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Bodö Glimt nicht mehr

Das Ausscheiden von Bayer Leverkusen aus der Champions League ist nicht die schlimmste Nachricht aus dieser Woche. Trotz des starken Auftritts der Werkself im Hinspiel fehlte mir für ein Weiterkommen der Rheinländer jegliche Phantasie.  Schlecht war der Auftritt im Emirates Stadium gar nicht mal. Phasenweise konnte man mithalten, hatte am Ende aber kaum Torszenen, so dass die 0:2– Niederlage gegen Arsenal verdient und folgerichtig war.

Durch die 5:0-Niederlage bei Sporting Lissabon ist die Reise der Norweger von Bodö Glimt zu Ende. Die Mannschaft aus Nordland gewann das Hinspiel noch mit 3:0 ein Weiterkommen war für viele Formsache, allerdings hielten die Portugiesen voll dagegen und zwangen die Norwegen nach einem 3:0 in der regulären Spielzeit in die Verlängerung. Spätestens da war klar, dass die furiose Champions League-Saison von Bodö Glimt ein Ende nehmen wird.

Vinicius Jr. ist ein Mann mit Profilneurose. Allein wegen seines Auftretens auf dem Platz und beim Torjubel zum 1:0 per Elfmeter hätte ein Ausscheiden von Real Madrid verdient gehabt. Dem war aber nicht so, die Königlichen schlagen Manchester City  mit 2:1 und ziehen in die nächste Runde ein.

Die 0:3-Niederlage vom FC Chelsea gegen Paris St. Germain war eine Machtdemonstration der Franzosen gegen chancenlose Briten.

In den Mittwochsspielen gab es dann im Vergleich zum Dienstag keine Überraschungen mehr. Bayern rotiert und lässt Tom Bischof und Mi-Jae Kim in der Viererkette ran, Lennart Karl geht auf den rechten Flügel, Guerrero spielt zentral hinter den Spitzen und auch Harry Kane ist wieder am Start. Auch die Gäste hatten eine Sensation nicht mehr auf dem Schirm und ließen de Roon und Kolasinac auf der Bank. Am Ende stand ein verdientes 4:1 gegen Atalanta Bergamo.

Noch ein bisschen klarer war die Sache zwischen dem FC Liverpool und Galatasaray Istanbul. Nach der Hinspielniederlage gewannen die Reds aber deutlich gegen Gala, bei denen Sane und Gündogan auf der Bank Platz nehmen mussten. Leroy Sane kam in der zweiten Hälfte zwar für Osimen ins Spiel, konnte die 4:0-Niederlage aber nicht mehr abwenden.

Nach der deutlichen Hinspielniederlage bei Atletico Madrid konnten sich die Tottenham Hotspurs mit einem knappen 3:2-Sieg aus dem Wettbewerb verabschieden. Am Ende waren die Engländer dennoch chancenlos.

Nach dem 1:1 im Hinspiel gab es zwischen dem FC Barcelona und Newcastle United ein echtes Torfestival. Die Katalanen schickten Newcastle, bei denen Nick Woltemade nicht zum Einsatz kam, mit einem 7:2 zurück auf die Insel.

Die Viertelfinalspiele finden am 7./8. & 14./15. April statt.

Real Madrid – Bayern München

Sporting Lissabon – FC Arsenal

Paris St. Germain – FC Liverpool

FC Barcelona – Atletico Madrid

Eberl statt Hoeneß

Es könnte alles so einfach sein, jedenfalls für den FC Bayern vor der Partie gegen Atalanta Bergamo in der Champions League. Nein ich Rede nicht davon, dass Joshua Kimmich und Michael Oliseh nach ihren gelben Karten für das Rückspiel gesperrt sind. Auch nicht davon, dass nach den Ausfällen von Neuer, Urbig und Ullreich nun der 16-jährige Leonard Prescott ins Tor muss. Wie zu lesen war, ist man in Bayern mit der Arbeit von Sportvorstand Max Eberl nicht uneingeschränkt zufrieden.

Die Kritik gegen Eberl kommt vor allem aus dem Aufsichtsrat der neben Ehrenpräsident Uli Hoeneß und dem langjährigen Vizepräsident Karlheinz Rummenigge nur Mitglieder aus der Wirtschaft hat. Wie der Focus berichtet, sollen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung bei Eberl nur bei maximal 50 Prozent liegen. Eberl will seine Mission bei den Bayern gerne fortsetzen. Von außen betrachtet, täte der FC Bayern auch gut daran den Vertrag zu verlängern.

Hoeneß monierte zwar, das Eberl den Aufsichtsrat zu spät informieren würde, doch die guten Drähte zwischen Hoeneß, dem Aufsichtsrat und der BILD-Zeitung sind bekannt. Der FC Bayern wäre noch besser beraten, wenn man Hoeneß und Rummenigge aufs Abstellgleis stellen würde. Beide haben das operative Geschäft verlassen und verstehen die Gesetze des Marktes auch nicht mehr zu einhundert Prozent. Anders sind die Äußerungen zu Beratern, den Ablösesummen im Allgemeinen, und weitere Aussagen nicht zu deuten.

Ins gleiche Horn stößt auch Oli Kahn, dem der Generationswechsel beim FC Bayern nicht schnell genug von statten geht. Den kann es aber erst gegen, wenn Uli Hoeneß und Rummenigge keine Aufgaben mehr im Verein haben.

Der FC Bayern und der Cup der Verlierer

Für uns, die Anhänger von den sogenannten kleinen Vereinen, ist jedes Spiel auf europäischer Ebene etwas ganz Besonderes. Damit sind jetzt zwar nicht die Freundschaftsspiele gegen die Mannschaften aus den Niederlanden, vorzugsweise Wochentags am Mittag, gemeint, sondern die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben. Heute die Europa League bzw. die Conference League und früher der UEFA-Cup.

Für die größeren Vertreter der Zunft zählt das nicht. Da gilt es, sich für die Champions League zu qualifizieren. Schließlich tauft der große Kaiser Franz den UEFA-Cup als den Cup der Verlierer. Das in der Champions League nicht nur die Meister aufeinandertreffen, wollen wir an dieser Stelle gerne verschweigen.

Allerdings haben die großen Bayern den UEFA-Cup in der Saison 1995/1996 zum ersten Mal gewonnen. In der Spielzeit 1994/1995 wurde man unter Giovanni Trapattoni nur Tabellensechster, bis heute schnitt der FC Bayern kein einziges mal schlechter ab als in der besagten Spielzeit.

Die UEFA-Cup-Saison war genau die, in der Otto Rehhagel an der Seitenlinie stand. Allerdings hat man „König Otto“ wenige Tage später durch eben jenen Kaiser Franz ersetzt. Im Bayern-Kader standen damals u.a. Olli Kahn, Markus Babbel, Thomas Helmer, Hansi Pflügler, Christian Nerlinger, Thomas Strunz, Lothar Matthäus, Didi Hamann, Ciriaco Sforza, Alain Sutter, Christian Ziege, Mehmet Scholl, Andi Herzog, Jean-Pierre Papin, Marcel Witeczek, Jürgen Klinsmann und Alexander Zickler. Daneben allerdings auch die heute fast vergessenen Tomas Tomic, Roman Grill, Matthias Born und Frank Gerster.

Gemeinsam mit dem Rekordmeister durften damals auch der SC Freiburg, Kaiserslautern, und Werder Bremen antreten. In der ersten Runde verloren die Bayern das Erstrunden-Heimspiel gegen Lokomotive Moskau, konnten aber im Rückspiel durch einen 5:0 Sieg durch Treffer von Strunz, Scholl, Herzog und einem Doppelpack von Jürgen Klinsmann den Einzug in die zweite Runde perfekt machen.

In der zweiten Runde war der schottische Vertreter des Raith Rovers FC keine große Hürde. Im Achtelfinale wartete Benfica Lissabon. Aber auch die Portugiesen wurden nach einem 4:1 und einem 3:1 bezwungen. Im Viertelfinale musste sich die bajuwarische Elf dann mit den englischen Vertreter Nottingham Forest messen. Im Hinspiel gab es einen knappen 2:1-Sieg, das Rückspiel war mit 5:1 ungleich deutlicher.

Im Halbfinale wartete der FC Barcelona, u.a. mit Carlos Busquets, Pep Guardiola, Luis Figo und George Hagi, auf die Bayern. Gecoacht wurden die Katalanen zu der Zeit von keinem geringeren als Johan Cruyff. Aber auch die spanische Startruppe konnte die Bayern nicht stoppen. Ein 2:2 im Heimspiel und ein knapper 1:2-Sieg reichte, um ins Finale einzuziehen.

Damals wurde das Finale noch im Hin- und Rückspielmodus ausgetragen. Und im Heimspiel setzten die Bayern durch Tore von Helmer und Scholl den Grundstein für den späteren Erfolg. Im Rückspiel gab es auch bei Girondins Bordeaux, mit Bixente Lizarazu, keine großen Hürden. Die erste Halbzeit verlief noch torlos, doch Scholl brachte die Bayern nach dem Wechsel auf die Siegerstraße. Kostadinov und Klinsmann machten den Erfolg und den einzigen Titelgewinn im UEFA-Cup perfekt.

Koan Titelrennen

Die Bayern schwächeln: Eine Woche nach der 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg, konnte der Tabellenführer auch beim Hamburger SV nicht dreifach punkten. In der Rückrundentabelle liegt man sogar nur auf dem achten Platz. Damit hat man in diesem Jahr genauso viele Punkte eingefahren, wie der FSV Mainz 05 und Bayer Leverkusen. Die Offensive funktioniert zwar, hier hat man bei acht Treffern den zweitbesten Angriff, die fünf Gegentore sind aber für einen Tabellenführer und auch fürs bayrische Selbstverständnis zu viel. Damit hat man genauso viele Gegentore gefressen, wie Werder Bremen, St. Pauli und der VfL Wolfsburg. Mehr Gegentore gab es nur für RB Leipzig, den 1.FC Heidenheim, Union Berlin (jeweils sieben Gegentore) und Eintracht Frankfurt (neun Gegentore).

In der Gesamttabelle führen die Bayern immer noch mit komfortablen sechs Punkten. Wird die Liga nun spannend, haben wir gar einen offenen Titelkampf? Mitnichten. Auch wenn die Dortmunder erster Verfolger sind, ist der BVB alles andere als ein Titelkandidat. Souverän waren die Siege gegen Heidenheim (3:2) und St. Pauli (3:2) auf keinen Fall. In Dortmund diskutiert man eher über den Kovac-Ball als über die Meisterschaftsoptionen.

Doch wie lässt sich der bayrische Niedergang erklären? Zum einen haben die Bayern keine ernsthafte Konkurrenz. Die Spannung ist trotz der kurzen Schwächeperiode raus. Die Übergabe der Meisterschale könnte man getrost aufs nächste Wochenende vorziehen. Da spiele die Bayern im Übrigen gegen Verfolger Nummer 3, die TSG Hoffenheim, die Dortmunder spielen da gegen Dortmund.

In der Bundesliga kann den Bayern niemand das Wasser reichen. Das mag bedauernswert sein, am Ende ist das aber Fakt. Für Europa, und um nichts anderes geht es den Bayern, gilt das nicht. In der Champions League haben sich die Bayern gemeinsam mit Arsenal, Liverpool, Tottenham, Barcelona, Chelsea, Sporting Lissabon und Manchester City direkt fürs Achtelfinale qualifiziert. Damit spart man sich immerhin die Playoffs. Dort ermitteln Bayer Leverkusen, der BVB, Atalanta Bergamo und Olypiakos Piräus, wer gegen die Bayern antreten muss.

Auch hier wird es für die Bayern wahrscheinlich noch reichen, für viel mehr allerdings nicht.

Der Fall Uli Hoeneß

Uli Hoeneß, gebürtiger Ulmer und Funktionär in verschiedensten Funktionen bei seinem FC Bayern sieht sich nicht nur als sportlicher und wirtschaftlicher Macher, sondern offensichtlich auch als moralische Instanz. Das gilt für sein Verhältnis zum früheren Kölner Trainer Christoph Daum, das seinen Höhepunkt im Jahre 2006 hatte als Christoph Daums Drogenmissbrauch öffentlich wurde. Dazu hatte er regelmäßige Auseinandersetzungen mit Willi Lemke (Manager Werder Bremen) oder Schiedsrichter Helmut Krug. Auch sein Umgang mit Oliver Kahn, Juan Bernat, Toni Kroos, Thomas Tuchel und Ralf Rangnick rief Hoeneß´ Kritiker auf den Plan.

Bereits 2013 berichtete der Stern online, dass ein „Spitzenvertreter der deutschen Fußball-Bundesliga“ ein Nummernkonto bei der Schweizer Privatbank Vontobel habe und dort einen dreistelligen Millionenbetrag an Schweizer Franken verstecke. Das Nummernkonto soll es bereits seit 1975 gegeben haben. Wie im Wikipedia-Eintrag von Hoeneß zu lesen ist, soll Hoeneß über Sicherheiten von mehr als 200 Millionen Euro verfügt haben. Es seinen mehrfach Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich getätigt worden sein. 2003 soll er einen Gewinn 52 Millionen Euro erwirtschaftet haben, 2005 waren es sogar 78 Millionen. Innerhalb einer Dekade sollen es über 50.000 Transaktionen, meistens Devisentermingeschäfte, gewesen sein. Weiter wird berichtet, das Hoeneß der wichtigste Kunde im Devisenhandel der Bank gewesen sein soll.

Die Bank soll Hoeneß dann auch 2013 informiert haben, das der Stern wegen seines Kontos recherchieren würde. Infolge dessen hat Hoeneß sich selber angezeigt, ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung wurde am 1. Februar 2013 durch die Staatsanwaltschaft München II eröffnet. Im Rahmen des Verfahrens durchsuchte die Staatsanwaltschaft Hoeneß‘ Anwesen am Tegernsee und der damalige Bayern-Präsident wurde daraufhin vorübergehend festgenommen. Gegen die Zahlung von fünf Millionen Euro Kaution kam Hoeneß frei, seine Büroräume beim FC Bayern wurde allerdings vorher noch durchsucht. Die Anklage gegen Hoeneß wurde im Juli 2013 erhoben, bei den kommenden Mitgliederversammlung gab er an, dass die Vereinsspitze über seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat entscheiden solle, seine Aufsichtsratmitgliedschaft bei der Allianz gab er allerdings auf.

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Am Ende wurde Hoeneß in sieben Fällen und in einer Höhe von 28,5 Millionen Euro wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Hoeneß verzichtete auf eine Revision und die Strafe wurde rechtskräftig. Er trat als Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident des FC Bayern zurück, sein Posten wurde truchsisartig von Karl Hopfner übernommen.

Seine Strafe trat er 2014 in der JVA Landsberg an und kam zu Beginn seiner Haftstrafe in die Krankenabteilung. Wegen einer Herzoperation musste er kurzweilig in eine Klinik wurde aber dann in den normalen Vollzug eingegliedert. Während seiner Haftstrafe soll er unter anderem in der Kleiderkammer gearbeitet haben. 2014 durfte er Weihnachten und Silvester bereits zu Hause verbringen, wenig später wurde er als Freigänger in die Haftanstalt Rothenfelde verlegt. Zu dieser Zeit arbeitete er als „Assistent der Abteilungsleitung Junior Team“ in der Nachwuchsabteilung des Vereins. Nach seiner Haftentlassung übernahm er wieder seine alten Ämter und Funktionen

Uli Hoeneß als Spieler und Funktionär beim FC Bayern

Seine ersten Erfahrungen als Spieler machte Hoeneß in den Jugendabteilungen des VfB Ulm und bei der TSG Ulm, einem Vorgängerverein des heutigen Drittligisten SSV Ulm. Dort sammelte er auch die ersten Erfahrungen im Seniorenbereich. Von dort wechselte Hoeneß dann zum FC Bayern, spielte aber in der Saison 1978/1979 noch einmal für den 1.FC Nürnberg als Leihspieler, ehe er 1979 zum FC Bayern zurückkehrte. Hoeneß wurde als Spieler jeweils einmal Weltmeister (1974) und Europameister (1972), Pokalsieger (1971) und Weltpokalsieger (1976). Den Europapokal der Landesmeister holte er dreimal (1974, 1975, 1976) und damit genauso oft wie die deutsche Meisterschaft (1972, 1973, 1974). Uli Hoeneß musste seine aktive Karriere bereits mit 27 Jahren beenden und stieg unmittelbar danach ins Management des FC Bayern ein.

Das sich Hoeneß zum Manager eignet, hat er bereits als aktiver Spieler gezeigt. Auf Grund seiner Vermittlung kam ein Sponsorenvertrag mit Magirus Deutz zustande. Mit den Einnahmen konnten die Bayern Paul Breitner zum FC Bayern zurückholen. Eigentlich wollten die Bayern aber gar nicht Uli Hoeneß, sondern Rudi Assauer zum Manager machen. Doch die Absage des ehemaligen Machers von Schalke 04 war zum einen das Glück von Uli Hoeneß und zum anderen das des FC Bayern.

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Damals waren die Bayern verschuldet doch Hoeneß war maßgeblich am wirtschaftlichen Aufstieg der Bayer beteiligt. Das die Bayern unter der Leitung von Hoeneß nicht nur zum führenden Club in Deutschland, sondern auch in Europa wurden ist allgemein bekannt. Am Ende waren es 16 Meisterschaften, neun Pokalsiege, sechs gewonnene Finale um den Liga-Pokal, ein gewonnener UEFA-Cup und der Gewinn der Champions League im Jahre 2001. Er verpflichtete zahlreiche Stars und viele Trainer mit internationalem Format.

Als Hoeneß 2009 seine Tätigkeit als Manager beendete, konnte er auf eine 30jährige Amtszeit zurückblicken. Allerdings war es noch nicht müde und übernahm den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident. Noch heute ist Hoeneß Aufsichtsratsmitglied und Ehrenpräsident, hält mit seiner Meinung, egal ob sportlich oder politisch, aber niemals hinter dem Berg.

Uli Hoeneß und die Wurst

Geschäfte hat Uli Hoeneß, Sohn eines Ulmer Metzgermeisters, aber nicht nur im Fußball gemacht. Seit 1985 betreibt er mit Werner Weiß die HoWe Wurstwarenfabrik in Nürnberg. Geleitet wird das Unternehmen aber heute nicht mehr von Heoeneß selber, sondern von seinen Kindern. Die HoWe Wurstwaren beliefern unter anderem Aldi, das Käfer-Zelt auf dem Münchener Oktoberfest, McDonalds und zahlreiche andere Lebensmittelkonzerne in ganz Europa.

Heute werden bei der HoWe Wurstwaren KG Nürnberg hauptsächlich Nürnberger Rostbratwurst, Geflügelbratwürste und saisonale Wurstwaren hergestellt.

Kritisiert wird die hoeneßsche Wurstfabrik auch deswegen, weil kein Betriebsrat existiert, man hauptsächlich mit Leiharbeiter*innen arbeitetet und nicht nach Branchentarifvertrag bezahlt.

Quellen:

Uli Hoeneß – Wikipedia

Bistro am Werk – HoWe Wurstwaren KG Nürnberg HoWe Wurstwaren KG Nürnberg

Feuerteufel Breno

Breno, die Älteren werden sich erinnern, startete mit jeder Menge Vorschusslorbeeren in sein Abenteuer Bayern, Deutschland und Bundesliga. Breno, der eigentlich Breno Vinícius Rodrigues Borges heißt wurde 1989 im brasilianischen Cruzeiro geboren und wechselte im Jahre 2008 zum FC Bayern München. Die Vorzeichen standen damals eigentlich gut, schließlich war nicht nur die gesamte Bundesliga gut mit Brasilianern bestückt, auch in München spielten damals mit Lucio und Zé Roberto zwei weitere Brasilianer in Müchen. Gemeinsam mit Martin Demichelis und José Sosa bildete man sogar ein südamerikanisches Quintett. Zum damaligen Zeitpunkt waren die Bayern nicht die einzigen, die den damals „besten Verteidiger, den Brasilien im eigenen Land zu bieten hat“, haben wollten. Bei den Vertragsverhandlungen, soll man nicht nur Real Madrid, sondern auch den AC Florenz und Juventus Turin ausgestochen haben.

Beim FC Bayern galt Breno als Verpflichtung für die Zukunft, man stattete ihn mit einem Vertrag bis zum Jahre 2012 aus. Bis Breno sein Debüt im Bayern-Trikot gab, dauerte es allerdings etwas. Sein erstes Pflichtspiel machte er im Rückspiel des Champions League-Achtelfinals gegen den RSC Anderlecht im März 2008. Zwei Monate später lief er zum ersten Mal in der Bundesliga auf. Bis zum Ende des Jahres 2009 standen für Breno lediglich sieben Bundesligaspiele auf dem Programm. Dazu kamen fünf Einsätze in der Champions League und ein Einsatz im DFB-Pokal. Auch wenn er als Verpflichtung für die Zukunft galt, waren alle Beteiligten unzufrieden.

Was lag näher, als Breno zu verleihen. Hier war der 1.FC Nürnberg dankbarer Abnehmer. Breno wusste durchaus zu überzeugen, kam wegen eines Kreuzbandrisses aber auch nur auf sieben Einsätze. So kehrte er 2010 nach München zurück, musste aber nochmal operiert werden. Sein erstes Spiel machte er im November gegen seinen alten Club aus Nürnberg. Überzeugen konnte er aber auch in dieser Spielzeit nicht. Breno, vom Pech verfolgt, brauchte vor dem Start der Saison 2011/2012 noch eine Operation, was seine Chancen auf den Durchbruch natürlich nicht verbesserte.

Breno griff nicht nur zum Alkohol, sondern auch zu Medikamenten. Ob das am Ende dazu führte, dass er in Grünwald sein gemietetes Haus anzündete ist nicht geklärt. Breno kam jedenfalls in Untersuchungshaft und erst wieder frei, als der FC Bayern eine Kaution hinterlegte. Breno wurde am Ende zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Am Ende führte das dazu, dass Breno keine Spiele mehr für den FC Bayern absolvierte und auch der Wechsel zu Lazio Rom logischerweise platzte. In diesem Zusammenhang wurde auch gegen den FC Bayern ermittelt, da Breno behauptete dort Schlafmittel aus einem unverschlossenen Arzneimittelschrank erhalten zu haben.

Allerdins war Breno nach etwas mehr als einem Jahr bereits Freigänger und arbeitete sowohl im Team der Jugendleitung als auch im Trainerstab der zweiten Mannschaft. Das waren allerdings Brenos letzte Schritte in Europa. Beim FC Sao Paulo hoffte man Breno vorzeitig nach Brasilien lotsen zu können, schließlich dauerte das aber noch bis zum Januar 2015. Man gab ihm einen Vertrag bis 2017 und hoffte, das Breno wieder die Kurve bekam. Sein erstes Spiel nach seiner Rückkehr bestritt er im August 2015 gegen Corinthians Sao Paolo, da lag sein letztes Pflichtspiel bereits vier Jahre zurück. Allerdings war der Erfolg nicht von Dauer. Auch von Sao Paolo wurde Breno verliehen und er wechselte zu Vasco da Gama, die ihn später fest verpflichteten. Aber auch dort gab es Ärger. Er verklagte den Verein auf Zahlung seiner Gehälter und warf den Verantwortlichen eine Mitschuld an seinen zahlreichen Verletzungen vor. Wegen weiteren Operationen beendete er seine Karriere im Dezember 2020.

Quellen:

FC Bayern München – Kader im Detail 08/09 | Transfermarkt

Breno (Fußballspieler) – Wikipedia

Gefährliche Dominanz des FC Bayern

Der FC Bayern ist, nicht erst seit gestern, in der Bundesliga das Maß der Dinge. Das 8:1 gegen den VfL Wolfsburg war nicht die erste Machtdemonstration der bajuwarischen Titeljäger. In der Tabelle hat man nicht nur elf Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten aus Dortmund sondern auch eine um 37 Treffer bessere Tordifferenz. Mit 63 Treffern hat den besten Angriff der Liga. Dabei ist die Offensive deutlich mehr als Harry Kane. Der netzte zwar schon 20 mal ein, aber die übrigen Treffer sind mehr oder weniger gleichmäßig auf Luis Diaz, Michael Oliseh (je neun Tore), Serge Gnabry (vier Tore), Raphael Guerrero, Nicolas Jackson, Lennart Karl (je drei Tore), Konrad Laimer, Josip Stanisic (je zwei Tore), Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic, Jonathan Tah und Dayot Upamecano (je ein Tor) verteilt.

Doch die Bayern glänzten nicht nur vor dem gegnerischen Tor, sondern auch im eigenen Strafraum. Dabei ist es fast egal, ob Manuel Neuer oder Jonas Urbig das Torhüter, wer die Viererkette bildet und wer im Mittelfeld für defensive Stabilität sorgt. Die Bayern haben bei erst zwölf Gegentore die stabilste Verteidigung und liegen auch hier vor dem BVB (15) und RB Leipzig (19).

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Die klare Dominanz der Bayern, beziehungsweise die Schwäche der restlichen Liga, werden auf Dauer zum Problem. Auch wenn man durch die Champions League-Gruppenphase, sieht man vom Duell gegen Arsenal ab, durchmarschiert ist, kommen die wirklich harten Brocken erst nach der Gruppenphase. Die Spiele gegen Chelsea (3:1), Pafos FC (5:1), FC Brügge (4:0), Paris St. German (2:1) und Sporting Lissabon (3:1) haben keine Aussagekraft. Die hat die Niederlage gegen Arsenal (1:3) natürlich auch nicht.

Aber: Die Bayern müssen die Spannung hochhalten. Ein 8:1 gegen Wolfsburg hilft da aber nicht weiter. Und in Europa werden die Bayern, wenn es gegen die Top-Teams aus Spanien, England und Italien geht, deutlich mehr gefordert sein. Deswegen ist ein europäischer Titel nicht nur in diesem Jahr in ganz weiter Ferne.

Das Sechzgerstadion in Giesing

Ich will niemandem zu Nahe treten, aber mir scheint es so, dass kein Verein eine so hohe Identifikation mit seinem Stadion hat wie der TSV 1860 München mit dem „Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße“. Wer daran zweifelt, dem sei die Rise and Fall-Dokumentation über den TSV 1860 München ans Herz gelegt. Das Stadion liegt in Giesing zwischen dem Weißenseepark und Isar. Das Viertel ist sowohl vom Stadion als auch vom Verein stark geprägt. Im Umfeld finden sich zahlreiche Fan-Kneipen. Allerdings ist auch das Vereinsgelände des FC Bayern nur knapp 1,2 Kilometer von der Grünwalder Straße entfernt.

Gebaut wurde das Stadion durch den Verein im Jahre 1911, seit 1937 befindet es sich allerdings im Besitz der Stadt München, die das Stadion nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut hat. Zwischenzeitlich lag die Kapazität bei knapp 60.000 Zuschauern, der Zuschauerrekord liegt aber schon knapp 80 Jahre zurück. Heute fasst das Stadion 15.000 Zuschauer*innen und wird nicht nur von der ersten Mannschaft des TSV 1860 München, sondern auch von der zweiten Mannschaft des FC Bayern und der Damen-Mannschaft des FFC Wacker München genutzt.

Lange Zeit war das Sechzgerstadion oder die Hermann-Gerland-Kampfbahn, wie es die Bayern-Fans gerne nennen das Stadion, mit der höchsten Nutzungsdichte was Fußballspiele angeht.

Bevor das Stadion an besagter stand, wurde die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Zunächst baute man um das Fußballfeld eine Holztribüne, auf die 160 Zuschauer passten. Umkleidekabinen und Waschräume fand man ebenfalls in der Tribüne.

1919 hat das Kriegsministerium das Stadion gesperrt, da man davon ausging, dass Gefahren von einer Pulverkammer ausgingen, die sich auf der nördlichen Seite des Stadion befand. In der 1920er-Jahren begann dann der Ausbau zu einem „richtigen“ Stadion. Um die Kosten niedrig zuhalten, haben die 60er das Stadion unter anderem an den FC Bayern vermietet. Außerdem fanden im Stadion auch Leichtathletik-, Feldhandball- und Radsportveranstaltungen statt. Der Grund, warum das Stadion vom Verein an die Stadt ging, waren vor allem Liquditätsgründe. Im Anschluss mussten die Sechzger pro Jahr 10.000 Miete an die Stadt München zahlen. Im zweiten Weltkrieg wurde das Stadion fast komplett zerstört.

Bereits im August 1945 wurde das Stadion wieder freigegeben. Die von der Stadt München festgelegte Kapazität lag 1948 bei 45.000 Zuschauern, allerdings verkauften die Sechzger so viele Tickets, dass es gegen Nürnberg die besagte Rekordkulisse gab.

Seit dem Bau und der Eröffnung des Olympiastadions fristet das Stadion an der Grünwalder Straße quasi ein Schattendasein. Für den Profifußball ist das Stadion nicht erst seit heute zu klein. Auch Erweiterungen sind keine umzusetzenden Option.

In der 1970er-Jahre wurde das Stadion nicht nur durch einen Brand, sondern auch von einem Orkan schwer beschädigt. Dazu kam, dass das Stadion nur noch eine Bezirkssportanlage war. Der Bau der AllianzArena, in dem nicht nur der FC Bayern, sondern auch der TSV 1860 München nutzen sollte, setzte dem Verein arg zu und sorgte dafür, dass sich die Löwen zunächst aus den Profi-Fußball verabschieden sollten. Seit dem Abstieg in die vierte Liga 2017 spielen die Löwen wieder ausnahmslos am Stadion an der Grünwalder Straße.

Quellen:

Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße – Wikipedia