Zunächst die Faktenlage: Der SV Werder Bremen verliert das Kellerduell beim FC St. Pauli mit 2:1. Der Treffer der Bremers Jovan Milosevic zum zwischenzeitlichen Ausgleich reicht nicht, da die Kicker von der Reeperbahn durch Chima Fujita und Hauke Wahl doppelt treffen. In der Tabelle war die Situation schon prekär, jetzt steht Bremen sogar auf einem direkten Abstiegsplatz. Dort ist man zwar nur einen Sieg vom FSV Mainz 05, aktuell 13. der Tabelle entfernt, dass die Grün-Weißen den Turnaround schaffen, glauben sie aktuell aber offensichtlich selbst nicht.
Ein Blick auf die Statistik zeigt auch, dass diese Niederlage unnötig war am Ende sagt das aber auch viel über die Bremer Probleme aus. Eine dominierende Halbzeit, ein höherer xGoals-Wert, mehr als viermal so viele Torschüsse wie St. Pauli. Dazu fast 60 Prozent Ballbesitz und ein Eckballverhältnis von 5:1. Für St. Pauli spricht dafür die Zweikampfbilanz von knapp 60%,
Die Bremer haben ein Problem vor dem Tor der Gegner. 23 Treffer stehen für die Grün-Weißen zu Buche, damit hat man genau einen mehr als Heidenheim und St. Pauli. Zum Vergleich: Harry Kane traf bereits fünfmal öfters in Tor als alle Bremer zusammen. Bester Bremer Torschütze ist Jens Stage, der sechsmal traf und dabei als zentraler Mittefeldspieler fast ein Viertel aller Bremer Tore erzielte.
Die Sache mit Victor Boniface ist allen bekannt und wurde reichlich diskutiert, auch das Thema „Fritz und die Leihspieler“ ist durch. Die Bremer haben für Boniface zwar den 20jährigen Jovan Miloseviv (zuletzt Partizan Belgard) vom VfB Stuttgart ausgeliehen, doch der Kader hätte sicherlich noch den einen oder anderen Qualitätsschub vertragen können.
Während die Mannschaft leblos wirkt flüchten sich die Verantwortlichen in Allgemeinplätzen. „Wir haben uns mehr versprochen und mehr vorgenommen. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, es ging auf, was wir umsetzen wollten. Im letzten Drittel müssen wir uns aber besser positionieren und den letzten Pass besser spielen. Dann bekommst du ein Gegentor, das du einmal im Jahr kassierst – es tut mir unfassbar leid für Mio, dem ich überhaupt keinen Vorwurf mache. St. Pauli hat dann Oberwasser gehabt, dann kommst du zurück und läufst direkt wieder einem Rückstand hinterher. Das tut weh und trotzdem ist es wichtig, das Spiel jetzt abzuhaken. Denn wir haben nur fünf Tage, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten“, lässt sich Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz auf der eigenen Homepage zitieren.
Es scheint nicht so, als hätte man in Bremen einen Plan, währenddessen wird der Abstieg in die 2. Liga zu einem immer realistischerer Horrorszenario.
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