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Eberl statt Hoeneß

Es könnte alles so einfach sein, jedenfalls für den FC Bayern vor der Partie gegen Atalanta Bergamo in der Champions League. Nein ich Rede nicht davon, dass Joshua Kimmich und Michael Oliseh nach ihren gelben Karten für das Rückspiel gesperrt sind. Auch nicht davon, dass nach den Ausfällen von Neuer, Urbig und Ullreich nun der 16-jährige Leonard Prescott ins Tor muss. Wie zu lesen war, ist man in Bayern mit der Arbeit von Sportvorstand Max Eberl nicht uneingeschränkt zufrieden.

Die Kritik gegen Eberl kommt vor allem aus dem Aufsichtsrat der neben Ehrenpräsident Uli Hoeneß und dem langjährigen Vizepräsident Karlheinz Rummenigge nur Mitglieder aus der Wirtschaft hat. Wie der Focus berichtet, sollen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung bei Eberl nur bei maximal 50 Prozent liegen. Eberl will seine Mission bei den Bayern gerne fortsetzen. Von außen betrachtet, täte der FC Bayern auch gut daran den Vertrag zu verlängern.

Hoeneß monierte zwar, das Eberl den Aufsichtsrat zu spät informieren würde, doch die guten Drähte zwischen Hoeneß, dem Aufsichtsrat und der BILD-Zeitung sind bekannt. Der FC Bayern wäre noch besser beraten, wenn man Hoeneß und Rummenigge aufs Abstellgleis stellen würde. Beide haben das operative Geschäft verlassen und verstehen die Gesetze des Marktes auch nicht mehr zu einhundert Prozent. Anders sind die Äußerungen zu Beratern, den Ablösesummen im Allgemeinen, und weitere Aussagen nicht zu deuten.

Ins gleiche Horn stößt auch Oli Kahn, dem der Generationswechsel beim FC Bayern nicht schnell genug von statten geht. Den kann es aber erst gegen, wenn Uli Hoeneß und Rummenigge keine Aufgaben mehr im Verein haben.

Krösche kann nur Rock´n roll

In Frankfurt hätte man es sich einfach machen können. Nach der Trennung von Trainer Dino Toppmöller wurden einige Namen diskutiert, die man sich durchaus hätte vorstellen können. Marco Rose war einer dieser Namen. Auch über Xavi Alonso hat man spekuliert. Doch das war Markus Krösche, Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt wohl zu langweilig. Möglicherweise war es aber auch so, dass die genannten Kandidaten für den Eintracht-Verantwortlichen einfach nicht gepasst haben. Stand jetzt (29.01.2026) ist zwar noch nichts offiziell, aber die Gerüchte verdichten sich, dass Albert Riera der neue Übungsleiter der Adlerträger wird. Albert wer? Albert Riera! Ich würde behaupten, dass Riera den wenigsten Experten und Pseudo-Experten bekannt war. Aber Krösche wäre eben nicht Krösche, wenn er nicht was besonderes aus seinen Hut zaubern würde.

Doch wer ist Riera denn nun. Albert Riera Ortega, so sein voller Name, ist gebürtiger Spanier. Er stammt aus Manacor, einem Örtchen im Osten Mallorcas. Die Stadt ist nicht nur für seine Strände, sondern auch für sein Höhlensystem bekannt. Bei seiner Herkunft ist es kein Wunder, dass der RCD Mallorca seine erste Profistation war. Später spielte der Mittelfeldakteur für Bordeaux, Espanyol Barcelona, Manchester City, Liverpool, Olympiakos Piräus, Galatasaray, Udinese, NC Zavrc und den FC Koper. Seine Trainerlaufbahn startete er als Co-Trainer bei Galatasaray Istanbul und übernahm später Olimpia Ljubiljana, NK Celje und Bordeaux. Aktuell arbeitet der 43-jährige, der neben der spanischen auch die russische Staatsangehörigkeit besitzt, bei NK Celje.

Klingt auf den ersten Blick nun erstmal nicht so besonders. Riera gilt als emotional und explosiv. Andere sagen er sei respektlos und arrogant. In Frankreich hat Riera nach seiner Zeit in Bordeaux nicht das beste Ansehen. Er soll gegnerische Trainer respekt behandelt haben und seine Qualitäten in den Vordergrund gestellt haben. Jeder weiß, dass er ein Trainer ist, dem es an Bescheidenheit mangelt und der besonders viele meiner Kollegen auf dem Platz respektlos behandelt hat. Er ist ein junger Trainer, den ich nicht kannte, er hat mich unangenehm überrascht, aber ich bin nicht der Einzige“, wurde Trainer Patrice Garande bei fussballtransfers.com zitiert.

Sein ungewöhnliches Auftreten ist durchaus im Netz dokumentiert. Eine Mischung zwischen Diego Simeone, Motivationscoach und dem verrückten Onkel auf der Familienfeier. Die Lösung kann ein genialer Schachzug sein, kann aber gnadenlos scheitern. Man darf gespannt sein.

Quellen:

Manacor – Wikipedia

Albert Riera – Wikipedia

Albert Riera – Trainerprofil | Transfermarkt

„Arrogant & kompliziert“: Harte Urteile über Riera

Eintracht Frankfurt: Albert Riera soll neuer Trainer werden – Auf Krawall gebürstet – 11FREUNDE

Klare Rollenverteilung zwischen Chelsea und Strasbourg

Der FC Chelsea hat mit Liam Rosenior einen neuen Trainer verpflichtet. Der war vorher bei Racing Straßburg, die mit Gary O´Neil ebenfalls einen neuen Übungsleiter verpflichtet haben. Damit könnte alle zufrieden und die Nachricht beendet sein. Ist sie aber nicht! Das Problem bzw. das Aufregungspotenzial besteht nämlich genau darin, dass beide Vereine einem Besitzer gehören. Der FC Chelsea gehört einer Gruppe um Todd Boehly, die auch den Racing Club de Strasbourgh Alsace übernommen haben. Boehly ist US-Amerikaner und soll ein Vermögen von 5,3 Milliarden Dollar besitzen.

Seit 2023, seit dieser Zeit sind Boehly und Co. Eigentümer des französischen Erstligisten, wechselten 15 Spieler zwischen beiden Vereinen hin und her. Auch zur kommenden Saison sind weitere Wechsel eingestielt. Innenverteidiger Mamadou Sarr kehrt von seiner Leihe nach London zurück und Kapitän Emmanuel Emegha wechselt ebenfalls zur Stamford Bridge.

Für die Fans von Racing Strasbourg ist das Maß voll. Sie sehen eine deutliche Unterwerfung ihres Clubs im Vergleich zum FC Chelsea. Durch das Multi-Club Ownershio Modell kam es bei den Franzosen zu einem klaren Riss zwischen Fans und Verein. Den Spielern wurde zuletzt sogar verboten, mit ihren Fans in der Kurve zu feiern.

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Die französichen Fans machen sich, nicht zu unrecht Sorgen um ihre Liga. Nizza und der FC Lorient gehören zur INEOS-Gruppe, die auch Anteile bei Manchester United hat, der ES Troyes AC aus der zweiten Liga gehört zur City Football Group und der FC Toulouse gehört der Firma RedBird Capital, die ebenfalls mit dem AC Mailand und dem FC Liverpool verknüpft ist.

Die Fans in Strasbourg sehen sich mittlerweile als Junior-Partner und wünschen sich, das europäische Regeln dieses Multi-Club Ownership verbieten. So sieht es allerdings nicht aus, es scheint eher als würden die Dimensionen noch viel gravierender.

Quellen:

Liam Roseniors Wechsel zu Chelsea: Anderes Level, selber Besitzer – 11FREUNDE

Todd Boehly – Wikipedia

FC Chelsea – Wikipedia

Trainer-Beben in Straßburg: Liam Rosenior übernimmt den FC Chelsea – Racing-Fans sind empört – Elsass – Schwarzwälder Bote

Rudi Assauer und der VfB Oldenburg

Rudi Assauer ist als Kind des Ruhrgebiets und als personifizierter FC Schalke bekannt gewesen. Doch Gelsenkirchen war nicht das einzige Betätigungsfeld des gebürtigen Saarländers. Es war mir bis zur Recherche zu diesem Artikel nicht klar, dass Assauer niemals für Schalke, sondern nur für die SpVgg. Herten, den BVB und Werder Bremen spielte. Zwischen seinen Engagements bei den Königsblauen war Assauer aber zwischen 1990 und 1993 Manager bei VfB Oldenburg.

Da ist es nicht verwunderlich, dass die Norddeutschen während Assauers Wirken ihre erfolgreichste Zeit hatten. Am Ende fehlte der Mannschaft von Wolfgang Sidka nur ein einziges Pünktchen, um den Aufstieg in die Bundesliga realisieren zu können. Damals spielten die Niedersachsen noch im Donnerschwee-Stadion, auch bekannt als die „Hölle des Nordens“.

Assauer sorgte dafür, dass der tschechische Nationalspieler Radek Drulak genauso das Trikot des VfB trug, wie auch Wolfgang Steinbach (Nationalspieler der ehem. DDR), Matthias Jack (VfL Bochum), Carsten Linke (Hannover 96) und Christian Brand (Werder Bremen).

Quellen:

Rudi Assauer – Trainerprofil | Transfermarkt

Rudi Assauer – Spielerprofil | Transfermarkt

Rudi Assauer – Wikipedia

VfB Oldenburg – Kader im Detail 91/92 | Transfermarkt

Als „Stumpen-Rudi“ noch Pfeife rauchte

Westfalia Herne und der Goldbach-Skandal

Der einstmals so stolze SC Westfalia Herne befindet sich aktuell in den Tiefen des Amateurfußballs. Aktuell liegt man in der Westfalenliga auf dem neunten Platz muss gegen die Konkurrenten wie Concordia Wiemelhausen, Vestia Disteln oder Wacker Castrop antreten. Es gab Zeiten in denen es anders war. Allerdings ist die Blase irgendwann geplatzt und der Traum von höherklassigem Fußball am Schloss Strünkede fand ein jähes und abruptes Ende.

Erhard Goldbach war zu Beginn seiner Karriere Kohlehändler und später hatte er an der Heerstraße in Herne-Crange eine freie Tankstelle. Ende der 70er Jahre waren es insgesamt über 260 Tankstellen, die Goldbach unter dem Firmennamen „Goldin“ führte. Zu seinen Hochzeiten ließ Goldbach in einem Teil des Osthafens in Wanne den „Hafen Goldbach“ anlegen. Golbach unterbot die Preise seiner Konkurrenz in der Regel um zwei Pfennig. Goldbach war nicht nur Geschäftsmann, sondern auch Mäzen von Westfalia Herne.

Mit der 1970er-Jahre war das Tankstellengeschäft nicht mehr lukrativ, auch wenn immer mehr Tankstellen wie Pilze aus dem Boden schossen. Das führte Goldbach wohl dazu, zahlreiche illegale Geschäfte durchzuführen. So soll er Benzin an der Steuer vorbeigeschmuggelt und das unversteuerte Benzin weiter verkauft haben. Dazu kamen fingierte Belege und ins Ausland transferiertes Schwarzgeld. Am Ende kam man ihm bei einer Steuerrazzia auf die Spur. Da sich Goldbach ins Ausland abgesetzt wurde, hat man ihn über die Sendung Aktenzeichen XY gesucht und schließlich auch gefunden. Goldbach saß insgesamt neun Jahre im Gefängnis und verstarb am 9. Mai 2004.

Bevor er aufflog verhalf er der Westfalia aus Herne zu einer goldenen Ära. Man spielte in der zweiten Bundesliga und verpflichtete Spieler wie Hans-Joachim Abel oder Trainer Ivica Horvat. In der Ära kamen mitunter fast 30.000 Zuschauer ans Schloss Strünkede. Goldbach wollte seine Westfalia unbedingt in die Bundesliga führen und führte das Profitum ein, zu diesem Zeitpunkt alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Von der Razzia hat der Verein und seine Angestellten aus dem Radio erfahren. Seine Zuwendungen von mehr als drei Millionen DM sollen auch keine Zuwendungen, sondern ein Darlehen gewesen sein. Dadurch kam der Verein mächtig in Schieflage, so dass man seine Lizenz zurückgeben und in die Oberliga absteigen musste. Den Zweitligaplatz übernahm Rot-Weiß Lüdenscheid.

Quellen:

Erhard Goldbach – Wikipedia

Westfalia Herne – Wikipedia