Der Mord an Andrés Escobar Saldarriaga

Es war allem Anschein so, als wäre die 1:2-Niederlage der kolumbianischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1994, der Grund für den Mord an dem ehemaligen Abwehrspieler Andrés Escobar. Dieser hatte bei der 1:2-Niederlage im Vorrundenspiel eine Flanke so unglücklich abgefälscht, dass der Ball genau deswegen ins eigene Tor fiel. Am Ende stand nicht nur die Niederlage, sondern das Vorrundenaus für den damaligen Geheimfavoriten.

Nur wenige Tage später, am 2. Juli 1994 wurde Escobar vor einer Bar in der kolumbianischen Millionenstadt Medellin getötet. Als Täter wurde Humberto Munoz Castro, Bodyguard und Fahrer eines Drogenbossen identifiziert. Er gab insgesamt sechs Schüsse auf den Abwehrspieler ab. Die einen vermuten, dass er aus Enttäuschung über das kolumbianische WM-Aus gehandelt habe. Ein Auftragsmord der kolumbianischer Wettspielmafia scheint aber durchaus wahrscheinlicher zu sein.

Allerdings ist nicht nur das in diesem Falle unklar. Zu dieser Zeit gab es wie in den gesamten 1990er-Jahren blutige Kämpfe der Kartelle um die Vorherrschaft in Kolumbien. Pablo Escobar, einer der großen Bosse des Medellin-Kartels.

Spieler der Nationalmannschaft waren regelmäßige Gäste beim Drogenboss. Auch dann, als der schon im Gefängnis saß. Rene Higuita, Torwart und Paradiesvogel, war häufig bei Escobar, dem Drogenboss. Er half ihm unter anderem auch bei einer Geldübergabe, was ihm eine Haftstrafe von sechs Monaten bescherte. Der Drogenboss wurde im Dezember durch eine Eliteeinheit getötet. Danach wurden die Karten neu gemischt und die Kämpfe zwischen den Kartellen eskalierten.

In dieser Zeit reiste die kolumbianische Nationalmannschaft in die USA. Bereits nach der ersten Niederlage solle Todesdrohungen diverser Drogenbosse gegeben haben.

Zur Beerdigung des Fußballers kamen 120.000 Gäste und Fans. Einer von ihnen war auch der kolumbianische Präsident. Seine Fotos werden regelmäßig bei Spielen gezeigt, in Medellin gibt es seit 2002 ein Denkmal was an Escobar und den Mord an ihn erinnert.

Quellen:

Andrés Escobar – Wikipedia

Der Mord an Andrés Escobar: Ein Eigentor, sechs Schüsse – 11FREUNDE


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