Auch wenn der DFB und seine Verantwortlichen die Diskussionen um einen WM-Boykott kleinhalten wollen, ist die Diskussion darüber in vollem Gange. Darüber wird an dieser Stelle aber zu einem späteren Zeitpunkt berichtet. Diskussionen sind aber auch darüber in Gange, ob der Iran an der Weltmeisterschaft in den USA, in Kanada und Mexico teilnehmen darf. Einen Auschluss der iranischen Nationalmannschaft fordert aktuell der ehemalige iranische Fußballer Ali Karimi (u.a. Bayern München und Schalke 04).
Was aktuell im Iran passiert, dürfte wohl niemandem verborgen geblieben sein. Auch wenn das Mullah-Regime bemüht ist, keine Nachrichten aus dem Land zu lassen, kommen immer mehr grauenvolle, menschenverachtende und schockierende Fakten ans Licht. Seit Januar gibt es verstärkte Proteste gegen das Regime, die Menschenrechtsorganisation HRANA spricht von 6.000 Todesopfern, weitere 17.000 Fälle werden aktuell geprüft. Der in Großbritannien ansässige Sender Iran Internation spricht sogar von 36.500 Todesopfern.
Augenzeugen berichten, per Chat und Telefon, von den Verhältnissen auf den Straßen des Irans. In Punak, einem Stadtteil von Teheran, waren die Straßen voller Demonstranten. Die Sicherheitsbehörden machten Jagd auf die Demonstrant*innen und brachten zahlreiche Iraner*innen auf brutalste Weise um.

Die Staatsbeamten feierten ihre Taten und prahlten öffentlich damit. Die Iraner versuchen zwar, sich gegenseitig zu helfen, scheitern aber meistens an der Übermacht des Staates. Sie kommen mit Macheten, Frauen werden in Fahrzeuge geworfen, weggebracht, vergewaltigt und dann ermordet. Die geschilderten Tatsachen sind keine Einzelfälle, sondern Geschichten von tausenden und zehntausenden Opfern.
Auch Fußballer*innen und andere Sportler*innen demonstrieren gegen die Mullahs und ihre persönliche Freiheit. Saba Rashtian, war Schiedsrichter-Assistentin. Sie wurde am 9. Januar von Scharfschützen in Isfahan erschossen.
Auch Mojtaba Tarshiz, ehemaliger Fußballprofi von Mojtaba Tarshiz, wurde bei Protesten in der Nähe der Hauptstadtvon sogenannten Sicherheitskräften erschossen. Der 19-jährige Fußballer Amirhassan Ghaderzadeh, ebenfalls aus Isfahan, wurde zum Tode verurteilt. Ob das Urteil bereits vollstreckt ist, ist nicht bekannt.
Weitere Sportler sind bei der Einreise in den Iran verhaftet und verhört worden. Ihnen wurden ihre Reisepässe entzogen. Und das nur, weil sie ihre Meinung zum Regime öffentlich vertreten haben. Neben Karimi forderten auch der ehemalige Nationalspieler Mohammad Taghavi und der Ex-Nationaltorwart Sosha Makani die FIFA in Person von Gianni Infantino zum Handeln auf. Aus Sicherheitsgründen wurden nur die Initiatoren des Briefes veröffentlicht, die sich im Ausland befinden.

In Deutschland wird die Opposition von der Ringerin Sarina Selehi, der Taekwondo-Kämpferin Parisa Farshidi und den Kanuten Saeid Fazloula und Reyhaneh Amro unterstützt.
Die FIFA darf dem iranischen Regime mit der WM keine Plattform bieten, um sich zu präsentieren. Ganz im Gegenteil, das Regime muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in seine Schranken gewiesen werden. Ob ich glaube dass das passiert, steht allerdings auf einem anderen Blatt Papier.
Quellen:
Augenzeugenberichte aus dem Iran: „Erst vergewaltigen wir euch, dann töten wir euch“ – DerWesten.de