Truro City. Nie gehört? Macht nix, ich auch nicht. Truro, so die Heimat des Vereines ist so ziemlich der südlichste Fleck, den es in England gibt. Truro liegt in Cornwall, etwa 232 Meilen von der Hauptstadt entfernt. Die nächst größere Stadt ist Plymouth oder Exeter. Wie dem auch sein, Truro ist die Heimat von Truro City, die immerhin in der englischen National League spielen. Dort spielen, neben den Trurorianern, so großartige Vereine wie York City, FC Halifax Town oder Southend United.
Den Verein gibt es seit 137 Jahren. Ein durchaus stolzes Alter, auch wenn das Team nie höherklassig spielte, die englische National League ist in England die fünfthöchste Liga. In den 2010-Jahren hatte man allerdings mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, auch das ist in den Niederungen des Fußballs leider keine Seltenheit. Im Jahr 2011 konnte man Steuern in Höhe von 100.000 Pfund nicht zahlen, das Liquiditätsverfahren konnte aber verschoben werden, und am Ende waren die Steuerschulden beglichen.
Wer wann wem welche Zahlungen schuldete und wer das Geld wann und an wen überwiesen hat, ist auf den ersten Blick nicht immer klar und klingt verwirrend. Klar ist aber, dass man den Trurorianern 2012 nach Insolvenz zehn Punkte abgezogen hat, so das man die Klasse nicht mehr halten konnte. Im selben Jahr kauften Pete Masters und Philip Perryman den Verein und konnten die Kaution, die für den Start in der Conference South nötig waren auf den letzten Drücker überweisen.
Der Eigentümer wechselte 2023, seitdem gehört der Club der „Ontario Inc“ und die Truorianer sind der erste Verein aus Cornwall, der ein reiner Profi-Verein war.
Die Stadt Rennes ist für Einiges bekannt. Zum einen ist sie Hauptstadt der Bretagne, zum anderen mit rund 230.000 Einwohnenden die elfgrößte Stadt der stolzen Republik. Mit 70.000 Student*innen ist sie außerdem eine der größten Studentenstädte in Frankreich, französisches Zentrum für die Forschung über Cyber-Kriminalität, Partnerstadt von Erlangen und seit 1901 die Heimat von Stade Rennes.
Der Verein existiert, offiziell und dem Namen Stade Rennais Football Club, seit Beginn des letzten Jahrhunderts. Bereits dreimal gewann man den französischen Pokal, sowie einmal den französischen Superpokal. Seit dem letzten Pokalsieg 2019 konnte man sich regelmäßig für den Europapokal qualifizieren, zuletzt war man 2023/2024 dabei, scheiterte in der Zwischenrunde aber mit 3:5 am AC Mailand. Ältere HSV-Fans mögen sich an die Spielzeit 2007/2008 erinnern, im damaligen UEFA-Cup trafen beiden Mannschaften in der Gruppenphase aufeinander, der HSV gewann damals mit 3:0.
Jedenfalls ist Rennes seit der Saison 1994/1995 etablierter Erstligist in Frankreich. Zwischen 1975 und 1995 konnte man die Franzosen durchaus als Fahrstuhlmannschaft bezeichnen. In dieser Saison hat die Mannschaft wieder Chancen auf die Teilnahme am europäischen Wettbewerb.
Bekanntester Spieler im Kader ist aktuell Breel Embolo. Der Schweizer Nationalspieler kickte in der Bundesliga bereits für Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach. Deutsche Spieler stehen dort aktuell nicht im Kader. Das war in den 1930 und 1980er-Jahren aber durchaus eine Tradition. Walter Kaiser (1930-1938), Walter Vollweiler (1933-1936) und Walter Hanke dürften allerdings nur Insidern bekannt sein. Gleiches gilt für Bernd Horsmann (1982/1984), Uwe Reinders (1986/1987), Bernd Hobsch (1997/1998) und Patrick Weiser (1997-1999) könnte man aber tatsächlich noch kennen.
Kopf des Vereines ist der Milliardär Francois-Henri Pinault über die Finanzholding Artémis. Die Groupe Artemis investiert aber nicht nur in Fußballvereine und Kultur, sondern auch in die Wirtschaft. Hier hält man unter anderem Anteile an Puma, Gucci und Christie´s.
Elversberg. Ein Name, eine Stadt. Aber eine, die jetzt nicht die aller größte Fußballtradition hat. Jedenfalls nicht in den höchsten Ligen der Republik. Elversberg gehört mit seinen rund 7.500 Einwohner*innen zur Gemeinde Spiesen-Elversberg. Interessanterweise hat der Verein genauso viele Mitglieder wie Einwohner*innen.
Damit passen in der Waldstadion Kaiserlinde mehr Zuschauer, als Elversberg Einwohnende hat. Geografisch ist Elversberg im Saarland, ca. 15 Kilometer von der Landeshauptstadt Saarbrücken, wiederzufinden. Auch bis Neunkirchen und Homburg ist es nicht weit.
Den Verein gibt es, der Vereinsname SV 07 Elversberg gibt es her seit 1907. Zunächst als FC Germania Elversberg gegründet, schloss man dich zur Wiedergründung mit mehreren anderen Vereinen zur SV Elversberg zusammen. Über viele Jahrzehnte war man im Amateurfußball des Saarlandes zuhause, die erste Visitenkarte im Profifußball gab man in der Saison 2013/2014 in der dritten Liga ab. Mit einer relativ unbekannten Mannschaft stieg man aber in der selben Saison direkt wieder ab.
Eindeutig besser machte man es fast zehn Jahre später. Als Aufsteiger machte man sich unter Trainer Horst Steffen auf den direkten Weg in die zweite Liga. Bereits im zweiten Jahr scheiterte man nur knapp am direkten Aufstieg und musste sich in der Qualifikation am Ende dem FC Heidenheim geschlagen geben.
Nachdem Abschied von Horst Steffen, der sich zwischenzeitlich dem SV Werder Bremen angeschlossen hatte, erwarteten viele Experten einen Bruch, doch auch mit Vincent Wagner, setzen die Saarländer ihre Erfolgsserie fort.
Präsident des SV Elversberg ist seit über 30 Jahren Frank Horzer, der mit seinem Pharmaunternehmen Ursapharm auch einer der Hauptsponsoren ist.
Der Hallescher FC gehört zu den Mannschaften aus Ost-Deutschland die, zumindest in der Wahrnehmung des Autors, nach der Wende kurz im Profi-Fußball aufgetaucht sind, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Seit der Spielzeit 1959/1960 spielte der HFC in der DDR-Oberliga, wurde in der letzten Saison aber „nur“ Neunter“. Über den Umweg Oberliga Nordost konnte man sich 1991 für die 2. Bundesliga Süd qualifizieren. In dieser Saison wurde zwar achter, allerdings musste man in die Abstiegsrunde wo man, nicht zuletzt wegen des Abgangs von Dariusz Wosz zum VfL Bochum, das Nachsehen hatte und am Ende absteigen musste.
Damals stand nicht nur der als Zaubermaus bekannte Dariusz Wosz bei den Hallensern unter Vertrag, sondern auch Alexander Löbe (später Wattenscheid, Duisburg und Trabzonspor), Marco Gebhardt (später u.a. Eintracht Frankfurt, Energie Cottbus) und René Tretschok (u.a. Dortmund, Köln und Hertha). Der Verein brauchte dann relativ lange um sich zu erholen, erst 2012 schaffte man die Rückkehr in den Profifußball und in die dritte Liga. Hier konnte man sich immerhin zwölf Jahre halten und spielt aktuell seine zweite Saison in der Regionalliga Nordost. Dort kämpft man gemeinsam mit Mannschaften wie Lok Leipzig, RW Erfurt, FSV Zwickau und Carl Zeiss Jena um Punkte.
Zur vollständigen Geschichte der Vereins gehört auch ein Blick in den Trophäenschrank: 1952 wurde man DDR-Meister, dazu gewann man 1956 und 1962 den DDR-Pokal und holte dazu 2012 die Meisterschaften in der Regionalliga Nord und gewann zwölfmal den Landespokal Sachsen-Anhalt. In den europäischen Wettbewerben hat man, wenn auch kleine, Fußstapfen hinterlassen. Zu DDR-Zeiten spielte man 1963/1963 im Europapokal der Pokalsieger und 1971/1972 im UEFA-Pokal. In beiden Wettbewerben schied man aber bereits in den ersten Runden gegen OFK Belgrad und die PSV Eindhoven. Auch nach dem Mauerfall durfte man noch einmal europäisch ran, 1991/1992 kam aber auch über die erste Runde (2:4 gegen Torpedo Moskau) nicht hinaus.
Allerdings geriet der Hallesche FC Anfang Februar noch einmal in die Schlagzeilen. Bei einem Freundschaftsspiel der U19 bei Eintracht Frankfurt gab es einen Brandanschlag auf den Mannschaftsbus. Der Bus brannte komplett aus, Menschen kamen zum Glück nicht zu schaden.
In den sozialen Netzwerken wurde darüber spekuliert, dass es sich um eine Racheaktion handeln soll. Beim Regionalliga-Spiel zwischen Halle und Lok Leipzig kam es zu schweren Ausschreitungen. Sogenannte Anhänger des HFC haben nach dem Schlusspfiff die Leipziger Spieler angegriffen, die sich zum Glück im Spielertunnel in Sicherheit bringen konnten. Die Polizei musste eingreifen, um die sichere Abreise der Gäste sicherzustellen.
Wenn Kriege ausbrechen, dann gerät der Sport und damit auch der Fußball in den Hintergrund. Doch für die Spieler, Verantwortliche und Fans vom FC Shaktar Donetsk gilt das nicht erst seit der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022, sondern bereits seit der Invasion der Krim im Jahre 2014.
Donezk, so der übersetzte Name der Stadt ist das Zentrum des Kohlerevier Donbass. Im gesamten Kohlerevier lebten 1998 ca. 1,1 Millionen Menschen, in Donezk waren 2022 immerhin 901.645 Einwohner*innen. Zwischen 2014 und 2022 war Donezk die Hauptstadt der Volksrepublik Donezk, und seit 2022 wurde u.a. Donezk nach einem Scheinreferendum im September 2022 von Russland annektiert. Zwischen 2014 und 2022 lag die Zahl der Opfer im Donbass bei etwa 13.500 Opfern.
Die Verantwortlichen von Shaktar Donezk haben sich trotz des Krieges und der russischen Angriffe entschieden, den Spielbetrieb fortzusetzen und sind deswegen bereits mehrfach umgezogen. Zunächst wechselte man die Spielstätte und den Spielort. Fortan spielte die Mannschaft in Lwiw, das heimische Stadion ist seit der zweiten Hälfte des Jahres 2014 nicht mehr bespielbar. Zeitgleich spielte man in der Champions League, scheiterte aber nach einem 0:0 und 0:7 am FC Bayern München. Ein Jahr später spielte man erneut in der europäischen Königsklasse, u.a. gegen Schalke 04. Fast zeitgleich wurde man ukrainischer Pokalsieger.
2016/2017 verpasste man die Champions League, durfte dafür aber in der Europa League antreten. Im Jahre 2017 verließ man Lwiw, wo das Team nur wenige Zuschauer an sich binden konnte. Fortan spielte man in Charkiv, wo man zwischen 2017 und 2020 viermal ukrainischer Meister wurde.
Inzwischen spielt man im Olympiastadion in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, in europäischen Wettbewerben fanden die Heimspiele der Ukrainer bereits in der Arena auf Schalke, dem Hamburger Volksparkstadion, im Stadion Wojska Polskiego in Warschau und im Stozice Stadion im slowenischen Ljubljana statt.
Heute spielt die Mannschaft im „Heimspiel im Stadion Miejski im. Henryka Reymana im polnischen Krakau gegen Lech Posen. Im aktuellen Kader stehen hauptsächlich Spieler, die höchstens den Experten bekannt sein dürften, die laut transfermarkt.de wertvollsten Spieler sind der ukrainische Innenverteidiger Mykolo Matvienko und der brasilianische Mittelstürmer Kaua Elias mit einem Marktwert von jeweils 15 Millionen Euro.
Es könnte alles so einfach sein, jedenfalls für den FC Bayern vor der Partie gegen Atalanta Bergamo in der Champions League. Nein ich Rede nicht davon, dass Joshua Kimmich und Michael Oliseh nach ihren gelben Karten für das Rückspiel gesperrt sind. Auch nicht davon, dass nach den Ausfällen von Neuer, Urbig und Ullreich nun der 16-jährige Leonard Prescott ins Tor muss. Wie zu lesen war, ist man in Bayern mit der Arbeit von Sportvorstand Max Eberl nicht uneingeschränkt zufrieden.
Die Kritik gegen Eberl kommt vor allem aus dem Aufsichtsrat der neben Ehrenpräsident Uli Hoeneß und dem langjährigen Vizepräsident Karlheinz Rummenigge nur Mitglieder aus der Wirtschaft hat. Wie der Focus berichtet, sollen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung bei Eberl nur bei maximal 50 Prozent liegen. Eberl will seine Mission bei den Bayern gerne fortsetzen. Von außen betrachtet, täte der FC Bayern auch gut daran den Vertrag zu verlängern.
Hoeneß monierte zwar, das Eberl den Aufsichtsrat zu spät informieren würde, doch die guten Drähte zwischen Hoeneß, dem Aufsichtsrat und der BILD-Zeitung sind bekannt. Der FC Bayern wäre noch besser beraten, wenn man Hoeneß und Rummenigge aufs Abstellgleis stellen würde. Beide haben das operative Geschäft verlassen und verstehen die Gesetze des Marktes auch nicht mehr zu einhundert Prozent. Anders sind die Äußerungen zu Beratern, den Ablösesummen im Allgemeinen, und weitere Aussagen nicht zu deuten.
Ins gleiche Horn stößt auch Oli Kahn, dem der Generationswechsel beim FC Bayern nicht schnell genug von statten geht. Den kann es aber erst gegen, wenn Uli Hoeneß und Rummenigge keine Aufgaben mehr im Verein haben.
Ich kann den Wunsch vieler Herthaner*innen, die zweite Bundesliga hinter sich zu lassen, ja nachvollziehen. Wahrscheinlich ist den meisten von ihnen aber schon längst klar, dass auch die Spielzeit 2026/2027 nicht im Oberhaus, sondern in der zweiten Bundesliga verbracht wird, oder verbracht werden muss.
Da ändert es sich auch nichts daran, wenn die Menschen am RTL-Mikrofon des Aufstieg minütlich ansprechen. Leute, die Hertha hat es verkackt! Nicht nur das Spiel gegen den VfL Bochum, als man in der Nachspielzeit noch das 1:1 fressen musste, sondern über die gesamte Saison verteilt. Aber woran liegts?
Hertha hat aktuell 41 Punkte und damit acht Punkte Rückstand auf Darmstadt 98, die hinter Schalke auf dem zweiten Platz liegen. Bis zum Relegationsplatz, den aktuell die SV Elversberg belegt, sind es „nur“ sieben Punkte.
Wir schreiben das Jahr 2020, genauer gesagt ist es der 20. Mai 2000, als Bayer Leverkusen am letzten Spieltag der Saison bei der SpVgg. Unterhaching antreten musste. Die Chancen auf die erste Meisterschaft standen gut, die Elf aus dem Rheinland hatte drei Punkte Vorsprung vor den Bayern und ein vermeintlich leichtes Auswärtsspiel in Unterhaching vor der Brust, während die Bayern zuhause gegen Werder Bremen antreten mussten. Auf Seiten der Leverkusener standen u.a. Jens Nowotny, Zé Roberto, Michael Ballack, Oliver Neuville und Ulf Kirsten auf dem Rasen. Ihnen gegenüber standen Altin Rraklli, Marco Haber und Gerhard Tremmel im Trikot der Münchener Vorstädter. Das Ende ist bekannt, die Bayern gewannen 3:1 gegen Bremen und Leverkusen verlor im mit 11.300 Zuschauern ausverkauften Generali-Sportpark mit 2:0.
Durch die Niederlage war Vizekusen geboren und im knapp 18 Kilometer entfernten Olympiastadion konnten die Bayern-Fans die 16. Meisterschaft feiern. Der FC Bayern gewann seitdem achtzehn weitere Meisterschaften, während Bayer Leverkusen bis zum Jahre 2024 auf ihre Meisterschaftspremiere warten mussten.
Nachdem man den Bayern entscheidende Schützhilfe geben konnte, hat sich die Mannschaft der SpVgg. noch ein weiteres Jahr in der Bundesliga halten können. Danach entwickelte man sich zu einer Fahrstuhlmannschaft, die zwischenzeitlich zwar regelmäßig in der zweiten und dritten Liga spielte, aktuell aber in der Regionalliga Bayern auf Torejagd geht. Die Konkurrenten heißen zwar immer noch Bayern München, 1.FC Nürnberg und FC Augsburg, die Rede ist aber nicht von den Profis, sondern von den Zweitvertretungen.
2010 stand man in Unterhaching kurz vor der Insolvenz. Um die abzuwenden benötigte man kurzfristig 2 Millionen Euro. Die konnte zwar angewendet werden, allerdings waren die Geldnöte weiterhin ein großes Thema in Unterhaching.
Das nutzte man, um sich wieder als Ausbildungsverein aufzustellen. Einer von denen, die davon profitiert haben, war unter anderem Florian Niederlechner, der aus Unterhaching zu Mainz 05, dem SC Freiburg, Augsburg und Hertha BSC in die Bundesliga gewechselt ist.
Seit 2012 ist Manfred Schwab Präsident der Unterhaching und seitdem kamen die Münchener Vorstädter, zumindest überregional, aus den Schlagzeilen.
Das man Teile Kolumbiens der Karibik zuordnet, hatte ich so nicht auf dem Schirm. Ist aber so. Insgesamt spricht man von einer 1.126 Kilometer langen Küstenlinie, auf der Städte wie Cartagena, Santa Maria und Barranquilla liegen. Und genau um die Stadt Barranquilla und den dort ansässigen „Club Deportivo Popular Junior F.C. S.A“ soll es heute gehen. Baranquilla ist als Hafenstadt nicht nur die viertgrößte Stadt des Landes, sondern als wichtige Hafenstadt auch ein industrielles Zentrum des Landes. Dazu ist Barranquilla der Geburtsort von Shakira.
Die „Los Tiburones“, was soviel bedeutet wie die Haie, spielen in der Liga DIAMAYOR Apertura, der ersten Liga Kolumbien. Dort ist man amtierender Meister. Insgesamt gewann man elf nationale Meisterschaften, dazu jeweils zweimal den Pokal und den Supercup. Wer die WM 1990 verfolgt hat, dem wird Carlos Valderrama nicht verborgen geblieben sein. Valderrama spielte zwischen 1993 und 1996 und führte den Verein zu zwei Meisterschaften und bis ins Halbfinale der südamerikanischen Copa Libertadores.
Das Maskottchen der Haie war, nein kein Hai, sondern eine Eule. Die lebte unter dem Dach des Stadions und hat sich sogar bei Fußballspielen gezeigt. Mitunter landete sie auch auf dem Spielfeld. So auch am 27. Februar 2011, dabei wurde sie von einem Ball getroffen. Luis Moreno, damals Abwehrspieler beim Gegner Deportivo Pereira trat die Eule vom Feld, die daraufhin in einer Tierklinik behandelt wurde. Die Umwekltbehörde ermittelte, die Eule starb aber nicht an einem Beinbruch, sondern an einer zu hohen Milchsäurekonzentration.
Es wird mal wieder Zeit, den Blick auf Italien zu richten. Dort spielt Como 1907 nach dem Aufstieg sein zweites Jahr und das durchaus erfolgreich. Die Mannschaft liegt zu dem Zeitpunkt wo dieser Artikel entsteht auf einem guten sechsten Platz und würde sich damit am Saisonende für die Conference League qualifizieren. Ein Riesen-Erfolg wenn man bedenkt wo dieser Verein herkommt. Seit dem Abstieg im Jahr 2003 stieg man bis in die vierte italienische Liga ab. Davor spielte man zuletzt in den 1980er-Jahren in der höchsten italienischen Spielklasse. Auch ein Blick in den Trophäenschrank zeigt, dass das natürliche Habitat der Mannschaft aus der Lombardai eher die zweite und dritte Liga ist. Dreimal wurde man italienischer Zweitligameister, viermal holte man sich die Drittligameisterschaft.
Como liegt am gleichnamigen Comer See an der Grenze zur Schweiz und etwa 45 Kilometer von Mailand entfernt. Auch Bergamo ist nicht weit. Das beweist nicht nur, dass die Menschen in der Region fußballverrückt sind. Die Fans dürfen sich auf Derbys gegen Inter Mailand, AC Mailand und Atalanta Bergamo freuen.
Ein Blick auf den Kader zeigt auch eine deutsche Beteiligung am Erfolg: Innenverteidiger Marc Oliver Kempf (u.a. Hertha BSC, VfB Stuttgart, SC Freiburg, Eintracht Frankfurt) gehört genau zum Kader wie Nicolas Kühn, der bereits für Ajax II, Bayern II, Erzgebirge Aue, Rapid Wien und Celtic Glasgow gespielt hat.
Gegründet wurde der Verein 1907 in der Bar Taroni. Die Spieler mussten sich zunächst mit Freundschaftsspielen begnügen, konnte sich aber 1950 erstmalig für die Seria A qualifizieren. Bis in die 1970er-Jahre pendelte man zwischen der ersten und der dritten Liga, ehe man in den 1980er-Jahren die bisher erfolgreichste Zeit hatte. Für Spielzeiten konnte man sich im Oberhaus halten, in der Zeit trug auch Hansi Müller das blau-weiße Trikot. Zum Ende der Dekade folgte aber der Absturz in die dritte Liga. Später, schon im 21.Jahrhundert musste man durch Insolvenzen, ehe man nun wieder in der Seria A spielt.
Das Städtchen Westerlo liegt in der Region Flandern und damit im niederländischsprachigem Teil Belgiens. In Westerlo profitiert man wirtschaftlich von der Nähe zum Antwerpener Hafen und gehört was die wirtschaftliche Stärke angeht zu den Städten Belgiens mit der größten Kaufkraft. Dazu kommt, dass Westerlo die Heimat des KVC Westerlo ist. Der Verein spielt seit immerhin vier Jahren wieder in der Jupiler Pro League, der höchsten belgischen Spielklasse, nach dem man 2017 zum zweiten Male nach 2012 in die zweite belgische Liga abgestiegen ist. Der aktuell bekannteste Spieler dürfte Roman Neustädter sein, der in der Bundesliga bereits für Mainz 05, Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 gespielt hat.
In den Anfangsjahren des neuen Jahrhunderts hatten die blau-gelben ihre erfolgreichste Zeit. In der Saison 2000/2001 gewann man mit Andrzej Rudy (u.a. 1. FC Köln, VfL Bochum) den belgischen Pokal. Dadurch qualifizierte man sich für den UEFA-Cup schied durch zwei Niederlagen gegen Hertha BSC allerdings in der ersten Runde aus. Für einen europäischen Wettbewerb konnte man sich erst 2011 qualifizieren. Nachdem man sich in der zweiten Qualifikationsrunde gegen Turku PS aus Finnland durchsetzen konnte, war in der dritten Quali-Runde gegen die Young Boys Bern allerdings nichts mehr zu holen.
Seitdem konnten die Flandern aber nicht mehr an die Erfolge anknüpfen und gelten als die graue Maus der Liga.
Der Boldklubben af 1893, ist bei uns, wenn überhaupt, als B.93 Kopenhagen bekannt. Man wird sich denken können, dass der Verein 1893 gegründet wurde. Ursprünglich war er ein reiner Cricketverein, doch drei Jahre später gründete sich auch die Fußballsparte. Und das sehr erfolgreich, zwischen den Jahren 1916 und 1946 wurde man neunmal dänischer Meister. Der letzte Titelgewinn resultiert aus dem Jahr 1982, da gewannen die Fußballer den dänischen Pokal. Seine Heimat hat der Verein im Stadtteil Osterbro. Es ist nicht nur die Heimat von B.93, sondern auch von 82.000 Einwohner*innen. Der Nordhafen, eines der wichtigsten Stadtentwicklungskonzepte, liegt in Osterbro. Dort soll ein urbanes Stadtquartier entstehen. Auch Kreuzfahrtschiffe mit dem Ziel Kopenhagen liegen in diesem Bereich des Hafens. Dafür wurde im Jahr 2025 extra die größte Landstromanlage zur Versorgung von Schiffen gebaut.
Die Heimspiele finden im Osterbro Stadion statt, das 7.000 Zuschauer*innen Platz bietet. Dieses Stadion hat bereits Europapokalabende erlebt, B.93 gewann 1982/1983 im Europapokal der Pokalsieger gegen Dynamo Dresden (3:2; 1:2), scheiterte in der zweiten Runde aber am belgischen Vertreter KSV THOR Waterschei. Für B.93 spielten unter anderem Thomas Christiansen, der in der Bundesliga beim VfL Bochum Torschützenkönig wurde und Nicklas Bendtner, der zwischen 2014 und 2016 für den VfL Wolfsburg spielte.
Mittelmähren, das ist Bereich in Tschechien, der von den beiden Flüssen Hana und March durchzogen ist. Das macht das Gebiet extrem fruchtbar, so dass die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszeig ist. Der Bereich liegt zwischen Olmütz, Kromeriz, Prostejov und Vyskov. Olmütz könnte einem bekannt vorkommen, was daran liegt, dass der Verein in der Vergangenheit regelmäßiger Gast in den europäischen Wettbewerben war. Aktuell steht man im Achtelfinale der Conference League und trifft dort auf den 1. FSV Mainz 05.
Die letzten Duelle mit deutschen Mannschaften gab es 2005 im Intertoto Cup gegen den HSV und Dortmund, 1991/92 gewann man im UEFA-Cup in beiden Spielen mit 6:2 gegen eben diesen HSV. Im Viertelfinale schied man damals aber gegen Real Madrid aus.
Sigma Olmütz ist aber auch der Verein, für den unter anderem Tomas Ujfalusi (u.a. Hamburger SV) und Radek Latal (Schalke 04) spielten.
Respekt: Panathinaikos Athen ist nicht nur zigfacher Meister und Pokalsieger, dreifacher Superpokalsieger und Balkan-Cup-Sieger, sondern auch eine der beliebtesten Mannschaften in der griechischen Hauptstadt. Highlight in der 118-jährigen Vereinsgeschichte ist aber trotzdem das Finale um den Europapokal der Landesmeister in der Saison 1971, als man erst im Finale an Ajax Amsterdam scheiterte. Unter der sportlichen Leitung von Ferenc Puskas verlor man im Londoner Wembley-Stadion mit 2:0. Torschützen waren damals Ari Haan und Dick van Dijk. Zuvor konnten die Griechen Roter Stern Belgrad, den FC Everton, Slovan Bratislava und Jeunesse Esch ausschalten.
Panathinaikos ist durchgängig in der Super League 1, der höchsten Spielklasse des griechischen Fußballs vertreten. Aktuell wird das Team von Rafael Benitez betreut und ist mit 45 Punkten hinter Olympiakos, PAOK und dem AEK Athen auf dem vierten Platz.
Aus Deutschland trugen Philipp Max, Jens Wemmer, Markus Münch, Marco Villa, Karlheinz Pflipsen und Walter Wagner das Trikot von Panathinaikos.
2011 kamen die Griechen in schwierige Fahrwasser. Durch die griechische Wirtschaftskrise, die weniger Einnahmen nach sich zog, wurde die finanzielle Situation immer schwieriger. Um die Kosten zu deckeln mussten u.a. Cisse und Alexandros Tzorvas verkauft werden. Dazu gab es zwischen 2010 und 2011 insgesamt sechs verschiedene Präsidenten.
Seit 2013 setzte man verstärkt auf Spieler aus der eigenen Jugend, dazu kamen mit Marcus Berg und Mladen Petric erfahrene Akteure nach Athen. Man stieß zwar wieder in die Spitzengruppe der Super League 1 vor, die Meisterschaft konnte man allerdings erst wieder 2023 gewinnen.
Der West Bromwich Albion FC aus den englischen West Midlands klingt erstmal nach großer Fußballkultur, schließlich hat der Club zwischen der Saison 1949/1950 und der Saison 1972/1973 durchgehend in der höchsten englischen Klasse, damals hieß sie noch First Division gespielt. Auch von der Saison 1976/1977 bis 1985/1986 gehörte man zur englischen Fußball-Elite. Nach weiteren Abstechern in die zweite und dritte englische Liga spielte man seit 2008 weitere neun Spielzeiten in der Premier League. Aktuell ist man in der Championship, der zweiten englischen Liga auf dem 21. Platz und damit nur um einen Punkt besser als Leicester, die den ersten Abstiegsplatz belegen.
Immerhin ist der Trophäenschrank einigermaßen gefüllt. 1920 wurde man englischer Fußballmeister, dazu kommen fünf Pokalsiege (1888, 1892, 1931, 1954 & 1968), zwei Superpokalsiege (1921, 1955) und ein Ligapokalsieg (1966). Die drei Zweitligameisterschaften aus den Jahren 1902, 1911 und 2008 sollen keinesfalls verschwiegen werden.
1878 gründeten die Arbeiter der Salter´s Spring Works den Verein als West Bromwich Strollers, bereits im selben Jahr kam es zum ersten Spiele gegen eine Auswahl der Seifenfabrik im selben Ort. 1988 war West Bromwich Albion Gründungsmitglied der Football League. 1957 war man die erste Mannschaft von der Insel, die in der ehemaligen Sowjetunion gewann und 1978 das erste britische Team, das in China spielte.
Spieler, Verantwortliche und Fans von WBA, so die Kurzfassung, waren 2005 Zeug*innen eines echten Fußballwunders. Vor dem letzten Spieltag war man letzter, vor dem Team lag der FC Southampton, Crystal Palace und Norwich City. West Browich Albion gewann 2:0 und die drei vorgenannten Teams verloren, so dass WBA die Klasse halten konnte.
Bisher haben zwei Deutsche für WBA gespielt. Einer von ihnen war der aktuelle Trainer des VfL Bochum, Uwe Rösler und der andere war Serge Gnabry. Gnabry trug dreimal das blau-weiß gestreifte Trikot, Uwe Rösler immerhin fünf mal. Rösler erzielte dabei genau einen Treffer.
Beim FC Arsenal, der heute im Champions League-Achtelfinale antreten muss, haben bisher zwölf Deutsche gespielt. Ich trete dir nicht zu nahe, wenn ich behaupte, das du nicht alle kennst. Kai Havertz? Einfach, weil der Ex-Leverkusener aktuell im Kader steht. Dazu kommen Shkodran Mustafi, Mesut Özil, Serge Gnabry, Lukas Podolski, Per Mertesacker und Jens Lehmann. Ein paar fehlen aber immer noch. Bernd Leno spielte insgesamt vier Jahre (2018-2022) für die Gunners, dazu Thomas Eisfeld, der nach seiner Zeit in London unter anderem für den VfL Bochum und Rot-Weiss Essen gespielt hat. Dazu kommen die beiden Abwehrspieler Moritz Volz (zuletzt 1860 München) und Stefan Malz (u.a. 1860 München, 1.FC Kaiserslautern).
Aber einer fehlt immer noch: Alberto Mendez, der neben dem deutschen Pass auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt. Der heute 51-jährige spielte, mit einigen leihbedingten Unterbrechungen, von 1997 bis 2002 für den englischen Hauptstadtclub. Am Ende seiner Zeit bei Arsenal standen elf Einsätze, in denen dem Mittelfeldspieler zwei Treffer gelangen. Aber er wurde 1998 immerhin englischer Meister mit dem Gunners. Beachtlich, wenn man sich die weiteren Titel in seiner persönlichen Trophäen-Vitrine anschaut. 2006 gewann er mit Darmstadt 98 den hessichen Landespokal, zwei Jahre später mit der Spvgg. Weiden den Bayern-Pokal.
Für uns, die Anhänger von den sogenannten kleinen Vereinen, ist jedes Spiel auf europäischer Ebene etwas ganz Besonderes. Damit sind jetzt zwar nicht die Freundschaftsspiele gegen die Mannschaften aus den Niederlanden, vorzugsweise Wochentags am Mittag, gemeint, sondern die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben. Heute die Europa League bzw. die Conference League und früher der UEFA-Cup.
Für die größeren Vertreter der Zunft zählt das nicht. Da gilt es, sich für die Champions League zu qualifizieren. Schließlich tauft der große Kaiser Franz den UEFA-Cup als den Cup der Verlierer. Das in der Champions League nicht nur die Meister aufeinandertreffen, wollen wir an dieser Stelle gerne verschweigen.
Allerdings haben die großen Bayern den UEFA-Cup in der Saison 1995/1996 zum ersten Mal gewonnen. In der Spielzeit 1994/1995 wurde man unter Giovanni Trapattoni nur Tabellensechster, bis heute schnitt der FC Bayern kein einziges mal schlechter ab als in der besagten Spielzeit.
Die UEFA-Cup-Saison war genau die, in der Otto Rehhagel an der Seitenlinie stand. Allerdings hat man „König Otto“ wenige Tage später durch eben jenen Kaiser Franz ersetzt. Im Bayern-Kader standen damals u.a. Olli Kahn, Markus Babbel, Thomas Helmer, Hansi Pflügler, Christian Nerlinger, Thomas Strunz, Lothar Matthäus, Didi Hamann, Ciriaco Sforza, Alain Sutter, Christian Ziege, Mehmet Scholl, Andi Herzog, Jean-Pierre Papin, Marcel Witeczek, Jürgen Klinsmann und Alexander Zickler. Daneben allerdings auch die heute fast vergessenen Tomas Tomic, Roman Grill, Matthias Born und Frank Gerster.
Gemeinsam mit dem Rekordmeister durften damals auch der SC Freiburg, Kaiserslautern, und Werder Bremen antreten. In der ersten Runde verloren die Bayern das Erstrunden-Heimspiel gegen Lokomotive Moskau, konnten aber im Rückspiel durch einen 5:0 Sieg durch Treffer von Strunz, Scholl, Herzog und einem Doppelpack von Jürgen Klinsmann den Einzug in die zweite Runde perfekt machen.
In der zweiten Runde war der schottische Vertreter des Raith Rovers FC keine große Hürde. Im Achtelfinale wartete Benfica Lissabon. Aber auch die Portugiesen wurden nach einem 4:1 und einem 3:1 bezwungen. Im Viertelfinale musste sich die bajuwarische Elf dann mit den englischen Vertreter Nottingham Forest messen. Im Hinspiel gab es einen knappen 2:1-Sieg, das Rückspiel war mit 5:1 ungleich deutlicher.
Im Halbfinale wartete der FC Barcelona, u.a. mit Carlos Busquets, Pep Guardiola, Luis Figo und George Hagi, auf die Bayern. Gecoacht wurden die Katalanen zu der Zeit von keinem geringeren als Johan Cruyff. Aber auch die spanische Startruppe konnte die Bayern nicht stoppen. Ein 2:2 im Heimspiel und ein knapper 1:2-Sieg reichte, um ins Finale einzuziehen.
Damals wurde das Finale noch im Hin- und Rückspielmodus ausgetragen. Und im Heimspiel setzten die Bayern durch Tore von Helmer und Scholl den Grundstein für den späteren Erfolg. Im Rückspiel gab es auch bei Girondins Bordeaux, mit Bixente Lizarazu, keine großen Hürden. Die erste Halbzeit verlief noch torlos, doch Scholl brachte die Bayern nach dem Wechsel auf die Siegerstraße. Kostadinov und Klinsmann machten den Erfolg und den einzigen Titelgewinn im UEFA-Cup perfekt.
Hankhofen und Hailing, das sind gleich zwei Ortsteile der Gemeinde Leiblfing. Klingt Süddeutsch um nicht zu sagen bayrisch? Korrekt. Leiblfink liegt, fast mittig zwischen Regensburg und Passau. Wie nicht anders zu erwarten, geht es um den dort ansässigen Fußballverein, die SpVgg. Hankhofen-Hailing. Die hat in den letzten Jahren, zumindest in Niederbayern, durchaus auf sich aufmerksam gemacht.
Aus der sechsten Liga schaffte man in einem Zeitraum von rund zehn Jahren den Aufstieg in die Regionalliga Bayern. Dort spielt man unter anderem gegen die Zweitvertretungen von Bayern München, 1.FC Nürnberg, dem FC Augsburg und der SpVgg. Greuther Fürth. Aber auch Traditionsmannschaften wie die SpVgg. Unterhaching, die Würzburger Kickers, Wacker Burghausen und Viktoria Aschaffenburg tummeln sich dort. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Kicker aus der Region Donau-Wald dort gegen den Abstieg kämpfen.
Das aber auch kein Wunder, denn der Marktwert der Kicker ist äußerst gering. Großzügig gerundet hat der Kader lediglich zehn Prozent des Wertes des Spitzenreiters, der Zweitvertretung des FC Bayern. Ein weiteres Argument dafür, dass Zweitvertretungen von Profivereinen ein eigenes Ligasystem haben sollten. Wertvollster Spieler ist der 30-jährige Linksaußen Tobias Lermer, wertvollster Spieler bei Bayern II ist Bajung Darboe mit einem Marktwert von 1,3 Millionen Euro.
Ich würde unterstellen, dass die Spieler und Funktionäre bei Hankhofen-Heining eher aus idealistischen Gründen unterwegs sind. Genau deswegen muss man den Weg des Vereines aber besonders hoch anrechnen.
Thematisch bleiben wir, gestern ging es um die BSG Leipzig, in der Sachsen-Metropole. Leipzig hat neben dem Projekt, der BSG Chemie einen weiteren Verein, der hier Erwähnung finden sollte. Der Verein existiert seit 1893 und wurde im Leipziger Stadtteil Probstheida gegründet. Probstheide liegt im Nordosten der Stadt und ist vor allem durch das Völkerschlachtdenkmal bekannt. 1945 hat man den Verein, wie viele andere auch, zwangsaufgelöst später zu DDR-Zeiten aber wieder neu gegründet. 1991 hat man den Verein in VfB Leipzig umbenannt, diesen Namen trug man bereits in Vorkriegszeiten. Die Lok-Kicker gehörten zu Zeiten der DDR zu den erfolgreichsten Teams, nach der Wende konnte man noch eine Spielzeit in der Bundesliga spielen.
Wenn man sich die Kaderliste aus der Bundesligazeit anschaut, stößt man auf einige große Namen. Maik Kischko, Torsten Kracht, Steffen Heidrich, Dieter Hecking, Franklin Bitencourt, Jürgen Rische und Darko Panchev spielten allesamt für Leipzig. An der Seitenlinie stand die ostdeutsche Trainerlegende Bernd Stange. Nach dem direkten Wiederabstieg aus der Bundesliga konnte man sich noch vier Jahre in der zweiten Liga halten, stieg danach aber relativ schnell in die regionale Oberliga Süd ab. Nach einigen Jahren in der Fünftklassigkeit, spielt man heute in der Regionalliga Nordost, heute die vierthöchste Spielklasse. Dort trifft man u.a. auf die BSG Chemie Leipzig, Rot-Weiß Erfurt, den Chemnitzer FC und den BFC Dynamo.
Zurück zur Historie: Nach der Jahrtausendwende musste die Lok durch eine Insolvenz, so dass man 2003 einen neuen Verein gründete. Seit 2021 ist man schuldenfrei und fusionierte im gleichen Jahr mit Lok Leipzig. Seit 2022 ist klar, dass die Leipziger für ihre drei Meisterschaften einen Meisterstern auf dem Trikot tragen dürfen.
Allerdings gibt es durchaus Probleme in der Messestadt. Im letzten Jahr kam es beim Pokalspiel zwischen Lok Leipzig und dem FC Schalke 04 zu rassistischen Beleidigungen gegen den Schalker Christopher Antwi-Adjei. Die Partie wurde unterbrochen und der DFB nahm Ermittlungen auf.
In der Vergangenheit kam es auch immer wieder zu Auseinandersetzungen und rassistischen Vorfällen. Der Vereinsführung ist dabei bewusst, dass es innerhalb der Szene Problemfans gibt, die rechtsorientiert und gewaltbereit sind. Der Verein hat sich von genau diesen Fans aber stets distanziert.
Auch im Leitbild gibt es eine Botschaft. Wir vermitteln Werte wie Loyalität, Respekt, Fairness und Toleranz. Wir üben Solidarität mit in Not geratenen Menschen und zeigen uns hilfsbereit gegenüber Benachteiligten. Wir treten aktiv und konsequent gegen jede Form von Diskriminierung auf.
Wenn man vom Fußball im Leipzig berichtet, verfallen viele direkt in Hasstiraden gegen das Fußballprojekt von Red Bull. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, Anlässe für Kritik bietet der gesamte Red Bull-Konzern in Hülle und Fülle. Allerdings soll man dem Brauselieferanten und deren Kicker auch keine noch größere Bühne geben, deswegen bewegen wir uns vom nördwestlichen Teil der Innenstadt, wo sich das RB-Stadion und das RB-Trainingsgelände befindet in Richtung nur ein kleines Stück weiter westlich. In Leutzsch, am westlichen Stadtrand gelegen, befindet sich der Alfred-Kunze-Sportpark, die sportliche Heimat der BSG Chemie Leipzig.
Der Verein wurde 1950 zu DDR-Zeiten als Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig gegründet. Bereits ein Jahr später gewann man die Meisterschaft in der ehemaligen DDR. Es folgte eine weitere Meisterschaft, sowie zwei Pokalsiege. Nach der Wende fusionierte man mit der BSG Chemie Böhlen zum FC Sachsen Leipzig. 1997 hat man sich unter dem alten Namen wieder neu gegründet. Dieser Verein gilt als legitimer Nachfolger des gleichnamigen Clubs aus der DDR-Zeit. Nach bitteren Jahren in der Sachsenliga spielt die Mannschaft inzwischen seit sechs Spielzeiten in der Regionalliga Nordost, immerhin die vierhöchste Spielklasse des Landes.
Aus der Historie heraus gab es Fanfreundschaften vor allem zu Union Berlin. Beide Vereine teilte das Schicksal, in der eigenen Stadt gegenüber der lokalen Konkurrenz von der SED und deren Sportpolitik benachteiligt zu sein. Allerdings wurde diese Fanfreundschaft auf eine harte Probe gestellt, als die Leipziger gegen die Berliner zwei Entscheidungsspiele gewann und die Unioner in die zweite Liga absteigen musste. Es kam zu massiven Ausschreitungen und es dauerte bis 1990, ehe die Verbundenheit neu auflebte. Man unterstützte sich, vor allem bei Spielen des jeweils anderen in der eigenen Stadt gegen die eigene Lokalkonkurrenz. Weiterhin gab es zu den Hochzeiten des Sozialismus Fanfreundschaften mit Wismut Aue, Eintracht Frankfurt und dem FC Sion.
Die SpVgg. Bayreuth hat definitiv bessere und vor allem ruhigere Zeiten hinter sich. Ich erinnere mich dunkel in früher Jugend das Mannschaftsbild des Teams in mein Panini-Album geklebt zu haben. Das heißt, der Verein muss irgendwann mal in der zweiten Bundesliga gespielt haben. Und tatsächlich war das in den Jahren zwischen 1974 und 1990 fast ausnahmslos der Fall. Über die Oberliga Bayern und die Bayernliga kämpfte man sich 2022 zwar zurück in die 3. Liga, spielt aktuell aber wieder in der Regionalliga Bayern. Die beste Platzierung datiert aus der Saison 1978/1979 als man den zweiten Tabellenplatz belegte, in der Aufstiegsrunde scheiterte man aber an Bayer 05 Uerdingen.
Ende Januar waren die Zeiten in Bayreuth deutlich rauher. Die Finanzen sind, wie bei vielen unterklassigen Vereinen ein heikles Thema. Aktuell standen mögliche Freigaben von Spielern im Raum. Ein Thema das intern und extern für Unruhe gesorgt hat. Die Verantwortlichen um Geschäftsführerin Nicole Kalemba legen Wert darauf, dass sich die Gerüchte nicht auf Fakten beziehen. Der Vorstand arbeitet seit mittlerweile über einem Jahr an wirtschaftlichen Lösungen. Man hat sich bewusst dazu entschieden, keine detaillierte Angaben zu den Finanzen zu machen. Für Vertrauen dürfte das eher nicht sorgen.
Allerdings, so viel hat Kalemba dem Bayreuther Tagblatt verraten, will man keinen Spieler aktiv abgeben. Die Spieler sollen selber entscheiden, ob sie die finanziellen Rahmenbedingungen mittragen können und wollen. Vertragliche Zusagen will die SpVgg. Bayreuth einhalten.
Eine Wechselerlaubnis scheint es jedoch gegeben zu haben. Bereits im alten Jahr haben fünf Spieler den Verein verlassen. Die Bayreuther wollen in Zukunft verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen.
Primäres Ziel ist es, die Saison mit allen finanziellen Verpflichtungen zu Ende zu spielen. Dabei sollte ein Croudfunding, bei dem 500.000 Euro anvisiert waren, helfen. Am Ende kamen jedoch „nur“ 130.000 Euro zusammen.
Welch wohlklingender Name. Die Rede ist vom Ceramica Cleopatra Football Club, einem Verein aus dem ägyptischen Gizeh. Dem Gizeh, das genauso heißt wie die Blättchen für Selbstgedrehte. Damit hat aber weder der Verein noch die Stadt etwas zu tun. Gizeh ist mit 4,1 Millionen Einwohnenden die drittgrößte Stadt des Landes und gehört zur Metropolregion Kairo. Gizeh und Kairo werden lediglich vom Nil getrennt. In Gizeh befinden sich das Gizeh-Plateau mit Königsgräbern, Pyramiden und Tempeln. Auch die Sphinx und die Pyramiden von Gizeh befinden sich dort.
Aber es gibt in Gizeh mehr als altertümliche Kultur. Der örtliche Fußballverein, lassen wir uns den Namen nochmal auf Zunge zergehen, der Ceramica Cleopatra FC, existiert seit 2007 und wurde damals von Mohamed M. Abou El Enein gegründet. Er ist nicht nur Vorsitzender des Vereines sondern auch Vorsitzender der Cleopatra Group und stellvertretender Sprecher des Repräsentantenhauses. Die Cleopatra Group ist nicht nur in der Keramikindustrie, sondern auch in Landwirtschaft, Technologie, Tourismus und Luftfahrt aktiv.
2017 konnte man in die zweite ägyptische Liga aufsteigen, seit 2020 spielt man aber in der Premier League. Ende Januar war man mit fünf Punkten Vorsprung auf den Pyramids FC Tabellenführer und hatte fünf A-Nationalspieler in den eigenen Reihen.
ZSKA Sofia ist, zumindest für uns Ältere, der wohl bekannteste Club aus Bulgarien. Hinter ZSKA verbirgt sich die Abkürzung Zentraler Sportclub der Armee. Vor allem in den 1950er-Jahren war der bulgarische Hauptstadtclub erfolgreich. Bis 1962 holte man neun bulgarische Meisterschaften und gewann dreimal den Sowjetarmee-Pokal. Außerdem konnte man sich, für bulgarische Teams eine Premiere, für den Europapokal der Landesmeister qualifizieren. Auch in den Folgejahren konnte der Verein im Sozialismus weitere Titel gewinnen. Allerdings wurde dem Verein im Jahr 2015 die Lizenz entzogen. Man wurde in die drittklassige W Grupa zurückgestuft, übernahm ein Jahr später allerdings die Lizenz von Litex Lowetsch und spielt seitdem in der ersten bulgarischen Liga.
In Bulgarien, so auch in Sofia, gibt es zwischen Hooligans und Ultras keine klare Abgrenzung. Eine der bekanntesten und berüchtigtsten Ultragruppen bei ZSKA ist die Gruppe Sektor G, die sich nach einem Block im Balgarska-Armia-Stadion benannt hat. Die Gruppe hat nicht nur eine nationalistische, sondern auch eine antiziganistische, albano- und turkophobe Ausrichtung. In Deutschland pflegt die Gruppe Kontakte zu Rot-Weiß Erfurt.
Die Kontakte nach Erfurt werden von beiden Seiten offen gelebt. So war ein Gruppe von Neonazi-Hooligans der Erfurter Gruppe „Jungsturm“ bei einem Derby in Sofia und stand dort in der ersten Reihe. Die Gruppe, deren Führungskader wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt wurde, fiel dort unter anderem durch kollektive Hitlergrüße auf. Einer von ihnen war der ehemalige Basketballer Johann Walter, der früher unter anderem für Jena und Ehingen spielte. Bereits 2014 war Walter, gemeinsam mit verurteilten Neonazis, zu Gast in Sofia.
In Sofia trafen sie auf organisierte Neonazis und Kampfsportler. Eine explosive Kombination, bei denen sich die Gäste aus Erfurt offenbar sichtlich wohl fühlten.
Mitglieder aus beiden Lagern sind in der Gruppe Combat 18 organisiert, eine militante und internationale Organisation, die eigentlich aus England stammt. Dort diente sie als Saalschutz für die British National Party, eine rechtsextremen Partei aus England. In Deutschland ist die Gruppe seit 2020 verboten, in Kanada gilt sie als Terrororganisation. Der Gruppe werden diverse Anschläge und Mordversuche zugeschrieben.
Neben bzw. hinter Hellas und Chievo Verona ist die Associazione Virtusvecomp die Nummer drei in italienischen Großstadt Verona. Während Hellas Verona seit 2019 wieder in der Seria A spielt, hat Virtus Verona die Konkurrenz von Chievo überholt. Chievo spielt in der Seria D, während Virtus eine Liga höher, also in der Seria C (Girone A) auf Tore- und Punktejagd geht. Dort spielt man immerhin gegen namhafte Mannschaften wie AC Trento, Novara FC und AC Renate.
Wenn man am heutigen Abend gegen den Novara FC antritt, wären drei Punkte nicht schlecht. Mit 21 Punkten steht man nicht allzu gut da. Bis zum rettenden Ufer, dort steht aktuell die Mannschaft von Arzignano, sind es zehn Punkte. Klingt eher nach theoretischen Chancen als nach echter Spannung.
Trotz allem können die Verantwortlichen mit den letzten Jahren zufrieden sein, schließlich ist die Mannschaft von Trainer Luigi Fresco erst seit 2013 im Profi-Fußball unterwegs.
Die Fans von Virtus Verona senden übrigens eine klare Botschaft. Im Gegensatz zu den Ultras von Hellas Verona gelten die Anhänger von Virtus als links.
Man braucht keine besondere Fußballexpertise, um festzustellen, dass es schlecht um den VfL Wolfsburg steht. Nach der deutlichen 0:4-Niederlage beim VfB Stuttgart und den Siegen von Werder Bremen und dem FC St. Pauli liegen die Niedersachsen nun auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die VW-Kicker konnten dabei erst fünf Spiele gewinnen. Damit ist man zwar gleichauf mit Mainz 05 und Werder Bremen, allerdings stehen dem auch nur fünf Unentschieden und 14 Niederlagen gegenüber. Sieht man mal vom FC Heidenheim ab, hat keine andere Mannschaft in der Liga verloren. Die erzielten Tore sind dabei gar nicht so sehr das Problem. Gemeinsam mit dem 1.FC Köln hat man, betrachtet man die Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte, die meisten Tore erzielt. Allerdings gibt es keine andere Mannschaft in der Liga, die mehr Gegentreffer fressen musste. Ein rein sportliches Problem? Nein!
Wolfsburger Verzweiflung wäre untertrieben. Es ist die nackte Angst ums Überleben. Das machten Trainer Daniel Bauer und Spieler Yannick Gerhardt, immerhin Vize-Kapitän, deutlich. Und ob der Volkswagen-Konzern, dem es selber alles andere als gut geht, den Weg mit in die zweite Liga gehen wird, scheint fraglich. Die Fans haben bessere vor, als den VfL beim absteigen zu begleiten. Keine andere Mannschaft, bzw. kein anderes Stadion hat eine geringere Zuschauerauslastung als die Volkswagen-Arena.
Die Panik geht sogar so weit, dass man sich über Felix Magath Gedanken gemacht haben soll. Immerhin soll der das Krisenmanagement nicht übernehmen. Der Name Dieter Hecking fällt indes immer häufiger.
Wenn man die Fehler in der VW-Stadt analysieren will, kommt man an Geschäftsführer Peter Christiansen nicht vorbei. Der Däne ist seit 2024 in Wolfsburg und für die Planung des Kaders verantwortlich. Wie dieser aktuell zusammengestellt ist, ist nicht bundesligatauglich. Zentrale Mittelfeldspieler hat man mehr als genug, die Neuverpflichtungen können nicht überzeugen. Das gilt nicht nur für Christian Eriksen, sondern auch für Vinicius Souza. Eriksen war zwar vereinslos und ablösefrei. Souza kam für 15 Millionen von Sheffield United. Insgesamt hat man in der Sommerperiode knapp 70 Millionen investiert und in der Bilanz ein Minus von rund 30 Millionen erzielt. Im Winter hat man mit 27 Millionen nochmal nachgelegt. Gebracht hat das Ganze nichts. Fakt ist, dass man in den letzten Jahren in Wolfsburg jede Menge Geld verbrannt hat. Ein Führungsversagen auf ganzer Linie.
Zunächst die Faktenlage: Der SV Werder Bremen verliert das Kellerduell beim FC St. Pauli mit 2:1. Der Treffer der Bremers Jovan Milosevic zum zwischenzeitlichen Ausgleich reicht nicht, da die Kicker von der Reeperbahn durch Chima Fujita und Hauke Wahl doppelt treffen. In der Tabelle war die Situation schon prekär, jetzt steht Bremen sogar auf einem direkten Abstiegsplatz. Dort ist man zwar nur einen Sieg vom FSV Mainz 05, aktuell 13. der Tabelle entfernt, dass die Grün-Weißen den Turnaround schaffen, glauben sie aktuell aber offensichtlich selbst nicht.
Ein Blick auf die Statistik zeigt auch, dass diese Niederlage unnötig war am Ende sagt das aber auch viel über die Bremer Probleme aus. Eine dominierende Halbzeit, ein höherer xGoals-Wert, mehr als viermal so viele Torschüsse wie St. Pauli. Dazu fast 60 Prozent Ballbesitz und ein Eckballverhältnis von 5:1. Für St. Pauli spricht dafür die Zweikampfbilanz von knapp 60%,
Die Bremer haben ein Problem vor dem Tor der Gegner. 23 Treffer stehen für die Grün-Weißen zu Buche, damit hat man genau einen mehr als Heidenheim und St. Pauli. Zum Vergleich: Harry Kane traf bereits fünfmal öfters in Tor als alle Bremer zusammen. Bester Bremer Torschütze ist Jens Stage, der sechsmal traf und dabei als zentraler Mittefeldspieler fast ein Viertel aller Bremer Tore erzielte.
Die Sache mit Victor Boniface ist allen bekannt und wurde reichlich diskutiert, auch das Thema „Fritz und die Leihspieler“ ist durch. Die Bremer haben für Boniface zwar den 20jährigen Jovan Miloseviv (zuletzt Partizan Belgard) vom VfB Stuttgart ausgeliehen, doch der Kader hätte sicherlich noch den einen oder anderen Qualitätsschub vertragen können.
Während die Mannschaft leblos wirkt flüchten sich die Verantwortlichen in Allgemeinplätzen. „Wir haben uns mehr versprochen und mehr vorgenommen. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, es ging auf, was wir umsetzen wollten. Im letzten Drittel müssen wir uns aber besser positionieren und den letzten Pass besser spielen. Dann bekommst du ein Gegentor, das du einmal im Jahr kassierst – es tut mir unfassbar leid für Mio, dem ich überhaupt keinen Vorwurf mache. St. Pauli hat dann Oberwasser gehabt, dann kommst du zurück und läufst direkt wieder einem Rückstand hinterher. Das tut weh und trotzdem ist es wichtig, das Spiel jetzt abzuhaken. Denn wir haben nur fünf Tage, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten“, lässt sich Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz auf der eigenen Homepage zitieren.
Es scheint nicht so, als hätte man in Bremen einen Plan, währenddessen wird der Abstieg in die 2. Liga zu einem immer realistischerer Horrorszenario.
Als Kind der Ostkurve erinnere ich natürlich noch an die beste Zeit von Zoran Mamic. Der in Bjelovar geborene Kroate spielte zwischen 1996 und 1998 und in der Saison 2000/2001 für den VfL Bochum. Damit gehörte Mamic zu der Bochunmer Mannschaft, die erstmalig Europapokalluft schnuppern durfte. Beim ersten europäischen Auswärtsspiel in Trabzon durfte Mamic nur zuschauen, im Rückspiel kam Mamic dann von der Bank. In der zweiten Runde stand er im Belgien in der Anfangsformation und trug sich im letzten Spiel gegen gegen Ajax Amsterdam sogar in den Torschützenliste ein. Der VfL Bochum war Mamic erste Station im Ausland, danach spielte er noch für Bayer Leverkusen, Greuther Fürth, LR Ahlen und Eintracht Trier. In seiner Heimat spielte Mamic vor und nach den Gastspielen im Ausland für Dinamo Zagreb.
Nach seiner aktiven Zeit stieg er bei Dinamo Zagreb als Sportdirektor ein, als sein Bruder dort Präsident war. Parallel wurde er 2013 Trainer und holte 2014 und 2015 die kroatische Meisterschaft. Gemeinsam wurde er mit seinem Bruder im Jahre 2015 von der kroatischen Polizei verhaftet. Man warf ihnen vor, an Spielerverkäufen verdient und Steuern hinterzogen zu haben. Bei dem Transfer von Luka Modric soll man 15 Millionen veruntreut und 1,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. 2018 wurde er als Komplize seines Bruders verhaftet und zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Zwischenzeitlich flüchtete Mamic nach Bosnien-Herzegowina, dessen Staatsangehörigkeit ebenfalls besitzt. Mamic wurde in Medugorje verhaftet.
Beim FC Schalke 04 wird es lauter. Das hat mit der sportlichen Situation in der 2. Bundesliga und dem Einbüßen der Spitzenposition aber erstmal nichts zu tun. Schalke-Fans und allen voran die Ultras, haben ein Problem damit, dass Clemens Tönnies als Mitglied des Ehrenrates vorgeschlagen wurde. Über die Form der Kritik kann man sicher streiten, allerdings ist die Kritik an der Person Tönnies definitiv gerechtfertigt. Die Kritik bezieht sich nur auf die Zeit von Clemens Tönnies beim FC Schalke 04. Bei eine Rede vor IHK-Vertretern gab es rassistische Vorfälle, dazu das Bedingungen, unter denen die Mitarbeiter von Tönnies auf seinen Schlachthöfen leben und arbeiten mussten. Dazu hatten die Schalker Schulden angehäuft, die sie fast erdrückt haben. Allerdings gehört Tönnies mit der Firma Böklunder auch heute noch zu den Schalke-Sponsoren.
Auf Schalke war Tönnies zuletzt kein Thema mehr, die Diskussionen um Tönnies kommen nicht nur zur Unzeit, sondern sind schlicht überflüssig. Der FC Schalke 04, allen voran der Ehrenrat, hätte klare Kante zeigen müssen. Clemens Tönnies hat für mich, und offenbar auch für viele andere, in einem öffentlichen Amt nichts zu suchen. Das man das auch anders kund tun kann, als die Schalke-Ultras gehört aber auch zur Wahrheit.
Am siebten Spieltag der asiatischen Champions League kommt es im Stadion Istiqol in der usbekischen Hauptstadt Fergana zu einem Duell zwischen dem FC Nasaf aus Saudi-Arabien und dem Al-Shorta SC aus dem Irak. Beim Al-Shorta SC handelt es sich um den Polizei-Sportclub aus Al-Rusafa. Al-Rusafa ist einer der Verwaltungsbezirke er Hauptstadt. Gemeinsam mit dem Bezirk Karkh bildet es den wesentlichen Bestandteil der Stadt und hat kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten.
Der Verein, der 19 Sportarten ein zu Hause gibt, wurde offiziell 1978 gegründet, hat seine Wurzeln allerdings schon im Jahr 1932, allerdings wurde im Irak erst in den 1970er-Jahren eine Vereinsstruktur aufgebaut. Die Mannschaft ist in der Irak Sterne Liga eine der erfolgreichsten und konnte bereits achtmal die nationale Meisterschaft und einmal den irakischen Pokal gewinnen. In der aktuellen Saison ist man in der Meisterschaft Titelverteidiger und liegt auf dem zweiten Platz. Allerdings hat bei einem Spiel Rückstand nur zwei Punkte weniger als der aktuelle Tabellenführer.
Spieler aus dem aktuellen Kader dürften wohl nur den Insidern des irakischen Fußballs bekannt sein, der mit dem höchsten Marktwert ist jedenfalls Mittelfeldspieler Dominique Mendy, 26 Jahre alter Senegalese, der zuvor bei Al-Najaf, ebenfalls im Irak gespielt hat.
Zwischen den Golfkriegen war der Verein durchaus erfolgreich. 2000 stand man im Viertelfinale der asiatischen Clubmeisterschaft und man gewann die Bagdad-Meisterschaft gleich dreimal, als 2003 die Liga abgebrochen wurde, war man noch Tabellenführer. Raad Hammoudi, ehemaliger Torwart und Kapitän rettete Al-Shorta vor der Insolvenz, und die Kicker aus dem Bagdader Bezirk konnten sich erneut für die AFC qualifizieren. Danach entwickelte man sich erneut zu einer Spitzenmannschaft und spielt mittlerweile im neuen Al-Shorta-Stadion, das offiziell dem irakischen Innenministerium gehört.
Der Verein gehört zu den beliebsten im ganzen Irak, allerdings liegt der größte Rivale Al-Zawraa noch vor ihnen. Mittlerweile haben sich sogar Ultra-Gruppierungen gebildet, die bekanntesten sind die „Ultras Green Harp“ und die „Majaneen Al-Qithara“.
Es gibt viele, wenn nicht zahllose Gründe die Plattform X, zuvor Twitter, zu kritisieren. Seit Elon Musk die Plattform übernommen hat, hat die Verbreitung von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Desinformation, Verschwörungstheorien und russischer Propaganda deutlich zugenommen. Außerdem lautet Vorwurf, „Beihilfe bei der Verbreitung sexualisierter Bilder Minderjähriger“ geleistet zu haben. Genau deswegen kam es jetzt in Paris zu einer Durchsuchung der Büros des Netzwerkes. Besitzer Elon Musk und die ehemalige CEO Linda Yaccarino wurden als Zeugen vorgeladen.
Musk hatte über sein Netzwerk mehrfach, auch in Deutschland, in Wahlkämpfe eingegriffen. Dazu wurde der Algorithmus geändert. Ermittlungen gibt es nicht nur in Frankreich, sondern auch in den USA, Australien, Kanada, Indien und Großbritannien. In Indonesien, Malaysia und auf den Philippinen wurde X sogar zeitweise gesperrt.
Zahlreiche Prominente, Politiker*innen und Organisationen haben X bereits verlassen. Gleiches gilt auch für Fußballvereine in Deutschland. Der FC St. Pauli ist bereits seit November 2024 nicht mehr bei X. Man begründet den Schritt damit, dass X Rassismus und Verschwörungstheorien verbreitet und Beleidigungen oder Bedrohungen als Meinungsfreiheit verkauft werden. Damals ging es auch um die Rolle von Musk in der US-Regierung. Ins gleiche Horn stößt der SC Freiburg. Die Breisgauer geben an, dass die Werte, für die der Verein steht, bei X „mit Füßen getreten“ werden. Gleiches gilt für die Verantwortlichen beim SV Werder Bremen, die quasi zeitgleich mit den beiden Konkurrenten die Plattform hinter sich gelassen haben.
Die meisten Vereine sind noch bei X und begründen das mit der großen und auch internationalen Reichweite. Allerdings kommt aus der Fanszene immer mehr Kritik daran. Bei VfL Bochum startet der Fanclub „Linksdrall“ eine Initiative, um den Verein zu einem Ausstieg bei X zu bewegen.
Mein Fanclub geht voran: Wir fordern den @vfl-bochum.de mit dem Schreiben vom gestrigen Montag dazu auf, X endlich zu verlassen und es anderen Vereinen wie dem @fcstpauli.com gleichzutun.Wir warten mit Spannung auf eine Reaktion unseres Vereins! #meinVfL #tiefimWesten #vflbochum #Linksdrall
Die Gründe sind deckungsgleich mit denen, die die genannten Konkurrenten dazu bewogen haben X zu verlassen. Dazu kommen die bereits aufgeführten Vorwürfe in Sachen KI. Eigentlich hätte der Verein, so wie andere Vereine auch, selber darauf kommen müssen, dass X kein soziales Netzwerk, sondern nur noch ein Ort für Hass, Gewalt, Beleidigungen, Bedrohungen, Verschwörungstheorien, Propaganda und die Verbreitung von Pornografie ist.
Uli Hoeneß, gebürtiger Ulmer und Funktionär in verschiedensten Funktionen bei seinem FC Bayern sieht sich nicht nur als sportlicher und wirtschaftlicher Macher, sondern offensichtlich auch als moralische Instanz. Das gilt für sein Verhältnis zum früheren Kölner Trainer Christoph Daum, das seinen Höhepunkt im Jahre 2006 hatte als Christoph Daums Drogenmissbrauch öffentlich wurde. Dazu hatte er regelmäßige Auseinandersetzungen mit Willi Lemke (Manager Werder Bremen) oder Schiedsrichter Helmut Krug. Auch sein Umgang mit Oliver Kahn, Juan Bernat, Toni Kroos, Thomas Tuchel und Ralf Rangnick rief Hoeneß´ Kritiker auf den Plan.
Bereits 2013 berichtete der Stern online, dass ein „Spitzenvertreter der deutschen Fußball-Bundesliga“ ein Nummernkonto bei der Schweizer Privatbank Vontobel habe und dort einen dreistelligen Millionenbetrag an Schweizer Franken verstecke. Das Nummernkonto soll es bereits seit 1975 gegeben haben. Wie im Wikipedia-Eintrag von Hoeneß zu lesen ist, soll Hoeneß über Sicherheiten von mehr als 200 Millionen Euro verfügt haben. Es seinen mehrfach Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich getätigt worden sein. 2003 soll er einen Gewinn 52 Millionen Euro erwirtschaftet haben, 2005 waren es sogar 78 Millionen. Innerhalb einer Dekade sollen es über 50.000 Transaktionen, meistens Devisentermingeschäfte, gewesen sein. Weiter wird berichtet, das Hoeneß der wichtigste Kunde im Devisenhandel der Bank gewesen sein soll.
Die Bank soll Hoeneß dann auch 2013 informiert haben, das der Stern wegen seines Kontos recherchieren würde. Infolge dessen hat Hoeneß sich selber angezeigt, ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung wurde am 1. Februar 2013 durch die Staatsanwaltschaft München II eröffnet. Im Rahmen des Verfahrens durchsuchte die Staatsanwaltschaft Hoeneß‘ Anwesen am Tegernsee und der damalige Bayern-Präsident wurde daraufhin vorübergehend festgenommen. Gegen die Zahlung von fünf Millionen Euro Kaution kam Hoeneß frei, seine Büroräume beim FC Bayern wurde allerdings vorher noch durchsucht. Die Anklage gegen Hoeneß wurde im Juli 2013 erhoben, bei den kommenden Mitgliederversammlung gab er an, dass die Vereinsspitze über seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat entscheiden solle, seine Aufsichtsratmitgliedschaft bei der Allianz gab er allerdings auf.
Am Ende wurde Hoeneß in sieben Fällen und in einer Höhe von 28,5 Millionen Euro wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Hoeneß verzichtete auf eine Revision und die Strafe wurde rechtskräftig. Er trat als Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident des FC Bayern zurück, sein Posten wurde truchsisartig von Karl Hopfner übernommen.
Seine Strafe trat er 2014 in der JVA Landsberg an und kam zu Beginn seiner Haftstrafe in die Krankenabteilung. Wegen einer Herzoperation musste er kurzweilig in eine Klinik wurde aber dann in den normalen Vollzug eingegliedert. Während seiner Haftstrafe soll er unter anderem in der Kleiderkammer gearbeitet haben. 2014 durfte er Weihnachten und Silvester bereits zu Hause verbringen, wenig später wurde er als Freigänger in die Haftanstalt Rothenfelde verlegt. Zu dieser Zeit arbeitete er als „Assistent der Abteilungsleitung Junior Team“ in der Nachwuchsabteilung des Vereins. Nach seiner Haftentlassung übernahm er wieder seine alten Ämter und Funktionen
Uli Hoeneß als Spieler und Funktionär beim FC Bayern
Seine ersten Erfahrungen als Spieler machte Hoeneß in den Jugendabteilungen des VfB Ulm und bei der TSG Ulm, einem Vorgängerverein des heutigen Drittligisten SSV Ulm. Dort sammelte er auch die ersten Erfahrungen im Seniorenbereich. Von dort wechselte Hoeneß dann zum FC Bayern, spielte aber in der Saison 1978/1979 noch einmal für den 1.FC Nürnberg als Leihspieler, ehe er 1979 zum FC Bayern zurückkehrte. Hoeneß wurde als Spieler jeweils einmal Weltmeister (1974) und Europameister (1972), Pokalsieger (1971) und Weltpokalsieger (1976). Den Europapokal der Landesmeister holte er dreimal (1974, 1975, 1976) und damit genauso oft wie die deutsche Meisterschaft (1972, 1973, 1974). Uli Hoeneß musste seine aktive Karriere bereits mit 27 Jahren beenden und stieg unmittelbar danach ins Management des FC Bayern ein.
Das sich Hoeneß zum Manager eignet, hat er bereits als aktiver Spieler gezeigt. Auf Grund seiner Vermittlung kam ein Sponsorenvertrag mit Magirus Deutz zustande. Mit den Einnahmen konnten die Bayern Paul Breitner zum FC Bayern zurückholen. Eigentlich wollten die Bayern aber gar nicht Uli Hoeneß, sondern Rudi Assauer zum Manager machen. Doch die Absage des ehemaligen Machers von Schalke 04 war zum einen das Glück von Uli Hoeneß und zum anderen das des FC Bayern.
Damals waren die Bayern verschuldet doch Hoeneß war maßgeblich am wirtschaftlichen Aufstieg der Bayer beteiligt. Das die Bayern unter der Leitung von Hoeneß nicht nur zum führenden Club in Deutschland, sondern auch in Europa wurden ist allgemein bekannt. Am Ende waren es 16 Meisterschaften, neun Pokalsiege, sechs gewonnene Finale um den Liga-Pokal, ein gewonnener UEFA-Cup und der Gewinn der Champions League im Jahre 2001. Er verpflichtete zahlreiche Stars und viele Trainer mit internationalem Format.
Als Hoeneß 2009 seine Tätigkeit als Manager beendete, konnte er auf eine 30jährige Amtszeit zurückblicken. Allerdings war es noch nicht müde und übernahm den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident. Noch heute ist Hoeneß Aufsichtsratsmitglied und Ehrenpräsident, hält mit seiner Meinung, egal ob sportlich oder politisch, aber niemals hinter dem Berg.
Uli Hoeneß und die Wurst
Geschäfte hat Uli Hoeneß, Sohn eines Ulmer Metzgermeisters, aber nicht nur im Fußball gemacht. Seit 1985 betreibt er mit Werner Weiß die HoWe Wurstwarenfabrik in Nürnberg. Geleitet wird das Unternehmen aber heute nicht mehr von Heoeneß selber, sondern von seinen Kindern. Die HoWe Wurstwaren beliefern unter anderem Aldi, das Käfer-Zelt auf dem Münchener Oktoberfest, McDonalds und zahlreiche andere Lebensmittelkonzerne in ganz Europa.
Heute werden bei der HoWe Wurstwaren KG Nürnberg hauptsächlich Nürnberger Rostbratwurst, Geflügelbratwürste und saisonale Wurstwaren hergestellt.
Kritisiert wird die hoeneßsche Wurstfabrik auch deswegen, weil kein Betriebsrat existiert, man hauptsächlich mit Leiharbeiter*innen arbeitetet und nicht nach Branchentarifvertrag bezahlt.
Breno, die Älteren werden sich erinnern, startete mit jeder Menge Vorschusslorbeeren in sein Abenteuer Bayern, Deutschland und Bundesliga. Breno, der eigentlich Breno Vinícius Rodrigues Borges heißt wurde 1989 im brasilianischen Cruzeiro geboren und wechselte im Jahre 2008 zum FC Bayern München. Die Vorzeichen standen damals eigentlich gut, schließlich war nicht nur die gesamte Bundesliga gut mit Brasilianern bestückt, auch in München spielten damals mit Lucio und Zé Roberto zwei weitere Brasilianer in Müchen. Gemeinsam mit Martin Demichelis und José Sosa bildete man sogar ein südamerikanisches Quintett. Zum damaligen Zeitpunkt waren die Bayern nicht die einzigen, die den damals „besten Verteidiger, den Brasilien im eigenen Land zu bieten hat“, haben wollten. Bei den Vertragsverhandlungen, soll man nicht nur Real Madrid, sondern auch den AC Florenz und Juventus Turin ausgestochen haben.
Beim FC Bayern galt Breno als Verpflichtung für die Zukunft, man stattete ihn mit einem Vertrag bis zum Jahre 2012 aus. Bis Breno sein Debüt im Bayern-Trikot gab, dauerte es allerdings etwas. Sein erstes Pflichtspiel machte er im Rückspiel des Champions League-Achtelfinals gegen den RSC Anderlecht im März 2008. Zwei Monate später lief er zum ersten Mal in der Bundesliga auf. Bis zum Ende des Jahres 2009 standen für Breno lediglich sieben Bundesligaspiele auf dem Programm. Dazu kamen fünf Einsätze in der Champions League und ein Einsatz im DFB-Pokal. Auch wenn er als Verpflichtung für die Zukunft galt, waren alle Beteiligten unzufrieden.
Was lag näher, als Breno zu verleihen. Hier war der 1.FC Nürnberg dankbarer Abnehmer. Breno wusste durchaus zu überzeugen, kam wegen eines Kreuzbandrisses aber auch nur auf sieben Einsätze. So kehrte er 2010 nach München zurück, musste aber nochmal operiert werden. Sein erstes Spiel machte er im November gegen seinen alten Club aus Nürnberg. Überzeugen konnte er aber auch in dieser Spielzeit nicht. Breno, vom Pech verfolgt, brauchte vor dem Start der Saison 2011/2012 noch eine Operation, was seine Chancen auf den Durchbruch natürlich nicht verbesserte.
Breno griff nicht nur zum Alkohol, sondern auch zu Medikamenten. Ob das am Ende dazu führte, dass er in Grünwald sein gemietetes Haus anzündete ist nicht geklärt. Breno kam jedenfalls in Untersuchungshaft und erst wieder frei, als der FC Bayern eine Kaution hinterlegte. Breno wurde am Ende zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Am Ende führte das dazu, dass Breno keine Spiele mehr für den FC Bayern absolvierte und auch der Wechsel zu Lazio Rom logischerweise platzte. In diesem Zusammenhang wurde auch gegen den FC Bayern ermittelt, da Breno behauptete dort Schlafmittel aus einem unverschlossenen Arzneimittelschrank erhalten zu haben.
Allerdins war Breno nach etwas mehr als einem Jahr bereits Freigänger und arbeitete sowohl im Team der Jugendleitung als auch im Trainerstab der zweiten Mannschaft. Das waren allerdings Brenos letzte Schritte in Europa. Beim FC Sao Paulo hoffte man Breno vorzeitig nach Brasilien lotsen zu können, schließlich dauerte das aber noch bis zum Januar 2015. Man gab ihm einen Vertrag bis 2017 und hoffte, das Breno wieder die Kurve bekam. Sein erstes Spiel nach seiner Rückkehr bestritt er im August 2015 gegen Corinthians Sao Paolo, da lag sein letztes Pflichtspiel bereits vier Jahre zurück. Allerdings war der Erfolg nicht von Dauer. Auch von Sao Paolo wurde Breno verliehen und er wechselte zu Vasco da Gama, die ihn später fest verpflichteten. Aber auch dort gab es Ärger. Er verklagte den Verein auf Zahlung seiner Gehälter und warf den Verantwortlichen eine Mitschuld an seinen zahlreichen Verletzungen vor. Wegen weiteren Operationen beendete er seine Karriere im Dezember 2020.
Tel Aviv-Jaffa, die israelische Großstadt, liegt direkt Mittelmeer zwischen dem Gaza-Streifen und dem Libanon. Tel Aviv ist nach Abu Dhabi und Kuwait-City die drittgrößte Wirtschaftsmetropole im Nahen Osten. Tel Aviv ist nicht nur israelische Wirtschaftsmetropole, sondern nach Jerusalem die zweitgrößte Stadt Israels und Sitz des Verteidigungsministeriums und der Nachrichtendienste Schin Bet und Mossad. In Tel Aviv kam es immer wieder zu Anschlägen der Palästinenser und zu Entführung und Ermordungen. Auch beim jüngsten Krieg zwischen Israel und der Hamas kam es immer wieder zu Raketenagriffen der Hamas auf Tel Aviv. Meistens werden die Raketen aber vom israelischen Militär abgefangen, die andere landeten in unbewohnten Gebieten.
Dennoch ist Tel Aviv, vor allem wenn man die politische und kulturelle Atmosphäre betrachtet, eine linke Stadt. Das gilt auch für den Fußballverein Hapoel Tel Aviv, der aktuell in der ha’AL-Liga, der höchsten israelischen Spielklasse zuhause ist. Das war nicht zwar meistens, aber nicht immer so. In den Spielzeiten 2017/2018 und 2024/2025 musste man in der Liga Leumit, der zweiten israelischen Liga starten. Israelischer Meister wurde man zuletzt 2010, den Pokal gewann man zuletzt 2012. Dafür ist der Gewinn des israelischen Liga-Pokals (2024) noch nicht so lange her. Da der israelische Fußballverband Mitglied der UEFA ist, spielten die Hapoel-Kicker das ein oder andere Mal europäisch. 2006 durfte man in der Champions League ran, scheiterte aber an Sturm Graz, ein Jahr später spielte man im UEFA-Cup gegen Chelsea, Lok Moskau und Parma. 2010/2011 kam es u.a. zu Gruppenspielen gegen Schalke 04.
Die Fans von Hapoel und vor allem die Ultras stehen der israelischen Linken und den extremen Linken nahe. Allerdings hat man die Verbindung zur sozialdemokratischen Arbeiterpartei Mapai, zur Gewerkschaftsbewegung, zur marxistischen Partei Mapam und zur kommunistischen Partei Maki abgebrochen.
Maccabi Tel Aviv hat sich, vor allem im Basketball, gerne als Nationalmannschaft verkauft, während man bei Hapoel keine nationale Rolle einnehmen wollte, sondern lediglich den Verein repräsentieren wollte. Gegründet wurde Hapoel übrigens von der Histradrut Labour Federation, einem Dachverband der israelischen Gewerkschaften und den sozialistisch-zionistischen Bewegungen gegründet.
Auch wenn man sich offiziell von den linken Bewegungen getrennt hat, findet man im Fanlager regelmäpig Fahnen mit Che Guevara und Karl Marx. Man ist mit anderen linken Fanszenen (St. Pauli, Standard Lüttich, Omonia Nikosia und Celtic Glasgow) verbunden. Fast naturgemäß sind die Vereine mit nationaler und nationalistischen Ausrichtungen wie Maccabi Tel Aviv und Beitar Jerusalem die größten nationalen Konkurrenten.
In Frankfurt hätte man es sich einfach machen können. Nach der Trennung von Trainer Dino Toppmöller wurden einige Namen diskutiert, die man sich durchaus hätte vorstellen können. Marco Rose war einer dieser Namen. Auch über Xavi Alonso hat man spekuliert. Doch das war Markus Krösche, Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt wohl zu langweilig. Möglicherweise war es aber auch so, dass die genannten Kandidaten für den Eintracht-Verantwortlichen einfach nicht gepasst haben. Stand jetzt (29.01.2026) ist zwar noch nichts offiziell, aber die Gerüchte verdichten sich, dass Albert Riera der neue Übungsleiter der Adlerträger wird. Albert wer? Albert Riera! Ich würde behaupten, dass Riera den wenigsten Experten und Pseudo-Experten bekannt war. Aber Krösche wäre eben nicht Krösche, wenn er nicht was besonderes aus seinen Hut zaubern würde.
Doch wer ist Riera denn nun. Albert Riera Ortega, so sein voller Name, ist gebürtiger Spanier. Er stammt aus Manacor, einem Örtchen im Osten Mallorcas. Die Stadt ist nicht nur für seine Strände, sondern auch für sein Höhlensystem bekannt. Bei seiner Herkunft ist es kein Wunder, dass der RCD Mallorca seine erste Profistation war. Später spielte der Mittelfeldakteur für Bordeaux, Espanyol Barcelona, Manchester City, Liverpool, Olympiakos Piräus, Galatasaray, Udinese, NC Zavrc und den FC Koper. Seine Trainerlaufbahn startete er als Co-Trainer bei Galatasaray Istanbul und übernahm später Olimpia Ljubiljana, NK Celje und Bordeaux. Aktuell arbeitet der 43-jährige, der neben der spanischen auch die russische Staatsangehörigkeit besitzt, bei NK Celje.
Klingt auf den ersten Blick nun erstmal nicht so besonders. Riera gilt als emotional und explosiv. Andere sagen er sei respektlos und arrogant. In Frankreich hat Riera nach seiner Zeit in Bordeaux nicht das beste Ansehen. Er soll gegnerische Trainer respekt behandelt haben und seine Qualitäten in den Vordergrund gestellt haben. Jeder weiß, dass er ein Trainer ist, dem es an Bescheidenheit mangelt und der besonders viele meiner Kollegen auf dem Platz respektlos behandelt hat. Er ist ein junger Trainer, den ich nicht kannte, er hat mich unangenehm überrascht, aber ich bin nicht der Einzige“, wurde Trainer Patrice Garande bei fussballtransfers.com zitiert.
Sein ungewöhnliches Auftreten ist durchaus im Netz dokumentiert. Eine Mischung zwischen Diego Simeone, Motivationscoach und dem verrückten Onkel auf der Familienfeier. Die Lösung kann ein genialer Schachzug sein, kann aber gnadenlos scheitern. Man darf gespannt sein.
Havelse, einstmals eine eigenständige Gemeinde im hannoveraner Dunstkreis, gehört heute zur Stadt Garbsen, grenzt aber immer noch an das Stadtgebiet der niedersächsischen Landeshauptstadt und an den Mittellandkanal. Bekannt ist die Stadt auch durch den örtlichen Fußballverein, den TSV Havelse. Der „krebste“ in den letzten Jahren und Jahrzehnten oftmals in den Niederungen des niedersächsischen Fußball, also in der Regionalliga Nord und der Oberliga Niedersachsen-West, spielte zwischen durch und aktuell aber auch immer mal wieder in der 3. Liga. Die höchste Spielklasse, in der die Niedersachen aufliefen war in der Saison 1990/91 die zweite Bundesliga. Damals spielte unter anderem Willi Kronhardt, später u.a. Energie Cottbus für Havelse. Trainer war niemand geringeres als Volker Finke, der später mit dem SC Freiburg für Furore sorgte.
Der Verein exististiert als Gemischtwarenladen, neben Fußball werden auch Tennis, Tischtennis, Balett und Turnen angeboten, bereits seit 1912. 1956 stieg man erstmals in die Bezirksliga und wenig später die Amateurliga 3, damals die dritthöchste Spielklasse auf. 1956 wurde der damalige Vorsitzende wegen „verkapptem Profitum“ verurteilt und sein Verein musste wieder in der Amateurliga starten. Er trat mehr oder weniger freiwillig zurück und der Verein musste lange mit den gemachten Schulden kämpfen. Trotzdem hat man 1964 den Sprung in die neu geschaffene Verbandsliga Süd, die zweithöchste niedersächsische Spielklasse, nur knapp verpasst.
In der 1970er-Jahren holte man sich die Bezirksligameisterschaft. Das hatte man unter anderem niemand geringerem als Frank Pagelsdorf, später Profi bei Hannover 96, Arminia Bielefeld und Borussia Dortmund und Trainer bei Union Berlin, Hansa Rostock, Hamburger SV, Osnabrück und Al-Nasr, zu verdanken. Der traf 1975 im Finale um die Bezirksligameisterschaft gegen den TSV Burgdorf doppelt. Den Aufstieg in die zweite Bundesliga konnte man dann endlich 1990 sichern. Der Aufstieg war aber mindestens eine Nummer zu groß, die Mannschaft erwies sich als nicht zweitligatauglich und der große Nachbar aus Hannover baggerte ziemlich heftig am damaligen Trainer Volker Finke.
Aktuell steht die Mannschaft in der 3. Liga fast aussichtlos in der Abstiegszone. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt vor dem Start der Rückrunde neun Punkte. Deswegen wird man beim TSV Havelse aktuell bereits für die vierte Liga planen.
Werder Bremen konnte auch, und das trotz langer Überzahl, im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim nicht punkten. Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass die Bremer immer tiefer in den Abstiegskampf geraten. Deswegen wird es bei den Bremern in den Wochen eher ungemütlich werden. Auch wenn Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball bei Werder Bremen seinem Coach Horst Steffen noch eine Jobgarantie gab, müssen an der Weser dringend Siege her. Die Fans haben ihren Unmut nach der Niederlage gegen Hoffenheim durch ein Pfeifkonzert deutlich gemacht, aber die Verantwortlichen bewahren, zu mindestens öffentlich, die Ruhe.
Punktgleich mit dem Nordrivalen aus Hamburg liegt man nur noch einen Platz vor der Relegation, den aktuell der FSV Mainz 05 belegt. Im Gegensatz zu Werder Bremen sind die Mainzer nach dem Trainerwechsel deutlich im Aufwind und der HSV hat im Nachholspiel gegen Leverkusen zumindest theoretisch die Chance, die Bremer auf Abstand zu halten.
Aktuell liegt das Problem der Grün-Weißen im gegnerischen Strafraum. In fünf der letzten sechs Spiele konnte die Werder-Offensive keinen Treffer erzielen und die Abwehr der Bremer ist nicht immer so stabil, dass in bester Huub Stevens-Manier hinten die Null steht. Ja, die Bremer haben Verletzungssorgen, die dürfen aber nicht die einzige Ausrede sein. Von der Leihe von Victor Boniface haben sich alle mehr versprochen, liefern konnte der Nigerianer allerdings nie. Als Ersatz holten die Norddeutschen den Serben Jovan Milosevic. Der steht beim VfB Stuttgart unter Vertrag spielte aber vorher für Partizan Belgrad in der serbischen Super Liga.
Am übernächsten und dem darauffolgenden Spieltag müssen die Bremer beim SC Freiburg und gegen Bayern München ran. Genau deswegen ist das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach richtungsweisend. Mit einem Sieg gegen die Fohlen würde man sich etwas Luft verschaffen. Gelingt das nicht, wird es eng für Werder Bremen, Horst Steffen und auch für Clemens Fritz.
Fußballstadien sind Hexenkessel. Manche sind auch Schmelztigel. In den meisten von ihnen findet man gesellschaftliche Entwicklungen wie unter einem Brennglas. Das gilt auch, wenn nicht sogar in einer ganz besonderen Form, für das Stadion Rajko Mitic. Das Stadion liegt relativ zentral im Stadtteil Savski Venac südlich der Donau. Dass die Fans von Roter Stern Belgrad einen so hohen Bekanntheitsgrad haben, liegt aber vor allem an ihrer Gewaltbereitschaft.
Deswegen war man im österreichischen Graz und auch Sturm Graz nicht böse, dass man die serbischen „Fans“ mit einem Reiseverbot belegt. Als Wiederholungstäter waren die Serben mit einer Bewährungsstrafe belegt worden. Dazu kam eine Geldstrafe von 62.000 Euro. Allerdings hat die UEFA die Strafe wieder einkassiert und zahlreiche Belgrader durften dann doch noch nach Österreich reisen.
Die Reisegruppe von Roter Stern ist nicht nur bekannt für ihre Gewaltexzesse, sondern auch für den massiven Einsatz von Pyrotechnik. Dazu gelten sie als Nationalistisch und streng orthodox. Das bringt eine ausgeprägte Nähe zu Russland mit sich und bietet eine explosive Mischung. Und das nicht nur beim Auswärtsspiel in Graz. Die Verbundenheit zu Russland zeigt sich auch durch die Fanfreundschaft mit Spartak Moskau. Das Spiel in Graz gewann das Team aus der serbischen Hauptstadt im Übrigen mit 0:1.
Bereits Ende der 1980 haben sich die Ultra-Gruppen „Zulu Warriors“, die „Red Devils“ und andere Ultra-Gruppen unter dem Namen „Delije“ vereint. Die Mutigen, das heißt Delije auf deutsch, haben während des Jugoslawien-Krieges Slobodan Milosevic und andere nationalistische Politiker unterstützt. Die „Serbische Freiwilligengarde“ eine paramilitärische Gruppen während des Krieges hat sich quasi aus Anhängern von Roter Stern Belgrad rekrutiert.
Politisch sind die Mitglieder der „Delije“ noch immer. Und noch immer mit klar nationalistischen Äußerungen. Die Meinungsbildung zur Unabhängigkeit des Kosovo geht weit über den Patriotismus hinaus. Der Nationalismus wird dabei genauso zur Schau gestellt, wie das orthodoxe Weltbild. Wer allerdings glaubt, dass die Ultras damit ins Visier der Justiz geraten ist, begibt sich auf den Holzweg. Staat und Ultras profitieren durchaus von einander und kooperieren daher auf die ein oder andere Art.
Genauso offen zeigt man seine Nähe zu Russland und zu Vladimir Putin. In einer Choreo zeigte man Gräber vor einer ukrainischen Flagge. Konsequenzen hierfür? Gab es natürlich nicht. Wie viele Menschen zum engen Kreis gehören, soll nicht klar sein. Genauso unklar ist das Mobilisierungspotenzial.
Manch einer behauptet, dass die Auseinandersetzungen zwischen Roter Stern Belgrad und DInamo Zagreb Grund für den Jugoslawienkrieg gewesen seien. Experten sehen das heute allerdings anders. Klar ist aber, dass der die Zeit des Krieges für viele Ultras identitätsstiftend war. Was früher für den Krieg gegen die Menschen in Bosnien und Kroatien war, ist heute der Traum von einer „Befreiung des Kosovos“.
Gesternabend standen in der Fußball-Bundesliga gleich zwei Nachholspiele auf der Tagesordnung. Zum einen spielte Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim (0:2) und zum andern empfing der FC St. Pauli das Projekt aus Leipzig (1:1). Heute geht es jedoch nicht um das deutsche Team des Brauseherstellers, sondern um die österreichische Filiale des inzwischen globalen Projektes.
Damals, 1977 hieß das Team noch Austria Salzburg, wurde ein Jahr später allerdings in Casino Salzburg und noch später in Wüstenrot Salzburg umbenannt. Deswegen dachten sich die meisten Austria-Fans wohl auch nichts dabei, als Red Bull 2005 den Verein übernommen hat. Dabei hätte man das Ganze mindestens kritisch hinterfragen müssen. Durch den Kauf der Salzburg Sport AG durch Red Bull hatte der damalige Red Bull-Chef Dietrich Matteschitz als einziger die Möglichkeit, Vorstandsmitglieder zu benennen bzw. abzuberufen. Der Red Bull-Macher änderte damit nicht nur den Namen, sondern auch das Management und das Personal. Er erklärte stolz, dass es sich um einen neuen Verein ohne Geschichte handelt. Spätestens als die violetten Farben aus dem Logo verschwanden, liefen die Austria-Fans Sturm. Die traditionsbewussten Fans gründeten eine eigene Bewegung und wurden dabei von vielen Fanclubs in ganz Europa unterstützt. Mit den Protesten konnten sich die lila-weißen aber nicht durchsetzen. Auch diverse Vermittlungsversuche sind gescheitert.
Das Fanlager teilte sich, es gab durchaus Befürwortende der Übernahme. Auf der anderen Seite standen aber die Fußball-Traditionalist*innen, die die Zusage, dass der Torwart ja mit lilafarbenen Stutzen spielen könnte, als Beleidigung auffassten. Die lila-weißen haben sich daraufhin von dem Projekt losgesagt und den Verein Austria Salzburg neu gegründet. Inzwischen spielt die Mannschaft in der ADMIRAL 2. Liga.
Bei Royale Union Saint-Gilloise handelt es sich nicht nur um einen Vorstadtclub der Hauptstadt Brüssel, sondern um einen der traditionsreichsten Fußballvereine des Landes, der zuletzt europaweit von sich Reden gemacht hat. Saint-Gilles oder Sint-Gillis, je nachdem man es französisch oder niederländisch ausspricht ist eine von 19 Gemeinden der Hauptstadt. Mit etwas mehr als 2.500 m² grenzt er direkt an die Brüsseler Altstadt. Touristen kennen aus Saint-Gilles am ehesten den Brüsseler Südbahnhof, den wichtigsten Bahnhof der Stadt.
Bevor die Mannschaft aus unserem Nachbarland europaweit bekannt wurde, spielte man zwischen 1973 und dem Jahre 2020 irgendwo zwischen der zweiten und vierten Liga eher in den Niederrungen des belgischen Fußballs. In der Saison 2020/2021 konnte man die Rückkehr in die höchste belgische Spielklasse dann aber doch erwirken.
In der Aufstiegssaison machte das Team durch eine furiose Hauptrunde von sich reden, konnte in der Playoff-Runde dann aber doch noch vom FC Brügge gestoppt werden. Internation durfte man deswegen trotzdem starten und schied in der Europa League im April 2023 erst gegen Bayer Leverkusen aus. Mit dem ersten Pokalgewinn seit über 100 Jahren holten sich die Blau-Gelben dann endlich auch wieder einen Titel. Der wurde mit dem Gewinn des Supercups im gleichen Jahr dann auch noch vergoldet. In der letzten Saison folgte dann endlich auch wieder eine belgische Meisterschaft. Viel wichtiger war aber, dass man sich wieder als belgischen Top-3-Team etablieren konnte. Der Erfolg in diesen Jahren ist nicht zuletzt mit den Karel Geraets (später Schalke 04) und Alexander Blessin (aktuell FC St. Pauli) verknüpft, die zwischen 2022 und 2024 die Belgier trainiert haben. Aktueller Übungsleiter ist Sébastien Pocognoli.
Mindestens genauso groß ist der Anteil von Tony Bloom, Anteilseigner des Vereins. Bloom ist daneben auch Funktionär beim englischen Erstligisten „Brighton & Hove Albion“. Dazu kommt eine 29 Prozent-Beteiligung am schottischen Erstligisten „Heart of Midlothian“. Bloom war Pokerspieler und hat bei Live-Turnieren 4 Millionen US-Dollar kassiert.
Es gibt Spiele, da nimmt man seine Familie mit und es gibt Spiele, bei denen man am besten gleich zu Hause bleibt. Die Zweitliga-Partie zwischen dem 1.FC Magdeburg und Dynamo Dresden gehört zur letzten Kategorie. Aber auch unter anderen Vorzeichen wäre die Wahrscheinlichkeit gering, mich in der Magdeburger MDCC-Arena zu finden. Auf jeden Fall haben Sicherheitskräfte die Partie als Hochrisikospiel eingruppiert. Am Ende stehen 64 verletzte Polizisten, von denen 17 im Krankenhaus behandelt werden mussten. Gewalt soll es aber nicht nur auf den Tribünen, sondern auch vor dem Stadion gegeben haben.
Bereits vor und während der Partie wurde Pyrotechnik gezündet. In der Halbzeit versuchten die „Fans“ aus Magdeburg zum Gästeblock der Dresdener vorzudringen. Die Polizei wurde nicht nur mit Pyrotechnik, sondern auch mit Gullydeckeln, Absperrgittern und Steinen angegriffen. Allesamt Straftaten, die nicht nur im Stadion nichts zu suchen haben. Juristisch gesehen ist das Ganze nicht nur schwere Körperverletzung, sondern auch Landfriedensbruch. Einigkeit dürfte darüber bestehen, dass die Verursacher hart bestraft werden müssen. Stadionverbote reichen hier definitiv nicht aus.
Wie der 1.FC Magdeburg in einer Stellungnahme mitteilt, will man die Vorfälle gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden aufarbeiten und verurteilt gleichzeitig die Gewalt, die von den eigenen Fans kam.
Grundsätzlich ist die Stadionsicherheit nicht nur ein Problem für die Vereine, sondern für unsere Gesellschaft. Gewalt darf in keinster Weise toleriert werden. Das gilt grundsätzlich für die Fans der Heimmannschaft. Gleiches gilt natürlich auch für Gäste und Sicherheitsbehörden. Auch der DFB muss sich stärker einbringen. Ja, Kollektivstrafen sind Mist, allerdings würde sich das Problem bei Spielabbrüchen und Punktabzügen schnell von selber erledigen.
Über Eupen weiß man nicht ganz so viel. Quasi nur, dass es einen Steinwurf von der deutsch-belgischen Grenze und ein kleines Stückchen weiter von Aachen entfernt liegt. Wer durch die Eifel fährt und nicht rechtzeitig bremst steht, mit etwas Glück, in Eupen. Dazu sind auch die Namen Bachirou Salou (u.a. Duisburg, Gladbach) und Ioannis Masmanidis (u.a. Leverkusen, Karlsruhe, Bielefeld) mit KAS Eupen verbunden. Das Trainerengagement von Florian Kohlfeldt ist auch noch nicht allzu lange her.
Aber wusstest Du auch, dass sich die Kataris nicht nur Paris St. Germain, sondern eben aus KAS Eupen an Land gezogen haben? Offizieller Besitzer ist die Aspire Academy, sonst eine Sportakademie, die ihren Sitz im Westen des Landes hat hat. Dort werden die Sporttalente gefördert und ausgebildet. Ein Schwerpunkt ist sicherlich der Fußball, aber auch auf andere Sportarten hat man hier ein Augenmerk. Neben 12 Fußballfeldern gibt es dort Squashplätze, Laufbahnen, Schwimmhallen, Sporthallen und Unterkünfte. Leiter der Agentur ist der Spanier Ivan Bravo. Neben KAS Eupen gehört der Aspire Academy auch der spanische Zweitligist Cultural y Deportivo Leonesa. In beiden Vereinen sollen katarische Talente gefördert werden und Erfahrungen im Ausland sammeln. Im WM-Kader der Kataris standen achten Spieler die zu dem Zeitpunkt oder in der Vergangenheit das Trikot von KAS Eupen getragen haben.
Die Akademie hat auch eine Partnerakademie im Senegal, in der afrikanische Talente gefördert werden sollen. Diesen Weg hat der nigerianische Stürmer Henry Onyekuru bestritten, der über KAS Eupen u.a. zu Everton, Galatasaray Istanbul und Monaco gewechselt ist. Klingt auf den ersten Blick nach sinnvoller Sportförderung, die Gelder kommen aber direkt vom katarischen Staat und mit der Academy im Senegal könnten auch Bestechungsgelder nach Afrika gelangt sein, um Stimmen für die WM zu kaufen. Das was man an dem katarischen Engagement bei Paris St. Germain kritisieren muss, gilt demnach auch für die Aspire Academy und KAS Eupen.
Der Kauf der Kataris ist seit 2012 bekannt, die Erfolge des Vereines halten sich aber in Grenzen. Man stieg 2016 zwar in die erste Liga auf, allerdings nur am grünen Tisch, da der damalige belgische Zweitliga-Meister Royal White Star Brüssel keine Lizenz für die Liga erhielt. Zwischen 2016 und 2024 konnte man keinen einstelligen Tabellenplatz erreichten und spielt seit 2024 wieder in der Challenger Pro League, der 2. belgischen Liga.
Die katarische Kooperation läuft zwar in der zweiten Liga weiter, katarische Spieler stehen aber nun nicht mehr im Kader des belgischen Zweitligisten.
Es ist das, was niemand sehen will: Am letzten Donnerstag, kam es am siebten Spieltag der UEFA Europa League vor dem Spiel zwischen dem FC Utrecht und und dem KRC Genk zu Szenen, die in und vor einem Fußballstadion nichts zu suchen haben. Doch was war passiert? Wie die Sportschau berichtet, haben sich 300 Anhänger (gendern ist hier nicht nötig) Zugang zum Gästeblock des Stadion Galgenwaard verschafft. Einer sogenannten Identitätskontrolle und einer Personenkontrolle haben sie sich entzogen. Nach Angaben des KRC Genk sollen es aber „nur“ mehrere Dutzend gewesen sein. Schlimm genug. Auch der Aufforderung, die Kurve zu räumen, kamen die Belgier (gendern immer noch nicht nötig) „überraschenderweise“ nicht nach.
Der KRC Genk verurteilt das Vorgehen der Partei und spricht von unverhältnismäßigem Vorgehen der niederländischen Polizei und von Polizeigewalt. Im Stadion Galgenwaard wurde die Toilettenanlage zerstört und und Sitze im Gästeblock aus der Verankerung gerissen. Vermutlich haben sich die gewaltbereiten Zuschauer dadurch mit Eisenstangen bewaffnet, mit denen sie am Ende die Polizisten angegriffen haben. Am Ende wurden 1.200 Zuschauer aus Belgien ausgeschlossen und die Partie begann 53 Minuten später.
Die Zeitung „Het Laatste Nieuws“ aus Antwerpen zitiert Augenzeugen, die berichten, dass auch normale Anhänger und Senioren verprügelt wurden. Beide Vereine wollen die Eskalation mit den Behörden aufarbeiten. Scheint sinnvoll zu sein, schließlich kommt es, nicht nur in den Niederlanden, immer wieder zu Eskalationen zwischen sogenannten Fans und den Sicherheitsbehörden. Nicht das wir uns falsch verstehen. Die Straftäter müssen überführt und mit aller Härte verurteilt werden. Aber Gewalt gegen Unschuldige kann niemals ein Mittel der Wahl sein. Der KRC Genk will den „normalen Fans“, denen der Zutritt verwehrt wurde, will der Verein Reise- und Ticketkosten erstatten.
Bereits beim Auswärtsspiel des VfB Stuttgart in Deventer wurde das Vorgehen der niederländischen Polizei kritisiert. Damals gab es ein Betretungsverbot der Stadt Deventer für die schwäbischen Fußballfans. Während die VfB-Verantwortlichen damals Kritik äußerten, verteidigte der Bürgermeister das Verhalten seiner Behörden.
Die Wurzeln des mexikanischen Fußballs liegen in den Metropolen des Landes. Zum einen in der Hauptstadt Mexico-City, zum anderen aber eben auch in den Bundesstaaten Hidalgo, México, Morelos und Pueblo. Später kamen noch die Bundesstaaten Guanajuato, Michoacán und Jalisco dazu. Anders als heute konzentrierte sich der mexikanische Fußball in einem 600 Kilometer-Radius rund um die Hauptstadt Mexico-City. Das war damals den Einwanderern und Gastarbeitern aus England zu verdanken. Briten sind in Mexico seit der Kolonialzeit präsent.
Einer der bekanntesten Vereine des Landes ist der Club de Fútbol América, heute hauptsächlich als Club América bekannt. Gegründet wurde er 1916 von einer Studentengruppe des Colegio Mascarones. Die Mannschaft trat zuerst unter dem Namen Récord an, an einer anderen Schule gründete sich ein Team namens Colón, wenig später fusionierten die beiden Mannschaften. Die geschah ausgerechnet am Jahrestag der Entdeckung Amerikas, worauf der Vereinsname zurückzuführen ist.
In der Saison 1922/1923 wurde man erstmals Vizemeister, 1925 begann die erste richtige Phase des Erfolges, man wurde bis 1928 viermal in Folge mexikanischer Meister. Allerdings dauerte es bis dahin 37 Jahre, ehe die nächste Meisterschaft gefeiert werden konnte.
1959 wurde der Verein vom Industriellen Emilio Azcárraga Milmo gekauft, der auch kräftig investierte. Das kam in Mexico nicht unbedingt gut an, und die meisten hielten zum großen Konkurrenten Deportivo Guadalajara. Milmo bekam von seine, Vater den mächtigsten Medienkonzern des Landes überschrieben und deswegen galt der Club América als Anhängsel der Medienkette.
In der Primeira Division de Mexico holte der Club 15 Meisterschaften und sieben Pokalsiege. Dazu kommen fünf gewonnen Finals im Supercup, sieben Siege der CONCAF Champions League und zweimal der gewonnene Copa Interamericana.
Als Fußball-Konsument und Besitzer eines Abos von Sportdigital Fußball schaue ich mir gerne und regelmäßig die Spiele der Eredivisie an. In der tieferen Klassen ist mein Wissen aber dann doch eher bruchstückhaft. Das erklärt auch, warum ich vom Sportclub Telstar noch wirklich nichts gehört haben. Der SC Telstar ist in Velsen-Zuid ansässig. Die Stadt liegt zwischen dem Küstenort Ijmuiden und dem Amsterdamer Hafen direkt am Nordzeekanal. Die Gemeinde Velsen galt früher als eine Stadt, wurde durch den Bau des Kanals 1876 aber getrennt.
Die Mannschaft läuft traditionsgemäß, zu mindestens in den Heimspielen, in weißen Trikots, Hosen und Stutzen auf, was ihnen den Spitznamen „die weißen Löwen“ beschert hat. Benannt wurde der Verein nach der Fusion zweiter Konkurrenten übrigens nach einen Kommunikationssatelliten. Seine Heimspiele tragen die Kicker aus den Niederlanden im Sportpark Schoonenberg aus. Das Stadion, es passen keine 6.000 Zuschauende herein, wurde namensrechtlich vermarktet und heißt deswegen BUKO-Stadion. Bei BUKO handelt es sich übrigens nicht um den Frischkäse, sondern um ein Dienstleistungsunternehmen.
Zum Jahreswechsel stehen die Telstar-Kicker übrigens ziemlich gut dar, jedenfalls für einen Aufsteiger. Mit genau 15 Punkten liegt man einen Punkt über dem Strich, wo sich aktuell Volendam, Almelo und Breda aufhalten. Bekanntester Spieler im Team dürfte der 30jährige Torhüter Ronald Koeman jr. sein. Die Namensgleichheit mit dem aktuellen Bondscoach ist kein Zufall, sondern Absicht. Der Torhüter ist der Sohn der aktuellen Elftal-Coaches. Neben Koeman sind Jochem Ritmeester van den Kamp und Tyrese Noslin die wertvollsten Spieler.
Vor dem Abstieg aus der Eredivisie war man allerdings eine feste Größe in der niederländischen Fußballwelt, schließlich spielte man 14 Jahre oder seit 1964 in der höchsten niederländischen Liga. Bis zur Rückkehr dauerte es aber dann bis 2025. Man konnte zwar sich zwar das eine oder andere Mal für die Playoffs qualifizieren, scheiterte dort aber an der Konkurrenz.
Zu den bekanntesten ehemaligen Trainern gehört u.a. Andries Jonker (Nationaltrainer niederländische Damen-Nationalmannschaft). Als Spieler trugen Jerdy Schouten (FC Bologn, PSV Eindhoven) und Jimmy Floyd Hasselbaink (Boavista Porto, Chelsea) das weiße Trikot des SC Telstar.
Bei den Doncaster Rovers handelt es sich um einen, immerhin bereits 1879 gegründeten, Traditionsverein, der in den letzten Jahrzehnten permanent zwischen der zweiten und viertel Liga pendelte. Aktuell spielt die Mannschaft aus der Grafschaft South Yorkshire in der League One, der dritten englischen Liga. In der zweiten Liga, der englischen Championship, spielte man zuletzt von 2008 bis 2014. Aktuell ist man davon weit entfernt, nach 22 Spieltagen liegt man in der dritten Liga auf den Abstiegsrängen und hat kurz vor dem Jahreswechsel drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Besser steht es da um die Damenmannschaft, die in der FA Women´s National League, der höchsten englischen Damen-Spielklasse an den Start gehen.
Gegründet wurde der Verein quasi aus dem einem Freundschaftsspiel gegen das „Institut für Taubstummheit“ in Yorkshire, das Team hatte ein 18-jähriger Installateur zusammengestellt. Nach dem Spiel nannte man sich direkt in Doncaster Rovers um und spielt seit der Saison 1885/1886 in rot und weiß. 1891 konnte man den Platz von Sheffield United einnehmen, 1901 startete man in der Football League und wurde auf Anhieb Tabellensiebter. Das ist bis heute die beste Platzierung der Rovers.
Auf- und vor allem Abstiege kosten Geld: Das weiß man auch in Doncaster. John Ryan, plastischer Chirurg rettete seinen Heimatverein mit der Firma Westferry, indem er 4,5 Millionen Pfund investierte und den Verein vor dem Konkurs rettete. Auch bekannte Ex-Spieler wie Neville Southall, John Sheridan und Steve Nicol unterstützten die Rovers, die 2003 in die Football-League aufsteigen konnten.
2008 konnte man im Play-Off-Finale gegen Leeds United sogar in die Football League Championship aufsteigen. Allerdings blieb man auch dort nur bis 2012. Ryan gab sein Amt als Vorsitzender auf und sollte von Louis Tomlinson, einem Bandmitglied von One Direction abgelöst werden. Daraus wurde aber nichts und der in Doncaster so erwartete Aufschwung ließ bis heute auf sich warten.
Die Liste der Erfolge von Ferencvaros Budapest nimmt beinahe kein Ende. Insgesamt wurde das Team aus der ungarischen Haupstadt 36mal ungarischer Meister, zum letzten Mal in der Saison 2024/2025. Weiterhin holte man 24 Pokalsiege, sechs Supercupsiege und zweimal den ungarischen Ligapokal. In einer anderen Zeit gewann man 1909 außerdem den österreichischen Ligapokal. Dazu kann Ferencvarosi Torna Club, so der offizielle Name, auf eine lange Tradition zurückschauen. Die Fußballabteilung wurde 1900 gegründet, da gab es den übrigen Verein aber bereits seit einem Jahr. Auch wenn die Grün-Weißen zwischenzeitlich in der zweiten Liga spielten, sind sie Rekordmeister und Rekordpokalsieger.
Benannt ist der Verein nach dem neunten Stadtbezirk Franzstadt, benannt nach dem damaligen österreichischen Kaiser Franz I. Zwischen 1926 und 1944 war die Fußballabteilung eigenständig, kehrte dann aber wieder zu ihrem Stammverein zurück. In den Jahren des ungarischen Stalinismus, gefiel der damaligen Partei- und Staatsführung nicht. Deswegen musste der ungarische Hauptstadtclub unter dem NAmen EDOSZ SE antreten.
Die Mannschaft war nicht nur national, sondern auch in den europäischen Wettbewerben eine feste Größe. 1964/1965 holten sie als den Messestadtpokal, den Vorgänger des UEFA-Cups. Nach Siegen den AS Rom, Athletic Bilbao, Manchester United und Juventus Turin holten sie den ersten und bisher einzigen Europapokal nach Ungarn.
Der Höhenflug der Budapester fand dann 2006 ein jähes Ende. Drei Tage vor dem Saisonstart entschied der ungarische Verband, das der Verein wegen „finanziellen Unregelmäßigkeiten“ in der zweiten Liga antreten muss. Den direkten Wiederaufstieg hat man verpasst, seit 2009 spielt man aber wieder in der ersten ungarischen Liga. Seit 2011 ist man auch wieder regelmäßiger Gast in den Europapokalwettbewerben.
Aktuell belegt man den zweiten Tabellenplatz und man bei einem Punkt Rückstand auf den Tabellenführer Gyori ETO FC noch die besten Chancen auf den Titel. Wertvollste Spieler im aktuellen Kader sind Mittelfeldspieler Alex Toth (8 Millionen Euro) und der senegalesische Abwehrspieler Ibrahim Cisse (3 Millionen Euro).
Aus deutscher Sicht sind der ruhmreiche Philipp Bönig (u.a. Bayern, MSV Duisburg, VfL Bochum), Benjamin Lauth (u.a. 1860 München, Hamburger SV) und Marko Marin (u.a. Mönchengladbach, Werder Bremen) die bekanntesten Spieler, die in der Vergangenheit das Trikot der Grün-Weißen getragen haben.
Während die Mannschaft von Ferencvaros auf dem Platz überzeugen kann, sind die Ultra-Fans der Grün-Weißen nicht nur berüchtigt, sondern auch gefürchtet. Der Sportbuzzer berichtet von rabiatem Auftreten, doch es ist mehr. Sie sind gewaltbereit, rechtsradikal und homophob. Zuvor hatten die Ultras einen Boykott durchgezogen, weil im Stadion nach der Renovierung Venenscanner angeschafft wurden. Damit wollte man Gewalttäter und Unruhestifter identifizieren und aus dem Stadion halten.
Wie die Kolleg*innen von lowerblock.com berichtet sind intensive Kontrollen aber durchaus nötig. Im Ferencvaros-Stadion, Groupama Aréna, findet man regelmäßig rechtsextreme Symbole, hört fremdenfeindliche Lieder und nationalistische Rituale. Die Nationalisierung der ungarischen Politik und die Entwicklung bei Ferencvaros stehen in direktem Zusammenhang. Während die Ungarn einen deutlichen Rechtsruck erfahren, zeigt sich das eben auch im Stadion. Geburtstagsfeiern von Adolf Hitler werden ohne scheu, auch öffentlich, gefeiert. Dazu die fremdenfeindliche Gesänge der Ultras und die explosive Mischung aus Leidenschaft, Stolz und Extremismus. Das Ganze begann aber bereits mit der Wiedergeburt der Ultras.
Wie 2021 kolportiert wurde haben die Grün-Weißen die Mehrheit der Einnahmen direkt oder indirekt vom ungarischen Staat kassiert. Die Ultras zu fotografieren ist übrigens streng verboten, auch wenn die einverstanden sind.
Seit dem Wechsel von Nick Woltemade vom VfB Stuttgart zu Newcastle United liest man immer mal wieder was vom kultigen Traditionsclub, den man in der Bundesliga bzw. unserem Unterhaus auch gerne mit dem FC Schalke 04 vergleicht. Natürlich mag man in der ostenglischen Hafenstadt auf eine gewisse Tradition blicken, allerdings gehören die Magpies dem saudi-arabischen Staatsfond PIF und sind damit eins von vielen Beispielen im Sportwahing.
Beim PIF, dem Public Investment Fund, handelt es sich um einen sogenannten Staatsfond. Einfach gesagt bedeutet dass, das ein Fond im Auftrag des Staates Gelder verwaltet und anlegt. Man kann also sagen, dass das saudische Königshaus direkt in Newcastle mitmischt. Das Gesamtvermögen des PIF wird auf fast eine Billiarde US-Dollar geschätzt. Ursprünglich sollte er Kredite für nationale Kredite bereithalten, heute hat sich das Geschäftsmodell der Saudis aber deutlich geändert. Als globaler Investor will der Fond bis 2030 der Größte der Welt werden. Wie nicht anders zu erwarten ist der Hauptsitz des PIF die saudische Hauptstadt Riad und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman der Vorsitzende.
Im Jahre 2014 wurde dem PIF vom Ministerrat die Genehmigung erteilt, neue Unternehmen, auch außerhalb des Landes, zu finanzieren. Damit will man sich unabhängig von der Ölförderung machen. Aus Sicht der Saudis möglichweise ein logischer Schritt, dennoch muss man auf das gesamte Konstrukt ein wachsames Auge haben. Seit drei Jahren hat die PIF Anteile an der weltgrößten Erdölförderungsgesellschaft, dazu kommen Beteiligungen an der Posco Engineering & Construction Co. (Südkorea), am VisionFund, an einem Bauprojekt im Roten Meer, der Aktiengesellschaft NEOM (Siedlungsprojekt Saudi-Arabien), an der Savvy Games Group, an Foxconn und Nintendo. Dazu ist man Mehrheitseigner bei den saudischen Fußballclubs Al-Ahli, Al-Hilal, Al-Nassr und Al-Ittihad. Dazu gibt es Kooperationen mit der ATP.
Die Rolle von Mohammed bin Salman ist unklar. Klar ist aber, dass die PIF nach der Ermordung von Jamal Khasoggi monatlich 120.000 Euro an ein PR-Unternehmen zahlt, um diplomatischen Schaden für die Regierung abzuwenden. Khasoggi, saudischer Arabischer Journalist und Kritiker des Kronprinzen wurde durch die saudische Regierung getötet. Die Indizien sollen dafür sprechen, dass der Kronprinz den Mord persönlich angeordnet und sein Geheimdienst ihn umgesetzt hat. Seine Leiche wurde bis heute nicht gefunden.
Nach außen gibt sich Bin Salman als liberaler Herrscher: Er hat den Verhüllungszwang für Frauen abgeschafft, Frauen dürfen den Führerschein machen und Auto fahren und die Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit abgeschafft. Das Auspeitschen und die Todestrafe für Minderjährige abgeschafft. Bei Erwachsenen stieg der Vollzug der Todesstrafe von 130 auf 345 Hinrichtungen.
Bei Regierungskritikern ist er, was das Beispiel Khasoggi zeigt, weniger liberal. Außerdem geht die humanitäre Katastrophe im Jemen, bei dem 85.000 Kinder an Unterernährung und Infektionen starben auf seine Kappe.
Dino Toppmöller ist nicht mehr Trainer von Eintracht Frankfurt. Das gab die Eintracht nach dem 3:3-Unentschieden gegen Werder Bremen bekannt. Treueschwüre von Sportvorstand Markus Krösche gab es nach der Partie nicht. Spätestens als durchsickerte, dass Krösche den Aufsichtsrat um ein Gespräch bat, war klar dass die Zeit von Toppmöller in Frankfurt endete. Die Verantwortlichen waren mit dem Start ins Jahr genauso unzufrieden, wie mit der gesamten Hinrunde. Der Champions League-Platz in der letzten Saison hat die Erwartungshaltung deutlich nach oben geschraubt.
In der Tabelle liegt man zwar noch in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen, auf Platz vier, den letzten Platz der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, beträgt der Rückstand sechs Punkte. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass die Tabelle nach einigen Spielabsagen ein wenig aus den Fugen geraten ist.
Allerdings verrät der Blick auf die Tabelle, wo sich die Problemzonen der Eintracht befinden. Eindeutig im eigenen Strafraum, mit 39 kassierten Gegentoren ist die Eintracht-Abwehr gemeinsam mit der des FC Heidenheim die, die die meisten Gegentore fressen musste. Auch der Torwartwechsel von Zetterer zu Santos zu Zetterer zu Santos hat die Abwehr zu keinem Zeitpunkt stabilisiert.
Das Grundproblem der Eintracht ist aber, dass im Mittelfeld eine stabilisierende Defensivkraft fehlt. Ellyes Skhiri, der diese Funktion am ehesten übernehmen könnte schien überfordert, personell nachgebessert hat man in diesem Mannschaftsteil zur Winterpause übrigens nicht. Dass die Frankfurter in den letzten Jahren, wenn auch gegen gutes Geld, ihre besten Spieler haben ziehen lassen ist sicher ein weiterer Punkt, der nicht zur Stabilisierung beiträgt.
Vorerst übernehmen Toppmöllers Amt, Fußballgott Alex Maier und Dennis Schmitt.
Spätestens seit 2:2 Achtungserfolg in der Champions League bei Borussia Dortmund ist die Mannschaft vom F.K. Bodø Glimt in aller Munde. Dabei hatte die Mannschaft aus dem ganz hohen Norden bereits zuvor für Furore gesorgt. 2020, 2021, 2023 und 2024 gewann man die norwegische Meisterschaft, die Pokalsiege liegen allerdings schon ein bisschen weiter zurück. Mit dem Auto sind es rund 1.200 Kilometer, die Bodø und die Hauptstadt Oslo trennen. Die zweitgrößte Stadt Nordnorwegens steht vor allem für Handel, Dienstleistungen, Verwaltung, Bildung, Kommunikation und Tourismus.
Seit den 1920-Jahren war der Club einer erfolgreichsten und bekanntesten des Landes. 1963 wurde der nationale Pokal für Mannschaften aus dem Norden des Landes geöffnet. Vorher war man der Meinung das Mannschaften aus dem Norden schlichtweg nicht gut genug seien. Außerdem wollte man den Teams aus dem Süden den langen Anreiseweg ersparen. Dass die Mannschaft vom Vestfjord Qualität hat, bewies sie beim ersten Pokalsieg ihrer Geschichte. Und das war schon der zweite Pokalsieg einer Mannschaft aus dem Norden des Landes.
Allerdings stieg das Team 1980 wieder ab und musste zeitweise sogar in der dritten norwegischen Liga. Diese Zeiten sind nicht nur durch die Titelgewinne Geschichte. Bodø glimmt spielt seit der Saison 2020/2021 ohne Unterbrechung europäisch, aktuell ist man der Tabelle der ChampionsLeague zwar auf dem 32. Von 36. Plätzen, hat aber nicht nur durch den Punktgewinn in Dortmund ein Ausrufezeichen gesetzt. Gegen Juventus und Monaco gab es nur knappe Niederlagen, dafür gab es gegen Tottenham und Slavia Prag jeweils ein Unentschieden.
Bekanntester Spieler dürfte der ehemalige Frankfurter Jens Petter Hauge sein. In der Eliteserien traf er in 28 Spielen achtmal, in der Gruppenphase der Champions League waren es in sechs Spielen immerhin drei Tore. Zu den stärksten Spielern gehören neben Hauge auch der dänische Stürmer Kasper Hogh, Rechtsverteidiger Frederik Sjovold und Mannschaftskapitän Patrick Berg.
Cremona, ein Städtchen im Herzen der Lombardei, liegt fast mittig zwischen Mailand und Parma. Die Stadt ist vor allem durch ihre bekanntesten Geigenbauer Amati, Bergonzi, Guarneri und Stradivari bekannt geworden. Neben den Geigenbauern ist der US Cremonese der ganze Stolz der Stadt. Früher wurde Union Sportiva Cremonese ihrem Ruf als Fahrstuhlmannschaft gerecht, zum Jahreswechsel liegt man in der SerieA auf einem guten elften Platz. Zu den drei Abstiegsplätzen hat man sich ein fettes Polster von neun Punkten herausgearbeitet. In der Hinrunde konnte man mit einem Sieg gegen die AC Milan für Furore sorgen.
Gegründet wurde der Verein im Jahre 1903, dem italienischen Fußballverband hat man sich allerdings erst zehn Jahre später angeschlossen. Der aufstrebende Verein stand nach dem ersten Weltkrieg allerdings ohne Stadion da, und musste sich mit dem Campo Cremonese ein neues Stadion bauen. Sechs Jahre nach dem Eröffnungsspiel gegen Juventus wurde das Stadion nach Giovanni Zinni benannt. Zinni war der erste Torwart des Vereines, gehört aber zu den Opfern des ersten Weltkrieges.
1929 stieg man erstmals in die höchste Liga auf, konnte die Klasse 1930 aber nicht mehr halten und musste am Ende zurück in die SeriaB. Nach dem zweiten Weltkrieg mussten das Team erneut seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellen, beinahe hätte man sogar in die Seria C, die dritte italienische Liga absteigen müssen. In den 1960er-Jahren war der Abstieg in die Serie C dann aber nicht mehr abzuwenden, bis in die Spielzeit 1980/1981 spielte man bis auf eine Ausnahme drittklassig. 1981 konnte man sich dann wieder das sportliche Aufstiegsrecht in die zweite Liga sichern, 1984/1985 war man sogar für eine Saison erstklassig. Die Ligen wechselte man auch nach dem Jahrtausendwechsel munter weiter, 2000 war mal sogar viertklassig und kam erst 2005 wieder zurück in die Serie B. Aktuell spielt man als Aufsteiger in der höchsten italienischen Spielklasse und es sieht so aus, als wäre das auch im nächsten Jahr der Fall.
Der Verein steht über allem. Das ist eigentlich gängige und gelebte Praxis. Grade in der Bundesliga, aber nicht nur dort. Doch einige wenige Egomanen im Fußball-Business schaffen es, eines der zehn Gebote auszuhebeln. Deswegen musste Xavi Alonso, ehemaliger Meistertrainer von Bayer Leverkusen den Trainerstuhl der Königlichen nach nur einem halben Jahr wieder räumen. Das verlorene Pokalfinale gegen den FC Barcelona mag für die Verantwortlichen das viel besungene Fass zum Überlaufen gebracht haben, die Demission des Übungsleiters begann aber schon viel früher.
Bei Alonsos Spielidee kommt es im Offensiv-Pressing auf jeden einzelnen an. Wer nicht mitzieht, wird ausgewechselt. So weit, so richtig. Einem der häufiger raus musste, gefiel das nicht. Und da machte Vinicius Jr. auch gar keinen Hehl raus. Bei jeder Auswechselung knallte es zwischen Coach und Offensivkünstler. Vinicius, so wird berichtet, soll eine Vertragsverlängerung unter Alonso ausgeschlossen haben.
Im Oktober hatte der Brasilianer nach seiner Auswechslung einen Wutanfall. Danach musste er sich entschuldigen. Das tat er auch, nahm seinen Trainer bei der Entschuldigung aber aus. Gemeinsam mit der sportlichen Leitung hätte Alonso durchgreifen und ein Zeichen setzen können. Doch die sportliche Leitung hatte sich da bereits von Alonso abgewandt, der am Ende keine Chance hatte.
Der FC Bayern ist, nicht erst seit gestern, in der Bundesliga das Maß der Dinge. Das 8:1 gegen den VfL Wolfsburg war nicht die erste Machtdemonstration der bajuwarischen Titeljäger. In der Tabelle hat man nicht nur elf Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten aus Dortmund sondern auch eine um 37 Treffer bessere Tordifferenz. Mit 63 Treffern hat den besten Angriff der Liga. Dabei ist die Offensive deutlich mehr als Harry Kane. Der netzte zwar schon 20 mal ein, aber die übrigen Treffer sind mehr oder weniger gleichmäßig auf Luis Diaz, Michael Oliseh (je neun Tore), Serge Gnabry (vier Tore), Raphael Guerrero, Nicolas Jackson, Lennart Karl (je drei Tore), Konrad Laimer, Josip Stanisic (je zwei Tore), Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic, Jonathan Tah und Dayot Upamecano (je ein Tor) verteilt.
Doch die Bayern glänzten nicht nur vor dem gegnerischen Tor, sondern auch im eigenen Strafraum. Dabei ist es fast egal, ob Manuel Neuer oder Jonas Urbig das Torhüter, wer die Viererkette bildet und wer im Mittelfeld für defensive Stabilität sorgt. Die Bayern haben bei erst zwölf Gegentore die stabilste Verteidigung und liegen auch hier vor dem BVB (15) und RB Leipzig (19).
Die klare Dominanz der Bayern, beziehungsweise die Schwäche der restlichen Liga, werden auf Dauer zum Problem. Auch wenn man durch die Champions League-Gruppenphase, sieht man vom Duell gegen Arsenal ab, durchmarschiert ist, kommen die wirklich harten Brocken erst nach der Gruppenphase. Die Spiele gegen Chelsea (3:1), Pafos FC (5:1), FC Brügge (4:0), Paris St. German (2:1) und Sporting Lissabon (3:1) haben keine Aussagekraft. Die hat die Niederlage gegen Arsenal (1:3) natürlich auch nicht.
Aber: Die Bayern müssen die Spannung hochhalten. Ein 8:1 gegen Wolfsburg hilft da aber nicht weiter. Und in Europa werden die Bayern, wenn es gegen die Top-Teams aus Spanien, England und Italien geht, deutlich mehr gefordert sein. Deswegen ist ein europäischer Titel nicht nur in diesem Jahr in ganz weiter Ferne.
Dieser Artikel wurde am 12. Januar 2026 um 9:36 Uhr aktualisiert und um den letzten Artikel und die entsprechende Quellenangabe ergänzt.
Kurz nach dem Jahreswechsel wurde bekannt, dass der damalige Sportvorstand Stefan Kuntz den Hamburger SV um Vertragsauflösung gebeten hat. Diesem Wunsch ist der Hamburger SV nachgekommen, so dass Stefan Kuntz seit dem 1. Januar 2026 beim HSV nicht mehr in Amt und Würden ist. Als Begründung wurden damals familiäre Gründe angegeben.
Spekuliert wurde bereits damals, was die Gründe sein könnten. Weder Kuntz noch der HSV machten zu diesen Gründen nähere Angaben. Und das ist natürlich sein gutes Recht.
Jetzt wurde, wohl durch Recherchen der BILD-Zeitung bekannt, dass sich zwei HSV-Mitarbeiterinnen sexuell belästigt gefühlt haben sollen. Beim HSV will man eine Anwaltskanzlei beauftragt haben, die Vorwürfe zu klären. Auch Stefan Kuntz hat seinen Anwalt damit beauftragt, die aus seiner Sicht falschen Vorwürfe aufzuklären.
Sexuelle Belästigung ist keine Lappalie, deswegen ist es gut, dass das Ganze nun aufgeklärt werden soll. Meinen Artikel über Stefan Kuntz nehme ich bis dahin vom Netz.
Inzwischen hat auch der Aufsichtsrat des Hamburger SV ein Statement veröffentlicht. Dieser bestätigte, dass der Aufsichtsrat bereits seit Mitte Dezember über die Vorfälle informiert war. Man hat externe Anwälte beauftragt, um die Vorfälle aufzuklären. Kuntz wurde mehrfach zu einer Stellungnahme aufgefordert, kam dem aber bis heute nicht nach. Die Vorwürfe sollen dem Bericht nach glaubhaft sein. Ergebnis der Ermittlungen war der Wunsch nach einer schnellstmöglichen Trennung von Stefan Kuntz.
Der FC Chelsea hat mit Liam Rosenior einen neuen Trainer verpflichtet. Der war vorher bei Racing Straßburg, die mit Gary O´Neil ebenfalls einen neuen Übungsleiter verpflichtet haben. Damit könnte alle zufrieden und die Nachricht beendet sein. Ist sie aber nicht! Das Problem bzw. das Aufregungspotenzial besteht nämlich genau darin, dass beide Vereine einem Besitzer gehören. Der FC Chelsea gehört einer Gruppe um Todd Boehly, die auch den Racing Club de Strasbourgh Alsace übernommen haben. Boehly ist US-Amerikaner und soll ein Vermögen von 5,3 Milliarden Dollar besitzen.
Seit 2023, seit dieser Zeit sind Boehly und Co. Eigentümer des französischen Erstligisten, wechselten 15 Spieler zwischen beiden Vereinen hin und her. Auch zur kommenden Saison sind weitere Wechsel eingestielt. Innenverteidiger Mamadou Sarr kehrt von seiner Leihe nach London zurück und Kapitän Emmanuel Emegha wechselt ebenfalls zur Stamford Bridge.
Für die Fans von Racing Strasbourg ist das Maß voll. Sie sehen eine deutliche Unterwerfung ihres Clubs im Vergleich zum FC Chelsea. Durch das Multi-Club Ownershio Modell kam es bei den Franzosen zu einem klaren Riss zwischen Fans und Verein. Den Spielern wurde zuletzt sogar verboten, mit ihren Fans in der Kurve zu feiern.
Die französichen Fans machen sich, nicht zu unrecht Sorgen um ihre Liga. Nizza und der FC Lorient gehören zur INEOS-Gruppe, die auch Anteile bei Manchester United hat, der ES Troyes AC aus der zweiten Liga gehört zur City Football Group und der FC Toulouse gehört der Firma RedBird Capital, die ebenfalls mit dem AC Mailand und dem FC Liverpool verknüpft ist.
Die Fans in Strasbourg sehen sich mittlerweile als Junior-Partner und wünschen sich, das europäische Regeln dieses Multi-Club Ownership verbieten. So sieht es allerdings nicht aus, es scheint eher als würden die Dimensionen noch viel gravierender.
Marokkanischen Fußball kennt hierzulande hauptsächlich von Weltmeisterschaften und einer Handvoll Legionären. Dabei gibt es auch in Afrika und grade in Marokko einige spannende Mannschaften und jede Menge Fußballkultur. Bei der wohl bekanntesten und berühmtesten Mannschaft handelt es sich um den Wydad Athletic Club aus Casablanca. Das Team spielt aktuell in der Botola Pro Inwi, also der höchsten marrokanischen Liga. Zu Redaktionsschluss lag die Mannschaft mit 20 Punkten auf dem ersten Platz, engste Verfolger sind AS FAR Rabat, MAS Fés und Raja Casablanca. Bekanntester und wertvollster Spieler ist eindeutig der 32-jährige Hakim Ziyech, der seine Karriere in der Heimat seiner Eltern ausklingen lässt.
Den Verein, ursprünglich einer reiner Schwimmverein, gibt es seit Ende der 1930er-Jahre. Inzwischen gehört aber nicht nur die Fußballabteilung, sondern auch Tennis dazu. In der Liga gab es bisher 22 Titel, dazu kommen neun Pokalsiege und acht internationale Erfolge.
Verwirren mag den einen oder die andere der Vereinsname. Wydad heißt im Arabischen Liebe. Bei der Gründungsveranstaltung soll jemand zu spät gekommen sein, weil er zuvor den Kinofilm Wydad gesehen haben will. Ein merkwürdiger Impuls den Verein nach dem Film zu benennen. Aber ob es stimmt, ist leider nicht überliefert.
Die größten Konkurrenten in Marokko ist Raja de Casablanca und FAR de Rabat. Alle Mannschaften sind Gründungsmitglieder und bisher noch nie abgestiegen. Kein Wunder, dass genau diese Duelle die Gemüter erhitzen.
Befreundet sind die Fans aus Casablanca mit dem Club Africain aus Tunesien. Diese Freundschaft wurde während des französischen Protektorats vor etwa 70 Jahren in Marokko und Tunesien geboren. Anhänger beiden Mannschaften setzten sich für die Unabhängigkeit ein. Heute setzen vor allem die Ultragruppen aus beiden Ländern ein.
Der FC Erzgebirge Aue, zu DDR-Zeiten als Wismut Aue bekannt, ist ein Team, was seit 20 Jahren zwischen der zweiten und dritten Liga pendelt. Die Mannschaft als Fahrstuhlmannschaft zu verspotten, würde dem Club aber nicht gerecht werden, schließlich waren die Gastspiele in der jeweiligen Liga immer über mehrere Spielzeiten ausgeprägt. Aktuell spielt der Verein aus Sachsen jetzt seit 2022 in der dritten Liga., letztmalig gab man in den Spielzeiten 2016/2017 bis 2021/2022 ein längeres Gastspiel in der 2. Bundesliga. Am stärksten war man 2019/2020, als man die zweite Bundesliga als Tabellensiebter abschloss.
Für den Höhenflug der lila-weißen (nein nicht Osnabrück) waren Spieler wie Martin Männel (seit 2008 in Aue), Jacob Rasmussen (heute RB Salzburg), Tom Baumgart (heute Chemnitz) und Pascal Testroet (heute Sandhausen) aktiv. Während die damals und heute aktiven wohl nicht Allen bekannt sein dürften, ist der Trainer Dirk Schuster (aktuell Torpedo Kutaisi, Georgien) sicherlich bekannter.
Auch zwischen 2010 und 2015 spielten die Ostdeutschen in der 2. Bundeliga. Nach dem Aufstieg wurde man unter dem damaligen Trainer Rico Schmitt sogar Fünfter. Die bis heute beste Platzierung der Auer in der zweiten Bundesliga. Auch hütete Männel bereits das Tor, seine damaligen Mannschaftskollegen dürfte nur Insidern und Kennern ein Begriff sein, ich konnte mich jedenfalls an keinen erinnern.
Seine Zweitligapremiere feierte das Team in Weiß und Lila allerdings im Jahre 2003. Vier Jahre konnte man die Liga mit beachtlichen Platzierungen halten (8., 7., 7., 10.) ehe man 2008 den Gang in die 3. Liga antreten musste. Damals waren Nikolce Noveski (Mainz 05), Dino Toppmöller (heute Trainer Eintracht Frankfurt), Uwe Ehlers (Hansa Rostock) und Andrzej Juskowiak (Mönchengladbach) die Spieler mit dem höchsten Bekanntheitsgrad.
Während Lazio Rom zu den bekanntesten Vereinen Italiens gehört, sind deren Fans eher berüchtigt. Das gilt vor allem für die als gewaltbereit bekannten Ultra-Gruppierungen. Vom italienischen Verband wurde man schön diverse Male mit Strafen belegt, was die Ultras aber nicht davon abhält, genauso weiterzumachen. Die Irriducibili Lazio hat sich offen zum Rassismus und Antisemitismus bekannt. Allerdings wurde sie dem Rest der Kurve zu Kommerziell. Aktuell hat die Banda Noatantri die Deutungshoheit in der Lazio-Kurve.
Irriducibili har sich 2020 aufgelöst, als Grund wurde eine Neuausrichtung der Kurve Lazio angeführt. Bis dahin haben die Ultras gegnerische, farbige Spieler beleidigt. Besonders wenn es gegen die lokale Konkurrenz vom AS Rom ging, waren die Äußerungen mehr als Menschenverachtend. Nach Ausschreitungen wurden 2007 die Vorschriften verschärft, so dass Banner und Spruchbänder eine polizeiliche Genehmigung brauchen.
Trommeln, Lautsprecher, Sirenen und Fahnen dürfen ebenfalls nicht mehr mit ins Stadion genommen werden. Es wurde zwischenzeitlich auch vermutet, dass rechtsextremistische Organisationen das Sagen in Ultra-Gruppierungen haben. DIe Anführer der Ultras sehen sich als politisch Verfolgte. Verbindungen in die Politik können aber nicht bewiesen werden. Bewiesen wurde dem Capo von Lazio aber die Verletzung an einem Polizisten, er wurde zu einer Haftstrafe verurteilt und hat bis 2026 Stadionverbot. Nach seiner Entlassung muss er eben bis 2026 zu Spielbeginn, zur Halbzeit und zu Spielende bei der Polizei vorstellig werden.
Eben jener Capo wurde bereits 2017 durch Schüsse ins Bein verletzt. Zwei Personen verkleideten sich als Polizisten und schossen ihm bei einer vermeidlichen Kontrolle ins Bein. 2019 wurde ein ebenfalls langjähriger Capo hingerichtet.
Bekanntes Mitglied der Gruppierung ist der damalige Lazio-Stürmer Paolo Di Canio, der sich auch öffentlich als einer von ihnen bekennt. 2005 zeigte er nach Spiel gegen AS Rom den Hitlergruß. Als sich der Vorfall im selber Jahr bei einem Spiel gegen Livorno wiederholte, musste er 10.000 Euro Strafe zahlen und wurde für ein Spiel gesperrt.
Lazio Rom ist von seinen Ultras extrem abhängig, deswegen geht man nicht gezielter gegen sie vor. Die Gruppe finanziert sich durch den Verkauf von Merch. Dabei verdrängen sie sogar offizielle Lazio-Shops aus der Stadt. Die Kommerzialisierung wird von der übrigen Fanszene heftig kritisiert.
Die Gruppe pflegt Verbindungen zu Ultragruppen von Inter Mailand, Real Madrid, Espanyol Barcelona, Levski Sofia, BFC Dynamo und Lok Leipzig.
Wenn man sich die Liste der Frauen-Bundesliga anschaut, sieht man hauptsächlich Ableger von männlichen Profi-Vereinen. Die sind in der Vergangenheit auf den Zug aufgesprungen und wollen offensichtlich auch ein Stück von Trend Frauen-Fußball abbekommen. Eine Ausnahme bildet dort die SGS Essen. Aktuell liegt man einen Punkt vor dem HSV, die allerdings eine Spiel weniger, auf dem letzten Platz über dem Strich. Es wird immer schwerer, sich gegen die namhafte Konkurrenz zu behaupten.
Die Geschichte des Essener Frauenfußballs reicht bis in Jahr 1973 zurück, damals wurde bei Grün-Weiß Schonnebeck eine Damenabteilung gegründet. 1996 spielte man bereits in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, die damals noch Regionalliga hieß. Als SG Essen-Schönebeck wurde 2004 überraschend Meister in der Regionalliga und feierte den Aufstieg in die erste Liga. Die Zeiten waren vom Abstiegskampf geprägt, dich irgendwann machte man die nächsten Schritte.
Spätestens 2012, bereits als SGS Essen, war man im Frauenfußball etabliert, 2014 schaffte man sogar den Sprung ins DFB-Pokal, zog allerdings gegen 1. FFC Frankfurt den Kürzeren. 2020 konnte man diesen Erfolg wiederholen, verlor am erneut. Dieses Mal allerdings nach dem Elfmeterschießen gegen den VfL Wolfsburg.
Wie die Zukunft der Essener in der höchsten deutschen Frauenspielklasse angeht, ist weiter ungewiss. Im Oktober haben sich die Essenerinnen vom Teamchef getrennt haben, sie Stelle ist durch Robert Augustin neu besetzt, die Essenerinnen kämpfen aber weiter ums sportliche Überleben.
Das wäre schade, schließlich haben viele gestandene Spielerinnen und Ex-Spielerinnen die Essener Kaderschmiede durchlaufen. So spielten Linda Dallmann, Sara Doorsoun, Turid Knaak, Lena Oberdorf und Lea Schüller allesamt für die Essenerinnen.
Aktuell ist man bei Mainz 05 von einer Europapokalqualifikation soweit entfernt wie Friedrich Merz von einer umsichtigen Regierungsarbeit. Doch während man bei Friedrich Merz vergeblich suchen wird, hat der Ex-Club von Jürgen Klopp durchaus eine mehr oder weniger erfolgreiche Zeit im Europapokal aufzuweisen.
Es war die Saison 2005/2006, es trugen so Haudegen wie Dimo Wache, Manuel Friedrich, Mohamed Zidan, Michael Thurk und Benjamin Auer das Trikot der 05er. Trainer war damals übrigens niemand geringeres als Jürgen Klopp.
Die ersten Qualifikationsrunden meisterte man gegen gegen MIKA Aschtarak (Armenien) und Keflavik IK (Island) noch relativ locker, gegen Sevilla zog man in der ersten Runde allerdings den Kürzeren. Auf die nächsten europäischen Auftritte mussten die Fans am Bruchweg noch bis 2011 warten. Gegen Gaz Metan Medias aus Rumänien gab es aber eine bittere Niederlage im Elfmeterschießen, der Auftritt in der Saison 2014/2015 war nicht länger. Gegen die Griechen von Asteras Tripolis gab es im Hinspiel zwar einen 1:0-Sieg, im Rückspiel musste man sich aber mit 1:3 geschlagen geben.
Danach pausierte man ein Jahr im internationalen Wettbewerb, nahm in der Zeit Anlauf und startete 2026/2017 in der Gruppenphase der Europa League. In Mainz waren mir Robin Zentner, Niko Bungert, Levin Öztunali und Florian Niederlechner neue Helden geboren. Gegen den Qəbələ Futbol Klubu konnte man zwar beide Spiele gewinnen, die Gegner aus St. Etienne und Anderlecht waren am Ende aber doch zu stark, um sich durchzusetzen.
Danach dauerte es aber tatsächlich noch bis zu dieser Spielzeit, ehe die Mainzer wieder europäisch starten können, in dieser Saison ist es allerdings die Conference League. Nach vier Spieltagen liegt man mit Siegen gegen Universitatea Craiova, den AC Florenz und Zrinjski Mostar gut im Rennen, lediglich bei Omonia Nikosia gab es eine Niederlage. Die Spiele gegen Lech Posen und Samsunspor stehen bei Redaktionsschluss noch aus,
Paris ist die Stadt der Liebe. Dazu eine für Träume, Sehnsüchte und ganz große Gefühle. Und für Geld. Für sehr viel Geld. Das gilt jedenfalls für den Paris Saint-Germain Football Club und seine Geldgeber aus Katar. Seit 2001 ist der katarische Einfluss bei PSG immer weiter gewachsen. Inzwischen wird der französische Hauptstadtclub beinahe vollständig von den Kataris gesteuert. Die haben seit der Übernahme 360 Millionen Euro in neue und teure Stars investiert, einer von denen war übrigens der Brasilianer Neymar, für den man 222 Millionen Euro nach Barcelona überweisen musste. Die Geldgeber und die Verantwortlichen waren trotz diverser Meisterschaften (2013-2016, 2018-2020, 2022-2025) und Pokalsiegen (2015-2018, 2020, 2021, 2024, 2025) nicht zufrieden. Man strebte nach dem ganz großen, dem Gewinn der Champions League. Man zerschliss zahlreichen Spieler und Trainer, ehe man feststellte, dass die ganz großen Spieler zwar nationale Titel holten, international aber immer scheiterten. So dauerte es bis zum letzten Sommer, um den Champions League-Titel nach Paris zu holen.
Doch wo liegt das Problem. Was die Kataris beim PSG machen, ist ein klarer Fall von Sportwashing. Man versucht also durch Investitionen im Sport, für ein besseres Image der Kataris zu sorgen. Das haben sie auch bitter nötig. Wir erinnern uns noch alle an die Vergabe der Weltmeister an die Kataris und an die geäußerte Kritik. An die Ausbeutung beim Stadionbau, an die zahlreichen Verletzten und Toten. An die Kritik am Kafala-System, das bedeutet das Einwanderer*innen aus Drittländern einen Bürger brauchen, der für sie bürgt und von dem man abhängig ist. Hausangestellte, meistens Frauen aus Südostasien sind quasi rechtelos und Opfer von Missbrauch und Menschenhandel.
Von Bürgerrechten, wie Meinungs-, Presse-, Informations- und Demonstrationsfreiheit können die Kataris nur träumen. Auch die Frauenrechte sind massiv eingeschränkt, wenn auch besser als in Saudi-Arabien oder dem Iran. Diskriminierende Gesetze gegen das weibliche Geschlechte gibt es immer noch. Dazu gibt es Geschlechtertrennung an Bankschaltern und Wartezimmern. Was an die Rassentrennung erinnert hat in Katar Tradition, entschuldigt das aber keinesfalls.
Dazu dürfen in Katar Kinder geschlagen werden. Es ist gesellschaftlich akzeptiert und steht nicht unter Strafe, auch die Kinderehen sind noch keine Geschichte. Für gleichgeschlechtliche Liebe droht die Todesstrafe oder sieben Jahre Gefängnis. Peitschenhiebe gibt es nach der Scharia für Alkoholgenuss und außerehelicher Geschlechtsverkehr.
PSG hat auch einen Präsidenten aus Katar. Besonders pikant ist, dass Nasser Al-Khelafi als Minister ohne Geschäftsbereich direkte Kontakte zu Tamin bin Hamad Al Thani, dem katarischen Staatschef hat. Gegen Al-Khelafi ermittelte zu Jahresbeginn auch die französische Justiz. Im wird vorgeworfen, Stimmen im Rahmen seiner Tätigkeit bei einem französischen Medienkonzern gekauft zu haben.
Man muss dahin gehen, wo es weh tut. Was für ambitionierte Fußballer*innen gilt, zählt für diesen bescheidenen Blog noch viel mehr. In diesem Sinne herzlich Willkommen in den Niederungen des niederländischen Fußballs. Immerhin reisen wir, wenn auch nur virtuell, in die Hauptstadt Amsterdam. Nein, es geht natürlich nicht um Ajax und dessen Strahlkraft, sondern um den Amsterdamsche FC. Die spielen zwar „nur“ in der Tweete Divisie, dürfen heute aber in der 2. Pokalrunde gegen Nijmegen ran. Auch wenn es verwirrend ist, handelt es sich bei der Tweete Divisie nur um die dritthöchste Spielklasse in unserem Nachbarland. In der Liga darf sich der Hauptstadtclub unter anderem mit den Quick Boys und den Ijsselmeervoogels messen.
Gegründet wurde der Verein 1895 im Amsterdamer Koninginneweg von den Gründungsmitgliedern Gerard Scheepens, Hein Brass, Frits Bernard und G.J. Bernard. In unterklassigen Ligen konnte man einige Erfolge feiern, für einen Aufstieg in die Eredivisie reichte es jedoch nie. Dennoch trugen einige, heute bekannte Spieler das AFC-Trikot, unter anderem Daley Blind, Justin Kluivert und Brian Brobbey. Auch an der Linie gab es einiges an Prominenz: So war Rinus Michels, immerhin Europameistertrainer von 1988 an der Linie des AFC.
Was sich bereits seit längerer Zeit andeutet ist nun Gewissheit. Der FC Schalke 04 ist nach dem 1:0-Sieg gegen den 1.FC Nürnberg Herbstmeister in der 2. Bundesliga und damit aktuell erster Anwärter auf einen Aufstiegsplatz. Herzlichen Glückwunsch. Doch wer hätte das gedacht? Fußball-Deutschland hat Schalke 04 belächtelt, als es den in Bremen durchaus kritisierten Frank Baumann als Vorstand Sport nach Gelsenkirchen lotste. Und was hat man Frank Baumann belächelt, als er Miron Muslic als völlig unbekannten Trainer verpflichtete. Auch die Neuverpflichtungen machten Schalke nicht zum Top-Kandidaten. Das waren, was die Expertenmeinungen angeht eher Hannover 96, Hertha BSC und der VfL Bochum. Nicht nur die hat man auf Schalke hinter sich gelassen.
Dabei glänzen die Schalker weniger durch Einzelspieler, sondern als Kollektiv. Das zeigt, dass Du nicht die besten Spieler, sondern die beste Mannschaft brauchst. Und da waren die Schalker vorne mit dabei. Das System von Muslic ist, typisch Schalke, auf die Defensive ausgelegt. Die Null steht meistens, so auch gestern. Schalke hat ligaweit die wenigstens Gegentore kassiert. Offensiv könnte mehr gehen, sogar der Tabellenletzte aus Dresden hat mehr Treffer erzielt. Aber Schalke steht nicht für Spektakel sondern für Arbeit.
Aber: Die Rückrunde wird kein Selbstläufer. Die Mannschaften die hinter den Königsblauen stehen wollen hoch. Allen voran Hertha BSC. Aber auch Elversberg, Paderborn und Hannover haben Ambitionen. Muslic muss die Spannung hochhalten und Schalke muss zeigen, dass sie über die gesamt Saison Konstanz zeigen und auch nach herben Rückschlägen zurückkommen.
Mit Toni Schumacher, Max Kruse und Marcel Meyer, um nur einige zu nennen, spielten bereits einige Deutsche bei Fenerbahce Istanbul, einem der größten und bekanntesten Fußballvereine der Türkei. Mit Christoph Daum, Werner Lorant, Yogi Löw, Holger Osieck und Friedel Rausch gab es auch jede Menge deutsche Übungsleiter am Bosporus. Aktuell wird die Mannschaft vom Ex-Schalker Domenico Tedesco trainiert. Aber was ist mit Telat Üzim, dem ersten Deutschen der für Fener auflief?
Der heute 62-jährige, ausgestattet mit der deutschen und türkischen Staatsbürgerschaft, ist gebürtiger Istanbuler, dürfte aber dann mit seinen Eltern die Türkei mit dem Ziel Deutschland verlassen haben. Als zentraler Mittelfeldspieler war seine erste Station der VfB Heilbronn, danach spielte er in Deutschland noch für den 1.FC Köln und den Karlsruher SC. Seine Einsätze hielten sich allerdings in Grenzen. Er kam auf insgesamt sieben Einsätze in der Oberliga Westfalen und auf acht Einsätze in der 2. Bundesliga. Im DFB-Pokal durfte er einmal auflaufen. Aber er holte 1983 mit dem „Effzeh“ den DFB-Pokal und wurde ein Jahr zuvor Vizemeister. Dabei spielte er mit dem bereits erwähnten Toni Schumacher zusammen. Gerry Ehrmann, Paul Steiner, Bernd Cullmann, Rainer Bonhoff und Klaus Allofs gehörten damals zu seinen Teamkollegen.
Vor seinem Wechsel in die Heimat spielte er noch eine Saison für den KSC in der 2. Bundesliga. Allerdings spielte er auch nur dort eine einzige Saison. Die Mannschaft wurde in der Süper Lig damals nur Tabellenachter und auch im Pokal konnten man nichts reißen. Üzim packte seine Taschen und wechselte zurück nach Deutschland, spielte für Viktoria Aschaffenburg und nahm noch einmal Anlauf für einen Wechsel in die Türkei.
Mit Karsiyaka wurde er Achter und kam im Pokal bis in die achte Runde. Mehr als ein Jahr hielt er es aber auch dort nicht aus. Er wechselte zum FC Gütersloh und beendete dort seine Karriere.
Er entschied sich für eine weitere Laufbahn als Trainer und wurde schnell „Co“ bei Besiktas. Danach hatte der Wandervogel Engagements beim TSF Ditzingen, dem FC Baniyas in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Asante Kotoko in Ghana, Sivasspor (Türkei) und Real Tamale United (Ghana).
Die meiste Zeit arbeitete er jedoch als Scout und war hier nicht nur in Diensten des Deutschen Fußballbundes, sondern arbeitete auch für Grasshoppers Zürich, Stuttgarter Kickers und Besiktas.
Rudi Assauer ist als Kind des Ruhrgebiets und als personifizierter FC Schalke bekannt gewesen. Doch Gelsenkirchen war nicht das einzige Betätigungsfeld des gebürtigen Saarländers. Es war mir bis zur Recherche zu diesem Artikel nicht klar, dass Assauer niemals für Schalke, sondern nur für die SpVgg. Herten, den BVB und Werder Bremen spielte. Zwischen seinen Engagements bei den Königsblauen war Assauer aber zwischen 1990 und 1993 Manager bei VfB Oldenburg.
Da ist es nicht verwunderlich, dass die Norddeutschen während Assauers Wirken ihre erfolgreichste Zeit hatten. Am Ende fehlte der Mannschaft von Wolfgang Sidka nur ein einziges Pünktchen, um den Aufstieg in die Bundesliga realisieren zu können. Damals spielten die Niedersachsen noch im Donnerschwee-Stadion, auch bekannt als die „Hölle des Nordens“.
Assauer sorgte dafür, dass der tschechische Nationalspieler Radek Drulak genauso das Trikot des VfB trug, wie auch Wolfgang Steinbach (Nationalspieler der ehem. DDR), Matthias Jack (VfL Bochum), Carsten Linke (Hannover 96) und Christian Brand (Werder Bremen).
Der FC Rot-weiß Erfurt, so die korrekte Bezeichnung des Clubs aus der thüringischen Landeshauptstadt, gehört zu den Vereinen, die nach der Wende kurz im gesamtdeutschen Profifußball auftauchten, um dann in der Versenkung zu verschwinden. Von 1965 bis 1990 spielte der ostdeutsche RWE fast ununterbrochen in der DDR-Oberliga. Die letzte Saison in der DDR-Oberliga schloss man als dritter ab und qualifizierte sich deswegen nicht nur für die 2. Bundesliga, sondern auch für den UEFA-Cup.
Damals war Thomas Linke (später Schalke 04, Bayern München, RB Salzburg) der wohl bekannteste Spieler der Erfurter. Aber auch Linke konnte nicht verhindern, dass sein Team am Ende abstieg und wieder in der Oberliga Nordost antreten musste. Dennoch gab es nicht nur durch die UEFA-Cup-Teilnahme Saison-Highlights. In der zweiten Pokalrunde gewann man mit 2:1 gegen Schalke, schied aber eine Runde später gegen den SSV Reutlingen aus. Spätestens bei der Pokalpartie gegen Schalke dürfte Thomas Linke den Schalkern aufgefallen sein, in der darauffolgenden Saison trug Linke das Trikot der Königsblauen.
Im UEFA-Cup gab es damals gegen den FC Groningen zwei knappe 1:0-Siege. Für Weiterkommen rechte das aber. In Runde zwei traf man erneut gegen einen Vertreter aus den Niederlanden, aber gegen Ajax Amsterdam konnte man sich am Ende nicht mehr durchsetzen.
Es dauerte zwölf Jahre, ehe man den Aufstieg in die zweite Bundesliga erneut realisierte. Man nahm das Ziel Klassenerhalt mit alten Haudegen wie Claus Reitmaier (u.a. Karlsruhe, Mönchengladbach), Rudolf Zedi (u.a. Fortuna Düsseldorf), Henning Bürger (u.a. Saarbrücken, Schalke) und John van Buskirk (KFC Uerdingen) in Angriff, doch auch in der zweiten und bis heute letzten Saison in der 2. Bundesliga stand am Ende der Abstieg in die Regionalliga.
Babelsberg ist nicht nur der größte Stadtteil Potsdams, sondern auch Namensgeber der Studio Babelsberg AG und des SV Babelsberg 03. Zu DDR-Zeiten spielte man in der DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse des Landes. Nach der Wende spielte das Team aus der Filmstadt in den verschiedensten Regionalliga-Spielklassen, schaffte 2001 aber sogar den Sprung in die 2. Bundesliga. Sieht man von drei Spielzeiten in der dritten Liga ab, schafften die Kicker aus Babelsberg den Sprung in den bezahlten Fußball nicht mehr. Aktuell spielt man in der Regionalliga Nordost gegen Mannschaften wie Luckenwalde, Meuselwitz und Eilenburg.
In der Saison 2014/2015 hat man sich in Babelsberg etwas ganz Besonderes einfallen lassen, und war damit in Deutschland Trendsetter und Vorreiter. Man gründete die Mannschaft Welcome United 03. Ein Team, das ausschließlich aus Flüchtlingen bestand. Eine Integrationsmannschaft gab es damals schon seit 2009. Alle Spieler dieser besonderen Mannschaft waren Mitglieder des Vereines. Als dritte Mannschaft des SVB trat das Team in der Kreisliga Havelland an.
Zu den Teammitgliedern auch einige spezielle Kicker. So war Abdihafid Ahmed aus Somalia bereits Junioren-Nationalspieler und bestritt einige Spiele für die U23 Somalias.
Für das Engagement des Vereins bekamen die Babelsberger vom DFB und 11 Freunde die Auszeichnung „Fan Aktion des Jahres“ überreicht. Es gab das ein oder andere Freundschaftsspiel, u.a. gegen die Autorenmannschaft des DFB und die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach.
Die Babelsberger nehmen ihr Anliegen sehr ernst und gewähren ihren Teammitgliedern auch außerhalb des Platzes große Unterstützung.
Warum man sich beim Karlsruher SC von Co-Trainer Zlatan Bajramovic getrennt hat, ist auch einige Tage nach der Verkündung nicht vollumfänglich geklärt. In der offiziellen Vereinsmeldung heißt es, das man diese Entscheidung im Rahmen einer Gesamtstrategie getroffen habe.
Trainer Christian Eichner scheint in diesen Vorgang nicht involviert gewesen zu sein. Gleiches gilt für die Mannschaft. Was richtig ist, ist die sportliche Talfahrt der Karlsruher. In der Tabelle liegen die Karlsruher auf dem achten Platz, in den letzten fünf Spielen kassierte man vier Niederlagen. Doch deswegen einen Co-Trainer zu entlassen ist unüblich. Jedenfalls dann, wenn sein Chef weitermachen darf.
Der PFK Ludogorez Rasgrad für einen sehr jungen Verein, gegründet im Jahr 2001, ein erfolgreicher und international bekannter Club. Seit der Gründung wurde man nicht nur 14-mal bulgarischer Meister, sondern auch vierfacher Pokal- und achtfacher Supercupsieger. Seit der Saison 2012/2013 spielt man auch ohne Unterbrechung international. Mehrfach erreichte man die Playoffs in der Europa League und kam in genau diesem Wettbewerb 2019/2020 bis ins Sechszehntelfinale, scheiterte aber in beiden Spielen an Inter Mailand. Gegen einen deutschen Vertreter spielte man erstmalig 2017/2018, als man in der Europa League auf die TSG Hoffenheim traf. Bereits ein Jahr später ging es in der Gruppenphase der Champions League gegen Bayer Leverkusen.
Doch wie kommt ein so junger Verein zu so einer beträchtlichen Anzahl an Erfolgen. Zur Saison 2010/2011 kaufte der Pharmaunternehmer und Oligarch Kyril Domustschiew den Verein. Bereits in der Winterpause verstärkte er das Team massiv, so dass die Mannschaft am Ende der Saison in die erste bulgarische Liga aufsteigen konnte.
In Razgrad scheint man sein Engagement zu schätzen und ernannte ihn 2012 zum Ehrenbürger. Er ist ebenfalls Ehrenbürger des US-amerikanischen Bundesstaates Nebraska. Sein vermögen wurde im November 2021 auf 4,2 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Domustschiew verdient sein Geld durch verschiedenste Unternehmen: In den 1990er-Jahren gründete er, gemeinsam mit seinem Bruder, mehrere Unternehmen der Modebranche. Später kam ein Privatisierungsfond dazu. Plötzlich gehörten ihm Anteile zahlreicher rumänischer Firmen. Ein Unternehmen ist der Fahrrad- und Gabelstaplerhersteller Balkan AD, seine Mutter ist dort seit 2009 Direktorin.
Um die Jahrtausendwende gründete er mit der Huvepharma EOOD sein erstes Pharmaunternehmen. Produziert wird nicht nur in Bulgarien, sondern auch in den USA, Frankreich und Italien. Dazu gehört ihm eine Holdinggesellschaft, die in den Fachsparten Pharmazeutik, Transport, Hafenbetrieb, Bauwesen, Immobilien und Medien kräftig investiert. Er ist Schiffseigner und Hafenbetreiber. Zusätzlich gehörten ihm zahlreiche TV-Station.
Gemeinsam mit seiner Frau gründete er die Kremena- und Kiril-Stiftung, mit der er wohltätige Zwecke unterstützt. Schwerpunkt der Stiftungsarbeit ist die Unterstützung von Kinderkrankenhäusern und Kinderheimen. Für seinen sozialen Einsatz hat er viele Preise entgegennehmen können.
Doch ist Rasgrad alles eitel Sonnenschein? Nicht wirklich, beim Serienmeister handelt es sich um einen klassischen Retortenclub. Von Tradition und Kultur keine Spur. Sogar noch schlimmer als die TSG Hoffenheim. Rasgrad hat 28.000 Einwohner, das Stadion, die Arena Ludogerez, fast nur wenig mehr als 10.000 Zuschauer*innen. Eine Bezirkssportanlage würde es auch tun, im Schnitt kommen in der Liga nicht mehr als 1.000 Zuschauende zu den Spielen.
Was ist gelb und schwimmt im Wasser. Eigentlich ganz einfach. Eigentlich. Schließlich haben die Fußballer des FC Villarreal den Beinamen „Submarinos Amarillos“, was auf Deutsch so viel wie gelbes U-Boot bedeutet.
Seitdem die Spanier 2021 die Europa League gewannen, sind die die kleine Stadt Europas mit einem Sieg im europäischen Wettbewerb. Das Finale gewann man damals mit 11:10 nach Elfmeterschießen gegen Manchester United.
Die Stadt hat 52.000 Einwohner, von denen 36 Prozent Mitglieder beim FC Villarreal sind. In Villarreal legt man übrigens großen Wert auf die richtige Schreibweise, meistens wird ein „R“ verschluckt.
Seit den 1940er-Jahren trägt der amtierende Tabellendritte der spanischen Liga Gelb. Heute aus Tradition, damals um Kosten zu sparen. Für den Spitznamen reichte das noch nicht, den hat man seit der Saison 1967/1977, damals wurde der bekannten Beatlessong im Stadion gespielt und die Fans dichteten ihn in „Amarillo es Villarreal/amarillo es/amarillo es“ (Gelb ist Villarreal, gelb ist es, gelb ist es), So kanns gehen.
Wie heißt der Storch in der Fabelwelt? Reinicke Fuchs. Warum willste dat wissen? Vielleicht kann der Text die Frage aus dem grandiosen Film „Das ganze Leben ist ein Quiz“ mit dem noch grandioserem Hape Kerkerling die Antwort geben. Die Reinickendörfer Füchse sind ein Berliner Stadtteilclub, den es mittlerweile in die Berlin-Liga verschlagen hat.
Klingt nach tiefster Fußballprovinz, doch eine Kicker der Füchse sind deutschlandweit bekannt. Da wäre zum Beispiel Peter „Glatze“ Wynhoff, der in den 1990er-Jahren für Borussia Mönchengladbach spielte. Oder Zecke Neuendorf (Hertha BSC, Bayer Leverkusen). Auch Kevin-Prince Boateng und Icke Häßler schnürten ihre Fußballschuhe für den „Füchse Berlin Reinickendorf Berliner Turn- und Sportverein von 1891 e. V.“
Es wird an dieser Stelle nicht überraschen, das die Füchse ihren Ursprung im Berliner Stadtteil Reinickendorf haben. 1958 war das Jahr in dem man am höchsten spielte. Man qualifizierte sich für die Berliner Amateurliga und spielte erstmals zweitklassig.
Der Beitar Jerusalem Football Club ist kein ganz normaler Fußballverein. Er entstand in den 1920er-Jahren und ist aus der Betar-Bewegung entstanden. Die Betar-Bewegung ist eine zionistische Jugendorganisation, die in Riga durch Ze´ev Jabotinsky gegründet wurde. Sie gilt als Vorläufer der Likud-Partei. Die Nähe zur Likud-Partie und zum israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ist auch heute noch gegeben.
In Israel sind 20 Prozent aller Staatsbürger*innen muslimischen Glaubens, doch für den Verein kommt es immer noch nicht in Frage, muslimische Araber in ihr Team aufzunehmen. Die Anhänger unterstützen die islamfeindliche Praxis und sind für ihren rabiaten Rassismus in Israel bekannt.
So kam es im Jahre 2013 vor dem Holocaust-Gedenktag zu einem Eklat, als sie ein Banner mit der Aufschrift „Beitar ewig rein“ im Stadion präsentierten. Damals gab es Pläne zwei muslimische Spieler aus Tschetschenien zu verpflichten. Gegen den Nigerianer Ibrahim Nadallah, ein Spieler in den eigenen Reihen, gab es ständige verbale, rassistische Vorfälle, die Nadallah am Ende aus Israel vertrieben. Rassistische Vorfälle gegen Spieler der Gegner sind quasi an der Tagesordnung.
2012 überfielen die Anhänger von Beitar muslimische Mitarbeitende eines Einkaufszentrums. Von der Polizei wurden sie dabei nicht gestoppt. Ihren Rassismus verstecken Teile der Anhängerschaft nicht, sondern leben ihn frei und offen aus. Dabei verwenden sie wirklich ekelhafte Fangesänge wie „Hier kommt sie, die rassistischste Mannschaft des Jahres, „Tod den Arabern“ und „Vernichtet die Feinde Israels“.
Mit Feyenoord, Excelsior Rotterdam und Sparta Rotterdam hat die niederländische Hafenstadt gleich drei Vereine voller Tradition, die aktuell in der Eredivisie spielen. Sparta gibt es seit 1888, damit sind die Hafenstädter der älteste, niederländische Verein, der noch im Profi-Fußball aktiv ist. Die Meisterschaft gewann man insgesamt sechs mal, den Pokal immerhin dreimal. Spartas Blütezeit liegt aber schon Ewigkeiten zurück. Vor dem ersten Weltkrieg war man wohl die stärkste Mannschaft in unserem Nachbarland.
Gegründet wurde der Verein im Garten Oostvestplein 11 in der östlichen Innenstadt. Gründunsgmitglieder waren acht Schüler im Teenageralter. Gespielt hat man zunächst auf dem Gelände der Heineken-Brauerei und vor der Laurenskerk, einer gotischen Kirche in Rotterdam. Heute trägt man die Heimspiele in Het Kasteel aus, einem fast 12.000 Zuschauer fassendem Stadion, welches zu den schönsten der Niederlande gehören soll.
Die zweite erfolgreiche Phase hatte man in den 1950er und 1960er-Jahren. 1958 holte man sich den Pokal und 1959 wurde man erstmals wieder niederländischer Meister. Im Europapokal der Landesmeister gewann daraufhin sogar in der ersten Pokalrunde gegen den IFK Göteborg. Eine Runde später war gegen die Glasgow Rangers allerdings Ende. Sparta überzeugte so sehr, dass man das Stadion ausbaute. Fortan passten über 30.000 ins Schlösschen. 1962 gewann man erneut den Pokal und spiele erneut international. Gegen den Vienna FC und Göteborg gewann man, scheitere dann aber am FC Bayern München.
Bis 1973 gehört man national zur Spitzengruppe der Eredivisie und spielte regelmäßig international. Aus dieser Zeit resultiert auch ein 9:0 gegen IA Akranes, der Rekordsieg in internationalen Wettbewerben.
1987 wurde man nochmals achter, versank aber dann mehr und mehr in der Bedeutungslosigkeit. Das Umfeld des Stadions verkam immer mehr, es gab sogar Pläne es abzureißen und Wohnhäuser zu errichten. Soweit ist es nicht gekommen, doch das Stadien verkam immer mehr. 1998 setzte ein Orkan dem Schlößchen gewaltig zu und eine Renovierung ließ sich nicht mehr verschieben. 2002 musste man aber dann tatsächlich den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.
Seit 2019 spielt man wieder in der Eredivisie und stand 2023 sogar in den Playoffs um den Einzug in die Conference League. Dort scheiterte man am Ende allerdings an Twente Enschede.
In den letzten Jahren hat der Verein wichtige Investitionen getätigt, so ist das Stadion wieder im Besitze des Vereins. Dazu wurde Geld ins Trainingszentrum gesteckt. Auch die Kapazität des Stadions soll nach und nach größer werden.
Lange Zeit war die Hierarchie in der Kölner Fußballwelt klar: Ganz oben steht der FC und dann kommt ganz lange nichts. Das ist bis heute so, doch dahinter kam er mittlerweile zu gravierenden Verschiebungen. Viktoria Köln hat der Fortuna eindeutig den Rang abgelaufen. Viktoria Köln spielt aktuell in der dritten Liga und damit zwei Klassen unter dem FC aber auch eine Liga über der Fortuna.
Die Wurzeln der Viktoria reichen bis ins Jahr 1904 zurück, in seiner jetzigen Form existiert der Verein aber erst seit 2010. Er gilt als Nachfolger des SCB Viktoria Köln, der eine Insolvenz nicht überstanden hat. Damals wurde man in die Kreisliga zurückgestuft. Durch die Übernahme der Fußballabteilung des FC Junkerdorf startete man dann doch in der NRW-Liga und spielt seit 2019 in der 3. Liga.
Bereits vor dem Aufstieg konnte man sich das ein oder andere Mal für den DFB-Pokal qualifizieren. Said El Mala, inzwischen fast Nationalspieler im Diensten des 1.FC Köln, spielte im letzten Jahr noch bei Victoria Köln. Auch Mark Uth, Marcel Risse und Alexander Voigt spielten für die Victoria. Auf der Trainerbank waren Olaf Janßen, Pavel Dotchev und Jürgen Kohler die bekanntesten Gesichter.
Eigentlich war alles in trockenen Tüchern. Eigentlich. Die Vereine der Frauen-Bundesliga und der DFB wollten am Mittwoch gemeinsam einen Ligenverband, in Anlehnung an die DFL, gründen. Und hier wäre die Geschichte eigentlich aus erzählt. Die Verträge waren ausgehandelt, doch dann wollte der DFB plötzlich nachverhandeln.
Ursprünglich sollten die Vereine und der DFB jeweils 50 Prozent der Anteile bekommen, der DFB wollte 100 Millionen investieren, die Vereine sogar 700 Millionen. Die Verhandlungsführer des DFB hatten aber weiterhin Gesprächsbedarf. Und nun wundert man sich beim DFB über den Schritt der Vereine? Nicht nachvollziehbar. Die Vereine standen unter Zugzwang und wollten die Gründung schnell über die Bühne bringen. Genau das wusste der DFB und wollte seine Interessen deswegen durchsetzen, die Vereine würde schon mitziehen.
Haben sie aber nicht, und das ist ihr gutes Recht.
Dr. Manfred Weinberg (1902 – 1982) war ein Rechtsanwalt der seinen Wirkungskreis in Offenbach hatte und seit 1932 Vorstandsmitglied bei den Kickers Offenbach. Er sorgte dafür, dass Adolf Hitler am 16. Juni 1932 im Stadion der Kickers keine Rede halten durfte.
Dass die Nazis das Ganze nicht so witzig fanden, liegt auf der Hand. Gemeinsam mit Ernst Oppenheimer, wurde er zu erniedrigenden Tätigkeiten gezwungen. Beide musste auf dem Wilhelmplatz mit einer Zahnbürste kommunistische Parolen entfernen. Dazu kamen „Schutzhaft“ im Lager Osthofen (Rheinhessen) und Berufsverbot, er flüchtete 1933 nach über Frankreich nach Afrika. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und kümmerte sich um die Reorganisation der Mainzer Arbeitsamtes. Heute findet man am Bieberer Berg, dem Stadion des OFC, einen Stolperstein und eine Informationstafel zu Weinbergs Wirken.
Weinberg wurde aus dem Club verbannt, gleiches galt auch für jüdische Funktionäre. Im Jahre 1932 erklärte die lokale Presse, dass der Club nun „frei vom jüdischen Einfluss“ sei. Zu diesem frühen Zeitpunkt war das noch ein drastisches Vorgehen. Genauso unüblich war allerdings auch, dass 1933 erneut jüdische Bürger in den Vorstand gewählt wurden. Deren Amtszeit war aber extrem kurz und später passten sich die Verantwortlichen an die politischen Verhältnisse an.
Bo Henriksen ist seit gestern nicht mehr Trainer des abstiegsbedrohten Bundesligisten Mainz 05. Das sind in Kürze die entsprechenden Fakten. Nach den schwachen Auftritten in der Bundesliga ist das nicht überraschend. Höchstens die Tatsache, dass man sich mit der Verkündung bis Mittwoch zeitgelassen hat, schließlich trifft man bereits morgen auf Borussia Mönchengladbach.
Doch was sind am Ende die Gründe für die Mainzer Krise? Zunächst einmal die ausgebliebenen Erfolge. Bereits zum Ende der letzten Saison war ein Abwärtstrend deutlich spürbar. Wenn man es drastisch formulieren möchte, haben die Mainzer nicht die Qualifikation für die Conference League geschafft, sondern die Teilnahme an der Champions League verspielt. Von den zehn letzten Saisonspielen der Saison 2024/25 konnten die Mainzer nur die Spiele in Mönchengladbach (3:1) und Bochum (4:1) gewinnen können. In dieser Saison steht tatsächlich nur ein Sieg gegen Augsburg (1:4) und drei Unentschieden gegen Wolfsburg, Bremen und Hoffenheim auf der Habenseite. Immerhin ist man in der Conference League im Soll und liegt in der aktuellen Mammuttabelle mit neun Punkten aus vier Spielen auf dem fünften von 36 Plätzen.
Die Mainzer Probleme haben also nicht nur was mit Aderlass im Sommer zu tun, aber eben auch. Der Abgang von Johnny Burkardt für 21 Millionen zu Eintracht Frankfurt tat richtig weh und Benedict Hollerbach konnte diese Lücke niemals richtig schließen. Die aktuellen Verletzungen von Robin Zentner, Maxim Leitsch, Maxim Dahl und Anthony Caci sind dabei genauso förderlich wie die vielen Rotsperren. Aktuellen fehlen Dominik Kohr und Paul Nebel rotgesperrt.
Prins Henrik Ende Desespereert Nimmer Combininatie Zwolle. Was für eine Name! Wer soll bitteschön darauf kommen, dass es sich hierbei um den amtierenden Tabellenvierzehnter der niederländischen Eredivisie handelt. Die etablierte Bezeichnung PEC Zwolle dürfte dabei einem größeren Personenkreis bekannt sein.
Zwolle liegt zwischen Amsterdam und der deutsch-niederländischen Grenze. Die Stadt Zwolle gibt es seit dem Jahr 1210, der Verein ist gute 700 Jahre jünger. Seit 1978 spielt man zwar nicht lückenlos, aber doch regelmäßig in der Eredivisie, doch der erste Erfolg liegt wesentlicher länger zurück.
Professioneller Fußball wird in Zwolle bereits seit 1955 gespielt, doch bereits 1928 stand man im Finale des KNVB-Pokals. Damals gab es neben PEC Zwolle auch den Zwolsche Atletic Club und die Zwolsche Boys, die ebenfalls professionell Fußball spielten.
Nach dem Aufstieg in die Eredivisie belegte das Team aus Zwolle den achten Platz, bis heute die historisch beste Platzierung. Trotz der Erfolge stand man 1982 vor einem großen Schuldenberg, aber 1985 war die Zeit in der Eredivisie erst einmal vorbei. Das Team stieg zwar wieder auf, war aber nach einem erneuten Abstieg erneut banktrott.
Der Verein gründete sich als FC Zwolle neu, die Mannschaft wurde verjüngt, und es dauerte am Ende bis zum Jahre 2022, bis man ins Oberhaus zurückkehren konnte. Immerhin gewann man 2014 den niederländischen Pokal und spiele in der darauffolgenden Saison in der Europa League. Dort schied man aber bereits in den PlayOffs gegen Sparta Prag aus.
Wir erinnern noch alle an die Meldung, als die Kicker des FC Schalke 04 nach einer 0:1-Niederlage in Bielefeld abstiegen und von Teilen der Fans angegriffen wurden. Das ist lange her, doch die Geschichte wiederholt sich. Allerdings nicht in Gelsenkirchen, sondern in Nizza.
Abgestiegen ist das Team von der französischen Mittelmeerküste zwar noch nicht, liegt aber dafür in der Europa-League auf dem 36. und damit auf dem letzten Platz. Gepunktet hat man dort bisher nicht und liegt sechs Punkte hinter dem FC Basel, dem Team was als letztes noch die Playoff-Quali schaffen würde. Das man am nächsten Spieltag gegen den FC Braga, aktuell Siebter der Tabelle, spielen muss, macht es auch nicht besser.
In der französischen Liga gab es zuletzt eine 1:3-Niederlage beim FC Lorient, einem Team das gegen den Abstieg kämpft. Kapitän der Mannschaft ist übrigens der 42-jährige Brasilianer Dante. Genau der Dante, den man bereits in der Bundesliga bei Borussia Möchengldbach, dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg gesehen hat.
Nach der besagten Niederlage wurde der Bus mit den Profis von 400 Fans u.a. mit Pyrotechnik angegriffen. Die Angriffe waren so heftig, dass zwei Spieler krankgeschrieben sind und ein Spieler Anzeige erstattet haben. Der Verein brauchte fast 24 Stunden um sich offiziell zu äußern, dafür hat sich die Liga der Anzeige angeschlossen.
Das Fans unzufrieden sind, ist das eine. Aber was in Nizza passiert ist, geht über Proteste und Unzufriedenheit deutlich hinaus. Wer Menschen angreift und sie verletzt hat in einem Stadion nichts zu suchen. Bleibt zu hoffen, dass die Polizei die Täter ermittelt und vor Gericht stellen kann. Gute Besserung an alle Verletzten.
Aktuell dümpelt der einstige DDR-Vorzeigeclub in der Regionalliga Nordost herum, und liegt dort auf dem 14. Platz. Zu DDR-Zeiten war der BFC Dynamo aus Alt-Hohenschönhausen Rekordmeister. Ursprung Vereins war die SG Volkspolizei Berlin, den heutigen Namen trägt der Club seit dem 15. Januar 1966.
In der DDR gehörte jeder Verein, der den Beinamen Dynamo trug, zur Sportvereinigung Dynamo. Es handelte sich um die Sportgemeinschaft aller inneren Staatsorgane (Volkspolizei, Stasi, Zollbehörde) der DDR. Kein Wunder also, das der BFC Dynamo der Lieblingsverein zahlreicher hochrangiger DDR-Funktionäre war. So war Ex-Stasi Chef Erich Mielke sogar Ehrenvorsitzender der Berliner.
Es dauerte aber tatsächlich noch bis zur Saison 1978/1979, ehe die Berliner die erste DDR-Meisterschaft einfahren konnten. Den gleichen Titel gewann der BFC insgesamt zehn Mal in Folge. Zur damaligen Zeit trugen Spieler wie Lutz Eigendorf, Frank Rohde, Andreas Thom und Falko Götz das Trikot der Berliner.
Mit dem Ende der DDR begann auch der Untergang der BFC-Kicker. Man verlor logischerweise die Unterstützung aus der Politik und scheiterte in der Qualifikation für die erste und zweite Bundesliga. 2001 rutschte der Club in die Insolvenz und verlor seine Spielberechtigung für die Oberliga.
Mit dem Neuanfang nach der Wende versuchte man sein Glück auch mit einer Umbenennung des Vereines, doch auf Initiative der Fans nannte man kurz vor der Jahrtausendwende wieder in BFC Dynamo um. An alte Erfolge konnte man dadurch zwar nicht mehr anknüpfen, spielt nach zähen Jahren in der Oberliga und der Berlin-Liga nun aber wieder seit 2014 wieder in der Regionalliga Nordost. Dort liegt man aktuell auf dem 15. Tabellenplatz hat aber fünf Punkte Vorsprung auf das Tabellenende der Liga.
Nach der Wende galten die Fans der BFC als extrem gewaltbereit. Das ging soweit, dass ein Berliner Zuschauer beim Gastspiel bei Sachsen Leipzig von einer Polizeikugel getroffen wurde. Auch in den Folgejahren gelten Teile der Anhängerschaft als gewaltbereit. 2016 sprach man laut Wikipedia von Hooligans der Kategorie C und von weit mehr als 200 Hools der Kategorie B. Der Personenkreis wird als rechtsextrem eingestuft. Später haben sich allerdings auch linke Ultragruppen gegründet und auch als Verein hat sich der BFC Dynamo klar positioniert.
Wenn Menschen in meiner Generation an Fortuna Köln denken, dann fallen ihnen wahrscheinlich erst die großen Namen der Vergangenheit ein. Der Verein spielt seit der Saison 1974/1975 in der zweiten Bundesliga, ein Jahr zuvor spielte man sogar in der ersten Liga. Erst in der Saison 1999/2000 musste man sich aus dem bezahlten Fußball verabschieden. Aktuell spielt der Verein in der Regionalliga West.
Die Liste der ehemaligen Spieler liest sich wie eine Legenden-Mannschaft aus grauer Vorzeit. Charles Akonnor, Anthony Baffoe ,Thomas Brdaric, Dirk Hupe, Hannes Linßen, Wolfgang Fahrian, Roy Präger, Wolfgang Rolff, Hans Sarpei , Edgar Schmitt und Tim Wiese sind nur eine kleine Auswahl an ehemaligen Fortuna-Kickern. Mit Toni Schumacher, Bernd Schuster und Uwe Fuchs ist die Liste der ehemaligen Trainer nicht weniger spektakulär. In der ewigen Tabelle liegt das Team aus der Kölner Südstadt immerhin noch auf dem siebten Platz.
Bekanntester Fortuna ist aber, trotz der ganzen Berühmtheiten, der langjährige Präsident und Mäzen Hans „Jean“ Löring. Er war selber aktiver Fußballer, Boxmanager und Unternehmer. Als gelernter Elektriker und Elektrikermeister gründete er die Firma „Hans Löring ELRO Elektro- und Rohrleitungsbau“. Die Führung der Fortuna übernahm er im Jahr 1966 und trat erst 2001 wieder ab. Während seiner Amtszeit half er immer wieder auf dem Rasen auf. 1967/1968 kam er 26 mal zum Einsatz, einmal war er sogar Ersatztorwart. Insgesamt trug er in 38 Spielen das Trikot seiner Fortuna. Er übernahm auch insgesamt fünf mal den Posten des Interimstrainers.
Zu dieser Zeit stiegen die Kölner alle zwei Jahre auf und etablierten sich am Ende in der 2. Bundesliga. Als größter Erfolg seiner Amtszeit wird das Pokalfinale 1983 gegen den FC bewertet. Damals setzte sich der große Rivale mit 1:0 durch. Ein gewisser Größenwahn war Löring weder sportlich noch privat fremd. Er kaufte das Anwesen Haus Kickley im Kreis Düren und nutzte es ausschließlich für repräsentative Zwecke.
Sein Schloss überschrieb er bereits 1996 an seine Frau, ein Jahr später erlitt Löring einen Herzinfarkt. In der Öffentlichkeit war Löring nicht mehr präsent, behielt seinen Posten allerdings bei der Fortuna. Lörings Firmen liefen nicht mehr, im Jahr 2011 soll er Steuerschulden in Höhe von 4,5 Millionen DM gehabt haben. Dadurch kam auch die Fortuna ins Straucheln. Der Club hatte 1,2 Millionen DM Steuerschulden. Im Jahr 203 wurde das Schloss zwangsversteigert, Löring verlor sein Wohnrecht. Heute gehören die Gebäude dem Kölner Unternehmer Enrico Drechsel. Löring war nicht nur völlig mittellos, er litt auch an einer Krebserkrankung und verstarb am 6. März 2005 in Köln.
Die Fortuna musste 2003 Insolvenz anmelden. Trotz zahlreicher Aktionen und trotz der Unterstützung von zahlreichen Prominenten, u.a. Michael Schumacher und Ralf Richter, stieg die Fortuna bis in die Oberliga ab. In der Saison 20024/2005 musste der Spielbetrieb aus finanziellen Gründen eingestellt werden.
Denkt man den Fußball in den Niederlanden wird den meisten wohl Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven und Feyenoord Rotterdam einfallen. Dennoch hat der niederländische Fußball und auch Rotterdam, immerhin zweitgrößte Stadt der Niederlanden, mehr zu bieten und auch genug Platz für zwei oder besser gesagt drei Traditionsvereine.
Der Verein „Stichting Betaald Voetball Excelsior“ ist bei uns als Excelsior Rotterdam bekannt. Seine Wurzeln liegen genauso wie sein Stadion, das 4.400 Zuschauer*innen fassende Van Donge & De Roo Stadion, im Stadtteil Kralingen-Crosswijk. Dort hat nicht nur der Fußballverein sein Zuhause, sondern auch die Erasmus-Universität der Stadt.
Gegründet wurde der Verein im Jahre 1902 als echter Arbeiterclub gegründet. Den ersten Aufstieg in die Eredivisie, die höchste Spielklasse in den Niederladen schaffte man erstmalig 1946. Zwischenzeitlich verabschiedete man sich immer mal wieder aus der Eredivisie, spielt aktuell aber wieder in der höchsten niederländischen Fußballklasse.
In den Niederlanden wird der Verein auch Altpapierclub genannt, das in der Vergangenheit Fans loszogen, um alte Zeitungen und anderes Papier in den Haushalten abholte. Das Geld kam Excelsior zu Gute.
Zwischen den Jahren 1997 und 2005 kooperierten Excelsior und Feyenoord miteinander. Feyenoord lieh seine Talente zu Excelsior aus, die erhielten Spielzeit und Wettbewerbserfahrungen. Für beide Verein und vor allem für die vielen jungen Spieler ein gute Sache.
In der aktuellen Saison sind die Kicker aus der Hafenstadt zwar in Schlagdistanz zu den direkten Abstiegsrängen, liegt mit 13 Punkten aber auch über dem Strich. Damit wäre man auch zum Saisonende mehr als zufrieden.
Der Chemnitzer FC gehört zu den Ost-Vereinen, die nach der Wiedervereinigung zwar in der 2. Bundesliga starten konnten, dann aber irgendwann in den Niederungen des Regionalfußballs verschwanden. Für die Saison 1991/1992 sicherte man sich die Startrechte in der 2. Bundesliga Süd. Damals spielten u.a. Olaf Renn (insgesamt 264 Zweitliga-Spiele) und Steffen Heidrich (32 Erst- und 202 Zweitligaspiele) für die Sachsen. Zum ersten Mal steig man in der Saison 1995/96 ab, schaffte zur Saison 1999/2000 wieder den Sprung in die zweithöchste Spielklasse der Republik. Dieses Mal konnte man nur zwei Jahre in der 2. Liga spielen und stieg mit Akteuren wie Carsten Lakies (u.a. Bayern II) und Jörg Sobiech (u.a. Wattenscheid 09) wieder ab. Davon hat man sich bis heute nicht erholt und spielt aktuell in der Regionalliga Nordost.
Gegründet wurde der Verein als ostdeutscher FCK (FC Karl-Marx-Stadt) im Jahre 1966, seit 1990 hat er seinen Namen mit der Umbenennung der Stadt Karl-Marx-Stadt in Chemnitz ebenso geändert. Als Vorgängervereine werden Chemnitzer SC Britannia (als Gründungsmitglied des DFB) und Chemnitzer BC. Zu Zeiten der DDR spielte man seit 1954, mit einigen Unterbrechungen, in der DDR-Oberliga. 1990/1991 spielte man sogar International, musste aber dort ausgerechnet gegen Borussia Dortmund antreten und schied direkt in der ersten Runde aus. Ein Jahr zuvor gab es nach Siegen gegen Boavista Porto und den FC Sion ein Drittrundenduell gegen Juventus Turin. Allerdings war man in beiden Spielen gegen die Italiener chancenlos.
Im Jahre 2018 musste man sich durch die Tiefen der Insolvenz schlagen. Drei Jahre später können die Chemnitzer behaupten, dass sie nun schuldenfrei sind.
In bundesweite Schlagzeilen geriet der CFC im Jahre 2021 auch wegen einer Traueraktion für den verstorbenen rechtsextremen Hooligan Thomas Haller. Als Gründer einer privaten Sicherheitsfirma war Haller auch für die Stadionsicherheit zuständig. Daniel Frahn, damals Spieler der Chemnitzer, hielt ein Hooligan-Shirt hoch und in der Fankurve wurde ein Banner mit Kreuz ausgebreitet.
Thomas Ulig, damals Vorsitzender. legte deswegen alle Ämter nieder. Peggy Schellenberger, Fanbeauftragte und SPD-Abgeordnete im Chemnitzer Stadtrat wurde genauso von ihren Ämtern enthoben, wie der Stadionsprecher und ein Mitarbeiter der Presseabteilung. Frahn wurde für zwei Spiele (und weitere zwei Spiele auf Bewährung) gesperrt.
Der damalige Insolvenzverwalter Klaus Siemon behauptet in einem Presseartikel, dass er zu der Traueraktion genötigt worden sei. Er berichtete, dass man andernfalls mit massiven Ausschreitungen der Hooliganszene zu rechnen gehabt hätte. Vereinsdokumente und WhatsApp-Verläufe wiedersprechen dieser Aussage allerdings.
Seit 2008 gehört der Manchester City Club zu den erfolgreichsten Mannschaften im europäischen Spitzenfußball. Die Citizens, wie man den ehemaligen Arbeiterclub aus Manchester auch nennt, wurde seit der Übernahme durch ein Investmentunternehmen aus Abu Dhabi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten im Jahre 2008 insgesamt acht Mal englischer Meister, dreimal Pokalsieger, sechsmal Ligapokalsieger, viermal Superpokalsieger, sowie einmal Champions League-Sieger. Aktuell liegt man in der Premier League hinter Arsenal und Chelsea auf dem dritten Platz.
2009 wurde Roberto Manchini, zuvor Übungsleiter bei Inter Mailand, als neuer Trainer verpflichtet. Spätestens jetzt begann die Transformation vom Arbeiterverein zur arabischen Vorzeigeprojekt. Jedenfalls aus Sicht der neuen Besitzer aus Abu Dhabi. In England wird das Ganze nicht so kritisch betrachtet wie hierzulande.
Die Abu Dhabi United Group, wird durch Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan geführt, der Mitglied der Königsfamilie ist. Damit haben die Vereinigten Arabischen Emirate nicht nur großen Einfluss auf das Investmentunternehmen, sondern auch auf die Belange der Blues. Klingt erstmal alles halb so wild? Mitnichten, der Scheich ist außenpolitisch aktiv, und hat die Khalifa Haftar im libyschen Bürgerkrieg unterstützt und ein Bündnis mit dem sudanesischen Kriegsverbrecher Mohamed Hamdan geschmiedet.
Bei den Vereinigten Arabischen Emiraten handelt es sich um eine konstitutionelle Monarchie und ist ein Verband aus sieben Scheichtümern. Amnesty International berichtet von Menschenrechtsverletzungen wie Folter und von dem „Verschwinden“ von Regierungskritikern. Persönliche Freiheitsrechte gibt es genauso wenig wie Pressefreiheit. In der Demokratieentwicklung liegen die Emirate ziemlich im Tabellenkeller. Wenn man sich die Erfolge des Vereines anschaut, sollte man sich immer vor Augen halten, wo das Geld herkommt.
Der Scheich aus Abu Dhabi besitzt nicht nur das englische Team, sondern mit der City Football Group zahlreiche Vereine. Zu diesem Fußball-Konglomerat gehören neben Manchester City, der FC Girona (Spanien), der FC Palermo (Italien), Troyes (Frankreich), Lommel SK (Belgien), New York City FC (USA), Mumbai City FC (Indien), Melbourne City FC (Australien), Yokohama F. Marinos (Japan) und Shenzen Peng City (China). Immerhin gehören den Herren aus Abu Dhabi auch die Frauenmannschaften der genannten Vereine. Zu den eigenen Clubs kommen noch Partnerschaften mit dem Club Bolivar (Bolivien), Istanbul Basaksehir (Türkei), Vannes Olympique (Frankreich) und Geylang International (Singapur).
Dadurch, dass die Investoren gleich Besitzer von mehreren Teams sind, stehen sie in der Kritik den Wettbewerb, vor allem wegen ihrer Finanzkraft zu verzerren, und Transfers intern abzuschließen, dazu kommen zahlreiche Verstöße gegen das Financial Fair Play. Alleine Manchester City werden über einhundert Verstöße vorgeworfen!
Ich frage mich, warum ich nicht schon viel eher an der Hafenstraße war. Die Partie zwischen Rot-Weiss Essen und dem FC Energie Cottbus war das Spitzenspiel der 3. Liga, in dem die Gäste aus Cottbus nicht nur mit 2:3 gewonnen haben. Das Team von Pele Wollitz hat sich durch den Sieg auch wieder an die Tabellenspitze gesetzt.
Die Essener begannen munter, die Gäste ließen aber nichts anbrennen. In den ersten Minuten schwiegen die Zuschauer und pünktlich mit dem Ende des Stimmungsboykotts trafen die Gäste in Person Tolgay Cigerci vom Elfmeterpunkt zum 0:1. Die Essener liefen weiter an, im letzten Drittel fanden sie aber kein Mittel, um den Cottbussern gefährlich zu werden. Die griffen durch deren Justin Butler immer wieder an, doch die RWE-Defensive konnten den Flügelstürmer zu keinem Zeitpunkt stoppen.
Auch im zweiten Durchgang hatte Butler zu viele Freiheiten, einen missglückten Befreiungsschlag nahm der Stürmer auf, nutze seinen Raum und brachte sein Team in Führung. Doch die Hausherren kämpften sich zurück ins Spiel und erzielten in Person von Jannick Mause den Anschluss. Wenig später hatten die Revierkicker die Chance auf den Ausgleich, doch der Cottbusser Keeper Marius Funk verhinderte mehrfach den Ausgleich. Das Spiel ging in eine Richtung, doch die Gäste nutzen einen weiteren Konter zum 1:3.
Es schien so, als hätten sich die Hausherren mit der Niederlage abgefunden, doch Tom Moustier verkürzte auf 2:3. Die Essener gaben alles, doch der Ball wollte nicht mehr ins Gäste-Tor. Am Ende stand eine etwas unglückliche Niederlage.
Der Sportclub Heerenveen gehört zwar zu den Mannschaften, die seit gefühlten Ewigkeiten in der Eredivisie spielen, bei uns aber trotzdem ein wenig unter dem Radar laufen. Die Stadt Heerenveen liegt in Friesland zwischen Ijsselmeer und Groningen. Heerenveen gilt als Sportstadt und hat neben den Fußballern auch erfolgreiche Eisschnellläufer hervorgebracht.
Der SC Heerenveen wurde bereits 1920 unter dem Namen Athleta gegründet, nannte sich bereits wenig später Spartaan und seit 1971 VV Heerenveen. Seit 1977 wird die Fußallabteilung unter dem Namen sc Heerenveen geführt. Der wohl bekannteste Spieler, der das blau-weiße, mit Ahornblättern verzierte, Trikot getragen hat, war Abe Lenstra in den 1950er Jahren. Er war Nationalspieler und sorgte unter anderem dafür, dass sein Team nach 1:5-Rückstand immerhin noch mit 6:5 gewinnen konnte. Auch Bas Dost (u.a. VfL Wolfsburg), Alfred Finnbogason (u.a. FC Augsburg) und Ruud van Nistelrooy (u.a. Real Madrid) haben eine Vergangenheit in Heerenveen. Nicht weniger bekannt sind die ehemaligen Übungsleiter Robin van Persie und Kees van Wonderen. Im aktuellen Kader ist der dänische Abwehrspieler Jakob Trenskow der wertvollste Spieler.
In der Spielzeit 2000/2001 spielte man in der Champions League, scheiterte in der Gruppenphase allerdings an dem FC Valencia, Olympique Lyon und Olympiakos Piräus. In den weiteren Jahren spielteb man mehrfach international, zuletzt in der Saison 2009/2010.
Der einstmals so stolze SC Westfalia Herne befindet sich aktuell in den Tiefen des Amateurfußballs. Aktuell liegt man in der Westfalenliga auf dem neunten Platz muss gegen die Konkurrenten wie Concordia Wiemelhausen, Vestia Disteln oder Wacker Castrop antreten. Es gab Zeiten in denen es anders war. Allerdings ist die Blase irgendwann geplatzt und der Traum von höherklassigem Fußball am Schloss Strünkede fand ein jähes und abruptes Ende.
Erhard Goldbach war zu Beginn seiner Karriere Kohlehändler und später hatte er an der Heerstraße in Herne-Crange eine freie Tankstelle. Ende der 70er Jahre waren es insgesamt über 260 Tankstellen, die Goldbach unter dem Firmennamen „Goldin“ führte. Zu seinen Hochzeiten ließ Goldbach in einem Teil des Osthafens in Wanne den „Hafen Goldbach“ anlegen. Golbach unterbot die Preise seiner Konkurrenz in der Regel um zwei Pfennig. Goldbach war nicht nur Geschäftsmann, sondern auch Mäzen von Westfalia Herne.
Mit der 1970er-Jahre war das Tankstellengeschäft nicht mehr lukrativ, auch wenn immer mehr Tankstellen wie Pilze aus dem Boden schossen. Das führte Goldbach wohl dazu, zahlreiche illegale Geschäfte durchzuführen. So soll er Benzin an der Steuer vorbeigeschmuggelt und das unversteuerte Benzin weiter verkauft haben. Dazu kamen fingierte Belege und ins Ausland transferiertes Schwarzgeld. Am Ende kam man ihm bei einer Steuerrazzia auf die Spur. Da sich Goldbach ins Ausland abgesetzt wurde, hat man ihn über die Sendung Aktenzeichen XY gesucht und schließlich auch gefunden. Goldbach saß insgesamt neun Jahre im Gefängnis und verstarb am 9. Mai 2004.
Bevor er aufflog verhalf er der Westfalia aus Herne zu einer goldenen Ära. Man spielte in der zweiten Bundesliga und verpflichtete Spieler wie Hans-Joachim Abel oder Trainer Ivica Horvat. In der Ära kamen mitunter fast 30.000 Zuschauer ans Schloss Strünkede. Goldbach wollte seine Westfalia unbedingt in die Bundesliga führen und führte das Profitum ein, zu diesem Zeitpunkt alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
Von der Razzia hat der Verein und seine Angestellten aus dem Radio erfahren. Seine Zuwendungen von mehr als drei Millionen DM sollen auch keine Zuwendungen, sondern ein Darlehen gewesen sein. Dadurch kam der Verein mächtig in Schieflage, so dass man seine Lizenz zurückgeben und in die Oberliga absteigen musste. Den Zweitligaplatz übernahm Rot-Weiß Lüdenscheid.
Der VfB Oldenburg, ja das sind die, bei denen „der dicke Klaus“ (Baumgart) von Klaus & Klaus mal Vizepräsident war. Und zwar in den Jahren 1990 bis 1993. Seine Amtszeit fiel in eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte. In dieser Zeit spielten die Oldenburger in der 2. Fußball-Bundesliga. Danach stieg man allerdings ab und schaffte erst 1996 wieder den Aufstieg in die zweite Liga. Seit 1997 spielt man nun in Regionalliga, Oberliga, Niedersachsenliga und mit einjähriger Unterbrechung (2022/2023 in der 3. Liga) wieder in der Regionalliga Nord. Im Jahre 2009 wurde Klaus Baumgart wegen persönlichen, verbalen Angriffen gegen Mannschaft, Trainer und Vorstand aus dem Verein ausgeschlossen.
Gegründet wurde der norddeutsche VfB bereits 1897. Damals hieß der Verein allerdings noch FC Oldenburg und es wurde auf dem Exerzierplatz an der Infanteriekaserne gespielt. 1919 fusionierte der FC Oldenburg mit dem „Fußball Germania von 1903“ und existierte fortan als VfB Oldenburg. Bereits ein Jahr später wurde man Bezirksmeister, in der Qualifikation zur norddeutschen Meisterschaft scheiterte man allerdings.
Bis 1980 spielte man Regional- und Landesliga und durfte dann endlich in der 2. Bundesliga starten. Allerdings ging es ein Jahr später wieder runter in die Oberliga, von wo aus man erst 1990 wieder aufsteigen konnte. Immerhin drei Jahre spielte man in der ein- bzw. zweigleisigen zweiten Bundesliga. Das Team entwickelte sich zur Fahrstuhlmannschaft und geriet, nicht zuletzt deswegen, in finanzielle Schieflage. Während der Saison 1999/2000 wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, das wurde im Jahr 2000 aber wegen fehlenden 300.000 Euro abgelehnt. Dank einiger Benefizspiele gegen Hamburg, Bremen und Schalke, konnte das Insolvenzverfahren abgeschlossen werden. Allerdings stieg die Mannschaft als Tabellenletzter ab. Aktuell steht die Mannschaft in der Regionalliga Nord mit einem Punkt und einem Spiel Rückstand auf den Tabellenführer Drochtersen auf dem zweiten Platz.
Wertvollste Spieler aus dem aktuellen Kader sind mit jeweils 125.000 Euro Marktwert Innenverteidiger Marc Schröder und der kroatische Mittelfeldspieler Vjekoslav Taritas. Bekannte Vorgänger der beiden waren unter anderem Karsten Baumann (u.a. Köln, Dortmund), Hans-Jörg Butt (u.a. Leverkusen, Hamburg), Lucas Höler (u.a. Frfeiburg) und der glorreiche Paolo da Palma (u.a. Osnabrück, Bochum, Saarbrücken).
Emden, man könnte sie auch als Hauptstadt Ostfrieslands bezeichnen, kennen die meisten wohl als Heimat von Otto Waalkes. Dabei hat Emden wesentlich mehr zu bieten. Durch das VW-Werk und den Hafen ist die Stadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Niedersachsen und den ganzen Norden. Dazu ist Emden Hochschulstandort und auch durch seine Kunsthalle bekannt.
Der Ballspielverein Kickers Emden ist, was den Fußball angeht, der erste Verein in der niedersächsischen Hafenstadt. Gegründet im Jahre 1946 als Nachfolger von diversen Vereinen, die nach dem Krieg aufgelöster Sportvereine. Zunächst spielte man auf dem Bronsplatz im Stadtteil Bentinkshof, ehe man auf den Platz der FT 03 Emden umzog. Im Jahr 1950 bekam man den Kickers-Platz, auf dem man auch heute noch spielt.
1946 durfte man in der Bezirksklasse Ostfriesland starten, die man auch direkt gewann und damit in die Verbandsliga aufstieg. Die weiteren Strecken mussten mit LKW zurückgelegt werden, PKW und Busse standen nicht zur Verfügung. Den Aufstieg in die Landesliga konnte man aber erst 1970 umsetzen. Bis 1990 kam man über die Verbands- und Landesliga allerdings nicht hinaus. Erst zur Saison 1991/1992 konnte man sich das Startrecht für die Oberliga Nord, immerhin damals die dritthöchste Spielklasse, sichern, in der man bis zu der Neugründung der Regionalliga 1994 weiter spielte. Trotz der Erfolge sammelten die Kickers 1,5 Millionen Euro Schulden. Die taten dem Verein sichtlich weg, 1998 drohte dem Verein nach eigenen Angaben das Aus. Um das Ende anzuwenden gründeten Gönner des Vereins eine Kommanditgesellschaft, die dem Verein für 3,3 Millionen DM das Stadiongelände abkaufte. Danach musste der Verein den wiederholten Abstieg in die Oberliga hinnehmen, schaffte aber zehn Jahre später den Sprung in die dritte Liga.
2009 zog man sich freiwillig aus der dritten Liga zurück und ließ auch die Idee eines Stadionneubaus fallen. 2012 verabschiedete man sich aus der Oberliga und trat in der Landesliga Weser-Ems an. 2011 mussten die Emdener allerdings Insolvenz anmelden, das Verfahren wurde 2012 eröffnet und 2013 offiziell beendet. Heute spielen die Kickers Emden in der Regionalliga Nord.
Die bekanntesten Spieler, die das Trikot der Kickers getragen haben waren die Ex-Nationalspieler Jörg Heinrich (u.a. Freiburg, Dortmund, Florenz), Chad Deering (u.a. Schalke 04, Werder Bremen, St. Pauli) und Lawrence Aidoo (Energie Cottbus, Mönchengladbach).
Einmal trug sogar die Torwart-Ikone Uli Stein (u.a. Hamburg, Frankfurt, Bielefeld) das Kickers-Trikot. Stein sprang ein, nachdem die Kickers ein Torwartproblem kommunizierten. Das Spiel gewannen die Emdener mit 3:0.
Im letzten Jahr war der Aufschrei bei Borussia Dortmund groß, als Rheinmetall als neuer Sponsor vorgestellt wurde. Es war von einer Summe über 20 Millionen die Rede, die das Sponsoring von Deutschlands größtem Rüstungskonzerne mit sich bringen sollte. In Brünn, der zweitgrößten Stadt Tschechiens hätte das wahrscheinlich nicht mehr als ein Achselzucken verursacht. Der FC Zbrojovka Brünn hat seinen Namen durch die Waffenwerke Brünn geerbt. Auch wenn es die 1918 gegründete Waffenfabrik seit 2007 nicht mehr gibt.
Der Verein spielt aktuell in der Fotbalová národní liga, der zweithöchsten tschechischen Liga. Dort ist man aktuell Tabellenführer und damit klar auf Aufstiegskurs. Den Verein gibt es seit 1913, der auf Initiative eines Müllersohnes gegründet wurde. Erster Präsident und Sponsor war dann auch gleich der besagte Müller.
Durch den Müller bzw. das gemahlene Mehl konnte der Club auch während des ersten Weltkrieges einige Spieler an sich binden und auch im nahegelegenen Lazarett fanden die Tschechen entsprechende Verstärkungen. 1932 gelang der erste Aufstieg in die zweite Liga und nur ein Jahr später war man schließlich Erstligist. 1935 konnte man sich sogar für den Mitropapokal qualifizieren, scheiterte dort in der zweiten Runde allerdings an Ferencvaros Budapest. 1946 wurde festgestellt. dass die Brünner im Rahmen eines Bestechungsskandales Geld angenommen haben und wurden deswegen aus der Liga ausgeschlossen wurden.
Nach dem man in der damaligen Tschechoslowakei den Fußballbetrieb neu organisiert hatte, musste Brünn den Weg in die dritte Liga gehen. Der Aufstieg konnte dann erst wieder 1971 realisiert werden. Danach gehörte der Club zu den besten Teams der Landes. 1975 und 1977 wurde man sogar Tabellenvierter. Das war allerdings nichts im Vergleich zur Jahr 1978, wo man tschechischer Meister wurde und sich für den Europapokal der Landesmeister qualifizieren konnte. Dort scheiterte man allerdings an Wisla Krakau. In der Liga blieb man noch zwei Jahre erfolgreich, auch wenn die Meisterschaft nicht verteidigt werden konnte. 1980 schaffte man es ins Viertelfinale des UEFA-Pokals, verlor am Ende aber gegen Eintracht Frankfurt. 1983 musste man sich dann erneut aus der höchsten nationalen Spielklasse verabschieden. Die Kicker aus Brünn feierten aber in den 1990er Jahren ein Comeback und zog nochmals in die europäischen Wettbewerbe ein.
Heute ist Altona eine feste Größe als Hamburger Stadtteil, bis zum Jahre 1938 war Altona eigenständig und war zeitweise eine sogar Teil des dänischen Gesamtstaates und nach Kopenhagen die zweitgrößte dänische Stadt. Den FC Altona 93 hat das alles wenig beeindruckt
Gegründet wurde er als Fußball- und Cricketclub im vorletzten Jahrhundert von Kaufleuten und Gymnasiasten. Diverse Fusionen brachten dem Verein immer mal wieder neue Namen, seit 1979 ist die offizielle Bezeichnung aber unverändert „Altonaer Fußball-Club von 1893“. Während der Verein heute in der Regionalliga Nord spielt, hatte er seine besten Zeiten vor dem ersten Weltkrieg, als man häufiger Hamburger Stadtmeister wurde und 1914 sogar Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft stand. Bis 1945 war man jeweils in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten.
Nach dem zweiten Weltkrieg schaffte man den Sprung in die Oberliga und pendelte in den Folgejahren immer zwischen Regional-, Landes-, Verbands- und Oberliga. Dort kämpft man allerdings als Sechzehnter der Tabelle um den Klassenerhalt.
In der Saison 2009/2010 bekam man auf Grund von Unregelmäßigkeiten mit dem Finanzamt keine Lizenz für die Regionalliga. Große Auswirkungen hatte das aber nicht, da man sich auch sportlich nicht qualifiziert hatte und am Ende absteigen musste. Den sportlichen Aufstieg schaffte man erst drei Jahre später, doch die Lizenz hatte man nicht beantragt.
Der Verein hat einige bekannte Fußballer hervorgebracht, denn Eric Maxim Choupo-Moting (u.a. Bayern München), Christian Rahn (u.a. FC St. Pauli) und Jonathan Tah (Bayern München) trugen alle das Trikot des heutigen Stadtteilclubs.
In West-England, im Irgendwo zwischen der walisischen Grenze und Oxford liegt das Städtchen Nailsworth. Mit höherklassigem Fußball bringt man es nicht in Verbindung, schließlich spielt der heimische „Forest Green Rovers Football Club“ in Anführungsstrichen nur in der National League, in Englands fünfthöchster Spielklasse aus. Bekannter ist die Region als Ort unter 101 besten, um in Großbritannien zu leben. Möglicherweise liegt das auch daran, das sich eine bekannte Brauerei auf dem Stadtgebiet befindet.
Dem Club tut man damit ein bisschen Unrecht, schließlich sind die Forest Green Rovers seit 2018 klimaneutral und vegan. Das mag die geneigte Leserschaft möglicherweise abschrecken, aber der Verein übernimmt eine Vorreiterrolle und füllt diese auch gerne aus. Der Energiebedarf wird aus erneuerbaren Energien gewonnen, die Trikots bestehen aus Bambusfasern, die Bratwurst wird aus Tofu hergestellt und auch das Bier gilt als vegan.
Der Verein spielt in den unterklassigen Ligen. In der Saison 2022/2023 spielte man immerhin in der EFL League One, der dritten englischen Liga. Um das Thema Nachhaltigkeit kümmert man sich seit 2010, damals hat Dale Vince den Verein übernommen. Er hatte Klimaproteste in der Premier League mitfinanzierte und setzte die Änderungen bei seinem neuen Club direkt um. Wie der Club berichtet, werden seit der Einführung viermal so viele Produkte verkauft als vorher. Dazu gibt es für den Stadionrasen keine Pestizide, dafür aber einen Solarmäher. Für all die umgesetzten Maßnahmen gab es 2018 den Momentum for Change-Award.
Die Partie klingt wohlklingender, als sie tatsächlich ist. In der italienischen Serie C trifft „Unione Sportiva Salernitana 1919“ im 37.000 Zuschauer*innen fassenden Stadio Arechi auf den „FC Crotone“. Die Heimat der „Kastanienbraunen“ ist Salerno, eine Hafenstadt in Kampanien. Salerno ist eine Großstadt mit etwa 125.000 Einwohner*innen.
Seit 1919 hat der Verein nicht nur in verschiedensten Ligen gespielt, er trat auch unter verschiedensten Namen auf. Gegründet als „Unione Sportiva Salernitana“ hieß er zwischendurch nach Fusionen völlig anders tritt seit 2012 aber als US Salernitana 1919 auf. Die meiste Zeit fand man sich in den Serien B und C wieder, zwischendurch gab es aber immer mal wieder Ausreißer. In den Jahren 1947/1948, 1998/1999 und 2021/2022 – 2023/2024 spielten die Süditaliener in der Seria A.
Vor dem Aufstieg mussten die damaligen Besitzer von Salernitana den Verein allerdings verkaufen, da es nicht gestattet war, das zwei Teams eines Besitzers in einer Liga spielen. Zwei Mal konnte man den Klassenerhalt in der Seria A sicher, musste zum Ende der Saison 2023/2024 allerdings erneut den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. In den drei Jahren Erstklassigkeit trugen unter anderem Franck Ribery und Jerome Boateng das Trikot der Fahrstuhlmannschaft. Zu den bekanntesten Ex-Spieler gehören aber auch der heutige italienische Nationaltrainer Gennaro Gattuso und der ehemalige Nationaltorwart Walter Zenga. Im aktuellen Kader ist laut den Kolleg*innen von transfermarkt.de der kroatische Mittelfeldspieler Borna Knezovic mit einem Marktwert von 800.000 € der wertvollste Spieler.
Eine Fan-Freundschaft soll es mit den Ultras GE geben, die während einer Groundhopopingtour im September 2016 entstanden ist. Durch den damaligen Besitzer wurde die Schalker den heimischen Ultras vorgestellt, das Spiel gegen Hellas Verona konnte man dann in unmittelbarer Nähe zum Vorsängerpodest verfolgen. Einen Gegenbesuch der Italiener gab es dann im November zum Heimspiel der Königsblauen gegen Darmstadt 98.