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Der Mord an Alain Orsony

Als der Franzose Alain Orsoni am 12. Januar 2026 auf der Beerdigung seiner Mutter erschossen wurde, war er ehemaliger Fußballfunktionär. Vor seiner Zeit als Fußballfunktionär hatte Orsoni mindestens ein weiteres Leben. 1972 machte der Franzose sein Abitur in Wirtschaftswissenschaften und zog für sein Studium nach Paris. Dort soll er sich einer rechtsextremen Studentenbewegung angeschlossen haben. 1975 war er mit seinem Bruder Guy bei einer Besetzung eines Weinkellers beteiligt, bei dem zwei Polizisten getötet wurden. Ein Jahr später schloss er sich der neuen Korsischen Nationalen Befreiungsfront an. Der FLNC werden zahlreiche Bombenanschläge auf Druckereien, Banken und andere wichtige Einrichtungen zugeschrieben.

Nach einem weiteren Angriff auf die iranische Botschaft in Paris wurde Orsoni gemeinsam mit sechs weiteren Attentätern verhaftet. Durch ein Amnesiegesetz wurde er bereits 1981 wieder freigesprochen. 1986 wurde Orsoni in die korsische Versammlung, quasi das Regionalparlament, der Insel gewählt. Mit seiner Partei setzte er sich dort für mehr Selbstbestimmung auf der Insel ein. Vier Jahre später gründete er eine neue Partei, konnte aber trotz gewonnener Stimmen wegen eines Verstoßes gegen die Regeln zur Finanzierung des Wahlkampfes seinen Wähler*innenauftrag nicht wahrnehmen.

Nach Stationen in Nicaragua, Miami und Barcelona kehrte er 2008 nach Korsika zurück und wurde kurz darauf Präsident vom AJ Ajaccio. Damals wie heute spielt der Klub in der französischen Ligue 2. 2015 zog er sich zurück, um 2022 dann doch wieder den Posten zu übernehmen.

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Bereits vor dem Mord gab es einen Anschlag auf Orsoni. 2008 konnte er einer Gruppe von Killern entkommen. Die Täter wurden mit Ange-Marie Michelosi in Verbindun gebracht, die wenige Tage vor dem Attentat auf Orsoni getötet wurde und mit der organisierten Kriminalität auf Korsika in Verbindung gebracht wurde.

Nähere Antworten zu seinem Tod gibt es nicht. Sie werden in der Vergangenheit liegen. So viel ist klar, denn bereits seit 2012 fürchtet er um sein Leben.

Quellen:

Alain Orsoni – Wikipedia

Korsische Nationale Befreiungsfront – Wikipedia