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Unten bleibt es spannend

Herzlichen Glückwunsch und auf Wiedersehen

Herzlichen Glückwunsch, der FC Bayern ist Meister. Das waren sie quasi auch schon vor dem Spieltag, aber egal. Am Freitag gewannen sie gegen den ehemaligen Angstgegner aus Gladbach mit 4:1.

Wenn die Bayern  mit elf Punkten Vorsprung bei noch neun ausstehenden Spielen Meister sind, ist der FC Heidenheim bei zehn Punkten Abstand auf das rettende Ufer schon abgestiegen. Der FCH hat in seiner Bundesligazeit alles rausgeholt, sich sogar International qualifiziert, wird sich aber im nächsten Jahr wieder in seinem natürlichen Habitat, der zweiten Bundesliga bewegen.

Wolfsburg verliert nach Elfmeterschießen, alle drei Tore des Spiels fielen vom Punkt, gegen den HSV. In Wolfsburg hat man sich vom Trainer (wie hieß der noch) und vom Sportdirektor getrennt. Die Trennung von Geschäftsführer Peter Christiansen erscheint folgerichtig, der Trainer war sicher nicht der Hauptschuldige. Aber: Die Mannschaft hat keine Alibis mehr, der Klassenerhalt ist trotzdem fraglich. Sieht man mal vom 1.FC Köln ab, haben alle anderen Kellerkinder mindestens einen Punkt geholt. Das bedeutet das zwischen Borussia Mönchengladbach auf dem zwölften Platz und dem FC St. Pauli, aktuell auf dem Relegationsplatz, nur ein Punkt liegt. Prognosen sind schwierig.

Lasst den Unsinn

Wie an jedem Spieltag gab es auch am Wochenende wieder Schiedsrichter-Entscheidungen und Entscheidungen der Video-Assistenten, die niemand verstehen kann. Der 1. FC Köln hätte gegen den BVB einen Elfmeter bekommen müssen, und warum Rocco Reitz nicht nur einen Elfmeter gegen sich, sondern auch eine rote Karte gegen bekommt, kann wahrscheinlich nicht mal der Schiedsrichter sagen. Schafft den ganzen Bums am besten wieder ab. Dafür hat beim Spiel Münster gegen Hertha ein Fan gesorgt, der dem Monitor den Stecker gezogen hat.

Durchgemischt

In der Mitte ist es öde, dafür bleibt es oben- und untenrum spannend. Wer hätte, bis auf die leidgeprüften 96-Fans, erwartet, dass Hannover gegen den Tabellenletzten aus Fürth verliert? Am Ende gewannen die Franken mit 2:1 und springen auf den Relegationsplatz. Arminia Bielefeld, immerhin zwölfter, hat nur einen Punkt mehr als die SpVgg aus Fürth.

Oben ist es fast genauso eng. Schalke reicht gegen die Arminia ein wenig Glück und Edin Dzeko. Darmstadt gewinnt mit 2:0 gegen Kiel und bleibt den Schalkern, genauso wie Elversberg auf den Fersen. Schalke und die beiden Verfolger trennen zwei Punkte, Paderborn lässt gegen Braunschweig Federn, hat aber mit drei Punkten Rückstand auf Schalke immer noch gute Chancen auf den Aufstieg.

Zweimal Kongo und zurück

Früher, als Hiannik Kamba noch das Trikot der Schalker trug, stand er mit Legenden wie Manuel Neuer und Benedikt Höwedes auf dem Platz, heute ist daran nicht mehr zu denken.  Familie Kamba musste Ende der 1990er Jahre vor den Kämpfen im Kongo fliehen und ließ sich im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Essen wieder. Dort spielte er zügig für die TGD Essen-West, ehe er sich noch in der Jugend dem FC Schalke 04 anschloss. Über die U17 und die U19 schaffte er den Sprung in die zweite Mannschaft des FC Schalke 04. Während dieser Zeit waren es nicht nur Neuer und Höwedes, sondern auch Ralf Fährmann und Mesut Özil mit denen er gemeinsam auflaufen konnte.

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2016, Kamba spielte damals schon lange nicht mehr für Schalke, sondern für den VfB Hüls in der Oberliga Westfalen, verschwand Kamba in die Heimat seiner Eltern. Im Kongo kam er, so dachte man, bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Seine Frau kassierte die 1,2 Millionen aus Kambas Lebensversicherung.

Zwei Jahre später tauchte Kamba wieder auf. Er berichtet, dass man ihn im Kongo entführt haben soll. Er konnte sich nach eigenen Angaben aber befreien und meldete sich bei der deutschen Botschaft im Kongo. Geglaubt hat ihm das niemand, die Gerichte verurteilten Kamba und dessen Frau wurden verurteilt wurden aber noch nicht in Haft genommen. Das sollte passieren, als die beiden Angeklagten in letzter Instanz, vor dem Bundesverfassungsgericht verloren haben. Da war Kamba aber schon wieder im Kongo, auf der Flucht vor der Justiz. Kamba wurde zwischenzeitlich in Noyon verhaftet und sitzt in einem deutschen Gefängnis.

2023 meldete Kamba sich, wie der FOCUS berichtet, und beteuerte seine Unschuld. Man habe ihn, ohne jegliche Beweise verurteilen wollen.

Während seiner Schalker Zeit drohte Kamba und seinen Eltern bereits die Abschiebung. Die Abschiebung seiner Eltern konnte nicht verhindert werden, durch einen Vertrag in der zweiten Mannschaft des FC Schalke konnte Kamba seiner Abschiebung aber damals entgehen.

Quellen:

Hiannick Kamba – Spielerprofil | Transfermarkt

Ex-Schalke-Spieler floh und täuschte Tod vor – jetzt sitzt er in Haft – FOCUS online

Hiannick Kamba täuschte Tod vor, tauchte wieder auf und ist jetzt auf der Flucht – FOCUS online

Hiannick Kamba: Aus dem Kongo zu Manuel Neuer

 

Was ist denn da auf Schalke los?

Beim FC Schalke 04 wird es lauter. Das hat mit der sportlichen Situation in der 2. Bundesliga und dem Einbüßen der Spitzenposition aber erstmal nichts zu tun. Schalke-Fans und allen voran die Ultras, haben ein Problem damit, dass Clemens Tönnies als Mitglied des Ehrenrates vorgeschlagen wurde. Über die Form der Kritik kann man sicher streiten, allerdings ist die Kritik an der Person Tönnies definitiv gerechtfertigt. Die Kritik bezieht sich nur auf die Zeit von Clemens Tönnies beim FC Schalke 04. Bei eine Rede vor IHK-Vertretern gab es rassistische Vorfälle, dazu das Bedingungen, unter denen die Mitarbeiter von Tönnies auf seinen Schlachthöfen leben und arbeiten mussten. Dazu hatten die Schalker Schulden angehäuft, die sie fast erdrückt haben. Allerdings gehört Tönnies mit der Firma Böklunder auch heute noch zu den Schalke-Sponsoren.

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Auf Schalke war Tönnies zuletzt kein Thema mehr, die Diskussionen um Tönnies kommen nicht nur zur Unzeit, sondern sind schlicht überflüssig. Der FC Schalke 04, allen voran der Ehrenrat, hätte klare Kante zeigen müssen. Clemens Tönnies hat für mich, und offenbar auch für viele andere, in einem öffentlichen Amt nichts zu suchen. Das man das auch anders kund tun kann, als die Schalke-Ultras gehört aber auch zur Wahrheit.

Quellen:

sponsoren schalke 04 – Suchen

„Milliardenschweres Ekelschwein“: Fan-Proteste gegen Tönnies: Hitzige Diskussionen auf Schalke | sportschau.de

Pavel Macak: Torwart auf Abwegen

An Pavel Macak dürften sich wohl nicht mehr viele erinnern. Höchstens den älteren Schalke-Fans könnte der Name des 1957 in der damaligen Tschechoslowakei geborenen Torhüters etwas sagen. Von 1983 spielte er drei Jahre lang für die Knappen, ehe er beim 1. FC Recklinghausen, dem ASC Schöppingen und dem FC Remscheid seine Karriere ausklingen ließ. In seiner Heimat spielte er für Banik Ostrawa. Sein Problem war, dass er sich als Ersatztorwart meistens nicht zeigen konnte. Auf Schalke kam er an Walter Junghans nicht vorbei, in der Tschechoslowakei hieß sein Kontrahent Pavol Michalik. Deswegen kam er am Ende seiner Karriere auch nur auf 46 Einsätze im Profi-Fußball.

Dafür hatte er mehr Einsätze als Krimineller. Zigarettenschmuggel und Diebstähle hat man im vorgeworfen und ihn am Ende wegen Betrugs zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am Ende war er geläutert, Macak arbeitete später als Scout und Berater.

Quellen:

Pavel Mačák – Wikipedia

Pavol Michalík – Wikipedia

Vom Platz in den Knast: 15 Fußballer, die im Gefängnis saßen

Willi Kraus: Knast statt Schalke

Die aktive Fußballer-Karriere von Willi Kraus ist lange vorbei. Kraus, Kind des Ruhrgebietes, spielte für seinen Jugendclub Schalke 04 und weiter für die Go Ahead Eagles Deventer in den Niederlanden, Tennis Borussia Berlin und Eintracht Gelsenkirchen. Kraus der bereits 2008 verstorben ist, hing seine Fußballschuhe bereits im Alter von 26 Jahren an den Nagel.

So ganz freiwillig geschah das allerdings nicht. Sein damaliger Verein Schalke 04, für den er nach seinen Gastspielen in den Niederlanden und bei Tennis Borussia Berlin nochmal auflief, hatte ihn nach einigen Diebstählen im Februar 1968 entlassen. Seine Spielerlizenz hatte er aus den gleichen Gründen bereits verloren. Auch bei seiner letzten Station bei Eintracht Gelsenkirchen fiel Kraus, neben dem Platz, durch sagen wir einmal illegale Tätigkeiten auf.

Kraus geriet in eine routinemäßige Verkehrskontrolle. Klingt erstmal harmlos, allerdings hat man bei dem Kicker nicht etwa Fußbälle, sondern eine geladene Pistole, Propangasflaschen und Diebesgut gefunden. Und weil man damals noch nichts auf Misteryboxen schieben konnte. Dazu kommt noch, das Kraus jede Menge Geschäfte auf den Deckel des FC Schalke 04 gemacht haben soll. Im Trainingslager war Kraus auch regelmäßig bewaffnet. Willi Koslowski, Deutscher Meister mit dem FC Schalke 04 berichtet, dass sich Kraus mit falschen Freunden eingelassen haben soll. Koslowski war es dann auch, der Kraus am Ende seiner Karriere nochmal zu Eintracht Gelsenkirchen lotste, um ihn wieder in die Gesellschaft zu holen. Das soziale Engagement sollte sich am Ende aber nicht auszahlen.

Am Ende war es so einiges, was man Kraus vorgeworfen hat: Bankraube, Einbrüche in Lebensmittelgeschäfte, Überfälle auf Tabakläden, Drogenhandel und Schlägereien. Er wurde mehrfach verurteilt, saß ein und konnte sogar, wenn auch nur kurz, aus dem Gefängnis ausbrechen. Von seinen 65 Lebensjahren saß Kraus etwa 20 Jahre im Gefängnis.

Auch seinen eigenen Mannschaftkollegen gegenüber war Kraus eine tickende Zeitbombe. Er zerstörte die Wohnung seinen ehemaligen Teamkollegen Günther Hermann, als dieser zum KSC wechselte. Auch in dessen Espresso-Bar randalierte er regelmäßig und schlug Personal zusammen. Er hat mal eine Parkuhr aus der Straße gerissen und schoss in einer Kneipe in die Luft. Sein letzter Rauswurf erfolgte dann im September 1976 bei EIntracht Gelsenkirchen. Wenig später saß er in U-Haft. Er brach in Osnabrück und Umland in mehrere Geschäfte ein, klaute Geld, Alkohol und Zigaretten.

Auch danach kam Kraus immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt und musste immer wieder Gefängnisstrafen verbüßen.

Quellen:

Willi Kraus (Fußballspieler, 1943) – Wikipedia

Die Brechstange – 11FREUNDE

Ultra-Boykott in Berlin und gegenseitige Vorwürfe

Die Vorfreude auf die Partie zwischen Hertha BSC und Schalke 04 war bei allen Beteiligten groß. Die Schalker wollten ihren Spitzenplatz festigen, die Berliner wollten nochmal oben angreifen. Geklappt hat beides nicht. Auf den Rängen war auch nicht die übliche Stimmung, die Berliner Ultras haben noch ihre Choreo zum Todestag des ehemaligen Präsidenten Kay Bernstein präsentiert, ehe sie das weite Rund des Olympiastadions verließen. Die Schalker unterstützten den Boykott und waren erst zur zweiten Halbzeit wieder aktiv.

Aber warum? Die Fanhilfe von Hertha BSC berichtet in ihrer offiziellen Pressemitteilung von massiver Polizeigewalt. Es soll um eine grundlose Festnahme und Provokationen der Polizei gehen. Die Situation entstand im Eingangsbereich und später versammelten sich die Ordnungshüter im Eingangsbereich zur Kurve.

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Am Ende stehen 30 verletzte Zuschauer*innen die teilweise in die Notaufnahme mussten, andere wurden durch Sanitäter*innen behandelt. Man spricht von einer Eskalations- und Provokationsspirale, die im Stadion seit etwa sechs Monaten läuft. Es gab Dialoge zwischen Verantwortlichen auf beiden Seiten. Damit wollte man die Lage deeskalieren. Funktioniert hat das offensichtlich gar nicht.

Im offiziellen Polizeibericht wird die Lage natürlich völlig anders dargestellt. Im Eingangsbereichen wurde die Einsatzkräfte verbal beschimpft. Dagegen mit Gewalt vorzugehen, scheint mir aber nicht wirklich angemessen zu sein.

Angeblich wurde ein verirrter Schalker in der Berliner Kurve angegriffen, und der Polizei der Zugang verwehr, wodurch es zur Eskalation kam. Wie man sich als Schalker in die Berliner Kurve verlaufen kann, ist mir allerdings schleierhaft.

Hertha BSC teilt in einer offiziellen Meldung mit, dass auch vom Verein wahrgenommen wird, dass die Polizei nicht immer deeskalierend auftritt. Diese Beobachtungen hat man auch gegenüber der Polizei angesprochen.

Quellen:

Massiver Polizeiangriff gegen die Ostkurve | Fanhilfe Hertha B.S.C.

Ausschreitungen bei Fußballspiel – Berlin.de

Gemeinsame Stellungnahme von Präsidium und Geschäftsführung | Hertha BSC

Herbstmeisterschaft im Kollektiv

Was sich bereits seit längerer Zeit andeutet ist nun Gewissheit. Der FC Schalke 04 ist nach dem 1:0-Sieg gegen den 1.FC Nürnberg Herbstmeister in der 2. Bundesliga und damit aktuell erster Anwärter auf einen Aufstiegsplatz. Herzlichen Glückwunsch. Doch wer hätte das gedacht? Fußball-Deutschland hat Schalke 04 belächtelt, als es den in Bremen durchaus kritisierten Frank Baumann als Vorstand Sport nach Gelsenkirchen lotste. Und was hat man Frank Baumann belächelt, als er Miron Muslic als völlig unbekannten Trainer verpflichtete. Auch die Neuverpflichtungen machten Schalke nicht zum Top-Kandidaten. Das waren, was die Expertenmeinungen angeht eher Hannover 96, Hertha BSC und der VfL Bochum. Nicht nur die hat man auf Schalke hinter sich gelassen.

Dabei glänzen die Schalker weniger durch Einzelspieler, sondern als Kollektiv. Das zeigt, dass Du nicht die besten Spieler, sondern die beste Mannschaft brauchst. Und da waren die Schalker vorne mit dabei. Das System von Muslic ist, typisch Schalke, auf die Defensive ausgelegt. Die Null steht meistens, so auch gestern. Schalke hat ligaweit die wenigstens Gegentore kassiert. Offensiv könnte mehr gehen, sogar der Tabellenletzte aus Dresden hat mehr Treffer erzielt. Aber Schalke steht nicht für Spektakel sondern für Arbeit.

Aber: Die Rückrunde wird kein Selbstläufer. Die Mannschaften die hinter den Königsblauen stehen wollen hoch. Allen voran Hertha BSC. Aber auch Elversberg, Paderborn und Hannover haben Ambitionen. Muslic muss die Spannung hochhalten und Schalke muss zeigen, dass sie über die gesamt Saison Konstanz zeigen und auch nach herben Rückschlägen zurückkommen.