Herzlichen Glückwunsch! Die Marokkaner gewinnen den Afrika-Cup. Moment! Der Afrika-Cup ist doch längst Geschichte und gewonnen haben ihn nicht die Marokkaner, sondern der Senegal um den Ex-Bayern Sado Mane. So weit, so richtig. Doch gestern gab der afrikanische Fußballverband (CAF) bekannt, dass dem Senegal der Titel entzogen wird und Marokko damit nachträglicher Sieger des Finales und damit der Gewinner des Pokal ist.
Der Senegal hatte damals aus Protest den Platz verlassen, da Marokko in der Nachspielzeit einen umstrittenen Elfmeter zugesprochen bekam. Er protestierten nicht nur die senegalesischen Spieler, sondern auch die Zuschauer auf den Tribünen. Sicherheitskräfte konnten aber verhindern, dass die Fans den Rasen stürmten.
Damals hatte Marokko Protest eingelegt, da auf Grund der Unterbrechung die Leistung der Spieler beeinflusst haben soll. Der Protest wurde zunächst abgeschmettert, in zweiter Instanz wurde aber bekanntermaßen anders entschieden. Begründet wird die Entscheidung mit Verstößen gegen Artikel 82 und 84 des Regelwerkes des afrikanischen Fußballverbandes. Dort steht, dass eine Mannschaft als Verlierer gilt, wenn sie den Platz vor dem Ende des Spiels, ohne Erlaubnis des Schiedsrichters, verlässt.
Also eine klare Sache? Das sehen die Senegalesen naturgemäß anders und ziehen vor den Internationalen Sportgerichtshof. Die Senegalesen führen an, dass die Entscheidung den afrikanischen Fußball in Verruf bringe. Der Punkt geht definitiv an sie, das Spiel hätte nach der Unterbrechung nicht wieder angepfiffen werden dürfen. Diese Entscheidung wurde, warum auch immer, nicht getroffen.
Die Entscheidung am grünen Tisch ist schlichtweg unanständig und unsportlich.
Update: Inzwischen hat die Regierung des Senegals eine unabhängige Untersuchung wegen möglicher Korruption gefordert. Die Regierungssprecherin kritisierte die Enscheidung, wenig überraschend, scharf.
Welch wohlklingender Name. Die Rede ist vom Ceramica Cleopatra Football Club, einem Verein aus dem ägyptischen Gizeh. Dem Gizeh, das genauso heißt wie die Blättchen für Selbstgedrehte. Damit hat aber weder der Verein noch die Stadt etwas zu tun. Gizeh ist mit 4,1 Millionen Einwohnenden die drittgrößte Stadt des Landes und gehört zur Metropolregion Kairo. Gizeh und Kairo werden lediglich vom Nil getrennt. In Gizeh befinden sich das Gizeh-Plateau mit Königsgräbern, Pyramiden und Tempeln. Auch die Sphinx und die Pyramiden von Gizeh befinden sich dort.
Aber es gibt in Gizeh mehr als altertümliche Kultur. Der örtliche Fußballverein, lassen wir uns den Namen nochmal auf Zunge zergehen, der Ceramica Cleopatra FC, existiert seit 2007 und wurde damals von Mohamed M. Abou El Enein gegründet. Er ist nicht nur Vorsitzender des Vereines sondern auch Vorsitzender der Cleopatra Group und stellvertretender Sprecher des Repräsentantenhauses. Die Cleopatra Group ist nicht nur in der Keramikindustrie, sondern auch in Landwirtschaft, Technologie, Tourismus und Luftfahrt aktiv.
2017 konnte man in die zweite ägyptische Liga aufsteigen, seit 2020 spielt man aber in der Premier League. Ende Januar war man mit fünf Punkten Vorsprung auf den Pyramids FC Tabellenführer und hatte fünf A-Nationalspieler in den eigenen Reihen.
Es gibt viele Gründe Marokko zu bereisen. Einer davon ist definitiv seine Küche. Und auch in Marokko gilt, dass der Tag mit einem guten Frühstück beginnen muss. Klassisch gibt es dazu eine ganz klassische Harira, die marokkanische Frühstückssuppe. Vor allem im Winter wird die herzhafte Suppen aus Tomaten, Linsen, Kichererbsen und Gewürzen gerne gegessen. Vor allem während des Fastenmonats wird die Suppe beim Fastenbrechen genossen. Fleisch kann rein, ist aber vegetarisch ein Gedicht. Wenn Fleisch verwendet wird, nimmt man in der Regel Lamm oder Rind. Dazu gibt es Khobz, frisches und natürlich selbstgemachtes Fladenbrot. Gegessen wird es mit Olivenöl, Honig, Marmelade oder Käse. Rghaif ist dünnes und knuspriges Fladenbrot, gefüllt mit Butter, Honig oder Käse. Bei Zaalouk handelt es sich um einen Auberginen-Tomaten-Dip mit Knoblauch, Kreuzkümmel und Olivenöl. Dazu nimmt man Chebakia, frittierte Sesamkringel und frischen Minztee mit Zucker. Und das beste ist, dass man alles probieren kann, da die kleinen Speisen alle gleichzeitig in kleinen Schüsseln serviert werden. Ein Traum, perfekter kann ein kulinarischer Tag nicht beginnen.
Das Mittagessen sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Traditionell besteht das aus Salat, Couscous, Brot und Gemüse. Couscous kommt traditionell aus der afrikanischen Küche und besteht aus Hartweizengrieß, Gerste oder Hirse. Er wird nicht gekocht, sondern über Wasser gedämpft. Couscous gehört nicht zu Unrecht zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Als Gemüse finden Tomaten, Karotten, Kürbisse, Zucchini, Kohl, Kichererbsen und Fleisch (geht aber auch ohne) den Weg in das Gericht. Traditionell gart man es in einer Couscousiére und ist es ursprünglich ohne Besteck. Für die Brühe nimmt man dennoch den Löffel den Rest isst man Hilfe eines Weißbrotes.
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Wer richtig schlemmen will vertagt sich in die Abendstunden. Dabei darf ein Taginegericht nicht fehlen! Es wird in einem Kochgeschirr aus Ton oder Keramik herstellen. Das Essen was in diesen Gefäßen zubereitet wird, trägt den selben Namen. Es wird langsam gegart und schmeckt extrem saftig. Meistens handelt es sich um eine Mischung aus Gemüse, Obst, sowie einer Fleisch- oder Fischbeilage. Immer öfter sind aber auch vegetarische Varianten erhältlich.
Mindestens genauso lecker ist eine Bissara, die traditionelle Erbsensuppe aus Marokko. Diese Suppe gibt es nicht nur in Marokko, sondern in vielen Ländern Nordafrikas und auch im Nahen Osten. In Marokko gibt es zum einen die klassische Erbsensuppe und zum anderen einen Favobohnen-Dip. Diese Bohnen gibt es sein 18.000 Jahren in Nordafrika.
Für Freunde des Geflügels empfiehlt sich marokkanisches gebratenes Huhn mit Zitrone und Oliven. Perfekt für viele Anlässe ist das Gericht ein Sammelsurium für Aromen und Gewürzen. Wichtig ist, dass die Zwiebeln gemeinsam mit Safran und Ingwer zerkochen und als Püree präsentiert werden.
In Marokko ist man auch gerne Fleisch mit Pflaumen, garniert mit Ingwer, Safran, Zimt und Pfeffer. Besonders an Festtagen und zu Hochzeiten findet man es auf der Speisekarte.
War noch nicht das richtige für dich dabei? Wie wäre es denn dann mit frittierten und gefüllten Sardellen? In Marokko ein sehr beliebtes Streetfood. Eine gute Chermoula darf dabei nicht fehlen. Das ist eine Marinade für Fisch und in vielen Gerichten wiederzufinden.
Eine Hühnerbastilla ist bestimmt genauso lecker wie ein Merguez-Würstchen aus Lamm und/oder Rindfleisch. Auf den Grill kommen meistens Qodban, Spieße aus Lamm- oder Rindfleisch.
Zu Trinken gibt es dazu einen hervorragenden marokkanischen Wein. Klingt komisch, da Marokkaner aus religiösen Gründen eigentlich keinen trinken dürfen. Dennoch gibt es in Marokko Rot- und Roséwein. Der Pfefferminztee mit viel Minze Zucker ist quasi obligatorisch. Auch Kaffee wird in rauen Mengen genossen. Der schmeckt intensiver und hat starke, würzige Aromen. Den Hawai-Softdrink gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Üblicherweise wird er mit Wasser gemischt.
Tangier, die marokkanische Millionenstadt an der Straße von Gibraltar, gilt nicht nur als Spielort beim Afrika-Cup, sondern auch als marokkanisches Handelszentrum. Dazu ist Tangier ein international wichtiger Seehafen und Knotenpunkt zwischen Afrika und Europa. Tangier und die Hauptstadt Rabat trennen etwa 250 Kilometer, klimatisch ist Tanger sowohl von Atlantik als auch vom Mittelmeer beeinflusst. Das bedeutet, dass die Einwohner*innen Winde, Stürme und Regen kennen.
Die Einwohnerzahl hat sich seit den 1990er-Jahren fast verdoppelt, viele Berber-Stämme sind sesshaft geworden und haben sich in der Hoffnung auf Arbeit und Wohlstand in Tangier und Umgebung niedergelassen. Geprägt ist sie Stadt vor allem durch ihren Hafen. 2024 wurden dort zehn Millionen Container umgeschlagen, insgesamt lag die Menge der umgeschlagenen Güter bei 42 Millionen Tonnen. Firmen wie Renault und Dacia nutzen die gute Lage und haben Teile ihrer Produktion verlagert. Außerdem wurden zahlreiche Hallen gebaut, in denen Nordseekrabben gepult werden. Andalusier*innen nutzen die Kurze Fährverbindungen (ca. eine Stunde) für Tagesauflüge.
Der Geschichte nach soll Herkules an der Stelle von Tangier, das Land gespalten und die Meerenge von Gibraltar erschaffen haben. Belegt hingegen ist, dass es Tangier bereits im fünften Jahre vor Christus gibt. Gegründet wurde es von den Kathargern. Genauso wie Marokko stand auch Tangier unter wechselnden Einfluss von Spaniern, Portugiesen und Englängern, seit dem Jahre 1956 ist Tangier aber unabhängig. In den 1960 und 1970er-Jahren ging es nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch bergab. Erst durch die Krönung des aktuellen Königs ging es in Tangier wieder bergauf, sein Vorgänger hatte die Stadt immer vernachlässigt.
Tangier ist bekannt für die Steinkistengräber aus der Römerzeit, die heute besichtigt werden können. Dazu sind das Kasbah-Viertel mit seinen Stadtmauern, die Medina und die St. Andreas-Kathedrale.
Anders als anderen marokkanische Städte hat Tangier eine eindeutig mediterrane Prägung. Das zeigt sich sowohl im Baustil, als auch im Dialekt. Dazu kommt eine jahrelanges, friedliches Zusammenleben zwischen Marokkaner*innen, Europäer*innen und Jüd*innen. Doch seitdem viele Marokkaner*innen aus dem Hinterland nach Tangier ziehen, schwindet in Tangier der offene Lebensstil von den Straßen.
Gespielt wird im „Grand Stade de Tanger“, einem Fußball- und Leichtathletikstadion mit Platz für 65.000 Zuschauer*innen. Normalerweise spielt hier der IR Tanger. Das Stadion wurde erst 2011 eröffnet, steht allerdings in der Kritik. Es wirkt noch immer als nicht fertig, da Stadionkurven nicht ausgebaut sind. Deswegen zieht auch der Wind kräftig durch.
Seit dem 21. Dezember 2025 findet der 35. Afrika-Cup, der ganz genau „2025 Africa Cup of Nations“ heißt, in Marokko statt. Eigentlich sollte das Turnier in Guinea stattfinden, denen hat man das Turnier wegen mangelnder Infrastruktur aber wieder entzogen und am Ende Marokkanern das Gastrecht entzogen. Ursprünglich findet der Afrika-Cup nicht zum Jahreswechsel, sondern im Sommer statt. Aufgrund der Klub-Weltmeisterschaft wurde der Afrika-Cup verschoben.
Das Turnier wird in sechs Städten und neun Stadien ausgespielt. Die Stadien Moulay Abdallah, Prince Mouley Abdallah Olympic, El Barid und Mouley Hassan liegen in Rabat, dazu kommen die Spielorte Agadir, Fés, Casablanca, Marrakesch und Tanger.
Marokko ist seit 1956 unabhängig und sein 1992 eine konstitutionelle Monarchie. Zuvor war Marokko zeitweise unter französischer und spanischer Verwaltung. Das Land grenzt an die Straße von Gibraltar, die Marokko und Spanien trennt. Im Norden grenzt Marokko ans Mittelmeer, im Westen an den Atlantik und hat gemeinsame Landesgrenzen mit Algerien. Auch wenn sich Marokko als Partner des Westens versteht, wird das Land autoritär geführt. Meinungsfreiheit und Frauenrechte gelten als eingeschränkt. Im Ranking der Pressefreiheit liegt Marokko auf dem 144. von 180 Plätzen. Wer den König, seit 1999 Mohammad VI., beleidigt, könnte im Gefängnis landen. Frauen haben laut Verfassung die gleichen Rechte wie Männer. Im Gegensatz zu anderen muslimischen Ländern müssen Frauen bei der Eheschließung volljährig, also 18 sein. Ausnahmen sind aber zulässig, 2013 lag die Zahl der minderjährigen Verheirateten bei 35.152. Bis
Bis in die 1960er Jahre war man in Marokko, zumindest was die arabische Welt angeht, tolerant bei sogenannten gleichgeschlechtlichen Handlungen, auch heute sind Liebesbeziehungen zwischen Männern teilweise zu erkennen. Dennoch ist Vorsicht geboten, 2009 wurde 25 Teilnehmer eines Pilgerfestes verhaftet. Das Pilgerfest wurde zu Ehren den Heiligen Sidi Ali Ben Hamduch gefeiert, der angeblich homosexuell gewesen sein soll. Die Organisation Kifkif berichten von Kampagnen und einer Fatwa gegen die „Beschönigung der Homosexualität“. In Marokko soll es zu regelmäßigen Kampagnen kommen.
Massive Kritik an seiner Person und seinem Handeln gab es aber trotzdem, als er im Jahre 2013 mit Daniel Galván einen spanischen Serienvergewaltiger begnadigte, der zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde. Nach den Protesten widerrief der König zwar seine Begnadigung, Galván war zu diesem Zeitpunkt aber bereits aus Marokko ausgereist. Nicht der erste, nennen wir ihn Fauxpas, in diese Richtung. Hervé Le Gloannec, ein 2006 wegen Vergewaltigung und Kinderpornografie verurteilter Franzose, wurde ebenfalls begnadigt. Offenbar waren dem König die Denkweisen seines Volkes nicht klar. Wie auch, wenn die Medien von König gelenkt werden. Das Privatvermögen des Königs, der an zahlreichen Unternehmen beteiligt ist, wird auf mehr als fünf Milliarden Euro geschätzt.