Straßenfußball, schnelle Autos und falsche Freunde

Maurizio Gaudino war mehr als 20 Jahre lang an Spieler in Deutschland, der Türkei, in Mexico und in England aktiv. Dazu kommen noch zwei Engagements als Übungsleiter bei seinem Heimatclub Waldhof Mannheim und der SG Sonnenhof Großaspach. Gaudino war Nationalspieler und spielte mit dem VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und Antalyaspor international. Mit dem VfB Stuttgart wurde Gaudino Deutscher Meister und Deutscher Superpokalsieger. Eigentlich Grund genug, über Gaudinos erfolgreiche Karriere zu sprechen. Eigentlich, denn Gaudino wurde wegen Versicherungsbetrug und Autoschieberei 1996 zur einer Bewährungsstrafe von drei Jahren und einer Strafe von 180.000 DM verurteilt.

1994 saß Gaudino in der von Thomas Gottschalk moderierten Late Night Show und plauderte mit Kati Witt. Während des Abspanns wurde Gaudino verhaftet. Es soll Fluchtgefahr bestanden haben. Gaudino kam für einen Tag in U-Haft, in mindestens drei Fällen soll Gaudino in Sachen Bandenhehlerei, Anstiftung zum Betrug und Vortäuschen einer Straftat aktiv gewesen sein.

Rechtlichen Beistand hatte Gaudino, der sechs Stunden verhört wurde reichlich. Sein Bekannter Horst Kletke war einer der Anwälte, dazu halfen auch RTL und Kati Witt bei der Vermittlung eines Anwaltes. Gaudino gab ein Teilgeständnis ab und kam anschließend auf freien Fuß. Aufgewachsen ist Gaudino in Mannheim-Rheinau, einem sozialen Brennpunkt. Er galt als Straßenfußballer und als Liebhaber schneller Autos.

Seine Zeit in der Bundesliga war damit, jedenfalls vorerst, beendet. Von Frankfurt flüchtete er zu Manchester City, spielte aber später noch für den VfL Bochum, ehe er 2003 seine Karriere endgültig beendete.

Quellen:

Maurizio Gaudino – Wikipedia

Maurizio Gaudino – Titel & Erfolge | Transfermarkt

Maurizio Gaudino: Von Gottschalks Sofa direkt in U-Haft – WELT


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