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Werner Hansch: Kult-Kommentator aus Recklinghausen

Werner Hansch war bereits seit seiner Zeit beim Radio ein Kult-Moderator. Diese inoffizielle Auszeichnung hat er auch nach seinem Wechsel zu ran nicht eingebüßt, für mich bleibt Werner Hansch aber eher mit dem Hörfunk als mit dem Fernsehen verbunden. Hansch, 1938 in Recklinghausen geboren, wird in diesem Jahr 88 Jahre alt. Hansch, der eigentlich Diplomat werden wollte, studierte in Münster und Berlin, ehe er sein Studium abbrach. Danach war Hansch Bergmann, Lehrer und Diplom-Sozialwissenschaftler. Er arbeitete in der Presseabteilung der Trabrennbahn Recklinghausen, dem Pferdesport war Hansch immer sehr verbunden. Krankheitsbedingt übernahm er die Sprecherrolle auf der Trabrennbahn und bekam gute Kritiken. Deswegen war er wohl auch zwischen 1973 und 1978 Stadionsprecher der Schalker.

Hansch stieg 1978 beim WDR ein, um dort Fußballspiele und Pferdesport zu kommentieren. Seine Premiere feierte der Recklinghäuser bei der Partie Preußen Münster gegen Bayer Leverkusen. Die Hörer*innen mochten Hansch, der 1990 zur Sportschau und 1992 zu SAT.1 wechselte. 2007 arbeitete er für den Pay-TV-Sender Arena, ehe er sich von seiner Kommentatorenaufgabe zurückzog. Im Fernsehen war er dennoch regelmäßig zu sehen. Sei es bei der Spielshow WipeOut oder bei Promi Big Brother.

Hansch machte öffentlich, dass er seit 2009 etwa eine halbe Million Euro durch seine Spielsucht verloren habe. Seine Partnerin hat sich deswegen, nach über dreißig Jahren von Hansch getrennt. Hansch geht mit seiner Spielsucht offen um und versucht Betroffenen zu helfen.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Hansch

https://www.sport1.de/news/fussball/2026/02/kommentatoren-legende-spricht-emotional-uber-seine-wettsucht

Manni Breuckmann, die Stimme des Westens

Früher, also richtig früher, als wir fußballmäßig noch nicht übersättigt waren, war die Bundesliga-Konferenz am Samstag unser absolutes Wochenend-Highlight. Jedenfalls so lange, bis es Zeit war für die erste Dauerkarte oder für Dinge, die dann doch mehr im Vordergrund standen. Wer in Westdeutschland, bzw. in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen ist, der kam also am Samstag um 15:30 Uhr nicht an WDR 2 vorbei. Die Sendung und die Konferenz gibt es heute auch noch, steht auf Grund der TV-Rechte nicht mehr ganz so sehr im Fokus. Also aus der damaligen Zeit haben sich einige Radiostimmen tief in mein Gehirn gegraben. Eine davon ist die Stimme von Manfred Breuckmann.

Breuckmann, geboren am 11. Juni in Datteln, ist heute stolze 75 Jahre alt. Er gewann 2011 den Deutsche Radiopreis, eine Auszeichnung die er sich mit Herbert Grönemeyer teilt. Das die Laudation damals von Waldemar Hartmann gesprochen wurde, kehren wir lieber unter den Teppich.

Das Breuckmann, als Kind des Ruhrgebiets, den Mannschaften aus dem Revier nahesteht, mögen ihm Außenstehende verzeihen. Das er sich am Ende für den FC Schalke entschieden hat, wiegt dann doch schwerer. Während seiner aktiven Zeit war er aber stets um Objektivität bemüht. Das muss ihm gelungen sein, denn sowohl die Schalker als auch die Dortmunder warfen ihm vor, es mit dem jeweils anderen zu halten.

Seinen letzten Radioeinsatz hatte Breuckmann aber weder bei Schalke, noch bei Borussia Dortmund, sondern bei der Partie des VfL Bochum gegen den 1.FC Köln. Später arbeitete er noch bei 90elf, einem privaten Radiosender aus Leipzig, der früher die Übertragungsrechte besaß. 2019 durfte er, dann im TV bei DAZN, noch die Partie Schalke gegen Union Berlin kommentieren.

Breuckmann überzeugte aber nicht nur durch seine Stimme, er schrieb mit „50 legendäre Szenen des deutschen Fußballs“ und „Fußballgipfel“ zwei Fußballbücher und mit „Rote Karte für Pommes“, „Mein Leben als jugendlicher Draufgänger“ und „Schnee am Ballermann“ drei weitere Bücher.

Quellen:

Deutscher Radiopreis – Wikipedia

Manfred Breuckmann – Wikipedia