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Aller guten Dinge sind zwei

Thematisch bleiben wir, gestern ging es um die BSG Leipzig, in der Sachsen-Metropole. Leipzig hat neben dem Projekt, der BSG Chemie einen weiteren Verein, der hier Erwähnung finden sollte. Der Verein existiert seit 1893 und wurde im Leipziger Stadtteil Probstheida gegründet. Probstheide liegt im Nordosten der Stadt und ist vor allem durch das Völkerschlachtdenkmal bekannt. 1945 hat man den Verein, wie viele andere auch, zwangsaufgelöst später zu DDR-Zeiten aber wieder neu gegründet. 1991 hat man den Verein in VfB Leipzig umbenannt, diesen Namen trug man bereits in Vorkriegszeiten. Die Lok-Kicker gehörten zu Zeiten der DDR zu den erfolgreichsten Teams, nach der Wende konnte man noch eine Spielzeit in der Bundesliga spielen.

Wenn man sich die Kaderliste aus der Bundesligazeit anschaut, stößt man auf einige große Namen. Maik Kischko, Torsten Kracht, Steffen Heidrich, Dieter Hecking, Franklin Bitencourt, Jürgen Rische und Darko Panchev spielten allesamt für Leipzig. An der Seitenlinie stand die ostdeutsche Trainerlegende Bernd Stange. Nach dem direkten Wiederabstieg aus der Bundesliga konnte man sich noch vier Jahre in der zweiten Liga halten, stieg danach aber relativ schnell in die regionale Oberliga Süd ab. Nach einigen Jahren in der Fünftklassigkeit, spielt man heute in der Regionalliga Nordost, heute die vierthöchste Spielklasse. Dort trifft man u.a. auf die BSG Chemie Leipzig, Rot-Weiß Erfurt, den Chemnitzer FC und den BFC Dynamo.

Zurück zur Historie: Nach der Jahrtausendwende musste die Lok durch eine Insolvenz, so dass man 2003 einen neuen Verein gründete. Seit 2021 ist man schuldenfrei und fusionierte im gleichen Jahr mit Lok Leipzig. Seit 2022 ist klar, dass die Leipziger für ihre drei Meisterschaften einen Meisterstern auf dem Trikot tragen dürfen.

Allerdings gibt es durchaus Probleme in der Messestadt. Im letzten Jahr kam es beim Pokalspiel zwischen Lok Leipzig und dem FC Schalke 04 zu rassistischen Beleidigungen gegen den Schalker Christopher Antwi-Adjei. Die Partie wurde unterbrochen und der DFB nahm Ermittlungen auf.

In der Vergangenheit kam es auch immer wieder zu Auseinandersetzungen und rassistischen Vorfällen. Der Vereinsführung ist dabei bewusst, dass es innerhalb der Szene Problemfans gibt, die rechtsorientiert und gewaltbereit sind. Der Verein hat sich von genau diesen Fans aber stets distanziert.

Auch im Leitbild gibt es eine Botschaft. Wir vermitteln Werte wie Loyalität, Respekt, Fairness und Toleranz. Wir üben Solidarität mit in Not geratenen Menschen und zeigen uns hilfsbereit gegenüber Benachteiligten. Wir treten aktiv und konsequent gegen jede Form von Diskriminierung auf.

Quellen:

Probstheida – Wikipedia

1. FC Lokomotive Leipzig – Wikipedia

1. FC Lokomotive Leipzig – Vereinsprofil 93/94 | Transfermarkt

Die „288-Gang“ – Graffiti, Kampfsport und rechte Fußballszene Leipzigs | Antifa in Leipzig

Leitbild | Lokomotive Leipzig

Leipzig ist deutlich mehr als RB

Wenn man vom Fußball im Leipzig berichtet, verfallen viele direkt in Hasstiraden gegen das Fußballprojekt von Red Bull. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, Anlässe für Kritik bietet der gesamte Red Bull-Konzern in Hülle und Fülle. Allerdings soll man dem Brauselieferanten und deren Kicker auch keine noch größere Bühne geben, deswegen bewegen wir uns vom nördwestlichen Teil der Innenstadt, wo sich das RB-Stadion und das RB-Trainingsgelände befindet in Richtung nur ein kleines Stück weiter westlich. In Leutzsch, am westlichen Stadtrand gelegen, befindet sich der Alfred-Kunze-Sportpark, die sportliche Heimat der BSG Chemie Leipzig.

Der Verein wurde 1950 zu DDR-Zeiten als Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig gegründet. Bereits ein Jahr später gewann man die Meisterschaft in der ehemaligen DDR. Es folgte eine weitere Meisterschaft, sowie zwei Pokalsiege. Nach der Wende fusionierte man mit der BSG Chemie Böhlen zum FC Sachsen Leipzig. 1997 hat man sich unter dem alten Namen wieder neu gegründet. Dieser Verein gilt als legitimer Nachfolger des gleichnamigen Clubs aus der DDR-Zeit. Nach bitteren Jahren in der Sachsenliga spielt die Mannschaft inzwischen seit sechs Spielzeiten in der Regionalliga Nordost, immerhin die vierhöchste Spielklasse des Landes.

Aus der Historie heraus gab es Fanfreundschaften vor allem zu Union Berlin. Beide Vereine teilte das Schicksal, in der eigenen Stadt gegenüber der lokalen Konkurrenz von der SED und deren Sportpolitik benachteiligt zu sein. Allerdings wurde diese Fanfreundschaft auf eine harte Probe gestellt, als die Leipziger gegen die Berliner zwei Entscheidungsspiele gewann und die Unioner in die zweite Liga absteigen musste. Es kam zu massiven Ausschreitungen und es dauerte bis 1990, ehe die Verbundenheit neu auflebte. Man unterstützte sich, vor allem bei Spielen des jeweils anderen in der eigenen Stadt gegen die eigene Lokalkonkurrenz. Weiterhin gab es zu den Hochzeiten des Sozialismus Fanfreundschaften mit Wismut Aue, Eintracht Frankfurt und dem FC Sion.

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Quellen:

BSG Chemie Leipzig – Historische Ligaplatzierungen | Transfermarkt

BSG Chemie Leipzig (1997) – Wikipedia

BSG Chemie Leipzig (1950) – Wikipedia