Schlagwort-Archive: Fußball & Verbrechen

Der Batchelor-Mord

Keine Sorge, den deutschen TV-Batchelorn geht es offenbar gut, die Rede in diesem kleinen Artikel ist vom südafrikanischen Stürmer Marc Batchelor. Der Ex-Stürmer wurde 1970 im südafrikanischen Johannesburg geboren und spielte während seiner Karriere für diverse Teams in Südafrika. Seine Karriere beendete er bei den Moroko Swallows. Während seiner Karriere gewann der mit den Orlando Pirates, einer Mannschaft aus einem südafrikanischen Township, unter anderem die afrikanische Champions League. Nachdem Batchelor 2003 seine Karriere beendete, wurde er TV-Experte.

Als es 2007 zu einem Streit in einem Restaurant kam, wurde Batchelor als TV-Experte entlassen. 2014 machte er noch einmal als Zeuge im Prozess gegen Oscar Pistorius auf sich aufmerksam. Pistorius war wegen Mordes an Reeva Steenkamp angeklagt. Am Ende wurde Pistorius nach mehreren Revisionen zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, allerdings nach neun Jahren 2024 entlassen.

Am 15. Juli 2019 wurde er vor seinem Haus in Olivedale ermordet. Zwei mutmaßliche Auftragskiller gaben von einem Motorrad sieben Schüsse auf Batchelor ab, der mit seinem Geländewagen unterwegs war. Batchelor war sofort tot. Das Motiv ist bis heute unklar, die Mörder wurden nie gefasst.

Möglicherweise steht der Mord in Zusammenhang mit den Prozess gegen Pistorius. Batchelor hat Pistorius schwer belastet. Und Pistorius drohte ihm, die Beine zu brechen. Pistorius vermutete eine Affäre zwischen Batchelor und Reeva Steenkamp. Außerdem kritisierte Batchelor, das man Pistorius nicht wegen Mordes, sondern nur wegen Todschlags verurteilt habe.

Quellen:

Marc Batchelor – Wikipedia

Prozess gegen Oscar Pistorius – Wikipedia

Ex-Fußballprofi Marc Batchelor: Er wurde ermordet | GALA.de

Daniel Correa Freitas: Mord aus Eifersucht?

Das Leben von Daniel Correa Freitas nahm am 27. Oktober 2018 ein viel zu schnelles Ende. Der damals 24-jährige Mittelfeldspieler, damals in Diensten des brasilianischen Erstligisten Botafogo, wurde am 27. Oktober 2018 in Sao Jose dos Pinhas tot aufgefunden. Er wurde offenbar nach einer Party geschlagen und enthauptet. Seine Genitalien sollen verstümmelt gewesen sein. Edison Brittes Junior hat sich zu der Tat bekannt. Als Motiv gab er an, dass Correa versucht habe, seine Frau zu vergewaltigen.

Der Täter und das Opfer sollen befreundet gewesen sein. Freitas schrieb Edison Brittes Junior eine WhatsApp-Nachricht mit einem Bild, auf dem er mit seiner Frau im Bett lag. Danach, so Brittes Junior, seien ihm die „Sicherungen durchgebrannt“.

Quellen:

Daniel Correa – Wikipedia

Daniel Corrêa Freitas Mord aufgeklärt | Nau.ch

Der Mord an Andrés Escobar Saldarriaga

Es war allem Anschein so, als wäre die 1:2-Niederlage der kolumbianischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1994, der Grund für den Mord an dem ehemaligen Abwehrspieler Andrés Escobar. Dieser hatte bei der 1:2-Niederlage im Vorrundenspiel eine Flanke so unglücklich abgefälscht, dass der Ball genau deswegen ins eigene Tor fiel. Am Ende stand nicht nur die Niederlage, sondern das Vorrundenaus für den damaligen Geheimfavoriten.

Nur wenige Tage später, am 2. Juli 1994 wurde Escobar vor einer Bar in der kolumbianischen Millionenstadt Medellin getötet. Als Täter wurde Humberto Munoz Castro, Bodyguard und Fahrer eines Drogenbossen identifiziert. Er gab insgesamt sechs Schüsse auf den Abwehrspieler ab. Die einen vermuten, dass er aus Enttäuschung über das kolumbianische WM-Aus gehandelt habe. Ein Auftragsmord der kolumbianischer Wettspielmafia scheint aber durchaus wahrscheinlicher zu sein.

Allerdings ist nicht nur das in diesem Falle unklar. Zu dieser Zeit gab es wie in den gesamten 1990er-Jahren blutige Kämpfe der Kartelle um die Vorherrschaft in Kolumbien. Pablo Escobar, einer der großen Bosse des Medellin-Kartels.

Spieler der Nationalmannschaft waren regelmäßige Gäste beim Drogenboss. Auch dann, als der schon im Gefängnis saß. Rene Higuita, Torwart und Paradiesvogel, war häufig bei Escobar, dem Drogenboss. Er half ihm unter anderem auch bei einer Geldübergabe, was ihm eine Haftstrafe von sechs Monaten bescherte. Der Drogenboss wurde im Dezember durch eine Eliteeinheit getötet. Danach wurden die Karten neu gemischt und die Kämpfe zwischen den Kartellen eskalierten.

In dieser Zeit reiste die kolumbianische Nationalmannschaft in die USA. Bereits nach der ersten Niederlage solle Todesdrohungen diverser Drogenbosse gegeben haben.

Zur Beerdigung des Fußballers kamen 120.000 Gäste und Fans. Einer von ihnen war auch der kolumbianische Präsident. Seine Fotos werden regelmäßig bei Spielen gezeigt, in Medellin gibt es seit 2002 ein Denkmal was an Escobar und den Mord an ihn erinnert.

Quellen:

Andrés Escobar – Wikipedia

Der Mord an Andrés Escobar: Ein Eigentor, sechs Schüsse – 11FREUNDE

Mordkommando Bum-Kun Cha

Bum-Kun Cha, ehemaliger südkoreanischer Fußballer, steht für mich in erster Linie für Bayer Leverkusen und den UEFA-Pokal-Sieg 1988. Dabei gewann er als Aktiver acht Jahre zuvor den gleichen Pokal für Eintracht Frankfurt. Am 3. Spieltag der Saison 1980/81 spielte die Frankfurter Eintracht gegen Bayer Leverkusen, und in diesem Spiel war Jürgen Gelsdorf einer der Gegenspieler von Bum-Kun Cha. In diesem Spiel foulte Gelsdorf seinen Gegenspieler. Nicht besonders hart, aber Cha fiel unglücklich auf den Rücken und musste ausgewechselt werden. Gelsdorf kassierte die gelbe Karte, Leverkusen gewann mit 3:2 doch das war für Gelsdorf nicht mehr so wichtig.

Es wurde berichtet, dass die Karriere von Bum-Kun Cha am seidenen Faden hängen. Nicht nur die Presse, sondern auch der Trainer der Frankfurter goss Öl ins Feuer. Angeblich gäbe es Stollenabdrücke auf Chas Rücken. Jürgen Gelsdorf erhielt nicht nur Morddrohungen, sondern auch Polizeischutz. Das Mordkommando Bum-Kun Cha wollte Gelsdorf in 30 Minuten „umlegen“. Andere wollten ihn vom Tribünendach erschießen. Beim Auswärtsppiel in Gladbach saß ein Personenschützer neben Gelsdorf im Bus. Passiert ist Gelsdorf nichts und auch Bum-Kun Cha konnte wenig später auch wieder Fußball spielen.

Drei Jahre später spielten Jürgen Gelsdorf und Bum-Kun Cha gemeinsam. Für Bayer Leverkusen. Mord

Die Wildmosers

Karl-Heinz Wildmoser senior ist als ehemaliger Löwen-Präsident und ehemaliger Großgastronom sicherlich bekannter als sein namensgleicher Sohn. Der Senior wurde am 5. Mai 1939 in München geboren. Verstorben ist er am 18. Juli 2020 im Alter von 71 in München. Wildmoser ist gelernter Metzger und bildete sich zum Meister weiter. Der Senior war Süddeutscher Meister im Schwergewicht. Gastronomisch aktiv ist er seit 1961, seit 1981 war er auf dem Oktoberfest mit einer Hühner- und Entenbraterei vertreten.

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Richtig bekannt wurde er allerdings erst mit seinem Einstand beim TSV 1860 München. Insgesamt stand er dem Verein fast zwölf Jahre vor. In dieser Zeit stiegen die 60er von der Bayern- in die Bundesliga auf. Löwen-Fans werfen ihm aber vor, durch den Umzug in die Allianz-Arena die Identität der Löwen aufgegeben zu haben. Nach seinem Rücktritt bei den Löwen steckten der Verein in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Im Jahre 2003 wurde Wildmoser zu einer Geldstrafe in Höhe von 27.000 Euro verurteilt.

Der Junior, auch „Heinzi“ genannt wurde 1964 in München geboren und ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Er gehörte seit 1990 zur Geschäftsführung von 1860 München, war zuerst Geschäftsführer der „TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA“, der ausgegliederten Profiabteilung. Später wurde er von den Sechzigern als Vertreter in die Allianz Arena München Stadion GmbH entsandt.

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Ursprünglich sollte die Arena von beiden Münchener Vereinen genutzt werden, heute spielen die Löwen wieder in ihrem Stadion an der Grünwalder Straße. Anfang 2004 wurden beide Wildmosers von der Polizei wegen des Verdachts der Untreue und Bestechlichkeit bei der Ausschreibung der Arena verhaftet. Im Gegensatz zu seinem Vater legte der Junior ein umfassendes Geständnis ab und wurde deswegen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Bis zur Verhandlung saß er in Untersuchungshaft, deswegen war er im Sommer 2008 bereits wieder ein freier Mann.

Quellen:

Karl-Heinz Wildmoser junior – Wikipedia

Karl-Heinz Wildmoser – Wikipedia

Der Fall Lutz Eigendorf

Es war der 5. März 1983 als Lutz Eigendorf nach dem Spiel seiner Eintracht Braunschweig gegen den VfL Bochum seine Stammkneipe Cockpit in Braunschweig-Querum besuchte. Gegen 22 Uhr soll Eigendorf in seinem Alfa Romeo GTV 6 die Kneipe wieder verlassen haben. Gegen 23 Uhr kam der gebürtige Ostdeutsche von der Straße ab und prallte ohne Anschnallgurt gegen einen Baum und erlag seinen schweren Brust- und Kopfverletzungen zwei Tage nach dem Unfall im Krankenhaus. Eigendorf soll laut Zeugenaussagen nur wenige Biere getrunken haben, sein Blutalkoholwert soll aber trotzdem bei 2,2 Promille gelegen haben. Am 17. März 1983 wurde Eigendorf auf dem Hauptfriedhof Kaiserslautern beerdigt. Eigendorfs Eltern, die für die Beerdigung eine Ausreisegenehmigung aus der DDR erhielten, kehrten nach der Bestattung nicht mehr in die Heimat zurück.

Bereits vor seinem Unfall hatte Eigendorf eine echte Odyssee hinter sich. 1956 in Brandenburg an der Havel geboren, spielte er in DDR für den Stasiclub Berliner FC Dynamo. Die BFC-Kicker hatten das ein oder andere Privileg, so trat man 1979 bei 1. FC Kaiserslautern im Westen. Einen Tag nach der Partie nutzte Eigendorf einen Stadtbummel im Gießen zur Flucht. In Gießen befand sich damals die erste Anlaufstelle für flüchtende Deutsche aus der DDR. Geschickt war die damalige Planung des Freizeitprogrammes demnach nicht wirklich. Sein Ziel war Kaiserslautern, wohin er mit dem Taxi zurückreiste. Dort mietete er sich unter falschem Namen in einer Pension in Trippstadt ein. Danach kam Eigendorf beim damaligen FCK-Präsident Norbert Thines unter.

In der damaligen DDR wurde kaum über Eigendorfs Flucht berichtet, um Nachahmungstäter zu verhindern. Die Funktionäre waren genauso geschockt wie die Stasi. Der Staatsapparat hat in Folge dessen wurde in die idiologische Überprüfung der Sportler intensiviert und hat teilweise auch Spiele im „nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“ abgesagt. Es gilt als erwiesen, dass Eigendorf auch im Westen vor Stasi überwacht worden sein soll. Insgesamt 50 hauptamtliche und 20 inoffizielle Stasi-Agenten sollen auf ihn angesetzt gewesen sein. Auch seine erste Ehefrau, die Eigendorf im Osten alleine gelassen hat, wurde durch die Stasi überwacht, auf sie wurde ein sogenannter Romeo-Agent angesetzt.

Im Hintergrund versuchte man, Eigendorf gegen eine Amnesie zu einer Rückkehr in die DDR zu bewegen. Nachdem das nicht funktionierte, hat man Eigendorf wegen illegalem Grenzübertritt verurteilt und er wurde von der FIFA für ein Jahr gesperrt. Während seiner Sperre arbeitete er als Jugendtrainer und auf der Geschäftsstelle der 1. FC Kaiserslautern. Für den FCK spielte Eigendorf zwei Jahre lang und kam sogar international zum Einsatz, bei Gastspielen in Bulgarien und Russland blieb Eigendorf aus Sicherheitsgründen in der Bundesrepublik.

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Nach seinem Tod gab es schnell Gerüchte, dass die DDR bei Eigendorfs „Unfall“ ihre Finger im Spiel hatte. Der Blutalkoholwert passte nicht mit den Angaben der Zeugen überein. Heribert Schwan, Schriftsteller und Autor, ist ebenfalls ein Befürworter der Mordtheorie. Er geht davon aus, das Eigendorf entführt und mit Alkoholspritzen „behandelt“ wurde. Anschließend gab es durch Blenden zu besagtem Unfall. Allerding soll Eigendorf öfters mal zuviel getrunken haben und wurde deswegen auch von seinem Trainer kurz vor dem Unfall ermahnt.

Aber in der MfS Hauptabteilung XIX, eine Abteilung für Terrorabwehr im Ministerium für Staatsicherheit, existieren Belege die in Zusammenhang mit Eigendorf von Verblitzen, Unfallstatistik, Ohnmacht und Narkosemitteln stehen. Auch auch ein sogenannten „IM“ hat ausgesagt, dass er den Mordauftrag erhalten haben will. Die Akten zu besagtem IM sind seit der Wende verschollen. Das Verfahren wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt wieder aufgenommen.

Zweimal Kongo und zurück

Früher, als Hiannik Kamba noch das Trikot der Schalker trug, stand er mit Legenden wie Manuel Neuer und Benedikt Höwedes auf dem Platz, heute ist daran nicht mehr zu denken.  Familie Kamba musste Ende der 1990er Jahre vor den Kämpfen im Kongo fliehen und ließ sich im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Essen wieder. Dort spielte er zügig für die TGD Essen-West, ehe er sich noch in der Jugend dem FC Schalke 04 anschloss. Über die U17 und die U19 schaffte er den Sprung in die zweite Mannschaft des FC Schalke 04. Während dieser Zeit waren es nicht nur Neuer und Höwedes, sondern auch Ralf Fährmann und Mesut Özil mit denen er gemeinsam auflaufen konnte.

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2016, Kamba spielte damals schon lange nicht mehr für Schalke, sondern für den VfB Hüls in der Oberliga Westfalen, verschwand Kamba in die Heimat seiner Eltern. Im Kongo kam er, so dachte man, bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Seine Frau kassierte die 1,2 Millionen aus Kambas Lebensversicherung.

Zwei Jahre später tauchte Kamba wieder auf. Er berichtet, dass man ihn im Kongo entführt haben soll. Er konnte sich nach eigenen Angaben aber befreien und meldete sich bei der deutschen Botschaft im Kongo. Geglaubt hat ihm das niemand, die Gerichte verurteilten Kamba und dessen Frau wurden verurteilt wurden aber noch nicht in Haft genommen. Das sollte passieren, als die beiden Angeklagten in letzter Instanz, vor dem Bundesverfassungsgericht verloren haben. Da war Kamba aber schon wieder im Kongo, auf der Flucht vor der Justiz. Kamba wurde zwischenzeitlich in Noyon verhaftet und sitzt in einem deutschen Gefängnis.

2023 meldete Kamba sich, wie der FOCUS berichtet, und beteuerte seine Unschuld. Man habe ihn, ohne jegliche Beweise verurteilen wollen.

Während seiner Schalker Zeit drohte Kamba und seinen Eltern bereits die Abschiebung. Die Abschiebung seiner Eltern konnte nicht verhindert werden, durch einen Vertrag in der zweiten Mannschaft des FC Schalke konnte Kamba seiner Abschiebung aber damals entgehen.

Quellen:

Hiannick Kamba – Spielerprofil | Transfermarkt

Ex-Schalke-Spieler floh und täuschte Tod vor – jetzt sitzt er in Haft – FOCUS online

Hiannick Kamba täuschte Tod vor, tauchte wieder auf und ist jetzt auf der Flucht – FOCUS online

Hiannick Kamba: Aus dem Kongo zu Manuel Neuer

 

Der Kaiser mit den kurzen Beinen

Wenn Lügen kurze Beine haben stellt sich die Frage, ob Carlos Kaiser, der mit bürgerlichem Namen Carlos Henrique Raposo heißt, überhaupt welche hatte. Man könnte ihn auch viel eher mit dem Baron von Münchhausen als mit Franz Beckenbauer vergleichen. Geboren 1963 in Porto Allegre, soll er nach eigenen Angaben adoptiert worden sein. Als zehnjähriger soll er an einem Jugendcamp von Botafogo in Rio de Janeiro teilgenommen haben, mit 16 hat er angeblich einen Vertrag in Mexico bei Puebla FC unterschrieben. Dort hat er häufiger Verletzungen vorgetäuscht, um nicht am Training teilnehmen zu müssen. Genauso soll er mehrfach behauptet haben, dass seine Oma verstorben sein. Beim Bangu AC soll er sich mit Fans geprügelt haben, um seine Einwechslung zu verhindern. Er war meistens nur kurze Zeit für einen Verein aktiv und konnte sich so vor seinen Einsätzen drücken.

Seine damaligen Mitspieler, u.a. Renato Gaucho und Ricardo Rocha, immerhin Weltmeister 1994, haben schnell erkannt, dass Kaiser kein Profi-Fußballer war. Dafür half er anders, er kümmerte sich inbei Notsituationen um seine Teamkollegen und besorgte ihnen Frauen, was in seinem Wikipedia-Eintrag damit auch immer gemeint sein soll.

Früher soll es in Brasilien durchaus üblich gewesen sein, dass Anti-Fußballer für solche Dienste unter Vertrag standen. Kaiser spielte definitiv für Bangu AC, America FC, Botafogo FR, Fluminense FC und CR Vasco da Gama. Engagements bei argentinischen Club CA Independiente und bei Gazelec FC Ajaccia aus Frankreich können hingegen nicht belegt werden.

Seine „Karriere“ beendete Kaiser im Alter von 41 Jahren und wurde Bodybuilding-Trainer für Frauen. Er trainieret auch seine eigene Frau, die WM-Teilnehmerin 2016 und brasilianische Vizemeisterin war. Heute soll Kaiser fast blind sein.

Quellen:

Carlos Kaiser – Wikipedia

Knast statt grüner Rasen

Foussani Alassani. Fousseni wer? Er hätte dafür sorgen können, dass sein Name in Deutschland und vor allem im Hamburger Raum deutlich bekannt ist. Heute wird er weniger mit Fußball und viel mehr mit Straftaten und Gefängnisaufenthalten in Verbindung gebracht. Alassani ist gebürtiger Togolese und kam als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Hamburg. Dort wuchs er mit seinen Eltern am Mümmelmannsberg in Hamburg-Billstedt auf. Der Mümmelmannsberg ist eine Großwohnsiedlung, die vor gut 50 Jahren errichtet wurde. Nicht die beste Gegend in der Elbmetropole, auch heute leben viele Bewohner*innen von staatlichen Leistungen. In einer Reportage des NDR ist zu lesen, dass man sich in „Mümmeltown“ oft verteidigen und durchsetzen muss. Alassani schafft es zwar noch in die U23 des FC St. Pauli, auf der schiefen Bahn war er aber damals schon.

Das er „viel Scheiße gebaut hat“, leugnet der Ex-Kicker auch gar nicht. Er soll, was immer das auch heißen mag, Sachen gemacht haben, vor denen sich die Älteren gedrückt haben. Das hat ihm zwar den Respekt der Straße eingebracht, gerettet hat ihn das aber auch nicht. Ganz im Gegenteil. Auch in der U23 fiel er auf. Erstmal sportlich: Er durfte regelmäßig mit der ersten Mannschaft trainieren, klaute dann aus dem Mannschaftshotel eine Personenwaage. Das soll nicht das einzige gewesen sein, was passiert ist. St. Pauli setzte den Spieler vor die Tür. Sein Ex-Trainer Jörn Großkopf sah in ihm den Mann mit den zwei Gesichtern. Auf der einen Seite jede Menge spielerischen Potenzial, aber auf der anderen Seite eben auch der Hang zur Kriminalität.

Beim FC St. Pauli kassierte er 1.000 Euro pro Monat, auf der Straße konnte er nach eigenen Angaben das vierzigfache machen, und da war die Verlockung zu groß und er sei „geldgierig“ gewesen, gab er offen zu. Wahrscheinlich deswegen hat er auch einen Supermarkt in Wedel überfallen. Er hat einen Tipp bekommen, dass dort 60.000 Euro zu holen seien. In Kioske hatte er schon öfters eingebrochen, der Schritt kostete ihn deswegen wohl kaum Überwindung. Er erbeutete allerdings „nur“ 11.000 Euro und flüchtete in einen Wald, wurde dort allerdings von der Polizei gestellt und festgenommen.

Alassani bekam aber nur eine Bewährungsstrafe und eine weitere Chance. Aber mit der Bewährung fühlte er sich wie freigesprochen und machte munter weiter. Weggefährten sprechen von weiteren 100 Überfällen zu dieser Zeit. Vor dem Urteil wurde der VfL Wolfsburg auf ihn aufmerksam, der Wechsel hatte sich durch die Festnahme und das Urteil allerdings zerschlagen. Seine Karriere war damit beendet, auch wenn er 2014 mit dem Berliner AK und Steffen Baumgart fast in die dritte Liga aufgestiegen wäre. Doch die Wege des Berliner AK und Steffen Baumgart trennten sich, Alassani verlor seinen Fürsprecher und seine Lust auf Fußball in der Hauptstadt.

Ohne Geld wurde es eng für ihn, sein Leben kostete Geld und das musste schließlich irgendwo herkommen. 2016 hielt er einer Tankstellenpächterin sein Messer an den Hals, als diese mit den Tageseinnahmen auf dem Weg zur Bank war. Er floh mit der Beute von 25.000 Euro nach Amsterdam, um dort mit seinen Mittätern einen drauf zu machen. Allerdings wurde er da schon wieder polizeilich gesucht. Sein Vater rief ihn an, Alassani tauchte für neun Wochen unter und wurde dann von der Polizei in Osdorf gefunden.

An Bewährung war jetzt natürlich nicht mehr zu denken. Er musste für sechs Jahre und drei Monaten nach „Santa Fu“, wo er seine Zeit mit anderen Schwerverbrechern absitzen musste. Geändert hat er nicht, ganz im Gegenteil. Auch im Knast dealte er munter weiter, schließlich muss das Marihuana, was er selber rauchte, ja auch bezahlt werden. Nach einiger Zeit soll er, durch seinen Glauben, zur Besinnung gekommen sein. Ob stimmt, kann nicht belegt werden. Allerdings arbeite er als Manager, unter anderem bei seinem Freund Kalim.

Quellen:

Fousseni Alassani: Überfälle statt Tore, Knast statt Fußball-Karriere | ndr.de

Der Fall Sassen

Früher, und ich meine das früher in dem Bayer Uerdingen noch Bayer Uerdingen hieß und in der Bundesliga spielte, gab es einen Spieler der irgendwas zwischen Mario Basler, Ansgar Brinkmann oder Wolfram Wuttke war. Der in Essen geborene Sassen war ein feiner Techniker, der sich sonst eher selber im Weg stand. In der Jugend spielte er für Schwarz-Weiss Essen und wechselte von dort zu Uerdingen in die Bundesliga. In drei Spielzeiten waren es 66 Spiele und zwölf Tore, die Sassen beisteuerte. Von dort gings zum damals noch großen HSV, ehe er über Dynamo Dresden und Dnejpr Dnjepopetrovsk zu Wattenscheid 09 wechselte.

Im Februar 1996 war Sassen mit der SG Wattenscheid im Trainingslager in Portugal, als er plötzlich verschwand. Er soll mit der Bedienung eines Restaurants durchgebrannt sein und wurde später bei Wattenscheid 09 entlassen.

Entlassungen und Strafen säumten Sassens Weg. Beim HSV kassierte er eine Strafe in Höhe von 12.500 DM, weil er mit einem Taxifahrer in Streit geraten war, in Dresden hat man ihn entlassen, weil er eine Trainingseinheit geschwänzt hat. Und eben die Entlassung in Wattenscheid, weil er mit der Bedienung einer portugisischen Gaststätte durchbrannte und verschwand.

Sein kurzes Gastspiel im Herbst seiner Karriere bei Schwarz-Weiss Essen endete nachdem er die Kontrolle über seine Alkoholsucht völlig verloren hatte. Sassen arbeitete bis zu seinem viel zu frühen Tode, er starb mit 36, als Hilfsgärtner bei der Stadt Essen.

Quellen:

Die tragische Karriere des Andreas Sassen – KFC Uerdingen 05

Andreas Sassen – Wikipedia

Ralf van Diericke: Freigänger und Profifußball

Von wegen adelig: Ralf von Diericke, heute 64-jähriger Ex-Fußballer, wurde bereits während seiner aktiven Zeit wegen eines Überfalls auf die Geschäftsstelle seines eigenen Vereines, den Wuppertaler SV, straffällig. Davor spielte der gebürtige Osnabrücker bereits für den VfL Osnabrück, Fortuna Düsseldorf und ein weiteres Mal für den Wuppertaler SV. Zwischen 1981 und 1983 traf er die Wuppertaler in 62 Spielen ins gesamt 23 mal. Bei der Fortuna kam er nicht so gut zurecht, so dass er nur ein Jahr später in die Schwebebahn-Stadt zurückkehrte. Allerdings war von Diericke hier bei seinem Überfall deutlich auffälliger als im gegnerischen Strafraum.

Der Überfall auf die Geschäftsstelle geschah im Februar 1985, als sich die Zuschauereinnahmen aus dem Heimspiel gegen Bad Honnef noch im Tresor in der Geschäftsstelle befanden. Insgesamt 11.000 DM sollen dabei erbeutet worden sein. Die Sekretärin wurde niedergeschlagen und eingesperrt, die Täter flüchteten mit der Beute. Bei der Partie gegen Bad Honnef kam von Diericke selbst noch zum Einsatz und gestand nach mehreren Wochen den Tipp gegeben zu haben. Auch eine Skizze über die Räumlichkeiten will er angefertigt haben. Allerdings gestand er auch einen Überfall auf eine Wuppertaler Spielhalle, bei dem er 2.000 DM gestohlen haben will. Insgesamt wurde er vom Landgericht Wuppertal zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.

Von Diericke ließ es sich nicht nehmen, für die Gefängnismannschaft das Trikot überzustreifen. Er bekam eine gute Sozialprognose, wurde in den offenen Vollzug nach Remscheid-Lüttringhausen verlegt und spielte ab sofort für den VfB 06/08 Remscheid, für den er auch als Hausmeister tätig war.

Nach seiner aktiven Zeit arbeitete er als Trainer im Amateurbereich und als selbstständiger Versicherungskaufmann. Nach einer Privatinsolvenz lebt er inzwischen von Sozialleistungen.

Quellen:

Ralf von Diericke – Wikipedia

Der erste sowjetische Nationalspieler in der Bundesliga

Wir schreiben das 1989 als die in Deutschland die Mauer fiel und in Moskau das sowjetische Regime ins Wanken gerat. Es war die Zeit als Rainer Callmund mit einem Geldkoffer durch den Osten gereist sein soll, um Andreas Thom und Ulf Kirsten zu verpflichtet und auch aus der damaligen Sowjetunion kam mit Igor Belanov der erste sowjetische Nationalspieler in die Bundesliga. Damals sicherte sich Borussia Mönchengladbach die Dienste des Stürmers und überwies etwa zwei Millionen DM an Dynamo Kiew. Belanov wurde 1960 in Odessa geboren und ist Ukrainer.

Vor seinem Wechsel nach Deutschland war Belanov zweimal sowjetischer Meister, dreimal Pokalsieger in der Sowjetunion und holte mit Kiew 1986 den Pokal der Pokalsieger. Dazu gewann er im selben Jahr den Ballon D´Or. Zum Zeitpunkt seines Wechsels hatte Belanov seine beste Zeit aber bereits hinter sich. Bei Dynamo Kiew saß er meistens auf der Bank, so dass die bei der Ablösesumme gerne die Hand aufgehalten haben. Am Niederrhein kam Belanov in 24 Spielen auf vier Tore. Das Kapitel Gladbach endete für den Ukrainer im Dezember 1990 mit einem Transfer zu Eintracht Braunschweig.

In Mönchengladbach haben nach dem Wechsel nicht nur Verantwortliche und Fans aufgeatmet, als das „Missverständnis“ Belanov endlich zu Ende war, sondern auch die Kaufhäuser und Geschäftsleute in der Umgebung. Es war Anfang 1990 als die Belaovs mit drei Landsleuten beim Klauen erwischt wurden. Es ging um eine Schadensumme von 2.000 DM. Das Gericht befand Belanov für schuldig und verurteilte ihn zu einer Strafe von 24.000 DM.

Wie in anderen Fällen könnte auch hier die fehlende Integration ein Grund für Handeln gewesen zu sein. Überfordert in der westlichen Welt hat man Kontakte zu Menschen gesucht, die die eigene Sprache sprechen und die eigene Kultur kennen. Dabei gerieten nicht nur die Belanovs auf die falsche Bahn.

Seine Karriere hat damals einen solchen Schaden genommen, von der sich Belanov nicht mehr erholen konnte. Braunschweig und Belanov schafften den Klassenerhalt damals nicht, und der Stürmer kehrte in seine Heimat zurück und spielte dort noch für Odessa und Mariupol.

Mit dem Überfall der Russen auf die Ukraine schloss sich Belanov den ukrainischen Streitkräften an.

Der Fall Vlado Kasalo

Auch wenn Vlado Kasalo zwischen 1989 und 1991 nur 22 mal für den 1.FC Nürnberg zum Einsatz kam, erinnern sich in der Franken-Metropole die meisten, jedenfalls älteren Clubberer, an den kroatischen Libero. Kasalo der 1962 im bosnischen Lenderovina geboren wurde, spielte im ehemaligen Jugoslawien und heutigen Kroatien bereits für NK Osijek und Dinamo Zagreb. In Nürnberg verpflichtete man Kasalo für rund eine Million DM, nachdem er zweimal für eine Weltauswahl gespielt habe. Kasalo kam mit jeder Menge Vorschusslorbeeren an die Noris. Im ersten Jahr kam er nicht wirklich zum Zuge, in seiner zweiten Saison avancierte er aber neben Ulf Metschies und Jörg Dittwar zum Stammspieler.

Kasalo wurde in seiner Nürnberger Zeit auch durch zwei kuriose Eigentore in den Spielen gegen den VfB Stuttgart und den Karlsruher SC bekannt. Die Polizei nahm Ermittlungen auf und nahm Kasalo schließlich fest. Kasalo war mehrfach Gast in diversen Casinos und wurde schließlich vom 1.FC Nürnberg beurlaubt. Obendrein wurde ihm vom DFB die Spiellizemz entzogen. Ob die Eigentore wirklich Absicht waren, konnte zwar nicht geklärt werden, allerdings wurde er am Ende wegen illegalem Glückspiel und Fahren ohne Führerschein verurteilt.

Genauso unklar wie die Schuld an den beiden Eigentore ist auch die Frage, wie Kasalo abdriftete. Lag es ausschließlich an der fehlenden Integration? Das wäre wohl zu einfach, aber er soll Anschluss an die kroatische Community gesucht und am Ende falsche Freunde gefunden haben.

Nachdem er seine Strafe in Deutschland abgesessen hat, kehrte er in seine Heimat zurück und kämpfte im Kroatienkrieg, um Zagreb zu verteidigen. Doch in Mainz konnte sich Josip Kuze, damals Trainer der 05er, an seinen Landsmann erinnern. Für den Zweitligisten machte er noch 55 Spiele, u.a. an der Seite von Jürgen Klopp, ehe er 1994 seine Karriere beendete.

Auch nach seiner Karriere fiel Kasalo immer wieder auf und wurde in Kroatien mehrfach wegen Waffen- und Drogenbesitz verurteilt.

Quelle:

Vlado Kasalo – Wikipedia

Vlado Kasalo gerät nach Eigentoren für 1. FC Nürnberg ins Zwielicht

Zoran Mamic und die eigene Tasche

Als Kind der Ostkurve erinnere ich natürlich noch an die beste Zeit von Zoran Mamic. Der in Bjelovar geborene Kroate spielte zwischen 1996 und 1998 und in der Saison 2000/2001 für den VfL Bochum. Damit gehörte Mamic zu der Bochunmer Mannschaft, die erstmalig Europapokalluft schnuppern durfte. Beim ersten europäischen Auswärtsspiel in Trabzon durfte Mamic nur zuschauen, im Rückspiel kam Mamic dann von der Bank. In der zweiten Runde stand er im Belgien in der Anfangsformation und trug sich im letzten Spiel gegen gegen Ajax Amsterdam sogar in den Torschützenliste ein. Der VfL Bochum war Mamic erste Station im Ausland, danach spielte er noch für Bayer Leverkusen, Greuther Fürth, LR Ahlen und Eintracht Trier. In seiner Heimat spielte Mamic vor und nach den Gastspielen im Ausland für Dinamo Zagreb.

Nach seiner aktiven Zeit stieg er bei Dinamo Zagreb als Sportdirektor ein, als sein Bruder dort Präsident war. Parallel wurde er 2013 Trainer und holte 2014 und 2015 die kroatische Meisterschaft. Gemeinsam wurde er mit seinem Bruder im Jahre 2015 von der kroatischen Polizei verhaftet. Man warf ihnen vor, an Spielerverkäufen verdient und Steuern hinterzogen zu haben. Bei dem Transfer von Luka Modric soll man 15 Millionen veruntreut und 1,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. 2018 wurde er als Komplize seines Bruders verhaftet und zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Zwischenzeitlich flüchtete Mamic nach Bosnien-Herzegowina, dessen Staatsangehörigkeit ebenfalls besitzt. Mamic wurde in Medugorje verhaftet.

Quellen:

Zoran Mamić – Wikipedia

Zoran Mamic – Trainerprofil | Transfermarkt

Quincy Promes: Körperverletzung und Drogenschmuggel

Warum Fußballer, vor allem bei den Gehältern in der heutigen Zeit, auf die Schiefe Bahn geraten, ist eine Frage, die wohl niemand, möglicherweise auch die Profis selber, nicht beantwortet kann. Einer dieser Fälle, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann, ist der niederländische Stürmer Quincy Promes. Der Niederländer wurde 2023 zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt, da er seinem Cousin ins Knie gestochen hatte. Nur ein Jahr später wurde er in Abwesenheit wegen Drogenhandels zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im letzten Sommer wurde er in Dubai verhaftet und an sein Heimatland ausgeliefert. Seine Karriere gilt seitdem als beendet, bereits in der Saison 2024/2025 war Promes ohne Vertrag, ehe er sich 2024 dem United Football Club aus den Vereinigten Arabischen Emiraten anschloss.

Auch wenn der Angreifer noch Möglichkeiten zur Berufung hat, drohen ihm in den Niederlanden mehr als sieben Jahre Gefängnis. Die blieben ihm auch nur erspart, weil er in der Vergangenheit auch für Spartak Moskau gespielt hat. Zwischen Russland und den Niederlanden gibt es kein Auslieferungsabkommen.

Quellen:

Quincy Promes – Wikipedia

Quincy Promes – Spielerprofil | Transfermarkt

Neun Jahre Haft für Robinho

Brasianische Fußballer ohne Spitznamen gibt es nicht. Das gilt aus für Robson da Souza, den wir eher und seinem Künstlernamen Robinho kennen. Seine sportlichen Leistungen sind unbestritten, in Brasilien spielte der in Sao Vincente geborene ehemalige Flügelspieler für den FC Santos und Atletico Mineiro, im Ausland für Real Madrid, Manchester City, AC Mailand, CZ Evergrande (China) und Basaksehir Istanbul. Während seiner Karriere gewann er zahlreiche nationale und internationale Titel.

2017 sorgte er Abseits des Platzes für Schlagzeilen. Er soll gemeinsam mit weiteren Männern eine junge Frau in einer Mailänder Discothek vergewaltigt haben. Zunächst soll man sie mit Alkohol abgefüllt und dann in ein Hinterzimmer gezerrt haben. Sein damaliger Verein Basaksehir spielte kurz danach in der Europa League in Rom. Um einer Verhaftung zu entgehen, blieb Robinho in der Türkei. Sein Einspruch wurde abgelehnt, das Urteil galt als rechtskräftig.

Robinho war damals schon wieder in Brasilien, da es in Brasilien ein Auslieferungsverbot für einheimische Bürger*innen gibt. Ein Gericht hat deswegen festgelegt, dass Robinho die Strafe in Brasilien absitzen muss. Eine weitere Berufung wurde erst im letzten Jahr abgewiesen, Robinho muss deswegen eine neunjährige Haftstrafe absitzen. Robinho verbüßt seine Haftstrafe im Gefängnis Tremembes 2, das in Brasilien als Promi-Gefängnis gilt.

Quellen:

Robinho spricht aus dem Gefängnis und schildert seine Realität als gewöhnlicher Gefangener – Indeksonline. Net

Robinho – Wikipedia

Pavel Macak: Torwart auf Abwegen

An Pavel Macak dürften sich wohl nicht mehr viele erinnern. Höchstens den älteren Schalke-Fans könnte der Name des 1957 in der damaligen Tschechoslowakei geborenen Torhüters etwas sagen. Von 1983 spielte er drei Jahre lang für die Knappen, ehe er beim 1. FC Recklinghausen, dem ASC Schöppingen und dem FC Remscheid seine Karriere ausklingen ließ. In seiner Heimat spielte er für Banik Ostrawa. Sein Problem war, dass er sich als Ersatztorwart meistens nicht zeigen konnte. Auf Schalke kam er an Walter Junghans nicht vorbei, in der Tschechoslowakei hieß sein Kontrahent Pavol Michalik. Deswegen kam er am Ende seiner Karriere auch nur auf 46 Einsätze im Profi-Fußball.

Dafür hatte er mehr Einsätze als Krimineller. Zigarettenschmuggel und Diebstähle hat man im vorgeworfen und ihn am Ende wegen Betrugs zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am Ende war er geläutert, Macak arbeitete später als Scout und Berater.

Quellen:

Pavel Mačák – Wikipedia

Pavol Michalík – Wikipedia

Vom Platz in den Knast: 15 Fußballer, die im Gefängnis saßen

Der Bürgermeister von Sliven

Es war der 10. Juli 1994 als die deutschen Träume von der WM-Titelverteidigung platzten. Dabei waren die Vorzeichen gar nicht so schlecht, Deutschland ging durch ein Elfmetertor von Lothar Matthäus in Führung, doch innerhalb von zwei Minuten erzielten die Bulgaren durch Hristo Stoichkov und eben jenem Yordan Letchkov den Endstand von 2:1. Zu diesem Zeitpunkt wusste man in Deutschland aber bereits, zu welchen Leistungen Yordan Letchkov im Stande war. Zu Beginn der Saison 1992/1993 wechselte Letchkov aus der bulgarischen Hauptstadt in die Elbmetropole. Gemeinsam mit Markus Babbel, Valdas Ivanauskas, Stig Töfting und Uli Stein sorgte er für erfolgreichere Hamburger Zeiten in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in Hamburg spielte er noch für Olympique Marseille (mit Andreas Köpke) und Besiktas Istanbul, ehe er 2004 in seiner Heimatstadt Sliven seine Fußballschuhe an den Nagel hängte.

Sliwen, das ist eine Stadt im Osten des Landes zwischen Sofia und Burgas. Die Stadt liegt am südöstlichen Rand des Balkangebirges. Sie ist nicht nur die „Stadt der Pfirsiche“, sondern auch Textilzentrum und Industriestadt. Auch wenn die Stadt einige bekannte Sportler geboren hat, dürfte Letchkov der wohl bekannteste von allen sein. Auf Grund dessen wurde er im Jahre 2013 zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Die Rede war von Misswirtschaft und Amtsmissbrauch. Im wurde vorgeworfen, eine Steuerprüfung umgangen zu haben und einen Vertrag zur Wasserbewirtschaftung abgeschlossen zu haben, bei dem es zu Verlusten von fast 300.000 Euro gekommen sein soll. Das Urteil wurde wenig später allerdings aufgehoben, heute ist Letchkov Vizepräsident des bulgarischen Fußballverbands BFS.

Quellen:

Yordan Lechkov – Spielerprofil | Transfermarkt

Sliwen – Wikipedia

Jordan Letschkow – Wikipedia

Willi Kraus: Knast statt Schalke

Die aktive Fußballer-Karriere von Willi Kraus ist lange vorbei. Kraus, Kind des Ruhrgebietes, spielte für seinen Jugendclub Schalke 04 und weiter für die Go Ahead Eagles Deventer in den Niederlanden, Tennis Borussia Berlin und Eintracht Gelsenkirchen. Kraus der bereits 2008 verstorben ist, hing seine Fußballschuhe bereits im Alter von 26 Jahren an den Nagel.

So ganz freiwillig geschah das allerdings nicht. Sein damaliger Verein Schalke 04, für den er nach seinen Gastspielen in den Niederlanden und bei Tennis Borussia Berlin nochmal auflief, hatte ihn nach einigen Diebstählen im Februar 1968 entlassen. Seine Spielerlizenz hatte er aus den gleichen Gründen bereits verloren. Auch bei seiner letzten Station bei Eintracht Gelsenkirchen fiel Kraus, neben dem Platz, durch sagen wir einmal illegale Tätigkeiten auf.

Kraus geriet in eine routinemäßige Verkehrskontrolle. Klingt erstmal harmlos, allerdings hat man bei dem Kicker nicht etwa Fußbälle, sondern eine geladene Pistole, Propangasflaschen und Diebesgut gefunden. Und weil man damals noch nichts auf Misteryboxen schieben konnte. Dazu kommt noch, das Kraus jede Menge Geschäfte auf den Deckel des FC Schalke 04 gemacht haben soll. Im Trainingslager war Kraus auch regelmäßig bewaffnet. Willi Koslowski, Deutscher Meister mit dem FC Schalke 04 berichtet, dass sich Kraus mit falschen Freunden eingelassen haben soll. Koslowski war es dann auch, der Kraus am Ende seiner Karriere nochmal zu Eintracht Gelsenkirchen lotste, um ihn wieder in die Gesellschaft zu holen. Das soziale Engagement sollte sich am Ende aber nicht auszahlen.

Am Ende war es so einiges, was man Kraus vorgeworfen hat: Bankraube, Einbrüche in Lebensmittelgeschäfte, Überfälle auf Tabakläden, Drogenhandel und Schlägereien. Er wurde mehrfach verurteilt, saß ein und konnte sogar, wenn auch nur kurz, aus dem Gefängnis ausbrechen. Von seinen 65 Lebensjahren saß Kraus etwa 20 Jahre im Gefängnis.

Auch seinen eigenen Mannschaftkollegen gegenüber war Kraus eine tickende Zeitbombe. Er zerstörte die Wohnung seinen ehemaligen Teamkollegen Günther Hermann, als dieser zum KSC wechselte. Auch in dessen Espresso-Bar randalierte er regelmäßig und schlug Personal zusammen. Er hat mal eine Parkuhr aus der Straße gerissen und schoss in einer Kneipe in die Luft. Sein letzter Rauswurf erfolgte dann im September 1976 bei EIntracht Gelsenkirchen. Wenig später saß er in U-Haft. Er brach in Osnabrück und Umland in mehrere Geschäfte ein, klaute Geld, Alkohol und Zigaretten.

Auch danach kam Kraus immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt und musste immer wieder Gefängnisstrafen verbüßen.

Quellen:

Willi Kraus (Fußballspieler, 1943) – Wikipedia

Die Brechstange – 11FREUNDE

Der Fall Uli Hoeneß

Uli Hoeneß, gebürtiger Ulmer und Funktionär in verschiedensten Funktionen bei seinem FC Bayern sieht sich nicht nur als sportlicher und wirtschaftlicher Macher, sondern offensichtlich auch als moralische Instanz. Das gilt für sein Verhältnis zum früheren Kölner Trainer Christoph Daum, das seinen Höhepunkt im Jahre 2006 hatte als Christoph Daums Drogenmissbrauch öffentlich wurde. Dazu hatte er regelmäßige Auseinandersetzungen mit Willi Lemke (Manager Werder Bremen) oder Schiedsrichter Helmut Krug. Auch sein Umgang mit Oliver Kahn, Juan Bernat, Toni Kroos, Thomas Tuchel und Ralf Rangnick rief Hoeneß´ Kritiker auf den Plan.

Bereits 2013 berichtete der Stern online, dass ein „Spitzenvertreter der deutschen Fußball-Bundesliga“ ein Nummernkonto bei der Schweizer Privatbank Vontobel habe und dort einen dreistelligen Millionenbetrag an Schweizer Franken verstecke. Das Nummernkonto soll es bereits seit 1975 gegeben haben. Wie im Wikipedia-Eintrag von Hoeneß zu lesen ist, soll Hoeneß über Sicherheiten von mehr als 200 Millionen Euro verfügt haben. Es seinen mehrfach Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich getätigt worden sein. 2003 soll er einen Gewinn 52 Millionen Euro erwirtschaftet haben, 2005 waren es sogar 78 Millionen. Innerhalb einer Dekade sollen es über 50.000 Transaktionen, meistens Devisentermingeschäfte, gewesen sein. Weiter wird berichtet, das Hoeneß der wichtigste Kunde im Devisenhandel der Bank gewesen sein soll.

Die Bank soll Hoeneß dann auch 2013 informiert haben, das der Stern wegen seines Kontos recherchieren würde. Infolge dessen hat Hoeneß sich selber angezeigt, ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung wurde am 1. Februar 2013 durch die Staatsanwaltschaft München II eröffnet. Im Rahmen des Verfahrens durchsuchte die Staatsanwaltschaft Hoeneß‘ Anwesen am Tegernsee und der damalige Bayern-Präsident wurde daraufhin vorübergehend festgenommen. Gegen die Zahlung von fünf Millionen Euro Kaution kam Hoeneß frei, seine Büroräume beim FC Bayern wurde allerdings vorher noch durchsucht. Die Anklage gegen Hoeneß wurde im Juli 2013 erhoben, bei den kommenden Mitgliederversammlung gab er an, dass die Vereinsspitze über seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat entscheiden solle, seine Aufsichtsratmitgliedschaft bei der Allianz gab er allerdings auf.

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Am Ende wurde Hoeneß in sieben Fällen und in einer Höhe von 28,5 Millionen Euro wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Hoeneß verzichtete auf eine Revision und die Strafe wurde rechtskräftig. Er trat als Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident des FC Bayern zurück, sein Posten wurde truchsisartig von Karl Hopfner übernommen.

Seine Strafe trat er 2014 in der JVA Landsberg an und kam zu Beginn seiner Haftstrafe in die Krankenabteilung. Wegen einer Herzoperation musste er kurzweilig in eine Klinik wurde aber dann in den normalen Vollzug eingegliedert. Während seiner Haftstrafe soll er unter anderem in der Kleiderkammer gearbeitet haben. 2014 durfte er Weihnachten und Silvester bereits zu Hause verbringen, wenig später wurde er als Freigänger in die Haftanstalt Rothenfelde verlegt. Zu dieser Zeit arbeitete er als „Assistent der Abteilungsleitung Junior Team“ in der Nachwuchsabteilung des Vereins. Nach seiner Haftentlassung übernahm er wieder seine alten Ämter und Funktionen

Uli Hoeneß als Spieler und Funktionär beim FC Bayern

Seine ersten Erfahrungen als Spieler machte Hoeneß in den Jugendabteilungen des VfB Ulm und bei der TSG Ulm, einem Vorgängerverein des heutigen Drittligisten SSV Ulm. Dort sammelte er auch die ersten Erfahrungen im Seniorenbereich. Von dort wechselte Hoeneß dann zum FC Bayern, spielte aber in der Saison 1978/1979 noch einmal für den 1.FC Nürnberg als Leihspieler, ehe er 1979 zum FC Bayern zurückkehrte. Hoeneß wurde als Spieler jeweils einmal Weltmeister (1974) und Europameister (1972), Pokalsieger (1971) und Weltpokalsieger (1976). Den Europapokal der Landesmeister holte er dreimal (1974, 1975, 1976) und damit genauso oft wie die deutsche Meisterschaft (1972, 1973, 1974). Uli Hoeneß musste seine aktive Karriere bereits mit 27 Jahren beenden und stieg unmittelbar danach ins Management des FC Bayern ein.

Das sich Hoeneß zum Manager eignet, hat er bereits als aktiver Spieler gezeigt. Auf Grund seiner Vermittlung kam ein Sponsorenvertrag mit Magirus Deutz zustande. Mit den Einnahmen konnten die Bayern Paul Breitner zum FC Bayern zurückholen. Eigentlich wollten die Bayern aber gar nicht Uli Hoeneß, sondern Rudi Assauer zum Manager machen. Doch die Absage des ehemaligen Machers von Schalke 04 war zum einen das Glück von Uli Hoeneß und zum anderen das des FC Bayern.

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Damals waren die Bayern verschuldet doch Hoeneß war maßgeblich am wirtschaftlichen Aufstieg der Bayer beteiligt. Das die Bayern unter der Leitung von Hoeneß nicht nur zum führenden Club in Deutschland, sondern auch in Europa wurden ist allgemein bekannt. Am Ende waren es 16 Meisterschaften, neun Pokalsiege, sechs gewonnene Finale um den Liga-Pokal, ein gewonnener UEFA-Cup und der Gewinn der Champions League im Jahre 2001. Er verpflichtete zahlreiche Stars und viele Trainer mit internationalem Format.

Als Hoeneß 2009 seine Tätigkeit als Manager beendete, konnte er auf eine 30jährige Amtszeit zurückblicken. Allerdings war es noch nicht müde und übernahm den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident. Noch heute ist Hoeneß Aufsichtsratsmitglied und Ehrenpräsident, hält mit seiner Meinung, egal ob sportlich oder politisch, aber niemals hinter dem Berg.

Uli Hoeneß und die Wurst

Geschäfte hat Uli Hoeneß, Sohn eines Ulmer Metzgermeisters, aber nicht nur im Fußball gemacht. Seit 1985 betreibt er mit Werner Weiß die HoWe Wurstwarenfabrik in Nürnberg. Geleitet wird das Unternehmen aber heute nicht mehr von Heoeneß selber, sondern von seinen Kindern. Die HoWe Wurstwaren beliefern unter anderem Aldi, das Käfer-Zelt auf dem Münchener Oktoberfest, McDonalds und zahlreiche andere Lebensmittelkonzerne in ganz Europa.

Heute werden bei der HoWe Wurstwaren KG Nürnberg hauptsächlich Nürnberger Rostbratwurst, Geflügelbratwürste und saisonale Wurstwaren hergestellt.

Kritisiert wird die hoeneßsche Wurstfabrik auch deswegen, weil kein Betriebsrat existiert, man hauptsächlich mit Leiharbeiter*innen arbeitetet und nicht nach Branchentarifvertrag bezahlt.

Quellen:

Uli Hoeneß – Wikipedia

Bistro am Werk – HoWe Wurstwaren KG Nürnberg HoWe Wurstwaren KG Nürnberg

Feuerteufel Breno

Breno, die Älteren werden sich erinnern, startete mit jeder Menge Vorschusslorbeeren in sein Abenteuer Bayern, Deutschland und Bundesliga. Breno, der eigentlich Breno Vinícius Rodrigues Borges heißt wurde 1989 im brasilianischen Cruzeiro geboren und wechselte im Jahre 2008 zum FC Bayern München. Die Vorzeichen standen damals eigentlich gut, schließlich war nicht nur die gesamte Bundesliga gut mit Brasilianern bestückt, auch in München spielten damals mit Lucio und Zé Roberto zwei weitere Brasilianer in Müchen. Gemeinsam mit Martin Demichelis und José Sosa bildete man sogar ein südamerikanisches Quintett. Zum damaligen Zeitpunkt waren die Bayern nicht die einzigen, die den damals „besten Verteidiger, den Brasilien im eigenen Land zu bieten hat“, haben wollten. Bei den Vertragsverhandlungen, soll man nicht nur Real Madrid, sondern auch den AC Florenz und Juventus Turin ausgestochen haben.

Beim FC Bayern galt Breno als Verpflichtung für die Zukunft, man stattete ihn mit einem Vertrag bis zum Jahre 2012 aus. Bis Breno sein Debüt im Bayern-Trikot gab, dauerte es allerdings etwas. Sein erstes Pflichtspiel machte er im Rückspiel des Champions League-Achtelfinals gegen den RSC Anderlecht im März 2008. Zwei Monate später lief er zum ersten Mal in der Bundesliga auf. Bis zum Ende des Jahres 2009 standen für Breno lediglich sieben Bundesligaspiele auf dem Programm. Dazu kamen fünf Einsätze in der Champions League und ein Einsatz im DFB-Pokal. Auch wenn er als Verpflichtung für die Zukunft galt, waren alle Beteiligten unzufrieden.

Was lag näher, als Breno zu verleihen. Hier war der 1.FC Nürnberg dankbarer Abnehmer. Breno wusste durchaus zu überzeugen, kam wegen eines Kreuzbandrisses aber auch nur auf sieben Einsätze. So kehrte er 2010 nach München zurück, musste aber nochmal operiert werden. Sein erstes Spiel machte er im November gegen seinen alten Club aus Nürnberg. Überzeugen konnte er aber auch in dieser Spielzeit nicht. Breno, vom Pech verfolgt, brauchte vor dem Start der Saison 2011/2012 noch eine Operation, was seine Chancen auf den Durchbruch natürlich nicht verbesserte.

Breno griff nicht nur zum Alkohol, sondern auch zu Medikamenten. Ob das am Ende dazu führte, dass er in Grünwald sein gemietetes Haus anzündete ist nicht geklärt. Breno kam jedenfalls in Untersuchungshaft und erst wieder frei, als der FC Bayern eine Kaution hinterlegte. Breno wurde am Ende zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Am Ende führte das dazu, dass Breno keine Spiele mehr für den FC Bayern absolvierte und auch der Wechsel zu Lazio Rom logischerweise platzte. In diesem Zusammenhang wurde auch gegen den FC Bayern ermittelt, da Breno behauptete dort Schlafmittel aus einem unverschlossenen Arzneimittelschrank erhalten zu haben.

Allerdins war Breno nach etwas mehr als einem Jahr bereits Freigänger und arbeitete sowohl im Team der Jugendleitung als auch im Trainerstab der zweiten Mannschaft. Das waren allerdings Brenos letzte Schritte in Europa. Beim FC Sao Paulo hoffte man Breno vorzeitig nach Brasilien lotsen zu können, schließlich dauerte das aber noch bis zum Januar 2015. Man gab ihm einen Vertrag bis 2017 und hoffte, das Breno wieder die Kurve bekam. Sein erstes Spiel nach seiner Rückkehr bestritt er im August 2015 gegen Corinthians Sao Paolo, da lag sein letztes Pflichtspiel bereits vier Jahre zurück. Allerdings war der Erfolg nicht von Dauer. Auch von Sao Paolo wurde Breno verliehen und er wechselte zu Vasco da Gama, die ihn später fest verpflichteten. Aber auch dort gab es Ärger. Er verklagte den Verein auf Zahlung seiner Gehälter und warf den Verantwortlichen eine Mitschuld an seinen zahlreichen Verletzungen vor. Wegen weiteren Operationen beendete er seine Karriere im Dezember 2020.

Quellen:

FC Bayern München – Kader im Detail 08/09 | Transfermarkt

Breno (Fußballspieler) – Wikipedia

Straßenfußball, schnelle Autos und falsche Freunde

Maurizio Gaudino war mehr als 20 Jahre lang an Spieler in Deutschland, der Türkei, in Mexico und in England aktiv. Dazu kommen noch zwei Engagements als Übungsleiter bei seinem Heimatclub Waldhof Mannheim und der SG Sonnenhof Großaspach. Gaudino war Nationalspieler und spielte mit dem VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und Antalyaspor international. Mit dem VfB Stuttgart wurde Gaudino Deutscher Meister und Deutscher Superpokalsieger. Eigentlich Grund genug, über Gaudinos erfolgreiche Karriere zu sprechen. Eigentlich, denn Gaudino wurde wegen Versicherungsbetrug und Autoschieberei 1996 zur einer Bewährungsstrafe von drei Jahren und einer Strafe von 180.000 DM verurteilt.

1994 saß Gaudino in der von Thomas Gottschalk moderierten Late Night Show und plauderte mit Kati Witt. Während des Abspanns wurde Gaudino verhaftet. Es soll Fluchtgefahr bestanden haben. Gaudino kam für einen Tag in U-Haft, in mindestens drei Fällen soll Gaudino in Sachen Bandenhehlerei, Anstiftung zum Betrug und Vortäuschen einer Straftat aktiv gewesen sein.

Rechtlichen Beistand hatte Gaudino, der sechs Stunden verhört wurde reichlich. Sein Bekannter Horst Kletke war einer der Anwälte, dazu halfen auch RTL und Kati Witt bei der Vermittlung eines Anwaltes. Gaudino gab ein Teilgeständnis ab und kam anschließend auf freien Fuß. Aufgewachsen ist Gaudino in Mannheim-Rheinau, einem sozialen Brennpunkt. Er galt als Straßenfußballer und als Liebhaber schneller Autos.

Seine Zeit in der Bundesliga war damit, jedenfalls vorerst, beendet. Von Frankfurt flüchtete er zu Manchester City, spielte aber später noch für den VfL Bochum, ehe er 2003 seine Karriere endgültig beendete.

Quellen:

Maurizio Gaudino – Wikipedia

Maurizio Gaudino – Titel & Erfolge | Transfermarkt

Maurizio Gaudino: Von Gottschalks Sofa direkt in U-Haft – WELT

Dani Alves: Freispruch und ein Comeback

Wenn man die persönlichen Erfolge des ehemaligen brasilianischen Rechtsverteidigers auflisten will, sieht man schnell welch erfolgreiche Karriere er hinter sich hat. Er gewann zweimal die Copa América, wurde mit dem FC Barcelona sechsmal spanischer Meister, dreimal Champions League-Sieger und viermal UEFA-Supercup-Sieger, den Supercup gewann er allerdings auch einmal mit dem FC Sevilla, mit denen er auch weimal den UEFA-Cup holte. Er wurde dazu einmal italienischer Meister mit Juventus Turin und zweimal französischer Meister mit Paris St. Germain. Dazu kommen drei gewonnene Club-Weltmeisterschaften und insgesamt mehr als zehn Pokalsiege. Mit seinem Heimatland holte er zweimal den Confed-Sup und wurde U20-Weltmeister, sowie Olympiasieger. Kein Wunder also, dass Alves für die damals stärksten Mannschaften Europas spielte.

Klingt erstmal nach einem graden Lebensweg, allerdings hat dieser auch dunkle Stellen. Vor drei Jahren wurde er angeklagt, ein Sexualdelikt begangen zu haben. Er soll im einem Nachtclub in Barcelona ein Frau vergewaltigt haben. Alves kam in spanische Untersuchungshaft und räumte sexuellen Kontakt ein, der jedoch einvernehmlich gewesen sein soll. Zunächst hat er das geleugnet, da er fürchtete, seine damalige Frau könnte ihn verlassen. Das geschah dann auch im Laufe der Ermittlungen. Alves wurde vor Gericht gestellt, die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von neun Jahren und eine Zahlung von 150.000 Euro an das mutmaßliche Opfer. Am Ende stand eine Strafe von viereinhalb Jahren. Beide Beteiligten legten Berufung ein, in einem Berufungsprozess im letzten März wurde Alves freigesprochen. Das Opfer kann dagegen allerdings noch Berufung einlegen.

Es scheint allerdings so, als wolle Alves zurück auf die europäische Fußballbühne. Wie t-online berichtet, soll Alves den portugiesischen Drittligisten Sao Joao de Ver gekauft haben und will sich nun selber einen Sechsmonatsvertrag geben.

Quellen:

Dani Alves – Wikipedia

Vorwurf der Vergewaltigung: Nach 14 Monaten U-Haft und seinem Freispruch fordert Dani Alves Haftentschädigung – WELT

Verbrecher aus dem Stadion und rein in den KNAST

Wir erinnern noch alle an die Meldung, als die Kicker des FC Schalke 04 nach einer 0:1-Niederlage in Bielefeld abstiegen und von Teilen der Fans angegriffen wurden. Das ist lange her, doch die Geschichte wiederholt sich. Allerdings nicht in Gelsenkirchen, sondern in Nizza.

Abgestiegen ist das Team von der französischen Mittelmeerküste zwar noch nicht, liegt aber dafür in der Europa-League auf dem 36. und damit auf dem letzten Platz. Gepunktet hat man dort bisher nicht und liegt sechs Punkte hinter dem FC Basel, dem Team was als letztes noch die Playoff-Quali schaffen würde. Das man am nächsten Spieltag gegen den FC Braga, aktuell Siebter der Tabelle, spielen muss, macht es auch nicht besser.

In der französischen Liga gab es zuletzt eine 1:3-Niederlage beim FC Lorient, einem Team das gegen den Abstieg kämpft. Kapitän der Mannschaft ist übrigens der 42-jährige Brasilianer Dante. Genau der Dante, den man bereits in der Bundesliga bei Borussia Möchengldbach, dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg gesehen hat.

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Nach der besagten Niederlage wurde der Bus mit den Profis von 400 Fans u.a. mit Pyrotechnik angegriffen. Die Angriffe waren so heftig, dass zwei Spieler krankgeschrieben sind und ein Spieler Anzeige erstattet haben. Der Verein brauchte fast 24 Stunden um sich offiziell zu äußern, dafür hat sich die Liga der Anzeige angeschlossen.

Das Fans unzufrieden sind, ist das eine. Aber was in Nizza passiert ist, geht über Proteste und Unzufriedenheit deutlich hinaus. Wer Menschen angreift und sie verletzt hat in einem Stadion nichts zu suchen. Bleibt zu hoffen, dass die Polizei die Täter ermittelt und vor Gericht stellen kann. Gute Besserung an alle Verletzten.

Quellen:

Nizza-Krise eskaliert: Fans schlagen Spieler und Sportdirektor – kicker

OGC Nizza versinkt im Chaos: Fans greifen Team tätlich an | Transfermarkt