig oder eine Meinung, sondern ein Straftat ist.

Und genau deswegen soll an dieser Stelle Julius Hirsch erwähnt werden, der am 7. April 1892 in Achern geboren wurde. Hirsch wurde im März 1943 nach Ausschwitz-Birkenau deportiert und an einem unbekannten Tag getötet. 1950 wurde er rückwirkend zum 8. Mai 1945 für tot erklärt.

Vor der Machtergreifung der Nazis spielte Hirsch in Karlsruhe für den Karlsruher FV und den Turnclub 03 Karlsruhe, zwischendurch spielte er auch für die SpVgg Fürth und spielte zwischen 1911 und 1913 siebenmal für die Deutsche Nationalmannschaft. Für den Turnclub Karlsruhe und F.A. Illkirch-Graffenstaden war Hirsch auch als Trainer tätig. Hirsch war der jüngste von vier Söhnen und eines von sieben Kindern. Er wurde geboren, während seine Mutter in der Heil- und Kuranstalt Illmenau war. Sein Vater kam aus einer Bauernfamilie, Julius Hirsch war gelernter Kaufmann und arbeitete bis 1912 bei der Lederhandlung Freud und Strauss in Karlsruhe.

Als der deutsche Fußball noch ganz am Anfang war, gehörte der Karlsruher FV zu den stärksten und besten Mannschaften. Zwischen 1901 und 1905 gab es keinen anderen Meister als den KFV. Und eben dort spielte auch Julius Hirsch. 1909, Hirsch war damals 17 Jahre alt, durfte er für seine Mannschaft zum ersten Mal von Beginn an ran. Er traf direkt in seinem ersten Einsatz und war für Trainer William Townley ab sofort nicht mehr wegzudenken. 1910 wurde Hirsch mit seinen Karlsruher durch einen 1:0-Sieg im Finale gegen Holstein Kiel sogar deutscher Meister. Ein Kunststück das Hirsch auch 1911 und 1912 gelingen sollte. Kein Wunder, das Hirsch kurz darauf das Trikot mit dem Adler tragen sollte. Sein Debüt ging zwar mit 1:4 gegen Ungarn verloren, beim 5:5 gegen die Niederlande in Zwolle gelangen ihm aber vier Tore. Diesen Rekord teilt er sich bis heute mit Miroslav Klose.

Für Zeitzeugen war das 5:5 gegen die Elftal eines der besten Länderspiele eines der besten Spiele vor dem ersten Weltkrieg. Diesem 5:5 hat Hirsch wohl auch seinen Einsatz beim olympischen Fußballturnier 1912 in Stockholm zu verdanken. Bei diesem Turnier kam Hirsch auf zwei von drei deutschen Partien.

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Da war Hirsch schon Einjährig-Freiwilliger im Badischen Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109. Einjährig Freiwillige wurden nach ihren Wünschen eingesetzt und konnten den Wehrdienst um zwei Jahre verkürzen. Danach zog Hirsch nach Nürnberg und nahm einen Job in der Spielwarenfabrik Gebrüder Bing AG an. Ob wegen der Liebe oder wegen seinem ehemaligen Trainer, der inzwischen in Fürth tätig war, ist jedoch nicht mehr bekannt. In Fürth kam er nicht nur auf drei weitere Länderspiele, sondern auch auf einen weiteren Meistertitel.

Während des ersten Weltkrieges war Hirsch an verschiedenen Kriegseinsätzen beteiligt, war Vizefeldwebel und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Ehe er nach Karlsruhe zurückkehrte arbeitete Hirsch wieder bei seinem alten Arbeitgeber in Nürnberg. Im April 1919, damals wieder in Karlsruhe arbeitete er in Deutschen Signalflaggenfabrik seines Vaters. Es wurden nicht nur Uniformen, sondern auch Sportartikel und Lederwaren produziert. Hirsch war damals als weltweite Marke für Lederbälle bekannt. 1925 beendete er seine aktive Fußballerkarriere. Er versuchte sich dann als Trainer, kam dort aber trotz seiner Kontakte, sein ehemaliger Mitspieler Ivo Stricker war inzwischen FIFA-Generalsekretär, nicht mehr zum Zuge.

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Er arbeitete als Handelsvertreter, als Hilfsbuchhalter in der jüdischen Zellstoff- und Papierfabrik Vogel & Schnurmann und nach der „Arisierung“ der Papierfabrik als Holzschäler. Danach versuchte er, auch vergeblich, in der Schweiz als Trainer weiterzuarbeiten.

1933 wurden alle jüdischen Mitglieder aus den Sportverein ausgeschlossen, deswegen trat er aktiv beim Karlsruher FV aus. Das sein Leben in Gefahr war, wollte der kaisertreue ehemalige Frontsoldat nicht wahrhaben. Als er es dann doch merkte, war es zu spät. 1938 besuchte er Verwandte in Frankreich und scheiterte auf der Rückreise mit einem Suizidversuch. Um sich vor einer Verfolgung zu schützten, verließ seine Frau gemeinsam mit dem Sohn ihren Ehemann. Der Schutz einer privilegierten Mischehe galt für Hirsch dann nicht mehr. Daraufhin wurde Hirsch von der Stadt Karlsruhe als Hilfsarbeiter zwangsverpflichtet.

1943, da war Hirsch 50 Jahre alt, wurde ihm von der Gestapo mitgeteilt, dass er für einen „Arbeitseinsatz“ den Hauptbahnhof aufsuchen sollte. Stattdessen wurde Hirsch nach Ausschwitz-Birkenau deportiert. Seine letzte Spur war eine Postkarte, die am 3. März in Dortmund abgestempelt wurde. Er soll gemeinsam mit 1.500 anderen Deportierten in Ausschwitz angekommen sein, namentlich registriert wurde er allerdings nicht. Heute geht man davon aus, dass alle nicht namentlich genannten Juden direkt vergast wurden.

Seine beiden Kinder durften als „Mischlinge ersten Grades“ bereits 1938 die Schule verlassen und ab 1941 einen Judenstern tragen. Sie wurden am 14. Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert, konnten aber am Tag der Befreiung durch die Rote Armee gerettet werden. Am 16. Juni 1945 kehrten beide nach Karlsruhe zurück.

Nach Julius Hirsch ist ein Preis des Deutschen Fußball-Bundes benannt, der Menschen für ihr Engagement für Toleranz und Menschenwürde und gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auszeichnet. In Berlin wurden die Sportplätze am Eichkamp nach Hirsch benannt, der jüdische Fußballclub TuS Makkabi Berlin träft dort seine Heimspiele aus. Im Karlsruher Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock befindet sich auf der Murgstraße 7 ein Stolperstein. In Pfinztal-Berghausen wurde eine Sporthalle nach dem mehrfachen deutschen Meister benannt, dazu gibt es in Karlsruhe einen Julius-Hirsch-Weg, in Fürth ein Julius-HIrsch-Sportzentrum und in Dortmund findet jedes Jahr eine Gedenkstunden am Ort seines Lebenszeichens statt.

Ruhe in Frieden, Julius Hirsch.

Daniel Correa Freitas: Mord aus Eifersucht?

Das Leben von Daniel Correa Freitas nahm am 27. Oktober 2018 ein viel zu schnelles Ende. Der damals 24-jährige Mittelfeldspieler, damals in Diensten des brasilianischen Erstligisten Botafogo, wurde am 27. Oktober 2018 in Sao Jose dos Pinhas tot aufgefunden. Er wurde offenbar nach einer Party geschlagen und enthauptet. Seine Genitalien sollen verstümmelt gewesen sein. Edison Brittes Junior hat sich zu der Tat bekannt. Als Motiv gab er an, dass Correa versucht habe, seine Frau zu vergewaltigen.

Der Täter und das Opfer sollen befreundet gewesen sein. Freitas schrieb Edison Brittes Junior eine WhatsApp-Nachricht mit einem Bild, auf dem er mit seiner Frau im Bett lag. Danach, so Brittes Junior, seien ihm die „Sicherungen durchgebrannt“.

Quellen:

Daniel Correa – Wikipedia

Daniel Corrêa Freitas Mord aufgeklärt | Nau.ch

Der Mord an Andrés Escobar Saldarriaga

Es war allem Anschein so, als wäre die 1:2-Niederlage der kolumbianischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1994, der Grund für den Mord an dem ehemaligen Abwehrspieler Andrés Escobar. Dieser hatte bei der 1:2-Niederlage im Vorrundenspiel eine Flanke so unglücklich abgefälscht, dass der Ball genau deswegen ins eigene Tor fiel. Am Ende stand nicht nur die Niederlage, sondern das Vorrundenaus für den damaligen Geheimfavoriten.

Nur wenige Tage später, am 2. Juli 1994 wurde Escobar vor einer Bar in der kolumbianischen Millionenstadt Medellin getötet. Als Täter wurde Humberto Munoz Castro, Bodyguard und Fahrer eines Drogenbossen identifiziert. Er gab insgesamt sechs Schüsse auf den Abwehrspieler ab. Die einen vermuten, dass er aus Enttäuschung über das kolumbianische WM-Aus gehandelt habe. Ein Auftragsmord der kolumbianischer Wettspielmafia scheint aber durchaus wahrscheinlicher zu sein.

Allerdings ist nicht nur das in diesem Falle unklar. Zu dieser Zeit gab es wie in den gesamten 1990er-Jahren blutige Kämpfe der Kartelle um die Vorherrschaft in Kolumbien. Pablo Escobar, einer der großen Bosse des Medellin-Kartels.

Spieler der Nationalmannschaft waren regelmäßige Gäste beim Drogenboss. Auch dann, als der schon im Gefängnis saß. Rene Higuita, Torwart und Paradiesvogel, war häufig bei Escobar, dem Drogenboss. Er half ihm unter anderem auch bei einer Geldübergabe, was ihm eine Haftstrafe von sechs Monaten bescherte. Der Drogenboss wurde im Dezember durch eine Eliteeinheit getötet. Danach wurden die Karten neu gemischt und die Kämpfe zwischen den Kartellen eskalierten.

In dieser Zeit reiste die kolumbianische Nationalmannschaft in die USA. Bereits nach der ersten Niederlage solle Todesdrohungen diverser Drogenbosse gegeben haben.

Zur Beerdigung des Fußballers kamen 120.000 Gäste und Fans. Einer von ihnen war auch der kolumbianische Präsident. Seine Fotos werden regelmäßig bei Spielen gezeigt, in Medellin gibt es seit 2002 ein Denkmal was an Escobar und den Mord an ihn erinnert.

Quellen:

Andrés Escobar – Wikipedia

Der Mord an Andrés Escobar: Ein Eigentor, sechs Schüsse – 11FREUNDE

Carlo Ancelotti und die Steuern

Es ist unbestritten, das der Italiener Carlo Ancelotti zu den erfolgreichsten Trainern in Europa gehört. Während seiner Zeit als aktiver Fußballer hatte er mit US Reggiolo, dem AC Parma und dem AC Mailand nur drei Stationen. Als Nationaltrainer führte er die italienische Nationalmannschaft bei der WM 1994 bis ins Finale, dort scheiterte er allerdings an Brasilien. Im Clubfußball war er Trainer bei Juventus Turin, AC Mailand, FC Chelsea, Paris St. Germain, Real Madrid, Bayern München, SSC Neapel und den FC Everton aktiv. Zurzeit steht er als Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft unter Vertrag. Während seiner Trainerkarriere gewann er fünfmal die Champions-League, gewann dreimal die Klub-WM, holte einmal den Interkontinent-Pokal und gewann fünfmal den UEFA-Cup, sowie einmal den UI-Cup. Dazu kommen zahlreiche Meisterschaften, Supercup-Siege und Pokalsiege in Italien, England, Frankreich, Spanien und Deutschland.

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Während seiner Engangements bei Real Madrid kam Ancelotti in Konflikt mit der Staatsanwaltschaft. Die warf ihm vor, Einnahmen aus Bildrechten nicht versteuert zu haben. Deswegen drohte ihm im Jahr 2024 eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Die spanischen Behörden ermittelten da bereits seit 2020, Ancelotti musste 2023 erstmals vor einem spanischen Gericht aussagen.

Er soll bereits 2014 sein Jahresgehalt als Trainer dem Finanzamt gemeldet haben, die Einnahmen aus den Bildrechten allerdings nicht. Dabei soll es, so die spanische Marca, ein Netzwerk von Treuhandgesellschaften und Unternehmen geben, um Besteuerungen zu vermeiden. Durch die Bildrechte soll er 2014 und 2015 insgesamt rund 4,2 Millionen Euro eingenommen haben, die nicht versteuert wurden.

Eine Gefängnisstrafe konnte Ancelotti zwar umgehen, musste dafür aber eine Strafe von 386.361,93 Euro zahlen.

Quellen:

Carlo Ancelotti – Wikipedia

Real-Trainer Carlo Ancelotti droht lange Gefängnisstrafe – ntv.de

Grün-Weißer Abstiegsstrudel

Zunächst die Faktenlage: Der SV  Werder Bremen verliert das Kellerduell beim FC St. Pauli mit 2:1. Der Treffer der Bremers Jovan Milosevic zum zwischenzeitlichen Ausgleich reicht nicht, da die Kicker von der Reeperbahn durch Chima Fujita und Hauke Wahl doppelt treffen. In der Tabelle war die Situation schon prekär, jetzt steht Bremen sogar auf einem direkten Abstiegsplatz. Dort ist man zwar nur einen Sieg vom FSV Mainz 05, aktuell 13. der Tabelle entfernt, dass die Grün-Weißen den Turnaround schaffen, glauben sie aktuell aber offensichtlich selbst nicht.

Ein Blick auf die Statistik zeigt auch, dass diese Niederlage unnötig war am Ende sagt das aber auch viel über die Bremer Probleme aus. Eine dominierende Halbzeit, ein höherer xGoals-Wert, mehr als viermal so viele Torschüsse wie St. Pauli. Dazu fast 60 Prozent Ballbesitz und ein Eckballverhältnis von 5:1. Für St. Pauli spricht dafür die Zweikampfbilanz von knapp 60%,

Die Bremer haben ein Problem vor dem Tor der Gegner. 23 Treffer stehen für die Grün-Weißen zu Buche, damit hat man genau einen mehr als Heidenheim und St. Pauli. Zum Vergleich: Harry Kane traf bereits fünfmal öfters in Tor als alle Bremer zusammen. Bester Bremer Torschütze ist Jens Stage, der sechsmal traf und dabei als zentraler Mittefeldspieler fast ein Viertel aller Bremer Tore erzielte.

Die Sache mit Victor Boniface ist allen bekannt und wurde reichlich diskutiert, auch das Thema „Fritz und die Leihspieler“ ist durch. Die Bremer haben für Boniface zwar den 20jährigen Jovan Miloseviv (zuletzt Partizan Belgard) vom VfB Stuttgart ausgeliehen, doch der Kader hätte sicherlich noch den einen oder anderen Qualitätsschub vertragen können.

Während die Mannschaft leblos wirkt flüchten sich die Verantwortlichen in Allgemeinplätzen. „Wir haben uns mehr versprochen und mehr vorgenommen. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, es ging auf, was wir umsetzen wollten. Im letzten Drittel müssen wir uns aber besser positionieren und den letzten Pass besser spielen. Dann bekommst du ein Gegentor, das du einmal im Jahr kassierst – es tut mir unfassbar leid für Mio, dem ich überhaupt keinen Vorwurf mache. St. Pauli hat dann Oberwasser gehabt, dann kommst du zurück und läufst direkt wieder einem Rückstand hinterher. Das tut weh und trotzdem ist es wichtig, das Spiel jetzt abzuhaken. Denn wir haben nur fünf Tage, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten“, lässt sich Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz auf der eigenen Homepage zitieren.

Es scheint nicht so, als hätte man in Bremen einen Plan, währenddessen wird der Abstieg in die 2. Liga zu einem immer realistischerer Horrorszenario.

Mordkommando Bum-Kun Cha

Bum-Kun Cha, ehemaliger südkoreanischer Fußballer, steht für mich in erster Linie für Bayer Leverkusen und den UEFA-Pokal-Sieg 1988. Dabei gewann er als Aktiver acht Jahre zuvor den gleichen Pokal für Eintracht Frankfurt. Am 3. Spieltag der Saison 1980/81 spielte die Frankfurter Eintracht gegen Bayer Leverkusen, und in diesem Spiel war Jürgen Gelsdorf einer der Gegenspieler von Bum-Kun Cha. In diesem Spiel foulte Gelsdorf seinen Gegenspieler. Nicht besonders hart, aber Cha fiel unglücklich auf den Rücken und musste ausgewechselt werden. Gelsdorf kassierte die gelbe Karte, Leverkusen gewann mit 3:2 doch das war für Gelsdorf nicht mehr so wichtig.

Es wurde berichtet, dass die Karriere von Bum-Kun Cha am seidenen Faden hängen. Nicht nur die Presse, sondern auch der Trainer der Frankfurter goss Öl ins Feuer. Angeblich gäbe es Stollenabdrücke auf Chas Rücken. Jürgen Gelsdorf erhielt nicht nur Morddrohungen, sondern auch Polizeischutz. Das Mordkommando Bum-Kun Cha wollte Gelsdorf in 30 Minuten „umlegen“. Andere wollten ihn vom Tribünendach erschießen. Beim Auswärtsppiel in Gladbach saß ein Personenschützer neben Gelsdorf im Bus. Passiert ist Gelsdorf nichts und auch Bum-Kun Cha konnte wenig später auch wieder Fußball spielen.

Drei Jahre später spielten Jürgen Gelsdorf und Bum-Kun Cha gemeinsam. Für Bayer Leverkusen. Mord

Die Wildmosers

Karl-Heinz Wildmoser senior ist als ehemaliger Löwen-Präsident und ehemaliger Großgastronom sicherlich bekannter als sein namensgleicher Sohn. Der Senior wurde am 5. Mai 1939 in München geboren. Verstorben ist er am 18. Juli 2020 im Alter von 71 in München. Wildmoser ist gelernter Metzger und bildete sich zum Meister weiter. Der Senior war Süddeutscher Meister im Schwergewicht. Gastronomisch aktiv ist er seit 1961, seit 1981 war er auf dem Oktoberfest mit einer Hühner- und Entenbraterei vertreten.

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Richtig bekannt wurde er allerdings erst mit seinem Einstand beim TSV 1860 München. Insgesamt stand er dem Verein fast zwölf Jahre vor. In dieser Zeit stiegen die 60er von der Bayern- in die Bundesliga auf. Löwen-Fans werfen ihm aber vor, durch den Umzug in die Allianz-Arena die Identität der Löwen aufgegeben zu haben. Nach seinem Rücktritt bei den Löwen steckten der Verein in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Im Jahre 2003 wurde Wildmoser zu einer Geldstrafe in Höhe von 27.000 Euro verurteilt.

Der Junior, auch „Heinzi“ genannt wurde 1964 in München geboren und ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Er gehörte seit 1990 zur Geschäftsführung von 1860 München, war zuerst Geschäftsführer der „TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA“, der ausgegliederten Profiabteilung. Später wurde er von den Sechzigern als Vertreter in die Allianz Arena München Stadion GmbH entsandt.

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Ursprünglich sollte die Arena von beiden Münchener Vereinen genutzt werden, heute spielen die Löwen wieder in ihrem Stadion an der Grünwalder Straße. Anfang 2004 wurden beide Wildmosers von der Polizei wegen des Verdachts der Untreue und Bestechlichkeit bei der Ausschreibung der Arena verhaftet. Im Gegensatz zu seinem Vater legte der Junior ein umfassendes Geständnis ab und wurde deswegen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Bis zur Verhandlung saß er in Untersuchungshaft, deswegen war er im Sommer 2008 bereits wieder ein freier Mann.

Quellen:

Karl-Heinz Wildmoser junior – Wikipedia

Karl-Heinz Wildmoser – Wikipedia

Der Fall Lutz Eigendorf

Es war der 5. März 1983 als Lutz Eigendorf nach dem Spiel seiner Eintracht Braunschweig gegen den VfL Bochum seine Stammkneipe Cockpit in Braunschweig-Querum besuchte. Gegen 22 Uhr soll Eigendorf in seinem Alfa Romeo GTV 6 die Kneipe wieder verlassen haben. Gegen 23 Uhr kam der gebürtige Ostdeutsche von der Straße ab und prallte ohne Anschnallgurt gegen einen Baum und erlag seinen schweren Brust- und Kopfverletzungen zwei Tage nach dem Unfall im Krankenhaus. Eigendorf soll laut Zeugenaussagen nur wenige Biere getrunken haben, sein Blutalkoholwert soll aber trotzdem bei 2,2 Promille gelegen haben. Am 17. März 1983 wurde Eigendorf auf dem Hauptfriedhof Kaiserslautern beerdigt. Eigendorfs Eltern, die für die Beerdigung eine Ausreisegenehmigung aus der DDR erhielten, kehrten nach der Bestattung nicht mehr in die Heimat zurück.

Bereits vor seinem Unfall hatte Eigendorf eine echte Odyssee hinter sich. 1956 in Brandenburg an der Havel geboren, spielte er in DDR für den Stasiclub Berliner FC Dynamo. Die BFC-Kicker hatten das ein oder andere Privileg, so trat man 1979 bei 1. FC Kaiserslautern im Westen. Einen Tag nach der Partie nutzte Eigendorf einen Stadtbummel im Gießen zur Flucht. In Gießen befand sich damals die erste Anlaufstelle für flüchtende Deutsche aus der DDR. Geschickt war die damalige Planung des Freizeitprogrammes demnach nicht wirklich. Sein Ziel war Kaiserslautern, wohin er mit dem Taxi zurückreiste. Dort mietete er sich unter falschem Namen in einer Pension in Trippstadt ein. Danach kam Eigendorf beim damaligen FCK-Präsident Norbert Thines unter.

In der damaligen DDR wurde kaum über Eigendorfs Flucht berichtet, um Nachahmungstäter zu verhindern. Die Funktionäre waren genauso geschockt wie die Stasi. Der Staatsapparat hat in Folge dessen wurde in die idiologische Überprüfung der Sportler intensiviert und hat teilweise auch Spiele im „nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“ abgesagt. Es gilt als erwiesen, dass Eigendorf auch im Westen vor Stasi überwacht worden sein soll. Insgesamt 50 hauptamtliche und 20 inoffizielle Stasi-Agenten sollen auf ihn angesetzt gewesen sein. Auch seine erste Ehefrau, die Eigendorf im Osten alleine gelassen hat, wurde durch die Stasi überwacht, auf sie wurde ein sogenannter Romeo-Agent angesetzt.

Im Hintergrund versuchte man, Eigendorf gegen eine Amnesie zu einer Rückkehr in die DDR zu bewegen. Nachdem das nicht funktionierte, hat man Eigendorf wegen illegalem Grenzübertritt verurteilt und er wurde von der FIFA für ein Jahr gesperrt. Während seiner Sperre arbeitete er als Jugendtrainer und auf der Geschäftsstelle der 1. FC Kaiserslautern. Für den FCK spielte Eigendorf zwei Jahre lang und kam sogar international zum Einsatz, bei Gastspielen in Bulgarien und Russland blieb Eigendorf aus Sicherheitsgründen in der Bundesrepublik.

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Nach seinem Tod gab es schnell Gerüchte, dass die DDR bei Eigendorfs „Unfall“ ihre Finger im Spiel hatte. Der Blutalkoholwert passte nicht mit den Angaben der Zeugen überein. Heribert Schwan, Schriftsteller und Autor, ist ebenfalls ein Befürworter der Mordtheorie. Er geht davon aus, das Eigendorf entführt und mit Alkoholspritzen „behandelt“ wurde. Anschließend gab es durch Blenden zu besagtem Unfall. Allerding soll Eigendorf öfters mal zuviel getrunken haben und wurde deswegen auch von seinem Trainer kurz vor dem Unfall ermahnt.

Aber in der MfS Hauptabteilung XIX, eine Abteilung für Terrorabwehr im Ministerium für Staatsicherheit, existieren Belege die in Zusammenhang mit Eigendorf von Verblitzen, Unfallstatistik, Ohnmacht und Narkosemitteln stehen. Auch auch ein sogenannten „IM“ hat ausgesagt, dass er den Mordauftrag erhalten haben will. Die Akten zu besagtem IM sind seit der Wende verschollen. Das Verfahren wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt wieder aufgenommen.

Rassismus ist durch nicht zu rechtfertigen

Es ist die 50. Spielminute im Estadio da Luz in Lissabon im Spiel Benfica Lissabon gegen Real Madrid, als Vinicius Jr. das 1:0 für Real Madrid erzielt. Doch nicht nur das. Der Madrilene erzielte das Tor nicht nur auf eine besondere Art, er feierte seinen Treffer auch so, der den Gastgebern nicht gefallen hat.

An der Eckfahne vor der Benfica-Kurve feierte der Brasilianer seinen Treffer auf eine Art und Weise, die niemandem, der es mit Benfica hält, gefallen haben dürfte. Die Fans warfen mit allem sie zur Verfügung hatten, zum Glück waren das nur leichte, leere Bierbecher. Für seinen Jubel sah der Brasilianer übrigens die gelbe Karte.

Der Benfica-Spieler mit der Rückennummer 25, der Argentinier Gianluca Prestianni, hat sich danach sein Trikot überzogen und soll Vinicius Jr. immer wieder als Affen beschimpft haben. Prestianni streitet das ab und will Vinicius Jr. stattdessen homophob beleidigt haben. Ein Zeichen von Anstand und Intelligenz wäre das aber auch nicht.

Benfica Lissabon und Jose Mourinho spielten die Szene runter. Der Benfica-Coach gab dem Stürmer aus Madrid sogar eine Mitschuld. So nicht: Vinicius Jr. ist kein Sympathieträger, die wenigsten schauen bewundernd auf ihn, sondern haben eher negative Gefühle. Das mag sein Standing in der Fußballwelt erklären, eine Rechtfertigung für Rassismus ist das aber in keinem Fall.

 

Zweimal Kongo und zurück

Früher, als Hiannik Kamba noch das Trikot der Schalker trug, stand er mit Legenden wie Manuel Neuer und Benedikt Höwedes auf dem Platz, heute ist daran nicht mehr zu denken.  Familie Kamba musste Ende der 1990er Jahre vor den Kämpfen im Kongo fliehen und ließ sich im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Essen wieder. Dort spielte er zügig für die TGD Essen-West, ehe er sich noch in der Jugend dem FC Schalke 04 anschloss. Über die U17 und die U19 schaffte er den Sprung in die zweite Mannschaft des FC Schalke 04. Während dieser Zeit waren es nicht nur Neuer und Höwedes, sondern auch Ralf Fährmann und Mesut Özil mit denen er gemeinsam auflaufen konnte.

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2016, Kamba spielte damals schon lange nicht mehr für Schalke, sondern für den VfB Hüls in der Oberliga Westfalen, verschwand Kamba in die Heimat seiner Eltern. Im Kongo kam er, so dachte man, bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Seine Frau kassierte die 1,2 Millionen aus Kambas Lebensversicherung.

Zwei Jahre später tauchte Kamba wieder auf. Er berichtet, dass man ihn im Kongo entführt haben soll. Er konnte sich nach eigenen Angaben aber befreien und meldete sich bei der deutschen Botschaft im Kongo. Geglaubt hat ihm das niemand, die Gerichte verurteilten Kamba und dessen Frau wurden verurteilt wurden aber noch nicht in Haft genommen. Das sollte passieren, als die beiden Angeklagten in letzter Instanz, vor dem Bundesverfassungsgericht verloren haben. Da war Kamba aber schon wieder im Kongo, auf der Flucht vor der Justiz. Kamba wurde zwischenzeitlich in Noyon verhaftet und sitzt in einem deutschen Gefängnis.

2023 meldete Kamba sich, wie der FOCUS berichtet, und beteuerte seine Unschuld. Man habe ihn, ohne jegliche Beweise verurteilen wollen.

Während seiner Schalker Zeit drohte Kamba und seinen Eltern bereits die Abschiebung. Die Abschiebung seiner Eltern konnte nicht verhindert werden, durch einen Vertrag in der zweiten Mannschaft des FC Schalke konnte Kamba seiner Abschiebung aber damals entgehen.

Quellen:

Hiannick Kamba – Spielerprofil | Transfermarkt

Ex-Schalke-Spieler floh und täuschte Tod vor – jetzt sitzt er in Haft – FOCUS online

Hiannick Kamba täuschte Tod vor, tauchte wieder auf und ist jetzt auf der Flucht – FOCUS online

Hiannick Kamba: Aus dem Kongo zu Manuel Neuer

 

Der Kaiser mit den kurzen Beinen

Wenn Lügen kurze Beine haben stellt sich die Frage, ob Carlos Kaiser, der mit bürgerlichem Namen Carlos Henrique Raposo heißt, überhaupt welche hatte. Man könnte ihn auch viel eher mit dem Baron von Münchhausen als mit Franz Beckenbauer vergleichen. Geboren 1963 in Porto Allegre, soll er nach eigenen Angaben adoptiert worden sein. Als zehnjähriger soll er an einem Jugendcamp von Botafogo in Rio de Janeiro teilgenommen haben, mit 16 hat er angeblich einen Vertrag in Mexico bei Puebla FC unterschrieben. Dort hat er häufiger Verletzungen vorgetäuscht, um nicht am Training teilnehmen zu müssen. Genauso soll er mehrfach behauptet haben, dass seine Oma verstorben sein. Beim Bangu AC soll er sich mit Fans geprügelt haben, um seine Einwechslung zu verhindern. Er war meistens nur kurze Zeit für einen Verein aktiv und konnte sich so vor seinen Einsätzen drücken.

Seine damaligen Mitspieler, u.a. Renato Gaucho und Ricardo Rocha, immerhin Weltmeister 1994, haben schnell erkannt, dass Kaiser kein Profi-Fußballer war. Dafür half er anders, er kümmerte sich inbei Notsituationen um seine Teamkollegen und besorgte ihnen Frauen, was in seinem Wikipedia-Eintrag damit auch immer gemeint sein soll.

Früher soll es in Brasilien durchaus üblich gewesen sein, dass Anti-Fußballer für solche Dienste unter Vertrag standen. Kaiser spielte definitiv für Bangu AC, America FC, Botafogo FR, Fluminense FC und CR Vasco da Gama. Engagements bei argentinischen Club CA Independiente und bei Gazelec FC Ajaccia aus Frankreich können hingegen nicht belegt werden.

Seine „Karriere“ beendete Kaiser im Alter von 41 Jahren und wurde Bodybuilding-Trainer für Frauen. Er trainieret auch seine eigene Frau, die WM-Teilnehmerin 2016 und brasilianische Vizemeisterin war. Heute soll Kaiser fast blind sein.

Quellen:

Carlos Kaiser – Wikipedia

Knast statt grüner Rasen

Foussani Alassani. Fousseni wer? Er hätte dafür sorgen können, dass sein Name in Deutschland und vor allem im Hamburger Raum deutlich bekannt ist. Heute wird er weniger mit Fußball und viel mehr mit Straftaten und Gefängnisaufenthalten in Verbindung gebracht. Alassani ist gebürtiger Togolese und kam als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Hamburg. Dort wuchs er mit seinen Eltern am Mümmelmannsberg in Hamburg-Billstedt auf. Der Mümmelmannsberg ist eine Großwohnsiedlung, die vor gut 50 Jahren errichtet wurde. Nicht die beste Gegend in der Elbmetropole, auch heute leben viele Bewohner*innen von staatlichen Leistungen. In einer Reportage des NDR ist zu lesen, dass man sich in „Mümmeltown“ oft verteidigen und durchsetzen muss. Alassani schafft es zwar noch in die U23 des FC St. Pauli, auf der schiefen Bahn war er aber damals schon.

Das er „viel Scheiße gebaut hat“, leugnet der Ex-Kicker auch gar nicht. Er soll, was immer das auch heißen mag, Sachen gemacht haben, vor denen sich die Älteren gedrückt haben. Das hat ihm zwar den Respekt der Straße eingebracht, gerettet hat ihn das aber auch nicht. Ganz im Gegenteil. Auch in der U23 fiel er auf. Erstmal sportlich: Er durfte regelmäßig mit der ersten Mannschaft trainieren, klaute dann aus dem Mannschaftshotel eine Personenwaage. Das soll nicht das einzige gewesen sein, was passiert ist. St. Pauli setzte den Spieler vor die Tür. Sein Ex-Trainer Jörn Großkopf sah in ihm den Mann mit den zwei Gesichtern. Auf der einen Seite jede Menge spielerischen Potenzial, aber auf der anderen Seite eben auch der Hang zur Kriminalität.

Beim FC St. Pauli kassierte er 1.000 Euro pro Monat, auf der Straße konnte er nach eigenen Angaben das vierzigfache machen, und da war die Verlockung zu groß und er sei „geldgierig“ gewesen, gab er offen zu. Wahrscheinlich deswegen hat er auch einen Supermarkt in Wedel überfallen. Er hat einen Tipp bekommen, dass dort 60.000 Euro zu holen seien. In Kioske hatte er schon öfters eingebrochen, der Schritt kostete ihn deswegen wohl kaum Überwindung. Er erbeutete allerdings „nur“ 11.000 Euro und flüchtete in einen Wald, wurde dort allerdings von der Polizei gestellt und festgenommen.

Alassani bekam aber nur eine Bewährungsstrafe und eine weitere Chance. Aber mit der Bewährung fühlte er sich wie freigesprochen und machte munter weiter. Weggefährten sprechen von weiteren 100 Überfällen zu dieser Zeit. Vor dem Urteil wurde der VfL Wolfsburg auf ihn aufmerksam, der Wechsel hatte sich durch die Festnahme und das Urteil allerdings zerschlagen. Seine Karriere war damit beendet, auch wenn er 2014 mit dem Berliner AK und Steffen Baumgart fast in die dritte Liga aufgestiegen wäre. Doch die Wege des Berliner AK und Steffen Baumgart trennten sich, Alassani verlor seinen Fürsprecher und seine Lust auf Fußball in der Hauptstadt.

Ohne Geld wurde es eng für ihn, sein Leben kostete Geld und das musste schließlich irgendwo herkommen. 2016 hielt er einer Tankstellenpächterin sein Messer an den Hals, als diese mit den Tageseinnahmen auf dem Weg zur Bank war. Er floh mit der Beute von 25.000 Euro nach Amsterdam, um dort mit seinen Mittätern einen drauf zu machen. Allerdings wurde er da schon wieder polizeilich gesucht. Sein Vater rief ihn an, Alassani tauchte für neun Wochen unter und wurde dann von der Polizei in Osdorf gefunden.

An Bewährung war jetzt natürlich nicht mehr zu denken. Er musste für sechs Jahre und drei Monaten nach „Santa Fu“, wo er seine Zeit mit anderen Schwerverbrechern absitzen musste. Geändert hat er nicht, ganz im Gegenteil. Auch im Knast dealte er munter weiter, schließlich muss das Marihuana, was er selber rauchte, ja auch bezahlt werden. Nach einiger Zeit soll er, durch seinen Glauben, zur Besinnung gekommen sein. Ob stimmt, kann nicht belegt werden. Allerdings arbeite er als Manager, unter anderem bei seinem Freund Kalim.

Quellen:

Fousseni Alassani: Überfälle statt Tore, Knast statt Fußball-Karriere | ndr.de

Einige träumen, andere bangen

Während man sich an der Tabellenspitze weiter Spannung einredet, sehen die meisten den FC Heidenheim schon mit einem Bein in der zweiten Liga. Ist aber beides quatsch, sechs Punkte Rückstand, bei 36 zu vergebenden Punkte, sind locker aufzuholen. Zumal der BVB, und das zuhause, noch gegen die Bayern antritt und auch der FC Heidenheim noch gegen die direkte Konkurrenz spielt. Realistisch ist das trotz allem nicht. Weder die Meisterschaft für den BVB, noch der Klassenerhalt für Heidenheim.

Demnach sind die ersten beiden Plätze vergeben. Die TSG Hoffenheim, der VfB Stuttgart, Leipzig und Leverkusen spielen am Ende die europäischen Plätze unter sich aus. Wobei man nicht vergessen darf, dass Bayer Leverkusen mit einem Spiel im Rückstand liegt. Sollte allerdings eine der Mannschaften, die auf den oberen Plätzen stehen der Pokalgewinnen, könnte aktuell auch Eintracht Frankfurt als Tabellensiebter profitieren.

Auf der anderen Seite der Tabelle sieht es neben Heidenheim auch für St. Pauli, Werder Bremen und den VfL Wolfsburg nicht gut aus. Ein Team aus diesem Trio wird direkt absteigen, eins muss in die Relegation und die dritte Mannschaft schafft den Klassenerhalt direkt. Aber auch Gladbach ist im Abwärtsstrudel, alle anderen Team scheinen gefestigt.

In der zweiten Liga spielen alle für Schalke. Sogar Schalke selber, deswegen haben sie die Tabellenspitze nach dem 2:1-Sieg bei Holstein Kiel auch zurückerobert. Und weil Schalke und den Tabellenfünften aus Paderborn nur drei Punkte trennen, wird es im Kampf um den Aufstieg bis zum letzten Spieltag eng. Hertha patzt immer dann, wenn sie nochmal oben angreifen könnten. So auch jetzt: Nach dem 2:3 dürfte der Hauptstadtclub mit dem Aufstieg genauso wenig zu tun haben, wie der 1.FC Kaiserslautern.

Was oben gilt, das zählt auch unten. Vier Punkte trennen den letzten, die SpVgg. Greuther Fürth, vom rettenden Platz. Den belegt Preußen Münster. Aber auch für den Tabellenzehnten aus Bielefeld sind es nur vier Punkte auf den Relegationsplatz.

Noch knapper geht es in der dritten Liga zu: Energie Cottbus, aktueller Tabellenführer und den Tabellensiebten aus Rostock trennen nur fünf Punkte. Dazwischen liegen Verl, Duisburg, Osnabrück, Essen und Wehen Wiesbaden.

Dafür ist es am Tabellenende deutlicher. Aufsteiger Schweinfurt bräuchte 17 Punkte, um den 1.FC Saarbrücken einzuholen, selbst für den TSV Havelse wären es acht, und für die SpVgg. Ulm immerhin noch fünf Punkte.

Der Fall Sassen

Früher, und ich meine das früher in dem Bayer Uerdingen noch Bayer Uerdingen hieß und in der Bundesliga spielte, gab es einen Spieler der irgendwas zwischen Mario Basler, Ansgar Brinkmann oder Wolfram Wuttke war. Der in Essen geborene Sassen war ein feiner Techniker, der sich sonst eher selber im Weg stand. In der Jugend spielte er für Schwarz-Weiss Essen und wechselte von dort zu Uerdingen in die Bundesliga. In drei Spielzeiten waren es 66 Spiele und zwölf Tore, die Sassen beisteuerte. Von dort gings zum damals noch großen HSV, ehe er über Dynamo Dresden und Dnejpr Dnjepopetrovsk zu Wattenscheid 09 wechselte.

Im Februar 1996 war Sassen mit der SG Wattenscheid im Trainingslager in Portugal, als er plötzlich verschwand. Er soll mit der Bedienung eines Restaurants durchgebrannt sein und wurde später bei Wattenscheid 09 entlassen.

Entlassungen und Strafen säumten Sassens Weg. Beim HSV kassierte er eine Strafe in Höhe von 12.500 DM, weil er mit einem Taxifahrer in Streit geraten war, in Dresden hat man ihn entlassen, weil er eine Trainingseinheit geschwänzt hat. Und eben die Entlassung in Wattenscheid, weil er mit der Bedienung einer portugisischen Gaststätte durchbrannte und verschwand.

Sein kurzes Gastspiel im Herbst seiner Karriere bei Schwarz-Weiss Essen endete nachdem er die Kontrolle über seine Alkoholsucht völlig verloren hatte. Sassen arbeitete bis zu seinem viel zu frühen Tode, er starb mit 36, als Hilfsgärtner bei der Stadt Essen.

Quellen:

Die tragische Karriere des Andreas Sassen – KFC Uerdingen 05

Andreas Sassen – Wikipedia

Ralf van Diericke: Freigänger und Profifußball

Von wegen adelig: Ralf von Diericke, heute 64-jähriger Ex-Fußballer, wurde bereits während seiner aktiven Zeit wegen eines Überfalls auf die Geschäftsstelle seines eigenen Vereines, den Wuppertaler SV, straffällig. Davor spielte der gebürtige Osnabrücker bereits für den VfL Osnabrück, Fortuna Düsseldorf und ein weiteres Mal für den Wuppertaler SV. Zwischen 1981 und 1983 traf er die Wuppertaler in 62 Spielen ins gesamt 23 mal. Bei der Fortuna kam er nicht so gut zurecht, so dass er nur ein Jahr später in die Schwebebahn-Stadt zurückkehrte. Allerdings war von Diericke hier bei seinem Überfall deutlich auffälliger als im gegnerischen Strafraum.

Der Überfall auf die Geschäftsstelle geschah im Februar 1985, als sich die Zuschauereinnahmen aus dem Heimspiel gegen Bad Honnef noch im Tresor in der Geschäftsstelle befanden. Insgesamt 11.000 DM sollen dabei erbeutet worden sein. Die Sekretärin wurde niedergeschlagen und eingesperrt, die Täter flüchteten mit der Beute. Bei der Partie gegen Bad Honnef kam von Diericke selbst noch zum Einsatz und gestand nach mehreren Wochen den Tipp gegeben zu haben. Auch eine Skizze über die Räumlichkeiten will er angefertigt haben. Allerdings gestand er auch einen Überfall auf eine Wuppertaler Spielhalle, bei dem er 2.000 DM gestohlen haben will. Insgesamt wurde er vom Landgericht Wuppertal zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.

Von Diericke ließ es sich nicht nehmen, für die Gefängnismannschaft das Trikot überzustreifen. Er bekam eine gute Sozialprognose, wurde in den offenen Vollzug nach Remscheid-Lüttringhausen verlegt und spielte ab sofort für den VfB 06/08 Remscheid, für den er auch als Hausmeister tätig war.

Nach seiner aktiven Zeit arbeitete er als Trainer im Amateurbereich und als selbstständiger Versicherungskaufmann. Nach einer Privatinsolvenz lebt er inzwischen von Sozialleistungen.

Quellen:

Ralf von Diericke – Wikipedia

Der erste sowjetische Nationalspieler in der Bundesliga

Wir schreiben das 1989 als die in Deutschland die Mauer fiel und in Moskau das sowjetische Regime ins Wanken gerat. Es war die Zeit als Rainer Callmund mit einem Geldkoffer durch den Osten gereist sein soll, um Andreas Thom und Ulf Kirsten zu verpflichtet und auch aus der damaligen Sowjetunion kam mit Igor Belanov der erste sowjetische Nationalspieler in die Bundesliga. Damals sicherte sich Borussia Mönchengladbach die Dienste des Stürmers und überwies etwa zwei Millionen DM an Dynamo Kiew. Belanov wurde 1960 in Odessa geboren und ist Ukrainer.

Vor seinem Wechsel nach Deutschland war Belanov zweimal sowjetischer Meister, dreimal Pokalsieger in der Sowjetunion und holte mit Kiew 1986 den Pokal der Pokalsieger. Dazu gewann er im selben Jahr den Ballon D´Or. Zum Zeitpunkt seines Wechsels hatte Belanov seine beste Zeit aber bereits hinter sich. Bei Dynamo Kiew saß er meistens auf der Bank, so dass die bei der Ablösesumme gerne die Hand aufgehalten haben. Am Niederrhein kam Belanov in 24 Spielen auf vier Tore. Das Kapitel Gladbach endete für den Ukrainer im Dezember 1990 mit einem Transfer zu Eintracht Braunschweig.

In Mönchengladbach haben nach dem Wechsel nicht nur Verantwortliche und Fans aufgeatmet, als das „Missverständnis“ Belanov endlich zu Ende war, sondern auch die Kaufhäuser und Geschäftsleute in der Umgebung. Es war Anfang 1990 als die Belaovs mit drei Landsleuten beim Klauen erwischt wurden. Es ging um eine Schadensumme von 2.000 DM. Das Gericht befand Belanov für schuldig und verurteilte ihn zu einer Strafe von 24.000 DM.

Wie in anderen Fällen könnte auch hier die fehlende Integration ein Grund für Handeln gewesen zu sein. Überfordert in der westlichen Welt hat man Kontakte zu Menschen gesucht, die die eigene Sprache sprechen und die eigene Kultur kennen. Dabei gerieten nicht nur die Belanovs auf die falsche Bahn.

Seine Karriere hat damals einen solchen Schaden genommen, von der sich Belanov nicht mehr erholen konnte. Braunschweig und Belanov schafften den Klassenerhalt damals nicht, und der Stürmer kehrte in seine Heimat zurück und spielte dort noch für Odessa und Mariupol.

Mit dem Überfall der Russen auf die Ukraine schloss sich Belanov den ukrainischen Streitkräften an.

Ein Blick auf den Spieltag

Wegweisende Duelle gibt am am 22. Spieltag der Bundesliga nicht. Der BVB kann am Freitagabend mit einem Heimsieg gegen den Mainz 05 wahrscheinlich mit keinem Trauma abschließen, wir erinnern uns an das Meisterschaftsfinale vor zwei Jahren, aber zumindest wieder bis auf drei Punkte an die Bayern herankommen. Jedenfalls bis zum frühen Samstagabend. Allerdings ist Mainz 05, seitdem Urs Fischer das Ruder übernommen hat, alles zuzutrauen.

Die Partie Leverkusen gegen St. Pauli riecht nach einer klaren Angelegenheit. Leverkusen braucht den Sieg, um den Anschluss an die Champions League-Plätze zu halten, St. Pauli kann bei einem Sieg die Abstiegsplätze verlassen.

Ob die Kicker von Eintracht Frankfurt im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach Blut riechen oder vom Balkon springen werden ist trotz des Neu-Trainers Albert Riera unwahrscheinlich. Allerdings sollte es gegen schwächelnde Gladbacher für einen Heimsieg reichen.

Das Werder Bremen ausgerechnet gegen die Bayern den Turnaround schaffen, ist unwahrscheinlich. Aber: Die Bayern haben gegen Augsburg und HSV Federn gelassen. Allerdings taumelt Bremen ganz gefährlich in Richtung Abgrund. Dazu hat es den Eindruck als hätte man in Bremen nicht die vielzitierte Gelassenheit, sondern eher eine gewisse Lethargie.

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Der SC Freiburg hat zwar Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen, im Vergleich zur letzten Saison wirkt man aber alles andere als gefestigt. Bei Hoffenheim ist es das genaue Gegenteil. Außerdem brauchen die die Punkte, um sich für die Champions League zu qualifizieren.

Sollte der HSV zuhause gegen Union Berlin dreifach punkten, wären das ganz wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Union, allen voran Ex-HSV-Coach Steffen Baumgart, wird das verhindern wollen. Es droht ein eher rustikales und ausgeglichenes Spiel.

Beim VfB Stuttgart hat man nach der Niederlage gegen St. Pauli sicher noch Wut im Bauch. Bei den Kölnern müsste an diesem Tag aber alles zusammenlaufen, wenn die Punkte mitnehmen will.

Wenn der 1.FC Heidenheim beim Kampf um den Klassenerhalt noch mitreden will, braucht es einen Auswärtssieg in Augsburg.

Für den VfL Wolfsburg gilt das gleiche wie bei Werder Bremen. Von der Qualität dürften sie dort eigentlich nicht stehen, allerdings braucht es Punkte um die Negativspirale zu durchbrechen. Warum das aber ausgerechnet in Leipzig passieren sollte, kann wohl niemand sagen.

In der zweiten Bundesliga stellt sich die Frage ob sich im ersten Freitagsspiel Fortuna Düsseldorf weiter von den Abstiegsplätzen absetzen kann, oder ob die Preußen eine andere Mannschaft auf den Relegationsplatz schicken können. Not gegen Elend? Mitnichten, eher ein offenes Spiel. Beide Mannschaften haben die Qualität, es dem anderen schwer zu machen.

Ach ja, Miro Klose. Da war ja was, Der Weltmeister hat seinen Vertrag beim Club verlängert, auch wenn Teile ihn in Nürnberg kritisch sehen. Die Entwicklung des Vereines storniert, am Ende ist genau das aber eine Qualitätsfrage. Die Qualität für Punkte gegen den KSC wären aber da,.

Auch wenn die Fürther am letzten Spieltag gegen Magdeburg offensiv fast explodiert wären, ist das Spiel beim 1.FC Kaiserslautern eine andere Nummer. Wenn die Gastgeber das mit dem Aufstieg ernst nehmen, müssen sie gegen Fürth gewinnen.

Spannendes Duell zwischen Hertha BSC und Hannover 96. Der Hauptstadtclub muss gewinnen, sonst kann man den Aufstieg abschreiben.

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Eintracht Braunschweig droht, wieder ganz aktiv in den Abstiegskampf einzusteigen. Blöd, das ausgerechet jetzt der Tabellenführer aus Darmstadt kommt.

Dynamo Dresden, eine der Topmannschaften aus der Rückrunde, trifft auf den SV Elversberg. Auf dem Papier klar, wäre da nicht die Sache mit der Rückrundentabelle.

Am Sonntag müssen die zuletzt schwächelnden Schalker bei Holstein Kiel antreten, der 1.FC Magdeburg trifft auf Arminia Bielefeld und der VfL Bochum im Westfalenduell auf den SC Paderborn.

Der Fall Vlado Kasalo

Auch wenn Vlado Kasalo zwischen 1989 und 1991 nur 22 mal für den 1.FC Nürnberg zum Einsatz kam, erinnern sich in der Franken-Metropole die meisten, jedenfalls älteren Clubberer, an den kroatischen Libero. Kasalo der 1962 im bosnischen Lenderovina geboren wurde, spielte im ehemaligen Jugoslawien und heutigen Kroatien bereits für NK Osijek und Dinamo Zagreb. In Nürnberg verpflichtete man Kasalo für rund eine Million DM, nachdem er zweimal für eine Weltauswahl gespielt habe. Kasalo kam mit jeder Menge Vorschusslorbeeren an die Noris. Im ersten Jahr kam er nicht wirklich zum Zuge, in seiner zweiten Saison avancierte er aber neben Ulf Metschies und Jörg Dittwar zum Stammspieler.

Kasalo wurde in seiner Nürnberger Zeit auch durch zwei kuriose Eigentore in den Spielen gegen den VfB Stuttgart und den Karlsruher SC bekannt. Die Polizei nahm Ermittlungen auf und nahm Kasalo schließlich fest. Kasalo war mehrfach Gast in diversen Casinos und wurde schließlich vom 1.FC Nürnberg beurlaubt. Obendrein wurde ihm vom DFB die Spiellizemz entzogen. Ob die Eigentore wirklich Absicht waren, konnte zwar nicht geklärt werden, allerdings wurde er am Ende wegen illegalem Glückspiel und Fahren ohne Führerschein verurteilt.

Genauso unklar wie die Schuld an den beiden Eigentore ist auch die Frage, wie Kasalo abdriftete. Lag es ausschließlich an der fehlenden Integration? Das wäre wohl zu einfach, aber er soll Anschluss an die kroatische Community gesucht und am Ende falsche Freunde gefunden haben.

Nachdem er seine Strafe in Deutschland abgesessen hat, kehrte er in seine Heimat zurück und kämpfte im Kroatienkrieg, um Zagreb zu verteidigen. Doch in Mainz konnte sich Josip Kuze, damals Trainer der 05er, an seinen Landsmann erinnern. Für den Zweitligisten machte er noch 55 Spiele, u.a. an der Seite von Jürgen Klopp, ehe er 1994 seine Karriere beendete.

Auch nach seiner Karriere fiel Kasalo immer wieder auf und wurde in Kroatien mehrfach wegen Waffen- und Drogenbesitz verurteilt.

Quelle:

Vlado Kasalo – Wikipedia

Vlado Kasalo gerät nach Eigentoren für 1. FC Nürnberg ins Zwielicht

Keine Chance für homophobe Gewalt

Nicht nur die Zuschauer im Kölner RheinEnergy-Stadion haben es mitbekommen, als ein Köln-Fan und Amateur-Schiedsrichter seinem Lebensgefährten im Stadion einen Heiratsantrag gemacht haben, auch die Fernsehzuschauer waren Zeuge des Antrags.

Nach dem öffentlichen Antrag kamen Vorwürfe gegen den Schiedsrichter ans Licht: Ehemalige Arbeitskollegen konfrontierten den Aktivisten mit schweren Vorwürfen. Zwischenzeitlich klang es so, als würde man nach ihm fahnden. Völliger Unsinn und ein Zeichen von einer fehlgeleiteten Kommunikation der Behörden.

Was aber kein Unsinn sein soll ist die Tatsache, dass seine Adresse und sein Klarname im Internet veröffentlicht wurden mit dem Aufruf „ihn zu besuchen“. Das ist dann tatsächlich auch passiert, drei Männer haben ihn vor seiner Wohnung angegriffen und brutal zusammengeschlagen.

Danach kam es noch zu einem weiteren Angriff, bei dem er von zwei Männern angespuckt und in die Rippen geschlagen wurde. Der Staatsschutz ermittelt und prüft ein homophobes Motiv.

Die Nachricht über den Anschlag hat mich fassungslos zurückgelassen. War es ein homophobes Motiv? Wie asozial und menschenfeindlich kann man sein, Menschen wegen ihrer sexuellen Neigung anzugreifen und sie zu verprügeln. Ich hoffe die Polizei und der Staatschutz finden die Täter und ermitteln auch gegen denjenigen, der die Adresse öffentlich machte.

Quellen:

Attacke auf Pascal Kaiser: Staatsschutz der Kölner Polizei ermittelt

Wende nach Heiratsantrag im Kölner Stadion – Staatsanwalt ermittelt!- DerWesten.de

Attacke auf Pascal Kaiser: Staatsschutz der Kölner Polizei ermittelt

Köln | Pascal Kaiser wieder attackiert: Anwalt nennt Details

Zoran Mamic und die eigene Tasche

Als Kind der Ostkurve erinnere ich natürlich noch an die beste Zeit von Zoran Mamic. Der in Bjelovar geborene Kroate spielte zwischen 1996 und 1998 und in der Saison 2000/2001 für den VfL Bochum. Damit gehörte Mamic zu der Bochunmer Mannschaft, die erstmalig Europapokalluft schnuppern durfte. Beim ersten europäischen Auswärtsspiel in Trabzon durfte Mamic nur zuschauen, im Rückspiel kam Mamic dann von der Bank. In der zweiten Runde stand er im Belgien in der Anfangsformation und trug sich im letzten Spiel gegen gegen Ajax Amsterdam sogar in den Torschützenliste ein. Der VfL Bochum war Mamic erste Station im Ausland, danach spielte er noch für Bayer Leverkusen, Greuther Fürth, LR Ahlen und Eintracht Trier. In seiner Heimat spielte Mamic vor und nach den Gastspielen im Ausland für Dinamo Zagreb.

Nach seiner aktiven Zeit stieg er bei Dinamo Zagreb als Sportdirektor ein, als sein Bruder dort Präsident war. Parallel wurde er 2013 Trainer und holte 2014 und 2015 die kroatische Meisterschaft. Gemeinsam wurde er mit seinem Bruder im Jahre 2015 von der kroatischen Polizei verhaftet. Man warf ihnen vor, an Spielerverkäufen verdient und Steuern hinterzogen zu haben. Bei dem Transfer von Luka Modric soll man 15 Millionen veruntreut und 1,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. 2018 wurde er als Komplize seines Bruders verhaftet und zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Zwischenzeitlich flüchtete Mamic nach Bosnien-Herzegowina, dessen Staatsangehörigkeit ebenfalls besitzt. Mamic wurde in Medugorje verhaftet.

Quellen:

Zoran Mamić – Wikipedia

Zoran Mamic – Trainerprofil | Transfermarkt

Was ist denn da auf Schalke los?

Beim FC Schalke 04 wird es lauter. Das hat mit der sportlichen Situation in der 2. Bundesliga und dem Einbüßen der Spitzenposition aber erstmal nichts zu tun. Schalke-Fans und allen voran die Ultras, haben ein Problem damit, dass Clemens Tönnies als Mitglied des Ehrenrates vorgeschlagen wurde. Über die Form der Kritik kann man sicher streiten, allerdings ist die Kritik an der Person Tönnies definitiv gerechtfertigt. Die Kritik bezieht sich nur auf die Zeit von Clemens Tönnies beim FC Schalke 04. Bei eine Rede vor IHK-Vertretern gab es rassistische Vorfälle, dazu das Bedingungen, unter denen die Mitarbeiter von Tönnies auf seinen Schlachthöfen leben und arbeiten mussten. Dazu hatten die Schalker Schulden angehäuft, die sie fast erdrückt haben. Allerdings gehört Tönnies mit der Firma Böklunder auch heute noch zu den Schalke-Sponsoren.

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Auf Schalke war Tönnies zuletzt kein Thema mehr, die Diskussionen um Tönnies kommen nicht nur zur Unzeit, sondern sind schlicht überflüssig. Der FC Schalke 04, allen voran der Ehrenrat, hätte klare Kante zeigen müssen. Clemens Tönnies hat für mich, und offenbar auch für viele andere, in einem öffentlichen Amt nichts zu suchen. Das man das auch anders kund tun kann, als die Schalke-Ultras gehört aber auch zur Wahrheit.

Quellen:

sponsoren schalke 04 – Suchen

„Milliardenschweres Ekelschwein“: Fan-Proteste gegen Tönnies: Hitzige Diskussionen auf Schalke | sportschau.de

Ruud ter Heide: Über Bremen II in den Knast

Im Jahre 2027 kam es im niederländischen Reutum, das liegt unweit der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Nordhorn und Almelo, zu einer Messerstecherei, bei dem ein 22-jähriger tödliche Verletzung erlitt. Bei dem Täter handelt es sich um den ehemaligen niederländischen Fußballprofi Ruud ter Heide. Der ehemalige Stürmer spielte insgesamt 244 mal in der Keuken Kampionen Divisie, der zweiten niederländischen Liga. Dazu kommen vier Partien in der Eredivisie und über sechzig Spiele in der Regionalliga Nord und der Oberliga Niedersachsen für Eintracht Nordhorn und die zweite Mannschaft von Werder Bremen II.

Ursprünglich wurde der Heide zu einer Gefängnisstrafe von zwölf Jahren verurteilt, später wurde die Strafe auf ein Jahr reduziert und ist inzwischen abgesessen. Bei der Tat war auch der Bruder von ter Heide beteiligt.

Quelle:

Ruud ter Heide – Wikipedia

Ruud ter Heide – Spielerprofil | Transfermarkt

Werder Bremen: Totschlag-Urteil! Ex-Talent 14 Jahre in den Knast!

Markus Anfang und die Sache mit dem Impfpass

Von Markus Anfang als Spieler aber vor allem als Trainer kann man denken was man will. Aktuell ist Markus Anfang Trainer bei Fortuna Düsseldorf, war zuvor aber auch beim 1.FC Kaiserslautern, sowie bei Dynamo Dresden, Werder Bremen, Darmstadt 98, dem 1.FC Köln und bei Holstein Kiel tätig. Von außen betrachtet, weint man ihm bei keiner Station eine Träne nach. In Kaiserslautern wechselte man ihn während des Saison-Finales gegen Torsten Lieberknecht aus, in Köln ist ihm das Gleiche 2019 schon einmal passiert. Damals stand der FC sogar auf dem ersten Platz. Damals wurde ihm das Festhalten an der 4-1-4-1-Taktik genauso zum Verhängnis wie fehlendes In-Game-Coaching, sowie taktische Fehler und defensive Probleme seiner Mannschaft.

Doch spätestens mit seinem Rücktritt bei Werder Bremen ist Anfangs Ruf massiv beschädigt. Das lag jedoch nicht an den Problemen, die Werder als Absteiger hatte, sondern an der Tatsache, dass gegen Anfang und seinen Co-Trainer wegen dem Verdacht auf Impfpassfälschung gestand. Zuerst hat der Übungsleiter die Vorwürfe zurückgewiesen, ehe die beiden dann zurücktreten mussten.

Anfang war während der vierten Welle der Pandemie beim Kölner Karneval. Der Besuch war nur für Geimpfte oder Genese möglich war. Sein Geständnis folgte im Januar 2022. Die Justiz belegte Anfang mit einer Geldstrafe von 36.000 Euro, zudem wurde er vom DFB für ein Jahr gesperrt

Quelle:

Trainer-Beben! Ex-Werder-Coach Markus Anfang in Kaiserslautern gefeuert!

Markus Anfang – Trainerprofil | Transfermarkt

Taktik-Rückblick: Die Gründe für Markus Anfangs Scheitern beim 1. FC Köln – https://effzeh.com

Markus Anfang – Wikipedia

Al-Shorta SC aus Bagdad

Am siebten Spieltag der asiatischen Champions League kommt es im Stadion Istiqol in der usbekischen Hauptstadt Fergana zu einem Duell zwischen dem FC Nasaf aus Saudi-Arabien und dem Al-Shorta SC aus dem Irak. Beim Al-Shorta SC handelt es sich um den Polizei-Sportclub aus Al-Rusafa. Al-Rusafa ist einer der Verwaltungsbezirke er Hauptstadt. Gemeinsam mit dem Bezirk Karkh bildet es den wesentlichen Bestandteil der Stadt und hat kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten.

Der Verein, der 19 Sportarten ein zu Hause gibt, wurde offiziell 1978 gegründet, hat seine Wurzeln allerdings schon im Jahr 1932, allerdings wurde im Irak erst in den 1970er-Jahren eine Vereinsstruktur aufgebaut. Die Mannschaft ist in der Irak Sterne Liga eine der erfolgreichsten und konnte bereits achtmal die nationale Meisterschaft und einmal den irakischen Pokal gewinnen. In der aktuellen Saison ist man in der Meisterschaft Titelverteidiger und liegt auf dem zweiten Platz. Allerdings hat bei einem Spiel Rückstand nur zwei Punkte weniger als der aktuelle Tabellenführer.

Spieler aus dem aktuellen Kader dürften wohl nur den Insidern des irakischen Fußballs bekannt sein, der mit dem höchsten Marktwert ist jedenfalls Mittelfeldspieler Dominique Mendy, 26 Jahre alter Senegalese, der zuvor bei Al-Najaf, ebenfalls im Irak gespielt hat.

aerial view of baghdad city skyline
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Zwischen den Golfkriegen war der Verein durchaus erfolgreich. 2000 stand man im Viertelfinale der asiatischen Clubmeisterschaft und man gewann die Bagdad-Meisterschaft gleich dreimal, als 2003 die Liga abgebrochen wurde, war man noch Tabellenführer. Raad Hammoudi, ehemaliger Torwart und Kapitän rettete Al-Shorta vor der Insolvenz, und die Kicker aus dem Bagdader Bezirk konnten sich erneut für die AFC qualifizieren. Danach entwickelte man sich erneut zu einer Spitzenmannschaft und spielt mittlerweile im neuen Al-Shorta-Stadion, das offiziell dem irakischen Innenministerium gehört.

Der Verein gehört zu den beliebsten im ganzen Irak, allerdings liegt der größte Rivale Al-Zawraa noch vor ihnen. Mittlerweile haben sich sogar Ultra-Gruppierungen gebildet, die bekanntesten sind die „Ultras Green Harp“ und die „Majaneen Al-Qithara“.

Quellen:

Al-Rusafa, Irak – Wikipedia

Al-Shorta SC – Kader im Detail 25/26 | Transfermarkt

Al-Shorta SC – Wikipedia

Die Erkenntnisse nach dem 21. Spieltag

Die Bundesliga biegt nach dem 21. Spieltag zwar noch nicht auf die Zielgraden ein, dennoch sind rund zwei Drittel der Saison 2025/2026 gespielt. Entschieden ist noch nichts, dennoch wurde die, die auf etwas mehr Spannung im Titelrennen gesetzt haben, bitter enttäuscht. Der Verfolger aus Dortmund hat seine Hausaufgaben zwar gemacht, die Bayern aber eben auch. Bei den Bayern war es ein überragender Luis Diaz, der drei Treffer erzielt hat und eine rote Karte, über die man diskutieren sollte. Die Vermeidung von Doppelstrafen, hier Elfmeter plus rote Karte, scheint aktuell nicht mehr „en vogue“ zu sein. Am Ende brach den Hoffenheimern der Doppelschlag vor der Pause das Genick.

Der VfB Stuttgart (1:2 gegen St. Pauli) und Bayer Leverkusen (1:1 gegen Borussia Mönchengladbach) können im Kampf um die Champions League-Plätze keinen Boden gut machen. In Frankfurt (1:1 gegen Union Berlin) kann man auch mit neuem Trainer nur von Europa träumen, dafür hat der HSV durch das 2:0 gegen Heidenheim einen wichtigen Sieg geholt. Für die Heidenheimer sind es inzwischen sieben Punkte Abstand bis zum rettenden Ufer. Möglich ist der Klassenerhalt zwar immer noch, allerdings fehlt mir dafür die Phantasie. St. Pauli sendet ein Lebenszeichen, Werder Bremen nicht. Derweil ist man sich an der Weser, was die Qualität angeht, zwischen Mannschaft und Führung nicht einig. Ein Blick auf die Tabelle kann helfen, schließlich sind die Bremer nur zwei Punkte von einem direkten Abstiegsplatz entfernt. Die 1:0-Niederlage gegen Freiburg sorgt da auch nicht für einen Hoffnungsschimmer. Den gibt es in Wolfsburg auch nicht. Die Chancen auf den Sieg sollen zwar dagewesen sein, die Punkte sind allerdings futsch. Nur eine Frage der Zeit, bis Bruno Labbadia übernimmt.

Dafür macht Urs Fischer bei Mainz 05 Urs Fischer-Sachen und führte die Mannschaft heimlich, still und leise auf Tabellenplatz Nr. 14. Respekt.

Schalke gibt Tabellenführung ab

Die Königsblauen geben in der zweiten Liga die Tabellenführung ab. Und das ausgerechnet gegen das Kellerkind aus Dresden und trotz 2:0-Führung und Dzeko-Doppelpack. Das Problem liegt, im Gegensatz zur Hinrunde, aber eher im eigenen Strafraum. In den letzten drei Spielen musste Schalke jeweils zwei Tore hinnehmen. Die Steilvorlage nahm Darmstadt 98 gerne auf und fertigte den 1.FC Kaiserslautern mit 4:0 ab. Lautern verabschiedet sich damit erstmal aus dem Aufstiegsrennen. Der SC Paderborn bleibt nach dem 2:1 gegen Club in Lauerstellung und die Hertha zeigt, dass mit ihr, nach dem 3:0 in Elversberg, weiter zu rechnen ist. Die beiden Kellerkinder aus Fürth und Magdeburg hatten offensichtlich keinen Bock aufs Verteidigen, Magdeburg gewinnt gegen Fürth mit 5:4, Münster rutscht trotz dem Punktgewinn gegen den VfL Bochum auf den Relegationsplatz, dafür holt Bielefeld einen wichtigen Sieg gegen Eintracht Braunschweig.

Quincy Promes: Körperverletzung und Drogenschmuggel

Warum Fußballer, vor allem bei den Gehältern in der heutigen Zeit, auf die Schiefe Bahn geraten, ist eine Frage, die wohl niemand, möglicherweise auch die Profis selber, nicht beantwortet kann. Einer dieser Fälle, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann, ist der niederländische Stürmer Quincy Promes. Der Niederländer wurde 2023 zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt, da er seinem Cousin ins Knie gestochen hatte. Nur ein Jahr später wurde er in Abwesenheit wegen Drogenhandels zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im letzten Sommer wurde er in Dubai verhaftet und an sein Heimatland ausgeliefert. Seine Karriere gilt seitdem als beendet, bereits in der Saison 2024/2025 war Promes ohne Vertrag, ehe er sich 2024 dem United Football Club aus den Vereinigten Arabischen Emiraten anschloss.

Auch wenn der Angreifer noch Möglichkeiten zur Berufung hat, drohen ihm in den Niederlanden mehr als sieben Jahre Gefängnis. Die blieben ihm auch nur erspart, weil er in der Vergangenheit auch für Spartak Moskau gespielt hat. Zwischen Russland und den Niederlanden gibt es kein Auslieferungsabkommen.

Quellen:

Quincy Promes – Wikipedia

Quincy Promes – Spielerprofil | Transfermarkt

Neun Jahre Haft für Robinho

Brasianische Fußballer ohne Spitznamen gibt es nicht. Das gilt aus für Robson da Souza, den wir eher und seinem Künstlernamen Robinho kennen. Seine sportlichen Leistungen sind unbestritten, in Brasilien spielte der in Sao Vincente geborene ehemalige Flügelspieler für den FC Santos und Atletico Mineiro, im Ausland für Real Madrid, Manchester City, AC Mailand, CZ Evergrande (China) und Basaksehir Istanbul. Während seiner Karriere gewann er zahlreiche nationale und internationale Titel.

2017 sorgte er Abseits des Platzes für Schlagzeilen. Er soll gemeinsam mit weiteren Männern eine junge Frau in einer Mailänder Discothek vergewaltigt haben. Zunächst soll man sie mit Alkohol abgefüllt und dann in ein Hinterzimmer gezerrt haben. Sein damaliger Verein Basaksehir spielte kurz danach in der Europa League in Rom. Um einer Verhaftung zu entgehen, blieb Robinho in der Türkei. Sein Einspruch wurde abgelehnt, das Urteil galt als rechtskräftig.

Robinho war damals schon wieder in Brasilien, da es in Brasilien ein Auslieferungsverbot für einheimische Bürger*innen gibt. Ein Gericht hat deswegen festgelegt, dass Robinho die Strafe in Brasilien absitzen muss. Eine weitere Berufung wurde erst im letzten Jahr abgewiesen, Robinho muss deswegen eine neunjährige Haftstrafe absitzen. Robinho verbüßt seine Haftstrafe im Gefängnis Tremembes 2, das in Brasilien als Promi-Gefängnis gilt.

Quellen:

Robinho spricht aus dem Gefängnis und schildert seine Realität als gewöhnlicher Gefangener – Indeksonline. Net

Robinho – Wikipedia

Eine russische Rückkehr darf es nicht geben

Wenn es nach FIFA-Boss Gianni Infantino gehen würde, hätte man den Ausschluss der russischen Auswahlmannschaften bereits wieder zurückgenommen buw. Ihn aufgeweicht. Der oberste Fußball-Funktionär hat sich öffentlich für eine Rücknahme des Bannes ausgesprochen. Bei Jugendmannschaften ist für bereits gesetzt. Seiner Meinung nach würde es helfen, wenn russische Jugendfußballer*innen gegen andere Nationalmannschaften spielen würden. Bei der aktuellen politischen Lage und putinschen Brainwashing ist das jedoch totaler Unsinn. Freie Meinungsäußerungen sind den Sportler*innen aus Putins Reich eh nicht mehr gestattet.

Für den ukrainischen Fußballverband ist klar, dass eine Rückkehr von russischen Mannschaften auf die Weltbühne erst nach dem Ende des Krieges möglich ist. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wird deutlich: „679 ukrainische Mädchen und Jungen werden nie Fußball spielen können – Russland hat sie getötet. Und es tötet weiter, während moralische Degenerierte vorschlagen, die Sanktionen aufzuheben, obwohl Russland seinen Krieg nicht beendet hat. Künftige Generationen werden dies als eine Schande betrachten, die an die Olympischen Spiele 1936 erinnert.“

Kurz nach dem Überfall hat die FIFA gemeinsam mit der UEFA alle laufenden Wettbewerbe für russischen Mannschaften gesperrt. Allerdings ist das nicht der erste Vorstoß Infantinos, bereits im letzten Jahr wagte er einen Vorstoß.

Auf Grund der Tatsache, dass Russland keine Anstalten macht, den Krieg in der Ukraine zu beenden und auch das Verhältnis zu NATO und EU nach wie vor extrem gestört ist, darf es für die Russen keine Rückkehr geben.

Quellen:

https://www.n-tv.de/sport/fussball/Ukraine-nennt-FIFA-Boss-moralisch-degeneriert-id30318163.html

Pavel Macak: Torwart auf Abwegen

An Pavel Macak dürften sich wohl nicht mehr viele erinnern. Höchstens den älteren Schalke-Fans könnte der Name des 1957 in der damaligen Tschechoslowakei geborenen Torhüters etwas sagen. Von 1983 spielte er drei Jahre lang für die Knappen, ehe er beim 1. FC Recklinghausen, dem ASC Schöppingen und dem FC Remscheid seine Karriere ausklingen ließ. In seiner Heimat spielte er für Banik Ostrawa. Sein Problem war, dass er sich als Ersatztorwart meistens nicht zeigen konnte. Auf Schalke kam er an Walter Junghans nicht vorbei, in der Tschechoslowakei hieß sein Kontrahent Pavol Michalik. Deswegen kam er am Ende seiner Karriere auch nur auf 46 Einsätze im Profi-Fußball.

Dafür hatte er mehr Einsätze als Krimineller. Zigarettenschmuggel und Diebstähle hat man im vorgeworfen und ihn am Ende wegen Betrugs zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am Ende war er geläutert, Macak arbeitete später als Scout und Berater.

Quellen:

Pavel Mačák – Wikipedia

Pavol Michalík – Wikipedia

Vom Platz in den Knast: 15 Fußballer, die im Gefängnis saßen

Schluss mit X

Es gibt viele, wenn nicht zahllose Gründe die Plattform X, zuvor Twitter, zu kritisieren. Seit Elon Musk die Plattform übernommen hat, hat die Verbreitung von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Desinformation, Verschwörungstheorien und russischer Propaganda deutlich zugenommen. Außerdem lautet Vorwurf, „Beihilfe bei der Verbreitung sexualisierter Bilder Minderjähriger“ geleistet zu haben. Genau deswegen kam es jetzt in Paris zu einer Durchsuchung der Büros des Netzwerkes. Besitzer Elon Musk und die ehemalige CEO Linda Yaccarino wurden als Zeugen vorgeladen.

Musk hatte über sein Netzwerk mehrfach, auch in Deutschland, in Wahlkämpfe eingegriffen. Dazu wurde der Algorithmus geändert. Ermittlungen gibt es nicht nur in Frankreich, sondern auch in den USA, Australien, Kanada, Indien und Großbritannien. In Indonesien, Malaysia und auf den Philippinen wurde X sogar zeitweise gesperrt.

Zahlreiche Prominente, Politiker*innen und Organisationen haben X bereits verlassen. Gleiches gilt auch für Fußballvereine in Deutschland. Der FC St. Pauli ist bereits seit November 2024 nicht mehr bei X. Man begründet den Schritt damit, dass X Rassismus und Verschwörungstheorien verbreitet und Beleidigungen oder Bedrohungen als Meinungsfreiheit verkauft werden. Damals ging es auch um die Rolle von Musk in der US-Regierung. Ins gleiche Horn stößt der SC Freiburg. Die Breisgauer geben an, dass die Werte, für die der Verein steht, bei X „mit Füßen getreten“ werden. Gleiches gilt für die Verantwortlichen beim SV Werder Bremen, die quasi zeitgleich mit den beiden Konkurrenten die Plattform hinter sich gelassen haben.

Die meisten Vereine sind noch bei X und begründen das mit der großen und auch internationalen Reichweite. Allerdings kommt aus der Fanszene immer mehr Kritik daran. Bei VfL Bochum startet der Fanclub „Linksdrall“ eine Initiative, um den Verein zu einem Ausstieg bei X zu bewegen.

Mein Fanclub geht voran: Wir fordern den @vfl-bochum.de mit dem Schreiben vom gestrigen Montag dazu auf, X endlich zu verlassen und es anderen Vereinen wie dem @fcstpauli.com gleichzutun.Wir warten mit Spannung auf eine Reaktion unseres Vereins! #meinVfL #tiefimWesten #vflbochum #Linksdrall

Anna-Lena (@halloalo.bsky.social) 2026-02-03T19:55:26.997Z

Die Gründe sind deckungsgleich mit denen, die die genannten Konkurrenten dazu bewogen haben X zu verlassen. Dazu kommen die bereits aufgeführten Vorwürfe in Sachen KI. Eigentlich hätte der Verein, so wie andere Vereine auch, selber darauf kommen müssen, dass X kein soziales Netzwerk, sondern nur noch ein Ort für Hass, Gewalt, Beleidigungen, Bedrohungen, Verschwörungstheorien, Propaganda und die Verbreitung von Pornografie ist.

Quellen:

https://www.spiegel.de/netzwelt/x-ermittler-durchsuchen-pariser-buero-von-elon-musks-unternehmen-a-1e4157f9-da3a-47a7-b21b-a6cdd70eb2d2

https://www.fcstpauli.com/news/der-fc-st-pauli-verlasst-x

https://www.scfreiburg.com/aktuell/nachrichten/verein/2024/25/sc-beendet-aktivitaeten-auf-x

https://www.werder.de/news/maenner/2024-2025/pm-x-18112024

Der Bürgermeister von Sliven

Es war der 10. Juli 1994 als die deutschen Träume von der WM-Titelverteidigung platzten. Dabei waren die Vorzeichen gar nicht so schlecht, Deutschland ging durch ein Elfmetertor von Lothar Matthäus in Führung, doch innerhalb von zwei Minuten erzielten die Bulgaren durch Hristo Stoichkov und eben jenem Yordan Letchkov den Endstand von 2:1. Zu diesem Zeitpunkt wusste man in Deutschland aber bereits, zu welchen Leistungen Yordan Letchkov im Stande war. Zu Beginn der Saison 1992/1993 wechselte Letchkov aus der bulgarischen Hauptstadt in die Elbmetropole. Gemeinsam mit Markus Babbel, Valdas Ivanauskas, Stig Töfting und Uli Stein sorgte er für erfolgreichere Hamburger Zeiten in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in Hamburg spielte er noch für Olympique Marseille (mit Andreas Köpke) und Besiktas Istanbul, ehe er 2004 in seiner Heimatstadt Sliven seine Fußballschuhe an den Nagel hängte.

Sliwen, das ist eine Stadt im Osten des Landes zwischen Sofia und Burgas. Die Stadt liegt am südöstlichen Rand des Balkangebirges. Sie ist nicht nur die „Stadt der Pfirsiche“, sondern auch Textilzentrum und Industriestadt. Auch wenn die Stadt einige bekannte Sportler geboren hat, dürfte Letchkov der wohl bekannteste von allen sein. Auf Grund dessen wurde er im Jahre 2013 zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Die Rede war von Misswirtschaft und Amtsmissbrauch. Im wurde vorgeworfen, eine Steuerprüfung umgangen zu haben und einen Vertrag zur Wasserbewirtschaftung abgeschlossen zu haben, bei dem es zu Verlusten von fast 300.000 Euro gekommen sein soll. Das Urteil wurde wenig später allerdings aufgehoben, heute ist Letchkov Vizepräsident des bulgarischen Fußballverbands BFS.

Quellen:

Yordan Lechkov – Spielerprofil | Transfermarkt

Sliwen – Wikipedia

Jordan Letschkow – Wikipedia

Der Deadline-Day

Das Transferfenster ist zu. Das ist gut, denn das erstes zieht es nicht mehr so ​​und das zweites, und das ist viel wichtiger, wissen wir nun, mit welchen Spielern die Teams ihre Aufgaben für den Rest der Saison angehen. Deswegen darf eine kleine Einschätzung zu den Neuverpflichtungen der ersten und zweiten Liga auch hier nicht fehlen:

1. Bundesliga

FC Bayern München

Die Bayern haben kein Geheimnis daraus gemacht, in dieser Transferperiode nicht aktiv werden zu wollen. Eine weise Entscheidung, Leon Goretzka erst im Sommer abzugeben. Man wird jeden Spieler brauchen, dennoch scheitern die Bayern in der Champions League am zu kleinen Kader.

Borussia Dortmund

Der BVB hat sich nicht erst am Montag von drei Spielern getrennt. Pascal Groß, er stand zuletzt immer seltener auf dem Platz, kehrt in die Premier League zurück und die beiden 19-jährigen Cole Campbell (Hoffenheim) und Julien Duranville (FC Basel) sollen in der fremde Erfahrungen sammeln und später zum BVB zurückkehren. Anders sieht das Ganze bei Leihspieler Aarón Anselmino aus. Der 20-jährige Innenverteidiger musste zum FC Chelsea zurückkehren und wurde direkt an den FC Straßburg weiterverliehen. Nur ein Beispiel, warum das Multiclub-Ownership ein fragwürdiges Modell ist. Am Ende spielt der BVB mit der TSG Hoffenheim die Vizemeisterschaft aus.

TSG Hoffenheim

Die Leihen von Tim Drexler (1.FC Nürnberg), Attila Szalai (Kasimpasa/Türkei) und Florian Micheler wurden beendet. Dazu hat man Yannick Eduardo als Mittelstürmer vom FC Dordrecht aus der Keuken Kampoen Divisie (Niederlande) verpflichtet. Der Spieler soll langsam an die Bundesliga herangeführt werden und in der U23 Spielpraxis sammeln. Gleiches dürfte für Cole Campbell (Borussia Dortmund) gelten. Am Deadline-Day wurde die Verpflichtung von Luis Engels (SC Paderborn) eingetütet. Auch er sich zunächst über die U23 anbieten. Drei Verpflichtungen mit Perspektive, für die Bundesliga wird es wahrscheinlich aber noch nicht reichen.

VfB Stuttgart

Bereits vor Weihnachten haben die Schwaben Jeremy Arévala verpflichtet. Der Spanier traf für Racing Santander in der zweiten spanischen Liga in achtzehn Spielen insgesamt acht mal. Ein Spieler mit Perspektive, der sich aber zunächst beweisen muss. Stuttgart wird auch in der Rückrunde um die europäischen Plätze spielen, ob es für die Champions League reichen wird, glaube ich allerdings nicht.

Bayer Leverkusen

Unterm Bayer-Kreuz reagiert man auf die Flekken-Verletzung und holt Jonas Omlin als zweiten Torwart aus Gladbach. Durch die Leihe von Innenverteidiger Jeanuel Belocia zum VfL Wolfsburg kehrt Tim Oerman von seiner Leihe frühzeitig aus Graz zurück. Dazu kommt Issa Traoré als Innenverteidiger vom Djoliba AC aus Mali. Genau wie Rechtsaußen Montrell Culbreath ein Wechsel für die Zukunft. Leverkusen bleibt weiter ein Kadidat für die Europa- oder Conference League.

SC Freiburg

Beim SC Freiburg kehren zwei Leihspieler zurück. Freiburg wird es schwer haben, sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren.

Eintracht Frankfurt

Als Frankfurter Sollbruchstelle hat man das defensive Mittelfekd ausgemacht. Verpflichtet hat man stattdessen zwei Mittelstürmer (Younes Ebnoutalib und Arnaud Kalimuendo), sowie Keita Kosugi (Djurgarden/Schweden) für die Abwehr, sowie Love Arrhov (Brommapojkarna/Schweden) und Ayoube Amaimouni-Echghouyab (TSG Hoffenheim II) für die Offensive. Spannender ist definitiv die Trainerstelle. Trotzdem reicht es am Ende nicht für Europa, im Sommer droht ein Umbruch.

Union Berlin

Aus persönlichen Gründen fällt es mir schwer, was positives zu Union Berlin zu schreiben. Deswegen bleibe ich sachlich: Mittelstürmer Marin Ljubicic wurde in die 2. Liga zu Fortuna Düsseldorf und Oluwaseun Ogbemudia zu Waldhof Mannheim in die 3. Liga verliehen. Am Ende schafft Union den Klassenerhalt.

1.FC Köln

Bereits zum Jahreswechsel kam Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey aus der U21 von Manchester City, dazu die Mittelstürmer Fynn Schenten (U19), Imad Rondic (Rakov/Polen) und Chilohem Onuoha. Köln wird auch in der Rückrunde kein anderes Ziel verfolgen als den Klassenerhalt.

FC Augsburg

Der FC Augsburg hat was, und das war bitter nötig, für die Offensive getan. Das beste daran ist, das Marius Wolf nicht mehr versuchen muss, Mittelstürmer zu spielen. Das können ab sofort, ja gut schon ein paar Tage länger, Uchenna Ogundu (Alanyaspor/Türkei), Rodrigo Ribeiro (Sporting Lissabon B) und Michael Gregoritsch (Bröndby IF/Dänemark) tun. Dazu kommt Innenverteidiger Arthur Chaves (TSG Hoffenheim) und Mittelfeldspieler Yannick Keitel (VfB Stuttgart). Damit packen die Fuggerstädter (viele Grüße) den Klassenerhalt relativ locker.

Borussia Mönchengladbach

Gleich fünf Neuzugänge im Fohlenstall. Zu erst die beiden Mittelstürmer Alejo Sarco (Leihe Bayer Leverkusen) und Tomas Cvancara (Antalyaspor), dann der Innenverteidiger Kota Takai (Tottenham) und Torwart Jan Olschowsky (Leih-Ende bei Alemannia Aachen). Letzter im Bunde ist der schwedische Mittelfeldspieler Hugo Bolin von Malmö FF. Gladbach präsentierte sich zuletzt extrem schwach, ob das mit den Neuverpflichtungen besser wird, kann ich mir nicht vorstellen. Zum Glück der Gladbacher sind die anderen auch nicht besser.

Hamburger SV

Beim HSV ist es schwierig den Überblick zu behalten. Jonas Meffert (Kiel), Silvan Hefti (DC United/USA), Gui Ramos (BJ Guoan/China), Anssi Suhonen (Odense BK/Dänemark), Aboubaka Soumahoro (AS St. Etienne/Frankreich), Emir Sahiti (Maccabi Tel Aviv/Israel) und Daniel Peretz (FC Southhampton/England) verlassen den Verein, dafür kommen Torwart Sanger Tangvik (Rosenborg), die beiden Mittelstürmer Damion Downs (FC Southhampton), Otto Stange (Leih-Ende SV Elversberg), Linksaußen Philip Otele (FC Basel), sowie die Mittelfeldspieler Albert Gronbaek (Stade Rennes) und Anssi Suhonen (Östers IF). Einziges Ziel der Hamburger bleibt der Klassenerhalt.

VfL Wolfsburg

In der VW-Stadt hat man mit Andreas Skov Olsen (Glasgow Rangers) und Sael Kumbedi (Olympique Lyon) gleich zwei Spieler abgegeben. Dazu kommen die Abwehrspieler Jonas Adjetey (FC Basel), Cleiton (Flamengo/Brasilien) und Jeanuel Belocian aus Leverkusen. Vorne soll Kento Shiogai (NEC Nijmegen) helfen. Helfen könnte auch, für den Klassenerhalt zu beten. Wolfsburg oder Bremen werden in die Relegation müssen.

Werder Bremen

Jovan Milosevic soll als Leihgabe vom VfB Stuttgart die Offensivprobleme der Bremer lösen. Immerhin konnte man das Kapitel Naby Keita (Ferencvaros) schließen. Oberste Priorität hat nun die Trainersuche. Der muss dann mit dem Personal leben. Sieht irgendwie so aus, als würde man in Bremen dem eigenen Untergang zusehen. Tatenlos.

FSV Mainz 05

Es ist die wohl die größte Lovestory seit Romeo & Julia. Urs Fischer und Sheraldo Becker sind wiedervereint. Beide wollen an ihre große Zeit bei Union Berlin anknüpfen. Da sind die Verpflichtungen von Phillip Tietz (FC Augsburg), Otto Ruoppi (KuPS/Finnland), Silas (VfB Stuttgart) und Hyun-Seok Hong (FC Nantes) fast nebensächlich. Am Ende kommt es wie immer: Der FSV Mainz 05 sichert sich den Klassenerhalt ohne den Umweg Relegation.

FC St. Pauli

Der FC St. Pauli hat im Transferfenster gleich fünf mal zugeschlagen und Mathias Rasmussen (Union SG/Belgien), Taichi Hara (Kyoto Sanga/Japan), Tomoya Ando (Avispa Fukuoka/Japan), Emil Gazdov (Montreal/Kanada) und Scott Banks (FC Blackpool) verpflichtet. Leider reichts am Ende trotzdem nicht.

1.FC Heidenheim

Den 1.FC Heidenheim kann, wenn man mich fragt, nur ein Wunder retten. Die verpflichtung von Christian Conteh (Braunschweig) wird genauso wenig reichen, wie die Leihen von Eren Dinkci (SC Freiburg), Leonidas Stergiou (VfB Stuttgart) und Hennes Behrens (TSG Hoffenheim).

2. Bundesliga

FC Schalke 04

Die Schalker, die zuletzt etwas schwächelten, machen mit ihrer Transferpolitik deutlich, dass sie im nächsten Jahr endlich wieder in der 1. Bundesliga spielen wollen . Dafür holte man allen voran die alternde Torgarantie Edin Dzeko vom AC Florenz. Das er auch im hohen Fußballeralter weiß wo das Tor steht, hat er gegen Kaiserslautern gezeigt. Aber Dzeko muss gefüttert werden, das soll Adil Aouchiche vom AFC Sunderland übernehmen. Dazu kommen Dejan Ljubicic von Dinamo Zagreb für das defensive Mittelfeld und Moussa N´Diaye aus Anderlecht. Torwart Kevin Müller (1.FC Heidenheim) komplettiert den Kader. Im Gegenzug hat man sich von Justin Heekeren (RSC Anderlecht), Ibrahima Cissé (FC Aarau), Mauro Zalazar (Leihe SC Braga U23) und Jakob Sachse (Viktoria Köln) getrennt. Wenn die Neuzugänge einschlagen, könnte es mit dem Aufstieg klappen.

SV Elversberg

Der Abgang von Younes Ebnoutalib zu Eintracht Frankfurt tut richtig weh, wird durch eine Ablöse von 8 Millionen Euro aber versüßt. Durch das Leih-Ende von Otto Stange und die Rückkehr zum HSV wird es vorne übersichtlich. David Mokwa von der TSG Hoffenheim soll die Lücke schließen und hat bereits ein Tor erzielt. Dazu kommen am Raif Adam und Immaniel Pherai vom HSV. Elversberg spielt zwar bis zum Ende oben mit, mehr als Platz drei wird es am Ende aber nicht.

Darmstadt 98

In Hessen hat man sich mit Raoul Petretta (Toronto/Kanada), Niklas Schmidt (FC Toulouse/Frankreich) und Grayson Dettoni (Bayern II) verstärkt. Dabei war die Mannschaft auch vorher stark genug, um ganz oben zu landen.

SC Paderborn

In Paderborn bleibt es auf der Zugangsseite übersichtlich, einzig Kennedy Okpala kommt von Waldhof Mannheim aus der dritten Liga. Das wird am Ende für das obere Drittel reichen.

Hannover 96

Hannover hat Ambitionen und gemeinsam mit Kaiserslautern die schlechteste Abwehr aller Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. An dem Problem arbeiten können die Hannoveraner mit Stefan Teitur Thórdarson (Preston NE/England) und Mwisho Mhango (Ascent Academy/Malawi). Hinzu kommen die beiden Linksau0en Elias Saad (FC Augsburg) und Noah Weißhaupt (SC Freiburg). Als Topfavorit gestartet, bleibt den 96ern auch im nächsten Jahr nur die zweite Liga.

1.FC Kaiserslautern

Beim FCK träumt man von der Bundesliga. Für ganz oben reicht es aktuell auch noch nicht aus. Allerdings musste man auf dem Betzenberg auf die Verletzung von Ivan Prtajin reagieren und holte sich Mergim Berisha von der TSG Hoffenheim. Für die gleiche Position kam zuvor bereits Norman Bassette von Coventry City. Für die Defensive verstärkte man sich mit Jacob Rasmussen (RB Salzburg), Atanas Chernev (Estrela Amadora/Portugal) und Dion Hoffmeister aus der eigenen Jugend.

Hertha BSC

Der Hauptstadtclub gehörte, ähnlich wie Hannover zu den ganz großen Favoriten. Dieser Rolle konnten sie allerdings nie gerecht werden. Daran wird sich auch in der Rückrunde und trotz der Verpflichtung von Josip Brekalo (Real Oviedo) nichts ändern. Als weitere Verstärkung gilt der zuvor vereinslose Jeremy Dudziak, der aber bereits vor seiner Zeit als Vertragsloser bei der Hertha spielte.

VfL Bochum

Ganz schön was los beim VfL Bochum: Ibrahima Sissoko (FC Nantes), Colin Kleine-Bekel (FC St. Gallen), Mathis Clairicia (Alverca/Portugal), Lirim Jashari (MVV Maastricht/Niederlande), Michael Obafemi (FC Burnley/England) und zuletzt Felix Passlack (Hibernian FC/Schottland) verließen den Verein. Dafür hat man sich mit den Verteidigern Oliver Olsen (Randers FC/Dänemark) und Mikkel Rakneberg (Kristiansund/Norwegen) verstärkt. Vom FC Bayern kommt das vielversprechende Mittelfeld-Talent Moritz Göttlicher, sowie der vereinslose Marcel Sobottka und Mittelstürmer Callum Marshall (West Ham Utd). Für den Angriff auf ganz, ganz oben sind die Mannschaften zu weit weg, aber dass man von den ganz Großen den einen oder anderen ärgern kann, hat man bereits bewiesen.

1.FC Nürnberg

Die Abgänge beim Club sind zweistellig, dafür hat man mit Styopa Mkrtchyan (NK Osijek/Kroatien), Rabby Nzingoula (Racing Straßburg), Javier Fernandez (Bayern II) und Dustin Fockel (Leih-Ende Jahn Regensburg) vier neue im Team. Am Ende ein Mittelfeldplatz.

Karlsruher SC

Den wird es auch für den KSC geben. Hier stoßen Hyeok-kyu Kwon (FC Nantes) und Stephan Ambrosius (FC St. Gallen) zum Team.

Holstein Kiel

Absteiger haben es in der zweiten Liga nicht leicht und gehören nicht automatisch zum Favoritenkreis. Das musste auch Holstein Kiel erfahren. Trotz der Neuzugänge, wird sich an der Tabellensituation der Störche nicht mehr viel ändern. Man hat sich mit Mittelstürmer Aldin Jakupovic (NK Bravo/Slowenien) und den Mittelfeldspielern Jonas Meffert (HSV) und Umut Tohumcu (Hoffenheim) verstärkt, dafür haben Magnus Knudsen (Aarhus GF, Dänemark), Louis Köster (VfL Bochum II), Luca Prasse (FSV Zwickau) und Robert Wagner (SC Freiburg) den Verein verlassen.

Eintracht Braunschweig

Eigentlich wollte Sven Köhler, immerhin Mannschaftskapitän, den Verein verlassen. Stand jetzt ist daraus nichts geworden. Dafür haben Christian Conteh (1.FC Heidenheim), Levante Szabó (Zaglebie Lubin/Polen), Sebastian Polter (Partizan Belgrad/Serbien), Mohamed Dräger (Esperance/Tunesien), Sanoussy Ba (Waldhof Mannheim) und Robert Ramsak (RB Leipzig) den Verein verlassen. Die Lücken sollen durch Andi Hoti (1.FC Magdeburg), Aaron Opoku (Kayserispor/Türkei), Jovan Mijatovic (New York City), Faride Alidou (1.FC Kaiserslautern), Grant-Leon Ranos (Mönchengladbach), Ken Izekor (Leverkusen U19) und Anas Bakhat (vereinslos) geschlossen werden. Die Eintracht kämpft bis zum letzten Spieltag um die Klasse.

Fortuna Düsseldorf

Pure Enttäuschung bei Fortuna. In der Landeshauptstadt hatte man sich von der Saison deutlich mehr versprochen. Auch wenn klar war, das der Kader an Qualität eingebüßt hat. Satoshi Tanaka (Hiroshima/Japan), Jordi Paulina (Dortmund II), Kilian Sauck (Mönchengladbach II) und Marin Ljubicic (Union Berlin) sollen dabei helfen, das aktuelle Ziel Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Sollte unter normalen Umständen klappen, wenn es dumm läuft aber eben auch nicht.

Arminia Bielefeld

Klassenerhalt, das ist auch das realistische Ziel der Ostwestfalen. Die setzen dabei auf Routine im Abwehrzentrum und holen Robin Knoche vom 1. FC Nürnberg. Dazu kommen die Leihspieler Maximilian Bauer (FC Augsburg), Jannik Rochelt (Hannover 96) und Semir Telalovic (Nürnberg)

Preußen Münster

Jedes Zweitligajahr ist ein sehr gutes Jahr für die Preußen. Damit das so bleibt kommt Mittelfeldspieler Tobias Raschl aus Kaiserslautern, sowie die beiden Mittelstürmer Imad Rondic (1.FC Köln) und Shin Yamada (Celtic Glasgow). Am Ende wird es einen aus dem Trio um Münster, Dresden und Mageburg direkt erwischen, einer darf in die Relegation und einer darf den direkten Klassenerhalt sichern.

Dynamo Dresden

Dresden setzt, zum einen aus finanziellen Gründen, zum anderen aus Gründen der Planungssicherheit auf Leihspieler. Mit Robert Wagner (SC Freiburg), Ben Bobzien (Mainz 05), Thomas Keller (1.FC Heidenheim), Jonas Sterner (Hannover 96) und Jason Ceka (Elversberg) will man die Klasse halten. Ende offen.

1.FC Magdeburg

Bei den Magdeburgern lässt man mit Andi Hoti (Eintracht Braunschweig), Abu-Bekir Ömer El-Zein (SSV Ulm), Emir Kuhinja (Beroe/Bulgarien) und Kandet Diawara (Troyes/Frankreich) ein Quartett ziehen und holt dafür Stürmer Richmond Tachie aus Kaiserslautern. Auch hier Ende offen.

Greuther Fürth

Die schlechtesten Karten hat die SpVgg. Greuther Fürth. In der Offensive ist man gar nicht so schlecht, dafür aber in der eigenen Box. Hier sollen Donri Arifi (KuPS/Finnland), Jan Elvedi (Kaiserslautern), Paul Will (Darmstadt 98), sowie die beiden Eigengewächse Raul Marita und David Abrango helfen. Für die Offensive kommen Keyan Varela (Servette Genf/Schweiz), Sayfallah Ltaief (Twente Enschede/Niederlande), und Aiman Dardari (FC Augsburg). Klassenerhalt hoch ungewiss, am Ende hilft nur beten.

Willi Kraus: Knast statt Schalke

Die aktive Fußballer-Karriere von Willi Kraus ist lange vorbei. Kraus, Kind des Ruhrgebietes, spielte für seinen Jugendclub Schalke 04 und weiter für die Go Ahead Eagles Deventer in den Niederlanden, Tennis Borussia Berlin und Eintracht Gelsenkirchen. Kraus der bereits 2008 verstorben ist, hing seine Fußballschuhe bereits im Alter von 26 Jahren an den Nagel.

So ganz freiwillig geschah das allerdings nicht. Sein damaliger Verein Schalke 04, für den er nach seinen Gastspielen in den Niederlanden und bei Tennis Borussia Berlin nochmal auflief, hatte ihn nach einigen Diebstählen im Februar 1968 entlassen. Seine Spielerlizenz hatte er aus den gleichen Gründen bereits verloren. Auch bei seiner letzten Station bei Eintracht Gelsenkirchen fiel Kraus, neben dem Platz, durch sagen wir einmal illegale Tätigkeiten auf.

Kraus geriet in eine routinemäßige Verkehrskontrolle. Klingt erstmal harmlos, allerdings hat man bei dem Kicker nicht etwa Fußbälle, sondern eine geladene Pistole, Propangasflaschen und Diebesgut gefunden. Und weil man damals noch nichts auf Misteryboxen schieben konnte. Dazu kommt noch, das Kraus jede Menge Geschäfte auf den Deckel des FC Schalke 04 gemacht haben soll. Im Trainingslager war Kraus auch regelmäßig bewaffnet. Willi Koslowski, Deutscher Meister mit dem FC Schalke 04 berichtet, dass sich Kraus mit falschen Freunden eingelassen haben soll. Koslowski war es dann auch, der Kraus am Ende seiner Karriere nochmal zu Eintracht Gelsenkirchen lotste, um ihn wieder in die Gesellschaft zu holen. Das soziale Engagement sollte sich am Ende aber nicht auszahlen.

Am Ende war es so einiges, was man Kraus vorgeworfen hat: Bankraube, Einbrüche in Lebensmittelgeschäfte, Überfälle auf Tabakläden, Drogenhandel und Schlägereien. Er wurde mehrfach verurteilt, saß ein und konnte sogar, wenn auch nur kurz, aus dem Gefängnis ausbrechen. Von seinen 65 Lebensjahren saß Kraus etwa 20 Jahre im Gefängnis.

Auch seinen eigenen Mannschaftkollegen gegenüber war Kraus eine tickende Zeitbombe. Er zerstörte die Wohnung seinen ehemaligen Teamkollegen Günther Hermann, als dieser zum KSC wechselte. Auch in dessen Espresso-Bar randalierte er regelmäßig und schlug Personal zusammen. Er hat mal eine Parkuhr aus der Straße gerissen und schoss in einer Kneipe in die Luft. Sein letzter Rauswurf erfolgte dann im September 1976 bei EIntracht Gelsenkirchen. Wenig später saß er in U-Haft. Er brach in Osnabrück und Umland in mehrere Geschäfte ein, klaute Geld, Alkohol und Zigaretten.

Auch danach kam Kraus immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt und musste immer wieder Gefängnisstrafen verbüßen.

Quellen:

Willi Kraus (Fußballspieler, 1943) – Wikipedia

Die Brechstange – 11FREUNDE

Koan Titelrennen

Die Bayern schwächeln: Eine Woche nach der 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg, konnte der Tabellenführer auch beim Hamburger SV nicht dreifach punkten. In der Rückrundentabelle liegt man sogar nur auf dem achten Platz. Damit hat man in diesem Jahr genauso viele Punkte eingefahren, wie der FSV Mainz 05 und Bayer Leverkusen. Die Offensive funktioniert zwar, hier hat man bei acht Treffern den zweitbesten Angriff, die fünf Gegentore sind aber für einen Tabellenführer und auch fürs bayrische Selbstverständnis zu viel. Damit hat man genauso viele Gegentore gefressen, wie Werder Bremen, St. Pauli und der VfL Wolfsburg. Mehr Gegentore gab es nur für RB Leipzig, den 1.FC Heidenheim, Union Berlin (jeweils sieben Gegentore) und Eintracht Frankfurt (neun Gegentore).

In der Gesamttabelle führen die Bayern immer noch mit komfortablen sechs Punkten. Wird die Liga nun spannend, haben wir gar einen offenen Titelkampf? Mitnichten. Auch wenn die Dortmunder erster Verfolger sind, ist der BVB alles andere als ein Titelkandidat. Souverän waren die Siege gegen Heidenheim (3:2) und St. Pauli (3:2) auf keinen Fall. In Dortmund diskutiert man eher über den Kovac-Ball als über die Meisterschaftsoptionen.

Doch wie lässt sich der bayrische Niedergang erklären? Zum einen haben die Bayern keine ernsthafte Konkurrenz. Die Spannung ist trotz der kurzen Schwächeperiode raus. Die Übergabe der Meisterschale könnte man getrost aufs nächste Wochenende vorziehen. Da spiele die Bayern im Übrigen gegen Verfolger Nummer 3, die TSG Hoffenheim, die Dortmunder spielen da gegen Dortmund.

In der Bundesliga kann den Bayern niemand das Wasser reichen. Das mag bedauernswert sein, am Ende ist das aber Fakt. Für Europa, und um nichts anderes geht es den Bayern, gilt das nicht. In der Champions League haben sich die Bayern gemeinsam mit Arsenal, Liverpool, Tottenham, Barcelona, Chelsea, Sporting Lissabon und Manchester City direkt fürs Achtelfinale qualifiziert. Damit spart man sich immerhin die Playoffs. Dort ermitteln Bayer Leverkusen, der BVB, Atalanta Bergamo und Olypiakos Piräus, wer gegen die Bayern antreten muss.

Auch hier wird es für die Bayern wahrscheinlich noch reichen, für viel mehr allerdings nicht.

Der Fall Uli Hoeneß

Uli Hoeneß, gebürtiger Ulmer und Funktionär in verschiedensten Funktionen bei seinem FC Bayern sieht sich nicht nur als sportlicher und wirtschaftlicher Macher, sondern offensichtlich auch als moralische Instanz. Das gilt für sein Verhältnis zum früheren Kölner Trainer Christoph Daum, das seinen Höhepunkt im Jahre 2006 hatte als Christoph Daums Drogenmissbrauch öffentlich wurde. Dazu hatte er regelmäßige Auseinandersetzungen mit Willi Lemke (Manager Werder Bremen) oder Schiedsrichter Helmut Krug. Auch sein Umgang mit Oliver Kahn, Juan Bernat, Toni Kroos, Thomas Tuchel und Ralf Rangnick rief Hoeneß´ Kritiker auf den Plan.

Bereits 2013 berichtete der Stern online, dass ein „Spitzenvertreter der deutschen Fußball-Bundesliga“ ein Nummernkonto bei der Schweizer Privatbank Vontobel habe und dort einen dreistelligen Millionenbetrag an Schweizer Franken verstecke. Das Nummernkonto soll es bereits seit 1975 gegeben haben. Wie im Wikipedia-Eintrag von Hoeneß zu lesen ist, soll Hoeneß über Sicherheiten von mehr als 200 Millionen Euro verfügt haben. Es seinen mehrfach Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich getätigt worden sein. 2003 soll er einen Gewinn 52 Millionen Euro erwirtschaftet haben, 2005 waren es sogar 78 Millionen. Innerhalb einer Dekade sollen es über 50.000 Transaktionen, meistens Devisentermingeschäfte, gewesen sein. Weiter wird berichtet, das Hoeneß der wichtigste Kunde im Devisenhandel der Bank gewesen sein soll.

Die Bank soll Hoeneß dann auch 2013 informiert haben, das der Stern wegen seines Kontos recherchieren würde. Infolge dessen hat Hoeneß sich selber angezeigt, ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung wurde am 1. Februar 2013 durch die Staatsanwaltschaft München II eröffnet. Im Rahmen des Verfahrens durchsuchte die Staatsanwaltschaft Hoeneß‘ Anwesen am Tegernsee und der damalige Bayern-Präsident wurde daraufhin vorübergehend festgenommen. Gegen die Zahlung von fünf Millionen Euro Kaution kam Hoeneß frei, seine Büroräume beim FC Bayern wurde allerdings vorher noch durchsucht. Die Anklage gegen Hoeneß wurde im Juli 2013 erhoben, bei den kommenden Mitgliederversammlung gab er an, dass die Vereinsspitze über seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat entscheiden solle, seine Aufsichtsratmitgliedschaft bei der Allianz gab er allerdings auf.

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Am Ende wurde Hoeneß in sieben Fällen und in einer Höhe von 28,5 Millionen Euro wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Hoeneß verzichtete auf eine Revision und die Strafe wurde rechtskräftig. Er trat als Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident des FC Bayern zurück, sein Posten wurde truchsisartig von Karl Hopfner übernommen.

Seine Strafe trat er 2014 in der JVA Landsberg an und kam zu Beginn seiner Haftstrafe in die Krankenabteilung. Wegen einer Herzoperation musste er kurzweilig in eine Klinik wurde aber dann in den normalen Vollzug eingegliedert. Während seiner Haftstrafe soll er unter anderem in der Kleiderkammer gearbeitet haben. 2014 durfte er Weihnachten und Silvester bereits zu Hause verbringen, wenig später wurde er als Freigänger in die Haftanstalt Rothenfelde verlegt. Zu dieser Zeit arbeitete er als „Assistent der Abteilungsleitung Junior Team“ in der Nachwuchsabteilung des Vereins. Nach seiner Haftentlassung übernahm er wieder seine alten Ämter und Funktionen

Uli Hoeneß als Spieler und Funktionär beim FC Bayern

Seine ersten Erfahrungen als Spieler machte Hoeneß in den Jugendabteilungen des VfB Ulm und bei der TSG Ulm, einem Vorgängerverein des heutigen Drittligisten SSV Ulm. Dort sammelte er auch die ersten Erfahrungen im Seniorenbereich. Von dort wechselte Hoeneß dann zum FC Bayern, spielte aber in der Saison 1978/1979 noch einmal für den 1.FC Nürnberg als Leihspieler, ehe er 1979 zum FC Bayern zurückkehrte. Hoeneß wurde als Spieler jeweils einmal Weltmeister (1974) und Europameister (1972), Pokalsieger (1971) und Weltpokalsieger (1976). Den Europapokal der Landesmeister holte er dreimal (1974, 1975, 1976) und damit genauso oft wie die deutsche Meisterschaft (1972, 1973, 1974). Uli Hoeneß musste seine aktive Karriere bereits mit 27 Jahren beenden und stieg unmittelbar danach ins Management des FC Bayern ein.

Das sich Hoeneß zum Manager eignet, hat er bereits als aktiver Spieler gezeigt. Auf Grund seiner Vermittlung kam ein Sponsorenvertrag mit Magirus Deutz zustande. Mit den Einnahmen konnten die Bayern Paul Breitner zum FC Bayern zurückholen. Eigentlich wollten die Bayern aber gar nicht Uli Hoeneß, sondern Rudi Assauer zum Manager machen. Doch die Absage des ehemaligen Machers von Schalke 04 war zum einen das Glück von Uli Hoeneß und zum anderen das des FC Bayern.

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Damals waren die Bayern verschuldet doch Hoeneß war maßgeblich am wirtschaftlichen Aufstieg der Bayer beteiligt. Das die Bayern unter der Leitung von Hoeneß nicht nur zum führenden Club in Deutschland, sondern auch in Europa wurden ist allgemein bekannt. Am Ende waren es 16 Meisterschaften, neun Pokalsiege, sechs gewonnene Finale um den Liga-Pokal, ein gewonnener UEFA-Cup und der Gewinn der Champions League im Jahre 2001. Er verpflichtete zahlreiche Stars und viele Trainer mit internationalem Format.

Als Hoeneß 2009 seine Tätigkeit als Manager beendete, konnte er auf eine 30jährige Amtszeit zurückblicken. Allerdings war es noch nicht müde und übernahm den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident. Noch heute ist Hoeneß Aufsichtsratsmitglied und Ehrenpräsident, hält mit seiner Meinung, egal ob sportlich oder politisch, aber niemals hinter dem Berg.

Uli Hoeneß und die Wurst

Geschäfte hat Uli Hoeneß, Sohn eines Ulmer Metzgermeisters, aber nicht nur im Fußball gemacht. Seit 1985 betreibt er mit Werner Weiß die HoWe Wurstwarenfabrik in Nürnberg. Geleitet wird das Unternehmen aber heute nicht mehr von Heoeneß selber, sondern von seinen Kindern. Die HoWe Wurstwaren beliefern unter anderem Aldi, das Käfer-Zelt auf dem Münchener Oktoberfest, McDonalds und zahlreiche andere Lebensmittelkonzerne in ganz Europa.

Heute werden bei der HoWe Wurstwaren KG Nürnberg hauptsächlich Nürnberger Rostbratwurst, Geflügelbratwürste und saisonale Wurstwaren hergestellt.

Kritisiert wird die hoeneßsche Wurstfabrik auch deswegen, weil kein Betriebsrat existiert, man hauptsächlich mit Leiharbeiter*innen arbeitetet und nicht nach Branchentarifvertrag bezahlt.

Quellen:

Uli Hoeneß – Wikipedia

Bistro am Werk – HoWe Wurstwaren KG Nürnberg HoWe Wurstwaren KG Nürnberg

Schalker Schwächen werden deutlicher

Die Erkenntnis nach 20 Spieltag in der 2. Bundesliga ist die, das noch nichts entschieden ist. Am Berger Feld sollte man das Festkomitee für die Aufstiegsfeiern nicht zu früh installieren. Aber Schalke ist weiterhin Tabellenführer, obwohl man in der Meisterschaft zuletzt gegen den 1.FC Nürnberg gewinnen konnte. Und das ist auch schon wieder rund sechs Wochen her. Schalke hat in der Hinrunde überperformt. Dass was die Mannschaft in der Rückrunde stark gemacht hat, zeigt sie aktuell nicht. Vorne war die Offensive auch im alten Jahr ausbaufähig, zuletzt galt das aber auch für die eigene Box. In den Spielen gegen Bochum und Kaiserslautern kassierte man insgesamt vier Gegentore. Das war nicht nur für den Spitzenreiter, sondern auch für die eigenen Ansprüche zu wenig. Der Hype um Edin Dzeko hat von den Schwächen abgelenkt, im Spiel gegen den VfL Bochum waren die, auch mit Dzeko, aber nicht zu übersehen.

Aus dem engeren Verfolgerfeld konnte lediglich Elversberg seine Partie gewinnen, sowohl Darmstadt (2:2) gegen Hertha als auch Paderborn (1:2) gegen Düsseldorf, konnten ihre Partien nicht gewinnen. Hannover kann sich nach dem 2:1-Sieg gegen Magdeburg als Gewinner fühlen, genauso wie der VfL Bochum. Nach zahlreichen Unentschieden, allerdings gegen die Spitzenteams der Liga, konnte man endlich wieder einen Sieg einfahren und sich dadurch auf den achten Platz vorschieben.

Mit dem Aufstieg werden sie wohl nichts mehr zu tun haben, das käme auch zu früh. Der Kader ist für die zweite Bundesliga ausgelegt, viele Leistungsträger sind aber nur ausgeliehen. Welche Gesichter die Mannschaft im nächsten Jahr prägen wird, ist überhaupt nicht absehbar. Aber der Derbysieg, nein kein Nachbarschaftsduell, wird Mannschaft und Verein beflügeln. Von Uwe Rösler und seiner Mannschaft dürfen wir noch einiges erwarten.

Das nicht vorhandene Mittefeld, dazu gehören am ehesten Bochum, Nürnberg und der KSC, kann man schnell übergehen, denn am Ende wird es ebenfalls eng. Von Kiel und Braunschweig sind es nur vier Punkte bis zu den Plätzen 16 und 17. Und Dynamo Dresden ist als Tabellenletzter ebenfalls nur ein Pünktchen dahinter.

Richtungsweisend wird der nächste Spieltag noch nicht, allerdings können die Schalker mit einem Sieg gegen Dresen ihre Tabellenführung verteidigen, die Dresdener auf der anderen Seite aber eben auch für einen echten Befreiungsschlag sorgen. Auch die Spiele Braunschweig gegen Bielefeld und Fürth gegen Magdeburg können den Tabellenkeller erstmal kräftig durcheinander bringen.

Feuerteufel Breno

Breno, die Älteren werden sich erinnern, startete mit jeder Menge Vorschusslorbeeren in sein Abenteuer Bayern, Deutschland und Bundesliga. Breno, der eigentlich Breno Vinícius Rodrigues Borges heißt wurde 1989 im brasilianischen Cruzeiro geboren und wechselte im Jahre 2008 zum FC Bayern München. Die Vorzeichen standen damals eigentlich gut, schließlich war nicht nur die gesamte Bundesliga gut mit Brasilianern bestückt, auch in München spielten damals mit Lucio und Zé Roberto zwei weitere Brasilianer in Müchen. Gemeinsam mit Martin Demichelis und José Sosa bildete man sogar ein südamerikanisches Quintett. Zum damaligen Zeitpunkt waren die Bayern nicht die einzigen, die den damals „besten Verteidiger, den Brasilien im eigenen Land zu bieten hat“, haben wollten. Bei den Vertragsverhandlungen, soll man nicht nur Real Madrid, sondern auch den AC Florenz und Juventus Turin ausgestochen haben.

Beim FC Bayern galt Breno als Verpflichtung für die Zukunft, man stattete ihn mit einem Vertrag bis zum Jahre 2012 aus. Bis Breno sein Debüt im Bayern-Trikot gab, dauerte es allerdings etwas. Sein erstes Pflichtspiel machte er im Rückspiel des Champions League-Achtelfinals gegen den RSC Anderlecht im März 2008. Zwei Monate später lief er zum ersten Mal in der Bundesliga auf. Bis zum Ende des Jahres 2009 standen für Breno lediglich sieben Bundesligaspiele auf dem Programm. Dazu kamen fünf Einsätze in der Champions League und ein Einsatz im DFB-Pokal. Auch wenn er als Verpflichtung für die Zukunft galt, waren alle Beteiligten unzufrieden.

Was lag näher, als Breno zu verleihen. Hier war der 1.FC Nürnberg dankbarer Abnehmer. Breno wusste durchaus zu überzeugen, kam wegen eines Kreuzbandrisses aber auch nur auf sieben Einsätze. So kehrte er 2010 nach München zurück, musste aber nochmal operiert werden. Sein erstes Spiel machte er im November gegen seinen alten Club aus Nürnberg. Überzeugen konnte er aber auch in dieser Spielzeit nicht. Breno, vom Pech verfolgt, brauchte vor dem Start der Saison 2011/2012 noch eine Operation, was seine Chancen auf den Durchbruch natürlich nicht verbesserte.

Breno griff nicht nur zum Alkohol, sondern auch zu Medikamenten. Ob das am Ende dazu führte, dass er in Grünwald sein gemietetes Haus anzündete ist nicht geklärt. Breno kam jedenfalls in Untersuchungshaft und erst wieder frei, als der FC Bayern eine Kaution hinterlegte. Breno wurde am Ende zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Am Ende führte das dazu, dass Breno keine Spiele mehr für den FC Bayern absolvierte und auch der Wechsel zu Lazio Rom logischerweise platzte. In diesem Zusammenhang wurde auch gegen den FC Bayern ermittelt, da Breno behauptete dort Schlafmittel aus einem unverschlossenen Arzneimittelschrank erhalten zu haben.

Allerdins war Breno nach etwas mehr als einem Jahr bereits Freigänger und arbeitete sowohl im Team der Jugendleitung als auch im Trainerstab der zweiten Mannschaft. Das waren allerdings Brenos letzte Schritte in Europa. Beim FC Sao Paulo hoffte man Breno vorzeitig nach Brasilien lotsen zu können, schließlich dauerte das aber noch bis zum Januar 2015. Man gab ihm einen Vertrag bis 2017 und hoffte, das Breno wieder die Kurve bekam. Sein erstes Spiel nach seiner Rückkehr bestritt er im August 2015 gegen Corinthians Sao Paolo, da lag sein letztes Pflichtspiel bereits vier Jahre zurück. Allerdings war der Erfolg nicht von Dauer. Auch von Sao Paolo wurde Breno verliehen und er wechselte zu Vasco da Gama, die ihn später fest verpflichteten. Aber auch dort gab es Ärger. Er verklagte den Verein auf Zahlung seiner Gehälter und warf den Verantwortlichen eine Mitschuld an seinen zahlreichen Verletzungen vor. Wegen weiteren Operationen beendete er seine Karriere im Dezember 2020.

Quellen:

FC Bayern München – Kader im Detail 08/09 | Transfermarkt

Breno (Fußballspieler) – Wikipedia

Straßenfußball, schnelle Autos und falsche Freunde

Maurizio Gaudino war mehr als 20 Jahre lang an Spieler in Deutschland, der Türkei, in Mexico und in England aktiv. Dazu kommen noch zwei Engagements als Übungsleiter bei seinem Heimatclub Waldhof Mannheim und der SG Sonnenhof Großaspach. Gaudino war Nationalspieler und spielte mit dem VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und Antalyaspor international. Mit dem VfB Stuttgart wurde Gaudino Deutscher Meister und Deutscher Superpokalsieger. Eigentlich Grund genug, über Gaudinos erfolgreiche Karriere zu sprechen. Eigentlich, denn Gaudino wurde wegen Versicherungsbetrug und Autoschieberei 1996 zur einer Bewährungsstrafe von drei Jahren und einer Strafe von 180.000 DM verurteilt.

1994 saß Gaudino in der von Thomas Gottschalk moderierten Late Night Show und plauderte mit Kati Witt. Während des Abspanns wurde Gaudino verhaftet. Es soll Fluchtgefahr bestanden haben. Gaudino kam für einen Tag in U-Haft, in mindestens drei Fällen soll Gaudino in Sachen Bandenhehlerei, Anstiftung zum Betrug und Vortäuschen einer Straftat aktiv gewesen sein.

Rechtlichen Beistand hatte Gaudino, der sechs Stunden verhört wurde reichlich. Sein Bekannter Horst Kletke war einer der Anwälte, dazu halfen auch RTL und Kati Witt bei der Vermittlung eines Anwaltes. Gaudino gab ein Teilgeständnis ab und kam anschließend auf freien Fuß. Aufgewachsen ist Gaudino in Mannheim-Rheinau, einem sozialen Brennpunkt. Er galt als Straßenfußballer und als Liebhaber schneller Autos.

Seine Zeit in der Bundesliga war damit, jedenfalls vorerst, beendet. Von Frankfurt flüchtete er zu Manchester City, spielte aber später noch für den VfL Bochum, ehe er 2003 seine Karriere endgültig beendete.

Quellen:

Maurizio Gaudino – Wikipedia

Maurizio Gaudino – Titel & Erfolge | Transfermarkt

Maurizio Gaudino: Von Gottschalks Sofa direkt in U-Haft – WELT

Der Iran und die WM

Auch wenn der DFB und seine Verantwortlichen die Diskussionen um einen WM-Boykott kleinhalten wollen, ist die Diskussion darüber in vollem Gange. Darüber wird an dieser Stelle aber zu einem späteren Zeitpunkt berichtet. Diskussionen sind aber auch darüber in Gange, ob der Iran an der Weltmeisterschaft in den USA, in Kanada und Mexico teilnehmen darf. Einen Auschluss der iranischen Nationalmannschaft fordert aktuell der ehemalige iranische Fußballer Ali Karimi (u.a. Bayern München und Schalke 04).

Was aktuell im Iran passiert, dürfte wohl niemandem verborgen geblieben sein. Auch wenn das Mullah-Regime bemüht ist, keine Nachrichten aus dem Land zu lassen, kommen immer mehr grauenvolle, menschenverachtende und schockierende Fakten ans Licht. Seit Januar gibt es verstärkte Proteste gegen das Regime, die Menschenrechtsorganisation HRANA spricht von 6.000 Todesopfern, weitere 17.000 Fälle werden aktuell geprüft. Der in Großbritannien ansässige Sender Iran Internation spricht sogar von 36.500 Todesopfern.

Augenzeugen berichten, per Chat und Telefon, von den Verhältnissen auf den Straßen des Irans. In Punak, einem Stadtteil von Teheran, waren die Straßen voller Demonstranten. Die Sicherheitsbehörden machten Jagd auf die Demonstrant*innen und brachten zahlreiche Iraner*innen auf brutalste Weise um.

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Die Staatsbeamten feierten ihre Taten und prahlten öffentlich damit. Die Iraner versuchen zwar, sich gegenseitig zu helfen, scheitern aber meistens an der Übermacht des Staates. Sie kommen mit Macheten, Frauen werden in Fahrzeuge geworfen, weggebracht, vergewaltigt und dann ermordet. Die geschilderten Tatsachen sind keine Einzelfälle, sondern Geschichten von tausenden und zehntausenden Opfern.

Auch Fußballer*innen und andere Sportler*innen demonstrieren gegen die Mullahs und ihre persönliche Freiheit. Saba Rashtian, war Schiedsrichter-Assistentin. Sie wurde am 9. Januar von Scharfschützen in Isfahan erschossen.

Auch Mojtaba Tarshiz, ehemaliger Fußballprofi von Mojtaba Tarshiz, wurde bei Protesten in der Nähe der Hauptstadtvon sogenannten Sicherheitskräften erschossen. Der 19-jährige Fußballer Amirhassan Ghaderzadeh, ebenfalls aus Isfahan, wurde zum Tode verurteilt. Ob das Urteil bereits vollstreckt ist, ist nicht bekannt.

Weitere Sportler sind bei der Einreise in den Iran verhaftet und verhört worden. Ihnen wurden ihre Reisepässe entzogen. Und das nur, weil sie ihre Meinung zum Regime öffentlich vertreten haben. Neben Karimi forderten auch der ehemalige Nationalspieler Mohammad Taghavi und der Ex-Nationaltorwart Sosha Makani die FIFA in Person von Gianni Infantino zum Handeln auf. Aus Sicherheitsgründen wurden nur die Initiatoren des Briefes veröffentlicht, die sich im Ausland befinden.

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In Deutschland wird die Opposition von der Ringerin Sarina Selehi, der Taekwondo-Kämpferin Parisa Farshidi und den Kanuten Saeid Fazloula und Reyhaneh Amro unterstützt.

Die FIFA darf dem iranischen Regime mit der WM keine Plattform bieten, um sich zu präsentieren. Ganz im Gegenteil, das Regime muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in seine Schranken gewiesen werden. Ob ich glaube dass das passiert, steht allerdings auf einem anderen Blatt Papier.

Quellen:

Ali Karimi – Wikipedia

Augenzeugenberichte aus dem Iran: „Erst vergewaltigen wir euch, dann töten wir euch“ – DerWesten.de

Fußball-Star Ali Karimi fordert WM-Ausschluss für Iran

Hapoel Tel Aviv und die israelische Linke

Tel Aviv-Jaffa, die israelische Großstadt, liegt direkt Mittelmeer zwischen dem Gaza-Streifen und dem Libanon. Tel Aviv ist nach Abu Dhabi und Kuwait-City die drittgrößte Wirtschaftsmetropole im Nahen Osten. Tel Aviv ist nicht nur israelische Wirtschaftsmetropole, sondern nach Jerusalem die zweitgrößte Stadt Israels und Sitz des Verteidigungsministeriums und der Nachrichtendienste Schin Bet und Mossad. In Tel Aviv kam es immer wieder zu Anschlägen der Palästinenser und zu Entführung und Ermordungen. Auch beim jüngsten Krieg zwischen Israel und der Hamas kam es immer wieder zu Raketenagriffen der Hamas auf Tel Aviv. Meistens werden die Raketen aber vom israelischen Militär abgefangen, die andere landeten in unbewohnten Gebieten.

Dennoch ist Tel Aviv, vor allem wenn man die politische und kulturelle Atmosphäre betrachtet, eine linke Stadt. Das gilt auch für den Fußballverein Hapoel Tel Aviv, der aktuell in der ha’AL-Liga, der höchsten israelischen Spielklasse zuhause ist. Das war nicht zwar meistens, aber nicht immer so. In den Spielzeiten 2017/2018 und 2024/2025 musste man in der Liga Leumit, der zweiten israelischen Liga starten. Israelischer Meister wurde man zuletzt 2010, den Pokal gewann man zuletzt 2012. Dafür ist der Gewinn des israelischen Liga-Pokals (2024) noch nicht so lange her. Da der israelische Fußballverband Mitglied der UEFA ist, spielten die Hapoel-Kicker das ein oder andere Mal europäisch. 2006 durfte man in der Champions League ran, scheiterte aber an Sturm Graz, ein Jahr später spielte man im UEFA-Cup gegen Chelsea, Lok Moskau und Parma. 2010/2011 kam es u.a. zu Gruppenspielen gegen Schalke 04.

Die Fans von Hapoel und vor allem die Ultras stehen der israelischen Linken und den extremen Linken nahe. Allerdings hat man die Verbindung zur sozialdemokratischen Arbeiterpartei Mapai, zur Gewerkschaftsbewegung, zur marxistischen Partei Mapam und zur kommunistischen Partei Maki abgebrochen.

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Maccabi Tel Aviv hat sich, vor allem im Basketball, gerne als Nationalmannschaft verkauft, während man bei Hapoel keine nationale Rolle einnehmen wollte, sondern lediglich den Verein repräsentieren wollte. Gegründet wurde Hapoel übrigens von der Histradrut Labour Federation, einem Dachverband der israelischen Gewerkschaften und den sozialistisch-zionistischen Bewegungen gegründet.

Auch wenn man sich offiziell von den linken Bewegungen getrennt hat, findet man im Fanlager regelmäpig Fahnen mit Che Guevara und Karl Marx. Man ist mit anderen linken Fanszenen (St. Pauli, Standard Lüttich, Omonia Nikosia und Celtic Glasgow) verbunden. Fast naturgemäß sind die Vereine mit nationaler und nationalistischen Ausrichtungen wie Maccabi Tel Aviv und Beitar Jerusalem die größten nationalen Konkurrenten.

Quellen:

Tel Aviv-Jaffa – Wikipedia

ist tel aviv eine linke stadt? – Suchen

Hapoel Tel Aviv – Wikipedia

Die Politik des israelischen Fußballs: Ein Leitfaden für die Verwirrten – Partner für das progressive Israel

Krösche kann nur Rock´n roll

In Frankfurt hätte man es sich einfach machen können. Nach der Trennung von Trainer Dino Toppmöller wurden einige Namen diskutiert, die man sich durchaus hätte vorstellen können. Marco Rose war einer dieser Namen. Auch über Xavi Alonso hat man spekuliert. Doch das war Markus Krösche, Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt wohl zu langweilig. Möglicherweise war es aber auch so, dass die genannten Kandidaten für den Eintracht-Verantwortlichen einfach nicht gepasst haben. Stand jetzt (29.01.2026) ist zwar noch nichts offiziell, aber die Gerüchte verdichten sich, dass Albert Riera der neue Übungsleiter der Adlerträger wird. Albert wer? Albert Riera! Ich würde behaupten, dass Riera den wenigsten Experten und Pseudo-Experten bekannt war. Aber Krösche wäre eben nicht Krösche, wenn er nicht was besonderes aus seinen Hut zaubern würde.

Doch wer ist Riera denn nun. Albert Riera Ortega, so sein voller Name, ist gebürtiger Spanier. Er stammt aus Manacor, einem Örtchen im Osten Mallorcas. Die Stadt ist nicht nur für seine Strände, sondern auch für sein Höhlensystem bekannt. Bei seiner Herkunft ist es kein Wunder, dass der RCD Mallorca seine erste Profistation war. Später spielte der Mittelfeldakteur für Bordeaux, Espanyol Barcelona, Manchester City, Liverpool, Olympiakos Piräus, Galatasaray, Udinese, NC Zavrc und den FC Koper. Seine Trainerlaufbahn startete er als Co-Trainer bei Galatasaray Istanbul und übernahm später Olimpia Ljubiljana, NK Celje und Bordeaux. Aktuell arbeitet der 43-jährige, der neben der spanischen auch die russische Staatsangehörigkeit besitzt, bei NK Celje.

Klingt auf den ersten Blick nun erstmal nicht so besonders. Riera gilt als emotional und explosiv. Andere sagen er sei respektlos und arrogant. In Frankreich hat Riera nach seiner Zeit in Bordeaux nicht das beste Ansehen. Er soll gegnerische Trainer respekt behandelt haben und seine Qualitäten in den Vordergrund gestellt haben. Jeder weiß, dass er ein Trainer ist, dem es an Bescheidenheit mangelt und der besonders viele meiner Kollegen auf dem Platz respektlos behandelt hat. Er ist ein junger Trainer, den ich nicht kannte, er hat mich unangenehm überrascht, aber ich bin nicht der Einzige“, wurde Trainer Patrice Garande bei fussballtransfers.com zitiert.

Sein ungewöhnliches Auftreten ist durchaus im Netz dokumentiert. Eine Mischung zwischen Diego Simeone, Motivationscoach und dem verrückten Onkel auf der Familienfeier. Die Lösung kann ein genialer Schachzug sein, kann aber gnadenlos scheitern. Man darf gespannt sein.

Quellen:

Manacor – Wikipedia

Albert Riera – Wikipedia

Albert Riera – Trainerprofil | Transfermarkt

„Arrogant & kompliziert“: Harte Urteile über Riera

Eintracht Frankfurt: Albert Riera soll neuer Trainer werden – Auf Krawall gebürstet – 11FREUNDE

Durch die Niederungen des niedersächsischen Fußballs

Havelse, einstmals eine eigenständige Gemeinde im hannoveraner Dunstkreis, gehört heute zur Stadt Garbsen, grenzt aber immer noch an das Stadtgebiet der niedersächsischen Landeshauptstadt und an den Mittellandkanal. Bekannt ist die Stadt auch durch den örtlichen Fußballverein, den TSV Havelse. Der „krebste“ in den letzten Jahren und Jahrzehnten oftmals in den Niederungen des niedersächsischen Fußball, also in der Regionalliga Nord und der Oberliga Niedersachsen-West, spielte zwischen durch und aktuell aber auch immer mal wieder in der 3. Liga. Die höchste Spielklasse, in der die Niedersachen aufliefen war in der Saison 1990/91 die zweite Bundesliga. Damals spielte unter anderem Willi Kronhardt, später u.a. Energie Cottbus für Havelse. Trainer war niemand geringeres als Volker Finke, der später mit dem SC Freiburg für Furore sorgte.

Der Verein exististiert als Gemischtwarenladen, neben Fußball werden auch Tennis, Tischtennis, Balett und Turnen angeboten, bereits seit 1912. 1956 stieg man erstmals in die Bezirksliga und wenig später die Amateurliga 3, damals die dritthöchste Spielklasse auf. 1956 wurde der damalige Vorsitzende wegen „verkapptem Profitum“ verurteilt und sein Verein musste wieder in der Amateurliga starten. Er trat mehr oder weniger freiwillig zurück und der Verein musste lange mit den gemachten Schulden kämpfen. Trotzdem hat man 1964 den Sprung in die neu geschaffene Verbandsliga Süd, die zweithöchste niedersächsische Spielklasse, nur knapp verpasst.

In der 1970er-Jahren holte man sich die Bezirksligameisterschaft. Das hatte man unter anderem niemand geringerem als Frank Pagelsdorf, später Profi bei Hannover 96, Arminia Bielefeld und Borussia Dortmund und Trainer bei Union Berlin, Hansa Rostock, Hamburger SV, Osnabrück und Al-Nasr, zu verdanken. Der traf 1975 im Finale um die Bezirksligameisterschaft gegen den TSV Burgdorf doppelt. Den Aufstieg in die zweite Bundesliga konnte man dann endlich 1990 sichern. Der Aufstieg war aber mindestens eine Nummer zu groß, die Mannschaft erwies sich als nicht zweitligatauglich und der große Nachbar aus Hannover baggerte ziemlich heftig am damaligen Trainer Volker Finke.

Aktuell steht die Mannschaft in der 3. Liga fast aussichtlos in der Abstiegszone. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt vor dem Start der Rückrunde neun Punkte. Deswegen wird man beim TSV Havelse aktuell bereits für die vierte Liga planen.

Quellen:

Havelse – Wikipedia

TSV Havelse – Wikipedia

In Bremen wird es unruhig

Werder Bremen konnte auch, und das trotz langer Überzahl, im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim nicht punkten. Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass die Bremer immer tiefer in den Abstiegskampf geraten. Deswegen wird es bei den Bremern in den Wochen eher ungemütlich werden. Auch wenn Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball bei Werder Bremen seinem Coach Horst Steffen noch eine Jobgarantie gab, müssen an der Weser dringend Siege her. Die Fans haben ihren Unmut nach der Niederlage gegen Hoffenheim durch ein Pfeifkonzert deutlich gemacht, aber die Verantwortlichen bewahren, zu mindestens öffentlich, die Ruhe.

Punktgleich mit dem Nordrivalen aus Hamburg liegt man nur noch einen Platz vor der Relegation, den aktuell der FSV Mainz 05 belegt. Im Gegensatz zu Werder Bremen sind die Mainzer nach dem Trainerwechsel deutlich im Aufwind und der HSV hat im Nachholspiel gegen Leverkusen zumindest theoretisch die Chance, die Bremer auf Abstand zu halten.

Aktuell liegt das Problem der Grün-Weißen im gegnerischen Strafraum. In fünf der letzten sechs Spiele konnte die Werder-Offensive keinen Treffer erzielen und die Abwehr der Bremer ist nicht immer so stabil, dass in bester Huub Stevens-Manier hinten die Null steht. Ja, die Bremer haben Verletzungssorgen, die dürfen aber nicht die einzige Ausrede sein. Von der Leihe von Victor Boniface haben sich alle mehr versprochen, liefern konnte der Nigerianer allerdings nie. Als Ersatz holten die Norddeutschen den Serben Jovan Milosevic. Der steht beim VfB Stuttgart unter Vertrag spielte aber vorher für Partizan Belgrad in der serbischen Super Liga.

Am übernächsten und dem darauffolgenden Spieltag müssen die Bremer beim SC Freiburg und gegen Bayern München ran. Genau deswegen ist das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach richtungsweisend. Mit einem Sieg gegen die Fohlen würde man sich etwas Luft verschaffen. Gelingt das nicht, wird es eng für Werder Bremen, Horst Steffen und auch für Clemens Fritz.

Quelle:

Fritz spricht Steffen Job-Garantie aus – kicker

Jovan Milosevic – Spielerprofil 25/26 | Transfermarkt

Roter Stern Belgrad und die Delije

Fußballstadien sind Hexenkessel. Manche sind auch Schmelztigel. In den meisten von ihnen findet man gesellschaftliche Entwicklungen wie unter einem Brennglas. Das gilt auch, wenn nicht sogar in einer ganz besonderen Form, für das Stadion Rajko Mitic. Das Stadion liegt relativ zentral im Stadtteil Savski Venac südlich der Donau. Dass die Fans von Roter Stern Belgrad einen so hohen Bekanntheitsgrad haben, liegt aber vor allem an ihrer Gewaltbereitschaft.

Deswegen war man im österreichischen Graz und auch Sturm Graz nicht böse, dass man die serbischen „Fans“ mit einem Reiseverbot belegt. Als Wiederholungstäter waren die Serben mit einer Bewährungsstrafe belegt worden. Dazu kam eine Geldstrafe von 62.000 Euro. Allerdings hat die UEFA die Strafe wieder einkassiert und zahlreiche Belgrader durften dann doch noch nach Österreich reisen.

Die Reisegruppe von Roter Stern ist nicht nur bekannt für ihre Gewaltexzesse, sondern auch für den massiven Einsatz von Pyrotechnik. Dazu gelten sie als Nationalistisch und streng orthodox. Das bringt eine ausgeprägte Nähe zu Russland mit sich und bietet eine explosive Mischung. Und das nicht nur beim Auswärtsspiel in Graz. Die Verbundenheit zu Russland zeigt sich auch durch die Fanfreundschaft mit Spartak Moskau. Das Spiel in Graz gewann das Team aus der serbischen Hauptstadt im Übrigen mit 0:1.

Bereits Ende der 1980 haben sich die Ultra-Gruppen „Zulu Warriors“, die „Red Devils“ und andere Ultra-Gruppen unter dem Namen „Delije“ vereint. Die Mutigen, das heißt Delije auf deutsch, haben während des Jugoslawien-Krieges Slobodan Milosevic und andere nationalistische Politiker unterstützt. Die „Serbische Freiwilligengarde“ eine paramilitärische Gruppen während des Krieges hat sich quasi aus Anhängern von Roter Stern Belgrad rekrutiert.

Politisch sind die Mitglieder der „Delije“ noch immer. Und noch immer mit klar nationalistischen Äußerungen. Die Meinungsbildung zur Unabhängigkeit des Kosovo geht weit über den Patriotismus hinaus. Der Nationalismus wird dabei genauso zur Schau gestellt, wie das orthodoxe Weltbild. Wer allerdings glaubt, dass die Ultras damit ins Visier der Justiz geraten ist, begibt sich auf den Holzweg. Staat und Ultras profitieren durchaus von einander und kooperieren daher auf die ein oder andere Art.

Genauso offen zeigt man seine Nähe zu Russland und zu Vladimir Putin. In einer Choreo zeigte man Gräber vor einer ukrainischen Flagge. Konsequenzen hierfür? Gab es natürlich nicht. Wie viele Menschen zum engen Kreis gehören, soll nicht klar sein. Genauso unklar ist das Mobilisierungspotenzial.

Manch einer behauptet, dass die Auseinandersetzungen zwischen Roter Stern Belgrad und DInamo Zagreb Grund für den Jugoslawienkrieg gewesen seien. Experten sehen das heute allerdings anders. Klar ist aber, dass der die Zeit des Krieges für viele Ultras identitätsstiftend war. Was früher für den Krieg gegen die Menschen in Bosnien und Kroatien war, ist heute der Traum von einer „Befreiung des Kosovos“.

Quellen:

Roter Stern Fanverbot aufgehoben: UEFA erlaubt Auswärtsfans

FK Roter Stern Belgrad – Wikipedia

Wie Red Bull einen Traditionsverein zerstörte

Gesternabend standen in der Fußball-Bundesliga gleich zwei Nachholspiele auf der Tagesordnung. Zum einen spielte Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim (0:2) und zum andern empfing der FC St. Pauli das Projekt aus Leipzig (1:1). Heute geht es jedoch nicht um das deutsche Team des Brauseherstellers, sondern um die österreichische Filiale des inzwischen globalen Projektes.

Damals, 1977 hieß das Team noch Austria Salzburg, wurde ein Jahr später allerdings in Casino Salzburg und noch später in Wüstenrot Salzburg umbenannt. Deswegen dachten sich die meisten Austria-Fans wohl auch nichts dabei, als Red Bull 2005 den Verein übernommen hat. Dabei hätte man das Ganze mindestens kritisch hinterfragen müssen. Durch den Kauf der Salzburg Sport AG durch Red Bull hatte der damalige Red Bull-Chef Dietrich Matteschitz als einziger die Möglichkeit, Vorstandsmitglieder zu benennen bzw. abzuberufen. Der Red Bull-Macher änderte damit nicht nur den Namen, sondern auch das Management und das Personal. Er erklärte stolz, dass es sich um einen neuen Verein ohne Geschichte handelt. Spätestens als die violetten Farben aus dem Logo verschwanden, liefen die Austria-Fans Sturm. Die traditionsbewussten Fans gründeten eine eigene Bewegung und wurden dabei von vielen Fanclubs in ganz Europa unterstützt. Mit den Protesten konnten sich die lila-weißen aber nicht durchsetzen. Auch diverse Vermittlungsversuche sind gescheitert.

Das Fanlager teilte sich, es gab durchaus Befürwortende der Übernahme. Auf der anderen Seite standen aber die Fußball-Traditionalist*innen, die die Zusage, dass der Torwart ja mit lilafarbenen Stutzen spielen könnte, als Beleidigung auffassten. Die lila-weißen haben sich daraufhin von dem Projekt losgesagt und den Verein Austria Salzburg neu gegründet. Inzwischen spielt die Mannschaft in der ADMIRAL 2. Liga.

Quellen:

FC Red Bull Salzburg – Wikipedia

Tabelle – Austria Salzburg

Belgischer Vorstadtclub auf europäischer Bühne

Bei Royale Union Saint-Gilloise handelt es sich nicht nur um einen Vorstadtclub der Hauptstadt Brüssel, sondern um einen der traditionsreichsten Fußballvereine des Landes, der zuletzt europaweit von sich Reden gemacht hat. Saint-Gilles oder Sint-Gillis, je nachdem man es französisch oder niederländisch ausspricht ist eine von 19 Gemeinden der Hauptstadt. Mit etwas mehr als 2.500 m² grenzt er direkt an die Brüsseler Altstadt. Touristen kennen aus Saint-Gilles am ehesten den Brüsseler Südbahnhof, den wichtigsten Bahnhof der Stadt.

Bevor die Mannschaft aus unserem Nachbarland europaweit bekannt wurde, spielte man zwischen 1973 und dem Jahre 2020 irgendwo zwischen der zweiten und vierten Liga eher in den Niederrungen des belgischen Fußballs. In der Saison 2020/2021 konnte man die Rückkehr in die höchste belgische Spielklasse dann aber doch erwirken.

In der Aufstiegssaison machte das Team durch eine furiose Hauptrunde von sich reden, konnte in der Playoff-Runde dann aber doch noch vom FC Brügge gestoppt werden. Internation durfte man deswegen trotzdem starten und schied in der Europa League im April 2023 erst gegen Bayer Leverkusen aus. Mit dem ersten Pokalgewinn seit über 100 Jahren holten sich die Blau-Gelben dann endlich auch wieder einen Titel. Der wurde mit dem Gewinn des Supercups im gleichen Jahr dann auch noch vergoldet. In der letzten Saison folgte dann endlich auch wieder eine belgische Meisterschaft. Viel wichtiger war aber, dass man sich wieder als belgischen Top-3-Team etablieren konnte. Der Erfolg in diesen Jahren ist nicht zuletzt mit den Karel Geraets (später Schalke 04) und Alexander Blessin (aktuell FC St. Pauli) verknüpft, die zwischen 2022 und 2024 die Belgier trainiert haben. Aktueller Übungsleiter ist Sébastien Pocognoli.

Mindestens genauso groß ist der Anteil von Tony Bloom, Anteilseigner des Vereins. Bloom ist daneben auch Funktionär beim englischen Erstligisten „Brighton & Hove Albion“. Dazu kommt eine 29 Prozent-Beteiligung am schottischen Erstligisten „Heart of Midlothian“. Bloom war Pokerspieler und hat bei Live-Turnieren 4 Millionen US-Dollar kassiert.

Quellen:

Saint-Gilles/Sint-Gillis – Wikipedia

Royale Union Saint-Gilloise – Wikipedia

Tony Bloom – Wikipedia

Gewalt ist asozial

Es gibt Spiele, da nimmt man seine Familie mit und es gibt Spiele, bei denen man am besten gleich zu Hause bleibt. Die Zweitliga-Partie zwischen dem 1.FC Magdeburg und Dynamo Dresden gehört zur letzten Kategorie. Aber auch unter anderen Vorzeichen wäre die Wahrscheinlichkeit gering, mich in der Magdeburger MDCC-Arena zu finden. Auf jeden Fall haben Sicherheitskräfte die Partie als Hochrisikospiel eingruppiert. Am Ende stehen 64 verletzte Polizisten, von denen 17 im Krankenhaus behandelt werden mussten. Gewalt soll es aber nicht nur auf den Tribünen, sondern auch vor dem Stadion gegeben haben.

Bereits vor und während der Partie wurde Pyrotechnik gezündet. In der Halbzeit versuchten die „Fans“ aus Magdeburg zum Gästeblock der Dresdener vorzudringen. Die Polizei wurde nicht nur mit Pyrotechnik, sondern auch mit Gullydeckeln, Absperrgittern und Steinen angegriffen. Allesamt Straftaten, die nicht nur im Stadion nichts zu suchen haben. Juristisch gesehen ist das Ganze nicht nur schwere Körperverletzung, sondern auch Landfriedensbruch. Einigkeit dürfte darüber bestehen, dass die Verursacher hart bestraft werden müssen. Stadionverbote reichen hier definitiv nicht aus.

Wie der 1.FC Magdeburg in einer Stellungnahme mitteilt, will man die Vorfälle gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden aufarbeiten und verurteilt gleichzeitig die Gewalt, die von den eigenen Fans kam.

Grundsätzlich ist die Stadionsicherheit nicht nur ein Problem für die Vereine, sondern für unsere Gesellschaft. Gewalt darf in keinster Weise toleriert werden. Das gilt grundsätzlich für die Fans der Heimmannschaft. Gleiches gilt natürlich auch für Gäste und Sicherheitsbehörden. Auch der DFB muss sich stärker einbringen. Ja, Kollektivstrafen sind Mist, allerdings würde sich das Problem bei Spielabbrüchen und Punktabzügen schnell von selber erledigen.

Quellen:

Ausschreitungen bei FCM-Spiel gegen Dresden: Stahlknecht fordert Haftstrafen | MDR.DE

Stellungnahme des 1. FC Magdeburg: 1. FC Magdeburg

Katarische Enklave in Eupen

Über Eupen weiß man nicht ganz so viel. Quasi nur, dass es einen Steinwurf von der deutsch-belgischen Grenze und ein kleines Stückchen weiter von Aachen entfernt liegt. Wer durch die Eifel fährt und nicht rechtzeitig bremst steht, mit etwas Glück, in Eupen. Dazu sind auch die Namen Bachirou Salou (u.a. Duisburg, Gladbach) und Ioannis Masmanidis (u.a. Leverkusen, Karlsruhe, Bielefeld) mit KAS Eupen verbunden. Das Trainerengagement von Florian Kohlfeldt ist auch noch nicht allzu lange her.

Aber wusstest Du auch, dass sich die Kataris nicht nur Paris St. Germain, sondern eben aus KAS Eupen an Land gezogen haben? Offizieller Besitzer ist die Aspire Academy, sonst eine Sportakademie, die ihren Sitz im Westen des Landes hat hat. Dort werden die Sporttalente gefördert und ausgebildet. Ein Schwerpunkt ist sicherlich der Fußball, aber auch auf andere Sportarten hat man hier ein Augenmerk. Neben 12 Fußballfeldern gibt es dort Squashplätze, Laufbahnen, Schwimmhallen, Sporthallen und Unterkünfte. Leiter der Agentur ist der Spanier Ivan Bravo. Neben KAS Eupen gehört der Aspire Academy auch der spanische Zweitligist Cultural y Deportivo Leonesa. In beiden Vereinen sollen katarische Talente gefördert werden und Erfahrungen im Ausland sammeln. Im WM-Kader der Kataris standen achten Spieler die zu dem Zeitpunkt oder in der Vergangenheit das Trikot von KAS Eupen getragen haben.

Die Akademie hat auch eine Partnerakademie im Senegal, in der afrikanische Talente gefördert werden sollen. Diesen Weg hat der nigerianische Stürmer Henry Onyekuru bestritten, der über KAS Eupen u.a. zu Everton, Galatasaray Istanbul und Monaco gewechselt ist. Klingt auf den ersten Blick nach sinnvoller Sportförderung, die Gelder kommen aber direkt vom katarischen Staat und mit der Academy im Senegal könnten auch Bestechungsgelder nach Afrika gelangt sein, um Stimmen für die WM zu kaufen. Das was man an dem katarischen Engagement bei Paris St. Germain kritisieren muss, gilt demnach auch für die Aspire Academy und KAS Eupen.

Der Kauf der Kataris ist seit 2012 bekannt, die Erfolge des Vereines halten sich aber in Grenzen. Man stieg 2016 zwar in die erste Liga auf, allerdings nur am grünen Tisch, da der damalige belgische Zweitliga-Meister Royal White Star Brüssel keine Lizenz für die Liga erhielt. Zwischen 2016 und 2024 konnte man keinen einstelligen Tabellenplatz erreichten und spielt seit 2024 wieder in der Challenger Pro League, der 2. belgischen Liga.

Die katarische Kooperation läuft zwar in der zweiten Liga weiter, katarische Spieler stehen aber nun nicht mehr im Kader des belgischen Zweitligisten.

Quellen:

Aspire Academy – Wikipedia

KAS Eupen – Wikipedia

KAS Eupen vor Neuausrichtung – AS Eupen

KAS Eupen – Kader im Detail 25/26 | Transfermarkt

Eisenstangen, geräumte Blöcke und Polizeigewalt

Es ist das, was niemand sehen will: Am letzten Donnerstag, kam es am siebten Spieltag der UEFA Europa League vor dem Spiel zwischen dem FC Utrecht und und dem KRC Genk zu Szenen, die in und vor einem Fußballstadion nichts zu suchen haben. Doch was war passiert? Wie die Sportschau berichtet, haben sich 300 Anhänger (gendern ist hier nicht nötig) Zugang zum Gästeblock des Stadion Galgenwaard verschafft. Einer sogenannten Identitätskontrolle und einer Personenkontrolle haben sie sich entzogen. Nach Angaben des KRC Genk sollen es aber „nur“ mehrere Dutzend gewesen sein. Schlimm genug. Auch der Aufforderung, die Kurve zu räumen, kamen die Belgier (gendern immer noch nicht nötig) „überraschenderweise“ nicht nach.

Der KRC Genk verurteilt das Vorgehen der Partei und spricht von unverhältnismäßigem Vorgehen der niederländischen Polizei und von Polizeigewalt. Im Stadion Galgenwaard wurde die Toilettenanlage zerstört und und Sitze im Gästeblock aus der Verankerung gerissen. Vermutlich haben sich die gewaltbereiten Zuschauer dadurch mit Eisenstangen bewaffnet, mit denen sie am Ende die Polizisten angegriffen haben. Am Ende wurden 1.200 Zuschauer aus Belgien ausgeschlossen und die Partie begann 53 Minuten später.

Die Zeitung „Het Laatste Nieuws“ aus Antwerpen zitiert Augenzeugen, die berichten, dass auch normale Anhänger und Senioren verprügelt wurden. Beide Vereine wollen die Eskalation mit den Behörden aufarbeiten. Scheint sinnvoll zu sein, schließlich kommt es, nicht nur in den Niederlanden, immer wieder zu Eskalationen zwischen sogenannten Fans und den Sicherheitsbehörden. Nicht das wir uns falsch verstehen. Die Straftäter müssen überführt und mit aller Härte verurteilt werden. Aber Gewalt gegen Unschuldige kann niemals ein Mittel der Wahl sein. Der KRC Genk will den „normalen Fans“, denen der Zutritt verwehrt wurde, will der Verein Reise- und Ticketkosten erstatten.

Bereits beim Auswärtsspiel des VfB Stuttgart in Deventer wurde das Vorgehen der niederländischen Polizei kritisiert. Damals gab es ein Betretungsverbot der Stadt Deventer für die schwäbischen Fußballfans. Während die VfB-Verantwortlichen damals Kritik äußerten, verteidigte der Bürgermeister das Verhalten seiner Behörden.

Quellen:

Genk klagt über eigene Anhänger und Polizeigewalt: Polizei in Utrecht schließt alle Gästefans aus | sportschau.de

🚨💥 Politie veegt uitvak Galgenwaard leeg | RTV Utrecht – YouTube

Reactie op buitensporig politiegeweld op KRC Genk fans in Utrecht | KRC Genk

Reactie na onregelmatigheden in uitvak FC Utrecht | KRC Genk

Rekordmeister auf „mexikanisch“

Die Wurzeln des mexikanischen Fußballs liegen in den Metropolen des Landes. Zum einen in der Hauptstadt Mexico-City, zum anderen aber eben auch in den Bundesstaaten Hidalgo, México, Morelos und Pueblo. Später kamen noch die Bundesstaaten Guanajuato, Michoacán und Jalisco dazu. Anders als heute konzentrierte sich der mexikanische Fußball in einem 600 Kilometer-Radius rund um die Hauptstadt Mexico-City. Das war damals den Einwanderern und Gastarbeitern aus England zu verdanken. Briten sind in Mexico seit der Kolonialzeit präsent.

Einer der bekanntesten Vereine des Landes ist der Club de Fútbol América, heute hauptsächlich als Club América bekannt. Gegründet wurde er 1916 von einer Studentengruppe des Colegio Mascarones. Die Mannschaft trat zuerst unter dem Namen Récord an, an einer anderen Schule gründete sich ein Team namens Colón, wenig später fusionierten die beiden Mannschaften. Die geschah ausgerechnet am Jahrestag der Entdeckung Amerikas, worauf der Vereinsname zurückzuführen ist.

In der Saison 1922/1923 wurde man erstmals Vizemeister, 1925 begann die erste richtige Phase des Erfolges, man wurde bis 1928 viermal in Folge mexikanischer Meister. Allerdings dauerte es bis dahin 37 Jahre, ehe die nächste Meisterschaft gefeiert werden konnte.

1959 wurde der Verein vom Industriellen Emilio Azcárraga Milmo gekauft, der auch kräftig investierte. Das kam in Mexico nicht unbedingt gut an, und die meisten hielten zum großen Konkurrenten Deportivo Guadalajara. Milmo bekam von seine, Vater den mächtigsten Medienkonzern des Landes überschrieben und deswegen galt der Club América als Anhängsel der Medienkette.

In der Primeira Division de Mexico holte der Club 15 Meisterschaften und sieben Pokalsiege. Dazu kommen fünf gewonnen Finals im Supercup, sieben Siege der CONCAF Champions League und zweimal der gewonnene Copa Interamericana.

Quellen:

Fußball in Mexiko – Wikipedia

Club América – Wikipedia