Wenn man vom Fußball im Leipzig berichtet, verfallen viele direkt in Hasstiraden gegen das Fußballprojekt von Red Bull. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, Anlässe für Kritik bietet der gesamte Red Bull-Konzern in Hülle und Fülle. Allerdings soll man dem Brauselieferanten und deren Kicker auch keine noch größere Bühne geben, deswegen bewegen wir uns vom nördwestlichen Teil der Innenstadt, wo sich das RB-Stadion und das RB-Trainingsgelände befindet in Richtung nur ein kleines Stück weiter westlich. In Leutzsch, am westlichen Stadtrand gelegen, befindet sich der Alfred-Kunze-Sportpark, die sportliche Heimat der BSG Chemie Leipzig.
Der Verein wurde 1950 zu DDR-Zeiten als Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig gegründet. Bereits ein Jahr später gewann man die Meisterschaft in der ehemaligen DDR. Es folgte eine weitere Meisterschaft, sowie zwei Pokalsiege. Nach der Wende fusionierte man mit der BSG Chemie Böhlen zum FC Sachsen Leipzig. 1997 hat man sich unter dem alten Namen wieder neu gegründet. Dieser Verein gilt als legitimer Nachfolger des gleichnamigen Clubs aus der DDR-Zeit. Nach bitteren Jahren in der Sachsenliga spielt die Mannschaft inzwischen seit sechs Spielzeiten in der Regionalliga Nordost, immerhin die vierhöchste Spielklasse des Landes.
Aus der Historie heraus gab es Fanfreundschaften vor allem zu Union Berlin. Beide Vereine teilte das Schicksal, in der eigenen Stadt gegenüber der lokalen Konkurrenz von der SED und deren Sportpolitik benachteiligt zu sein. Allerdings wurde diese Fanfreundschaft auf eine harte Probe gestellt, als die Leipziger gegen die Berliner zwei Entscheidungsspiele gewann und die Unioner in die zweite Liga absteigen musste. Es kam zu massiven Ausschreitungen und es dauerte bis 1990, ehe die Verbundenheit neu auflebte. Man unterstützte sich, vor allem bei Spielen des jeweils anderen in der eigenen Stadt gegen die eigene Lokalkonkurrenz. Weiterhin gab es zu den Hochzeiten des Sozialismus Fanfreundschaften mit Wismut Aue, Eintracht Frankfurt und dem FC Sion.

Quellen:
BSG Chemie Leipzig – Historische Ligaplatzierungen | Transfermarkt