Foussani Alassani. Fousseni wer? Er hätte dafür sorgen können, dass sein Name in Deutschland und vor allem im Hamburger Raum deutlich bekannt ist. Heute wird er weniger mit Fußball und viel mehr mit Straftaten und Gefängnisaufenthalten in Verbindung gebracht. Alassani ist gebürtiger Togolese und kam als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Hamburg. Dort wuchs er mit seinen Eltern am Mümmelmannsberg in Hamburg-Billstedt auf. Der Mümmelmannsberg ist eine Großwohnsiedlung, die vor gut 50 Jahren errichtet wurde. Nicht die beste Gegend in der Elbmetropole, auch heute leben viele Bewohner*innen von staatlichen Leistungen. In einer Reportage des NDR ist zu lesen, dass man sich in „Mümmeltown“ oft verteidigen und durchsetzen muss. Alassani schafft es zwar noch in die U23 des FC St. Pauli, auf der schiefen Bahn war er aber damals schon.
Das er „viel Scheiße gebaut hat“, leugnet der Ex-Kicker auch gar nicht. Er soll, was immer das auch heißen mag, Sachen gemacht haben, vor denen sich die Älteren gedrückt haben. Das hat ihm zwar den Respekt der Straße eingebracht, gerettet hat ihn das aber auch nicht. Ganz im Gegenteil. Auch in der U23 fiel er auf. Erstmal sportlich: Er durfte regelmäßig mit der ersten Mannschaft trainieren, klaute dann aus dem Mannschaftshotel eine Personenwaage. Das soll nicht das einzige gewesen sein, was passiert ist. St. Pauli setzte den Spieler vor die Tür. Sein Ex-Trainer Jörn Großkopf sah in ihm den Mann mit den zwei Gesichtern. Auf der einen Seite jede Menge spielerischen Potenzial, aber auf der anderen Seite eben auch der Hang zur Kriminalität.
Beim FC St. Pauli kassierte er 1.000 Euro pro Monat, auf der Straße konnte er nach eigenen Angaben das vierzigfache machen, und da war die Verlockung zu groß und er sei „geldgierig“ gewesen, gab er offen zu. Wahrscheinlich deswegen hat er auch einen Supermarkt in Wedel überfallen. Er hat einen Tipp bekommen, dass dort 60.000 Euro zu holen seien. In Kioske hatte er schon öfters eingebrochen, der Schritt kostete ihn deswegen wohl kaum Überwindung. Er erbeutete allerdings „nur“ 11.000 Euro und flüchtete in einen Wald, wurde dort allerdings von der Polizei gestellt und festgenommen.
Alassani bekam aber nur eine Bewährungsstrafe und eine weitere Chance. Aber mit der Bewährung fühlte er sich wie freigesprochen und machte munter weiter. Weggefährten sprechen von weiteren 100 Überfällen zu dieser Zeit. Vor dem Urteil wurde der VfL Wolfsburg auf ihn aufmerksam, der Wechsel hatte sich durch die Festnahme und das Urteil allerdings zerschlagen. Seine Karriere war damit beendet, auch wenn er 2014 mit dem Berliner AK und Steffen Baumgart fast in die dritte Liga aufgestiegen wäre. Doch die Wege des Berliner AK und Steffen Baumgart trennten sich, Alassani verlor seinen Fürsprecher und seine Lust auf Fußball in der Hauptstadt.
Ohne Geld wurde es eng für ihn, sein Leben kostete Geld und das musste schließlich irgendwo herkommen. 2016 hielt er einer Tankstellenpächterin sein Messer an den Hals, als diese mit den Tageseinnahmen auf dem Weg zur Bank war. Er floh mit der Beute von 25.000 Euro nach Amsterdam, um dort mit seinen Mittätern einen drauf zu machen. Allerdings wurde er da schon wieder polizeilich gesucht. Sein Vater rief ihn an, Alassani tauchte für neun Wochen unter und wurde dann von der Polizei in Osdorf gefunden.
An Bewährung war jetzt natürlich nicht mehr zu denken. Er musste für sechs Jahre und drei Monaten nach „Santa Fu“, wo er seine Zeit mit anderen Schwerverbrechern absitzen musste. Geändert hat er nicht, ganz im Gegenteil. Auch im Knast dealte er munter weiter, schließlich muss das Marihuana, was er selber rauchte, ja auch bezahlt werden. Nach einiger Zeit soll er, durch seinen Glauben, zur Besinnung gekommen sein. Ob stimmt, kann nicht belegt werden. Allerdings arbeite er als Manager, unter anderem bei seinem Freund Kalim.
Quellen:
Fousseni Alassani: Überfälle statt Tore, Knast statt Fußball-Karriere | ndr.de