Die aktive Fußballer-Karriere von Willi Kraus ist lange vorbei. Kraus, Kind des Ruhrgebietes, spielte für seinen Jugendclub Schalke 04 und weiter für die Go Ahead Eagles Deventer in den Niederlanden, Tennis Borussia Berlin und Eintracht Gelsenkirchen. Kraus der bereits 2008 verstorben ist, hing seine Fußballschuhe bereits im Alter von 26 Jahren an den Nagel.
So ganz freiwillig geschah das allerdings nicht. Sein damaliger Verein Schalke 04, für den er nach seinen Gastspielen in den Niederlanden und bei Tennis Borussia Berlin nochmal auflief, hatte ihn nach einigen Diebstählen im Februar 1968 entlassen. Seine Spielerlizenz hatte er aus den gleichen Gründen bereits verloren. Auch bei seiner letzten Station bei Eintracht Gelsenkirchen fiel Kraus, neben dem Platz, durch sagen wir einmal illegale Tätigkeiten auf.
Kraus geriet in eine routinemäßige Verkehrskontrolle. Klingt erstmal harmlos, allerdings hat man bei dem Kicker nicht etwa Fußbälle, sondern eine geladene Pistole, Propangasflaschen und Diebesgut gefunden. Und weil man damals noch nichts auf Misteryboxen schieben konnte. Dazu kommt noch, das Kraus jede Menge Geschäfte auf den Deckel des FC Schalke 04 gemacht haben soll. Im Trainingslager war Kraus auch regelmäßig bewaffnet. Willi Koslowski, Deutscher Meister mit dem FC Schalke 04 berichtet, dass sich Kraus mit falschen Freunden eingelassen haben soll. Koslowski war es dann auch, der Kraus am Ende seiner Karriere nochmal zu Eintracht Gelsenkirchen lotste, um ihn wieder in die Gesellschaft zu holen. Das soziale Engagement sollte sich am Ende aber nicht auszahlen.
Am Ende war es so einiges, was man Kraus vorgeworfen hat: Bankraube, Einbrüche in Lebensmittelgeschäfte, Überfälle auf Tabakläden, Drogenhandel und Schlägereien. Er wurde mehrfach verurteilt, saß ein und konnte sogar, wenn auch nur kurz, aus dem Gefängnis ausbrechen. Von seinen 65 Lebensjahren saß Kraus etwa 20 Jahre im Gefängnis.
Auch seinen eigenen Mannschaftkollegen gegenüber war Kraus eine tickende Zeitbombe. Er zerstörte die Wohnung seinen ehemaligen Teamkollegen Günther Hermann, als dieser zum KSC wechselte. Auch in dessen Espresso-Bar randalierte er regelmäßig und schlug Personal zusammen. Er hat mal eine Parkuhr aus der Straße gerissen und schoss in einer Kneipe in die Luft. Sein letzter Rauswurf erfolgte dann im September 1976 bei EIntracht Gelsenkirchen. Wenig später saß er in U-Haft. Er brach in Osnabrück und Umland in mehrere Geschäfte ein, klaute Geld, Alkohol und Zigaretten.
Auch danach kam Kraus immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt und musste immer wieder Gefängnisstrafen verbüßen.
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