Früher, und ich meine das früher in dem Bayer Uerdingen noch Bayer Uerdingen hieß und in der Bundesliga spielte, gab es einen Spieler der irgendwas zwischen Mario Basler, Ansgar Brinkmann oder Wolfram Wuttke war. Der in Essen geborene Sassen war ein feiner Techniker, der sich sonst eher selber im Weg stand. In der Jugend spielte er für Schwarz-Weiss Essen und wechselte von dort zu Uerdingen in die Bundesliga. In drei Spielzeiten waren es 66 Spiele und zwölf Tore, die Sassen beisteuerte. Von dort gings zum damals noch großen HSV, ehe er über Dynamo Dresden und Dnejpr Dnjepopetrovsk zu Wattenscheid 09 wechselte.
Im Februar 1996 war Sassen mit der SG Wattenscheid im Trainingslager in Portugal, als er plötzlich verschwand. Er soll mit der Bedienung eines Restaurants durchgebrannt sein und wurde später bei Wattenscheid 09 entlassen.
Entlassungen und Strafen säumten Sassens Weg. Beim HSV kassierte er eine Strafe in Höhe von 12.500 DM, weil er mit einem Taxifahrer in Streit geraten war, in Dresden hat man ihn entlassen, weil er eine Trainingseinheit geschwänzt hat. Und eben die Entlassung in Wattenscheid, weil er mit der Bedienung einer portugisischen Gaststätte durchbrannte und verschwand.
Sein kurzes Gastspiel im Herbst seiner Karriere bei Schwarz-Weiss Essen endete nachdem er die Kontrolle über seine Alkoholsucht völlig verloren hatte. Sassen arbeitete bis zu seinem viel zu frühen Tode, er starb mit 36, als Hilfsgärtner bei der Stadt Essen.
Quellen:
Die tragische Karriere des Andreas Sassen – KFC Uerdingen 05