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Saarländische Erfolgsgeschichte

Elversberg. Ein Name, eine Stadt. Aber eine, die jetzt nicht die aller größte Fußballtradition hat. Jedenfalls nicht in den höchsten Ligen der Republik. Elversberg gehört mit seinen rund 7.500 Einwohner*innen zur Gemeinde Spiesen-Elversberg. Interessanterweise hat der Verein genauso viele Mitglieder wie Einwohner*innen.

Damit passen in der Waldstadion Kaiserlinde mehr Zuschauer, als Elversberg Einwohnende hat. Geografisch ist Elversberg im Saarland, ca. 15 Kilometer von der Landeshauptstadt Saarbrücken, wiederzufinden. Auch bis Neunkirchen und Homburg ist es nicht weit.

Den Verein gibt es, der Vereinsname SV 07 Elversberg gibt es her seit 1907. Zunächst als FC Germania Elversberg gegründet, schloss man dich zur Wiedergründung mit mehreren anderen Vereinen zur SV Elversberg zusammen. Über viele Jahrzehnte war man im Amateurfußball des Saarlandes zuhause, die erste Visitenkarte im Profifußball gab man in der Saison 2013/2014 in der dritten Liga ab. Mit einer relativ unbekannten Mannschaft stieg man aber in der selben Saison direkt wieder ab.

Eindeutig besser machte man es fast zehn Jahre später. Als Aufsteiger machte man sich unter Trainer Horst Steffen auf den direkten Weg in die zweite Liga. Bereits im zweiten Jahr scheiterte man nur knapp am direkten Aufstieg und musste sich in der Qualifikation am Ende dem FC Heidenheim geschlagen geben.

Nachdem Abschied von Horst Steffen, der sich zwischenzeitlich dem SV Werder Bremen angeschlossen hatte, erwarteten viele Experten einen Bruch, doch auch mit Vincent Wagner, setzen die Saarländer ihre Erfolgsserie fort.

Präsident des SV Elversberg ist seit über 30 Jahren Frank Horzer, der mit seinem Pharmaunternehmen Ursapharm auch einer der Hauptsponsoren ist.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Elversberg

https://de.wikipedia.org/wiki/SV_Elversberg

Die Hertha nervt

Ich kann den Wunsch vieler Herthaner*innen, die zweite Bundesliga hinter sich zu lassen, ja nachvollziehen. Wahrscheinlich ist den meisten von ihnen aber schon längst klar, dass auch die Spielzeit 2026/2027 nicht im Oberhaus, sondern in der zweiten Bundesliga verbracht wird, oder verbracht werden muss.

Da ändert es sich auch nichts daran, wenn die Menschen am RTL-Mikrofon des Aufstieg minütlich ansprechen. Leute, die Hertha hat es verkackt! Nicht nur das Spiel gegen den VfL Bochum, als man in der Nachspielzeit noch das 1:1 fressen musste, sondern über die gesamte Saison verteilt.  Aber woran liegts?

Hertha hat aktuell 41 Punkte und damit acht Punkte Rückstand auf Darmstadt 98, die hinter Schalke auf dem zweiten Platz liegen. Bis zum Relegationsplatz, den aktuell die SV Elversberg belegt, sind es „nur“ sieben Punkte.

Einige träumen, andere bangen

Während man sich an der Tabellenspitze weiter Spannung einredet, sehen die meisten den FC Heidenheim schon mit einem Bein in der zweiten Liga. Ist aber beides quatsch, sechs Punkte Rückstand, bei 36 zu vergebenden Punkte, sind locker aufzuholen. Zumal der BVB, und das zuhause, noch gegen die Bayern antritt und auch der FC Heidenheim noch gegen die direkte Konkurrenz spielt. Realistisch ist das trotz allem nicht. Weder die Meisterschaft für den BVB, noch der Klassenerhalt für Heidenheim.

Demnach sind die ersten beiden Plätze vergeben. Die TSG Hoffenheim, der VfB Stuttgart, Leipzig und Leverkusen spielen am Ende die europäischen Plätze unter sich aus. Wobei man nicht vergessen darf, dass Bayer Leverkusen mit einem Spiel im Rückstand liegt. Sollte allerdings eine der Mannschaften, die auf den oberen Plätzen stehen der Pokalgewinnen, könnte aktuell auch Eintracht Frankfurt als Tabellensiebter profitieren.

Auf der anderen Seite der Tabelle sieht es neben Heidenheim auch für St. Pauli, Werder Bremen und den VfL Wolfsburg nicht gut aus. Ein Team aus diesem Trio wird direkt absteigen, eins muss in die Relegation und die dritte Mannschaft schafft den Klassenerhalt direkt. Aber auch Gladbach ist im Abwärtsstrudel, alle anderen Team scheinen gefestigt.

In der zweiten Liga spielen alle für Schalke. Sogar Schalke selber, deswegen haben sie die Tabellenspitze nach dem 2:1-Sieg bei Holstein Kiel auch zurückerobert. Und weil Schalke und den Tabellenfünften aus Paderborn nur drei Punkte trennen, wird es im Kampf um den Aufstieg bis zum letzten Spieltag eng. Hertha patzt immer dann, wenn sie nochmal oben angreifen könnten. So auch jetzt: Nach dem 2:3 dürfte der Hauptstadtclub mit dem Aufstieg genauso wenig zu tun haben, wie der 1.FC Kaiserslautern.

Was oben gilt, das zählt auch unten. Vier Punkte trennen den letzten, die SpVgg. Greuther Fürth, vom rettenden Platz. Den belegt Preußen Münster. Aber auch für den Tabellenzehnten aus Bielefeld sind es nur vier Punkte auf den Relegationsplatz.

Noch knapper geht es in der dritten Liga zu: Energie Cottbus, aktueller Tabellenführer und den Tabellensiebten aus Rostock trennen nur fünf Punkte. Dazwischen liegen Verl, Duisburg, Osnabrück, Essen und Wehen Wiesbaden.

Dafür ist es am Tabellenende deutlicher. Aufsteiger Schweinfurt bräuchte 17 Punkte, um den 1.FC Saarbrücken einzuholen, selbst für den TSV Havelse wären es acht, und für die SpVgg. Ulm immerhin noch fünf Punkte.

Ein Blick auf den Spieltag

Wegweisende Duelle gibt am am 22. Spieltag der Bundesliga nicht. Der BVB kann am Freitagabend mit einem Heimsieg gegen den Mainz 05 wahrscheinlich mit keinem Trauma abschließen, wir erinnern uns an das Meisterschaftsfinale vor zwei Jahren, aber zumindest wieder bis auf drei Punkte an die Bayern herankommen. Jedenfalls bis zum frühen Samstagabend. Allerdings ist Mainz 05, seitdem Urs Fischer das Ruder übernommen hat, alles zuzutrauen.

Die Partie Leverkusen gegen St. Pauli riecht nach einer klaren Angelegenheit. Leverkusen braucht den Sieg, um den Anschluss an die Champions League-Plätze zu halten, St. Pauli kann bei einem Sieg die Abstiegsplätze verlassen.

Ob die Kicker von Eintracht Frankfurt im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach Blut riechen oder vom Balkon springen werden ist trotz des Neu-Trainers Albert Riera unwahrscheinlich. Allerdings sollte es gegen schwächelnde Gladbacher für einen Heimsieg reichen.

Das Werder Bremen ausgerechnet gegen die Bayern den Turnaround schaffen, ist unwahrscheinlich. Aber: Die Bayern haben gegen Augsburg und HSV Federn gelassen. Allerdings taumelt Bremen ganz gefährlich in Richtung Abgrund. Dazu hat es den Eindruck als hätte man in Bremen nicht die vielzitierte Gelassenheit, sondern eher eine gewisse Lethargie.

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Der SC Freiburg hat zwar Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen, im Vergleich zur letzten Saison wirkt man aber alles andere als gefestigt. Bei Hoffenheim ist es das genaue Gegenteil. Außerdem brauchen die die Punkte, um sich für die Champions League zu qualifizieren.

Sollte der HSV zuhause gegen Union Berlin dreifach punkten, wären das ganz wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Union, allen voran Ex-HSV-Coach Steffen Baumgart, wird das verhindern wollen. Es droht ein eher rustikales und ausgeglichenes Spiel.

Beim VfB Stuttgart hat man nach der Niederlage gegen St. Pauli sicher noch Wut im Bauch. Bei den Kölnern müsste an diesem Tag aber alles zusammenlaufen, wenn die Punkte mitnehmen will.

Wenn der 1.FC Heidenheim beim Kampf um den Klassenerhalt noch mitreden will, braucht es einen Auswärtssieg in Augsburg.

Für den VfL Wolfsburg gilt das gleiche wie bei Werder Bremen. Von der Qualität dürften sie dort eigentlich nicht stehen, allerdings braucht es Punkte um die Negativspirale zu durchbrechen. Warum das aber ausgerechnet in Leipzig passieren sollte, kann wohl niemand sagen.

In der zweiten Bundesliga stellt sich die Frage ob sich im ersten Freitagsspiel Fortuna Düsseldorf weiter von den Abstiegsplätzen absetzen kann, oder ob die Preußen eine andere Mannschaft auf den Relegationsplatz schicken können. Not gegen Elend? Mitnichten, eher ein offenes Spiel. Beide Mannschaften haben die Qualität, es dem anderen schwer zu machen.

Ach ja, Miro Klose. Da war ja was, Der Weltmeister hat seinen Vertrag beim Club verlängert, auch wenn Teile ihn in Nürnberg kritisch sehen. Die Entwicklung des Vereines storniert, am Ende ist genau das aber eine Qualitätsfrage. Die Qualität für Punkte gegen den KSC wären aber da,.

Auch wenn die Fürther am letzten Spieltag gegen Magdeburg offensiv fast explodiert wären, ist das Spiel beim 1.FC Kaiserslautern eine andere Nummer. Wenn die Gastgeber das mit dem Aufstieg ernst nehmen, müssen sie gegen Fürth gewinnen.

Spannendes Duell zwischen Hertha BSC und Hannover 96. Der Hauptstadtclub muss gewinnen, sonst kann man den Aufstieg abschreiben.

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Eintracht Braunschweig droht, wieder ganz aktiv in den Abstiegskampf einzusteigen. Blöd, das ausgerechet jetzt der Tabellenführer aus Darmstadt kommt.

Dynamo Dresden, eine der Topmannschaften aus der Rückrunde, trifft auf den SV Elversberg. Auf dem Papier klar, wäre da nicht die Sache mit der Rückrundentabelle.

Am Sonntag müssen die zuletzt schwächelnden Schalker bei Holstein Kiel antreten, der 1.FC Magdeburg trifft auf Arminia Bielefeld und der VfL Bochum im Westfalenduell auf den SC Paderborn.

Gewalt ist asozial

Es gibt Spiele, da nimmt man seine Familie mit und es gibt Spiele, bei denen man am besten gleich zu Hause bleibt. Die Zweitliga-Partie zwischen dem 1.FC Magdeburg und Dynamo Dresden gehört zur letzten Kategorie. Aber auch unter anderen Vorzeichen wäre die Wahrscheinlichkeit gering, mich in der Magdeburger MDCC-Arena zu finden. Auf jeden Fall haben Sicherheitskräfte die Partie als Hochrisikospiel eingruppiert. Am Ende stehen 64 verletzte Polizisten, von denen 17 im Krankenhaus behandelt werden mussten. Gewalt soll es aber nicht nur auf den Tribünen, sondern auch vor dem Stadion gegeben haben.

Bereits vor und während der Partie wurde Pyrotechnik gezündet. In der Halbzeit versuchten die „Fans“ aus Magdeburg zum Gästeblock der Dresdener vorzudringen. Die Polizei wurde nicht nur mit Pyrotechnik, sondern auch mit Gullydeckeln, Absperrgittern und Steinen angegriffen. Allesamt Straftaten, die nicht nur im Stadion nichts zu suchen haben. Juristisch gesehen ist das Ganze nicht nur schwere Körperverletzung, sondern auch Landfriedensbruch. Einigkeit dürfte darüber bestehen, dass die Verursacher hart bestraft werden müssen. Stadionverbote reichen hier definitiv nicht aus.

Wie der 1.FC Magdeburg in einer Stellungnahme mitteilt, will man die Vorfälle gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden aufarbeiten und verurteilt gleichzeitig die Gewalt, die von den eigenen Fans kam.

Grundsätzlich ist die Stadionsicherheit nicht nur ein Problem für die Vereine, sondern für unsere Gesellschaft. Gewalt darf in keinster Weise toleriert werden. Das gilt grundsätzlich für die Fans der Heimmannschaft. Gleiches gilt natürlich auch für Gäste und Sicherheitsbehörden. Auch der DFB muss sich stärker einbringen. Ja, Kollektivstrafen sind Mist, allerdings würde sich das Problem bei Spielabbrüchen und Punktabzügen schnell von selber erledigen.

Quellen:

Ausschreitungen bei FCM-Spiel gegen Dresden: Stahlknecht fordert Haftstrafen | MDR.DE

Stellungnahme des 1. FC Magdeburg: 1. FC Magdeburg

Aue: Fast zwei Dekaden zweitklassig

Der FC Erzgebirge Aue, zu DDR-Zeiten als Wismut Aue bekannt, ist ein Team, was seit 20 Jahren zwischen der zweiten und dritten Liga pendelt. Die Mannschaft als Fahrstuhlmannschaft zu verspotten, würde dem Club aber nicht gerecht werden, schließlich waren die Gastspiele in der jeweiligen Liga immer über mehrere Spielzeiten ausgeprägt. Aktuell spielt der Verein aus Sachsen jetzt seit 2022 in der dritten Liga., letztmalig gab man in den Spielzeiten 2016/2017 bis 2021/2022 ein längeres Gastspiel in der 2. Bundesliga. Am stärksten war man 2019/2020, als man die zweite Bundesliga als Tabellensiebter abschloss.

Für den Höhenflug der lila-weißen (nein nicht Osnabrück) waren Spieler wie Martin Männel (seit 2008 in Aue), Jacob Rasmussen (heute RB Salzburg), Tom Baumgart (heute Chemnitz) und Pascal Testroet (heute Sandhausen) aktiv. Während die damals und heute aktiven wohl nicht Allen bekannt sein dürften, ist der Trainer Dirk Schuster (aktuell Torpedo Kutaisi, Georgien) sicherlich bekannter.

Auch zwischen 2010 und 2015 spielten die Ostdeutschen in der 2. Bundeliga. Nach dem Aufstieg wurde man unter dem damaligen Trainer Rico Schmitt sogar Fünfter. Die bis heute beste Platzierung der Auer in der zweiten Bundesliga. Auch hütete Männel bereits das Tor, seine damaligen Mannschaftskollegen dürfte nur Insidern und Kennern ein Begriff sein, ich konnte mich jedenfalls an keinen erinnern.

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Seine Zweitligapremiere feierte das Team in Weiß und Lila allerdings im Jahre 2003. Vier Jahre konnte man die Liga mit beachtlichen Platzierungen halten (8., 7., 7., 10.) ehe man 2008 den Gang in die 3. Liga antreten musste. Damals waren Nikolce Noveski (Mainz 05), Dino Toppmöller (heute Trainer Eintracht Frankfurt), Uwe Ehlers (Hansa Rostock) und Andrzej Juskowiak (Mönchengladbach) die Spieler mit dem höchsten Bekanntheitsgrad.

FC Erzgebirge Aue – Wikipedia

FC Erzgebirge Aue – Kader im Detail 19/20 | Transfermarkt

Rico Schmitt – Wikipedia

FC Erzgebirge Aue – Vereinsprofil | Transfermarkt

Herbstmeisterschaft im Kollektiv

Was sich bereits seit längerer Zeit andeutet ist nun Gewissheit. Der FC Schalke 04 ist nach dem 1:0-Sieg gegen den 1.FC Nürnberg Herbstmeister in der 2. Bundesliga und damit aktuell erster Anwärter auf einen Aufstiegsplatz. Herzlichen Glückwunsch. Doch wer hätte das gedacht? Fußball-Deutschland hat Schalke 04 belächtelt, als es den in Bremen durchaus kritisierten Frank Baumann als Vorstand Sport nach Gelsenkirchen lotste. Und was hat man Frank Baumann belächelt, als er Miron Muslic als völlig unbekannten Trainer verpflichtete. Auch die Neuverpflichtungen machten Schalke nicht zum Top-Kandidaten. Das waren, was die Expertenmeinungen angeht eher Hannover 96, Hertha BSC und der VfL Bochum. Nicht nur die hat man auf Schalke hinter sich gelassen.

Dabei glänzen die Schalker weniger durch Einzelspieler, sondern als Kollektiv. Das zeigt, dass Du nicht die besten Spieler, sondern die beste Mannschaft brauchst. Und da waren die Schalker vorne mit dabei. Das System von Muslic ist, typisch Schalke, auf die Defensive ausgelegt. Die Null steht meistens, so auch gestern. Schalke hat ligaweit die wenigstens Gegentore kassiert. Offensiv könnte mehr gehen, sogar der Tabellenletzte aus Dresden hat mehr Treffer erzielt. Aber Schalke steht nicht für Spektakel sondern für Arbeit.

Aber: Die Rückrunde wird kein Selbstläufer. Die Mannschaften die hinter den Königsblauen stehen wollen hoch. Allen voran Hertha BSC. Aber auch Elversberg, Paderborn und Hannover haben Ambitionen. Muslic muss die Spannung hochhalten und Schalke muss zeigen, dass sie über die gesamt Saison Konstanz zeigen und auch nach herben Rückschlägen zurückkommen.

Rot-Weiß Erfurt in der 2. Bundesliga

Der FC Rot-weiß Erfurt, so die korrekte Bezeichnung des Clubs aus der thüringischen Landeshauptstadt, gehört zu den Vereinen, die nach der Wende kurz im gesamtdeutschen Profifußball auftauchten, um dann in der Versenkung zu verschwinden. Von 1965 bis 1990 spielte der ostdeutsche RWE fast ununterbrochen in der DDR-Oberliga. Die letzte Saison in der DDR-Oberliga schloss man als dritter ab und qualifizierte sich deswegen nicht nur für die 2. Bundesliga, sondern auch für den UEFA-Cup.

Damals war Thomas Linke (später Schalke 04, Bayern München, RB Salzburg) der wohl bekannteste Spieler der Erfurter. Aber auch Linke konnte nicht verhindern, dass sein Team am Ende abstieg und wieder in der Oberliga Nordost antreten musste. Dennoch gab es nicht nur durch die UEFA-Cup-Teilnahme Saison-Highlights. In der zweiten Pokalrunde gewann man mit 2:1 gegen Schalke, schied aber eine Runde später gegen den SSV Reutlingen aus. Spätestens bei der Pokalpartie gegen Schalke dürfte Thomas Linke den Schalkern aufgefallen sein, in der darauffolgenden Saison trug Linke das Trikot der Königsblauen.

Im UEFA-Cup gab es damals gegen den FC Groningen zwei knappe 1:0-Siege. Für Weiterkommen rechte das aber. In Runde zwei traf man erneut gegen einen Vertreter aus den Niederlanden, aber gegen Ajax Amsterdam konnte man sich am Ende nicht mehr durchsetzen.

Es dauerte zwölf Jahre, ehe man den Aufstieg in die zweite Bundesliga erneut realisierte. Man nahm das Ziel Klassenerhalt mit alten Haudegen wie Claus Reitmaier (u.a. Karlsruhe, Mönchengladbach), Rudolf Zedi (u.a. Fortuna Düsseldorf), Henning Bürger (u.a. Saarbrücken, Schalke) und John van Buskirk (KFC Uerdingen) in Angriff, doch auch in der zweiten und bis heute letzten Saison in der 2. Bundesliga stand am Ende der Abstieg in die Regionalliga.

Quellen:

Rot-Weiß Erfurt – FC Schalke 04, 17.08.1991 – DFB-Pokal – Spielbericht | Transfermarkt

FC Rot-Weiß Erfurt – Wikipedia

Rot-Weiß Erfurt – Spielplan 91/92 | Transfermarkt

Rot-Weiß Erfurt – Kader im Detail 91/92 | Transfermarkt

Chemnitzer Vergangenheit mit Licht und braunem Schatten

Der Chemnitzer FC gehört zu den Ost-Vereinen, die nach der Wiedervereinigung zwar in der 2. Bundesliga starten konnten, dann aber irgendwann in den Niederungen des Regionalfußballs verschwanden. Für die Saison 1991/1992 sicherte man sich die Startrechte in der 2. Bundesliga Süd. Damals spielten u.a. Olaf Renn (insgesamt 264 Zweitliga-Spiele) und Steffen Heidrich (32 Erst- und 202 Zweitligaspiele) für die Sachsen. Zum ersten Mal steig man in der Saison 1995/96 ab, schaffte zur Saison 1999/2000 wieder den Sprung in die zweithöchste Spielklasse der Republik. Dieses Mal konnte man nur zwei Jahre in der 2. Liga spielen und stieg mit Akteuren wie Carsten Lakies (u.a. Bayern II) und Jörg Sobiech (u.a. Wattenscheid 09) wieder ab. Davon hat man sich bis heute nicht erholt und spielt aktuell in der Regionalliga Nordost.

Gegründet wurde der Verein als ostdeutscher FCK (FC Karl-Marx-Stadt) im Jahre 1966, seit 1990 hat er seinen Namen mit der Umbenennung der Stadt Karl-Marx-Stadt in Chemnitz ebenso geändert. Als Vorgängervereine werden Chemnitzer SC Britannia (als Gründungsmitglied des DFB) und Chemnitzer BC. Zu Zeiten der DDR spielte man seit 1954, mit einigen Unterbrechungen, in der DDR-Oberliga. 1990/1991 spielte man sogar International, musste aber dort ausgerechnet gegen Borussia Dortmund antreten und schied direkt in der ersten Runde aus. Ein Jahr zuvor gab es nach Siegen gegen Boavista Porto und den FC Sion ein Drittrundenduell gegen Juventus Turin. Allerdings war man in beiden Spielen gegen die Italiener chancenlos.

Im Jahre 2018 musste man sich durch die Tiefen der Insolvenz schlagen. Drei Jahre später können die Chemnitzer behaupten, dass sie nun schuldenfrei sind.

In bundesweite Schlagzeilen geriet der CFC im Jahre 2021 auch wegen einer Traueraktion für den verstorbenen rechtsextremen Hooligan Thomas Haller. Als Gründer einer privaten Sicherheitsfirma war Haller auch für die Stadionsicherheit zuständig. Daniel Frahn, damals Spieler der Chemnitzer, hielt ein Hooligan-Shirt hoch und in der Fankurve wurde ein Banner mit Kreuz ausgebreitet.

Thomas Ulig, damals Vorsitzender. legte deswegen alle Ämter nieder. Peggy Schellenberger, Fanbeauftragte und SPD-Abgeordnete im Chemnitzer Stadtrat wurde genauso von ihren Ämtern enthoben, wie der Stadionsprecher und ein Mitarbeiter der Presseabteilung. Frahn wurde für zwei Spiele (und weitere zwei Spiele auf Bewährung) gesperrt.

Der damalige Insolvenzverwalter Klaus Siemon behauptet in einem Presseartikel, dass er zu der Traueraktion genötigt worden sei. Er berichtete, dass man andernfalls mit massiven Ausschreitungen der Hooliganszene zu rechnen gehabt hätte. Vereinsdokumente und WhatsApp-Verläufe wiedersprechen dieser Aussage allerdings.

Quellen:

Chemnitzer FC – Wikipedia

Insolvenz erfolgreich beendet: Chemnitzer FC schuldenfrei – kicker

Exklusive Dokumente: So kam es wirklich zum Nazi-Skandal beim CFC