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Wir sind immer noch nicht (viel) schlauer

OK, ein paar Dinge kristallisieren sich in der ersten Bundesliga so langsam, aber sicher dann doch raus: Der Deutsche Meister 2026 bricht seinen eigenen Torrekord bereits am 29. Spieltag und der BVB kann sich trotz der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen als Vizemeister fühlen.

Doch dahinter wird es deutlich knapper. Der VfB Stuttgart und das Projekt aus Leipzig liegen punktgleich auf dem dritten und vierten Platz. Genau das sind die Plätze, bei denen am Ende die Champions League herausspringt. Leverkusen liegt nach dem zitierten Dortmund-Spiel vier Punkte dahinter und kämpft, wahrscheinlich dennoch vergebens, um einen Platz in er Königsklasse. Aber die Europa League ist auch nicht so schlecht. Den Hoffenheimern scheint zum Saisonende die Puste auszugehen, das 2:2 beim FC Augsburg war genau deswegen eine Enttäuschung. Der Startplatz in der Conference League ist da sicherlich kein Trostpflaster.

Unter bestimmten Konstellationen, die allesamt mit dem DFB-Pokal zu tun haben, würde auch der siebte Platz für eine Teilnahme am Europapokal reichen. Um dieses streiten sich aber nur noch Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg. Während man in Frankfurt trotz Auswärtssieg in Wolfsburg hauptsächlich über den Trainer diskutiert, sind die Breisgauer von ihrem Erfolg in der Europa League (3:0 gegen Celta Vigo) beseelt und schlagen auch den wiedererstarkten FSV Mainz 05.

Die Mainzer haben sich heimlich, still und leise auf einen einstelligen Tabellenplatz vorgearbeitet und auch die punktgleichen Augsburger können langsam, aber sicher für eine weitere Bundesliga-Saison planen.

Bei Union Berlin hat man, trotz 3:1-Niederlage in Heidenheim, weiter sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Für die Köpeniker jedoch kein Grund, weiter am Trainer festzuhalten. Steffen Baumgart wird durch Marie-Luise Eta ersetzt. Jedenfalls bis zum Ende der laufenden Saison.

Die Hamburger gehen mit 0:4 beim VfB Stuttgart unter, haben was den Klassenerhalt angeht, aber weiter alle Trümpfe in der Hand. Der 1.FC Köln schafft unter Neu-Trainer René Wagner den Turnaround und gewinnt in Überzahl gegen Bremen. Am Geißbockheim wird man ruhiger schlafen können, für eine Entwarnung ist es aber deutlich zu früh.

Die 0:1-Niederlage in Leipzig bringt die Gladbacher wieder in Bedrängnis, auch wenn der Vorsprung weiter fünf Punkte beträgt. Das Glück der Fohlen ist, dass die anderen eben auch nicht punkten. Diese Tatsache wird sie am Ende wahrscheinlich retten. Aber: Die nächste Saison ist immer die schwerste.

Ernsthafte Sorgen muss man sich wieder oder besser weiterhin um Werder Bremen machen. Spätestens nach der roten Karte gegen Marco Friedl war man in Köln chancenlos. Das ist doppelt ärgerlich, da die Kölner nicht nur in Unterzahl weiterspielen mussten, sondern mit Friedl, Wöber und Malatini gleich drei Verteidiger ausfallen. Und mit dem HSV wartet in der nächsten Woche kein angenehmer Gegner, und das weitere Restprogramm (Hamburger SV, VfB Stuttgart, FC Augsburg, TSG Hoffenheim, Borussia Dortmund) ist nicht zu verachten.

Der FC St. Pauli hatte mit dem Spiel gegen die Bayern wohl die schwerste Aufgabe des Wochenendes. Das 0:5 gegen Bayern sollte deswegen weder überraschen noch verunsichern. Drei Punkte auf den SV Werder sind machbar und aufzuholen, vor allem die nächsten Spiele gegen Köln und Heidenheim sollten da Hoffnung machen.

Für den VfL Wolfsburg ist der direkte Klassenerhalt in weite Ferne gerückt. Selbst kühnsten Optimisten sollte klar sein, dass sich sieben Punkte in fünf Spielen nur noch theoretisch aufholen lassen. Das hat selbst Dieter Hecking erkannt und die Relegation als Ziel ausgegeben. Aber auch das sind Luftschlösser in Wolfsburg, der Gang in die zweite Liga wird sich so nicht mehr vermeiden lassen.