Archiv der Kategorie: Trainer

Carlo Ancelotti und die Steuern

Es ist unbestritten, das der Italiener Carlo Ancelotti zu den erfolgreichsten Trainern in Europa gehört. Während seiner Zeit als aktiver Fußballer hatte er mit US Reggiolo, dem AC Parma und dem AC Mailand nur drei Stationen. Als Nationaltrainer führte er die italienische Nationalmannschaft bei der WM 1994 bis ins Finale, dort scheiterte er allerdings an Brasilien. Im Clubfußball war er Trainer bei Juventus Turin, AC Mailand, FC Chelsea, Paris St. Germain, Real Madrid, Bayern München, SSC Neapel und den FC Everton aktiv. Zurzeit steht er als Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft unter Vertrag. Während seiner Trainerkarriere gewann er fünfmal die Champions-League, gewann dreimal die Klub-WM, holte einmal den Interkontinent-Pokal und gewann fünfmal den UEFA-Cup, sowie einmal den UI-Cup. Dazu kommen zahlreiche Meisterschaften, Supercup-Siege und Pokalsiege in Italien, England, Frankreich, Spanien und Deutschland.

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Während seiner Engangements bei Real Madrid kam Ancelotti in Konflikt mit der Staatsanwaltschaft. Die warf ihm vor, Einnahmen aus Bildrechten nicht versteuert zu haben. Deswegen drohte ihm im Jahr 2024 eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Die spanischen Behörden ermittelten da bereits seit 2020, Ancelotti musste 2023 erstmals vor einem spanischen Gericht aussagen.

Er soll bereits 2014 sein Jahresgehalt als Trainer dem Finanzamt gemeldet haben, die Einnahmen aus den Bildrechten allerdings nicht. Dabei soll es, so die spanische Marca, ein Netzwerk von Treuhandgesellschaften und Unternehmen geben, um Besteuerungen zu vermeiden. Durch die Bildrechte soll er 2014 und 2015 insgesamt rund 4,2 Millionen Euro eingenommen haben, die nicht versteuert wurden.

Eine Gefängnisstrafe konnte Ancelotti zwar umgehen, musste dafür aber eine Strafe von 386.361,93 Euro zahlen.

Quellen:

Carlo Ancelotti – Wikipedia

Real-Trainer Carlo Ancelotti droht lange Gefängnisstrafe – ntv.de

Krösche kann nur Rock´n roll

In Frankfurt hätte man es sich einfach machen können. Nach der Trennung von Trainer Dino Toppmöller wurden einige Namen diskutiert, die man sich durchaus hätte vorstellen können. Marco Rose war einer dieser Namen. Auch über Xavi Alonso hat man spekuliert. Doch das war Markus Krösche, Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt wohl zu langweilig. Möglicherweise war es aber auch so, dass die genannten Kandidaten für den Eintracht-Verantwortlichen einfach nicht gepasst haben. Stand jetzt (29.01.2026) ist zwar noch nichts offiziell, aber die Gerüchte verdichten sich, dass Albert Riera der neue Übungsleiter der Adlerträger wird. Albert wer? Albert Riera! Ich würde behaupten, dass Riera den wenigsten Experten und Pseudo-Experten bekannt war. Aber Krösche wäre eben nicht Krösche, wenn er nicht was besonderes aus seinen Hut zaubern würde.

Doch wer ist Riera denn nun. Albert Riera Ortega, so sein voller Name, ist gebürtiger Spanier. Er stammt aus Manacor, einem Örtchen im Osten Mallorcas. Die Stadt ist nicht nur für seine Strände, sondern auch für sein Höhlensystem bekannt. Bei seiner Herkunft ist es kein Wunder, dass der RCD Mallorca seine erste Profistation war. Später spielte der Mittelfeldakteur für Bordeaux, Espanyol Barcelona, Manchester City, Liverpool, Olympiakos Piräus, Galatasaray, Udinese, NC Zavrc und den FC Koper. Seine Trainerlaufbahn startete er als Co-Trainer bei Galatasaray Istanbul und übernahm später Olimpia Ljubiljana, NK Celje und Bordeaux. Aktuell arbeitet der 43-jährige, der neben der spanischen auch die russische Staatsangehörigkeit besitzt, bei NK Celje.

Klingt auf den ersten Blick nun erstmal nicht so besonders. Riera gilt als emotional und explosiv. Andere sagen er sei respektlos und arrogant. In Frankreich hat Riera nach seiner Zeit in Bordeaux nicht das beste Ansehen. Er soll gegnerische Trainer respekt behandelt haben und seine Qualitäten in den Vordergrund gestellt haben. Jeder weiß, dass er ein Trainer ist, dem es an Bescheidenheit mangelt und der besonders viele meiner Kollegen auf dem Platz respektlos behandelt hat. Er ist ein junger Trainer, den ich nicht kannte, er hat mich unangenehm überrascht, aber ich bin nicht der Einzige“, wurde Trainer Patrice Garande bei fussballtransfers.com zitiert.

Sein ungewöhnliches Auftreten ist durchaus im Netz dokumentiert. Eine Mischung zwischen Diego Simeone, Motivationscoach und dem verrückten Onkel auf der Familienfeier. Die Lösung kann ein genialer Schachzug sein, kann aber gnadenlos scheitern. Man darf gespannt sein.

Quellen:

Manacor – Wikipedia

Albert Riera – Wikipedia

Albert Riera – Trainerprofil | Transfermarkt

„Arrogant & kompliziert“: Harte Urteile über Riera

Eintracht Frankfurt: Albert Riera soll neuer Trainer werden – Auf Krawall gebürstet – 11FREUNDE

Eintracht Frankfurt trennt sich von Dino Toppmöller

Dino Toppmöller ist nicht mehr Trainer von Eintracht Frankfurt. Das gab die Eintracht nach dem 3:3-Unentschieden gegen Werder Bremen bekannt. Treueschwüre von Sportvorstand Markus Krösche gab es nach der Partie nicht. Spätestens als durchsickerte, dass Krösche den Aufsichtsrat um ein Gespräch bat, war klar dass die Zeit von Toppmöller in Frankfurt endete. Die Verantwortlichen waren mit dem Start ins Jahr genauso unzufrieden, wie mit der gesamten Hinrunde. Der Champions League-Platz in der letzten Saison hat die Erwartungshaltung deutlich nach oben geschraubt.

In der Tabelle liegt man zwar noch in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen, auf Platz vier, den letzten Platz der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, beträgt der Rückstand sechs Punkte. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass die Tabelle nach einigen Spielabsagen ein wenig aus den Fugen geraten ist.

Allerdings verrät der Blick auf die Tabelle, wo sich die Problemzonen der Eintracht befinden. Eindeutig im eigenen Strafraum, mit 39 kassierten Gegentoren ist die Eintracht-Abwehr gemeinsam mit der des FC Heidenheim die, die die meisten Gegentore fressen musste. Auch der Torwartwechsel von Zetterer zu Santos zu Zetterer zu Santos hat die Abwehr zu keinem Zeitpunkt stabilisiert.

Das Grundproblem der Eintracht ist aber, dass im Mittelfeld eine stabilisierende Defensivkraft fehlt. Ellyes Skhiri, der diese Funktion am ehesten übernehmen könnte schien überfordert, personell nachgebessert hat man in diesem Mannschaftsteil zur Winterpause übrigens nicht. Dass die Frankfurter in den letzten Jahren, wenn auch gegen gutes Geld, ihre besten Spieler haben ziehen lassen ist sicher ein weiterer Punkt, der nicht zur Stabilisierung beiträgt.

Vorerst übernehmen Toppmöllers Amt, Fußballgott Alex Maier und Dennis Schmitt.

Niemand ist größer als der Verein, außer Vinicius Junior

Der Verein steht über allem. Das ist eigentlich gängige und gelebte Praxis. Grade in der Bundesliga, aber nicht nur dort. Doch einige wenige Egomanen im Fußball-Business schaffen es, eines der zehn Gebote auszuhebeln. Deswegen musste Xavi Alonso, ehemaliger Meistertrainer von Bayer Leverkusen den Trainerstuhl der Königlichen nach nur einem halben Jahr wieder räumen. Das verlorene Pokalfinale gegen den FC Barcelona mag für die Verantwortlichen das viel besungene Fass zum Überlaufen gebracht haben, die Demission des Übungsleiters begann aber schon viel früher.

Bei Alonsos Spielidee kommt es im Offensiv-Pressing auf jeden einzelnen an. Wer nicht mitzieht, wird ausgewechselt. So weit, so richtig. Einem der häufiger raus musste, gefiel das nicht. Und da machte Vinicius Jr. auch gar keinen Hehl raus. Bei jeder Auswechselung knallte es zwischen Coach und Offensivkünstler. Vinicius, so wird berichtet, soll eine Vertragsverlängerung unter Alonso ausgeschlossen haben.

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Im Oktober hatte der Brasilianer nach seiner Auswechslung einen Wutanfall. Danach musste er sich entschuldigen. Das tat er auch, nahm seinen Trainer bei der Entschuldigung aber aus. Gemeinsam mit der sportlichen Leitung hätte Alonso durchgreifen und ein Zeichen setzen können. Doch die sportliche Leitung hatte sich da bereits von Alonso abgewandt, der am Ende keine Chance hatte.

Quellen:

Xabi Alonsos Aus bei Real Madrid: Vinís Wille geschehe – 11FREUNDE

https://www.11freunde.de/international/la-liga/vinicius-entschuldigt-sich-fuer-wutanfall

Telat Üzim: Der erste Deutsche bei Fener

Mit Toni Schumacher, Max Kruse und Marcel Meyer, um nur einige zu nennen, spielten bereits einige Deutsche bei Fenerbahce Istanbul, einem der größten und bekanntesten Fußballvereine der Türkei. Mit Christoph Daum, Werner Lorant, Yogi Löw, Holger Osieck und Friedel Rausch gab es auch jede Menge deutsche Übungsleiter am Bosporus. Aktuell wird die Mannschaft vom Ex-Schalker Domenico Tedesco trainiert. Aber was ist mit Telat Üzim, dem ersten Deutschen der für Fener auflief?

Der heute 62-jährige, ausgestattet mit der deutschen und türkischen Staatsbürgerschaft, ist gebürtiger Istanbuler, dürfte aber dann mit seinen Eltern die Türkei mit dem Ziel Deutschland verlassen haben. Als zentraler Mittelfeldspieler war seine erste Station der VfB Heilbronn, danach spielte er in Deutschland noch für den 1.FC Köln und den Karlsruher SC. Seine Einsätze hielten sich allerdings in Grenzen. Er kam auf insgesamt sieben Einsätze in der Oberliga Westfalen und auf acht Einsätze in der 2. Bundesliga. Im DFB-Pokal durfte er einmal auflaufen. Aber er holte 1983 mit dem „Effzeh“ den DFB-Pokal und wurde ein Jahr zuvor Vizemeister. Dabei spielte er mit dem bereits erwähnten Toni Schumacher zusammen. Gerry Ehrmann, Paul Steiner, Bernd Cullmann, Rainer Bonhoff und Klaus Allofs gehörten damals zu seinen Teamkollegen.

Vor seinem Wechsel in die Heimat spielte er noch eine Saison für den KSC in der 2. Bundesliga. Allerdings spielte er auch nur dort eine einzige Saison. Die Mannschaft wurde in der Süper Lig damals nur Tabellenachter und auch im Pokal konnten man nichts reißen. Üzim packte seine Taschen und wechselte zurück nach Deutschland, spielte für Viktoria Aschaffenburg und nahm noch einmal Anlauf für einen Wechsel in die Türkei.

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Mit Karsiyaka wurde er Achter und kam im Pokal bis in die achte Runde. Mehr als ein Jahr hielt er es aber auch dort nicht aus. Er wechselte zum FC Gütersloh und beendete dort seine Karriere.

Er entschied sich für eine weitere Laufbahn als Trainer und wurde schnell „Co“ bei Besiktas. Danach hatte der Wandervogel Engagements beim TSF Ditzingen, dem FC Baniyas in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Asante Kotoko in Ghana, Sivasspor (Türkei) und Real Tamale United (Ghana).

Die meiste Zeit arbeitete er jedoch als Scout und war hier nicht nur in Diensten des Deutschen Fußballbundes, sondern arbeitete auch für Grasshoppers Zürich, Stuttgarter Kickers und Besiktas.

Quellen:

Fenerbahçe Istanbul – Wikipedia

Fenerbahce – Ausländische Spieler aus Deutschland | Transfermarkt

1.FC Köln – Kader im Detail 81/82 | Transfermarkt

KSC trennt sich vom Co-Trainer

Warum man sich beim Karlsruher SC von Co-Trainer Zlatan Bajramovic getrennt hat, ist auch einige Tage nach der Verkündung nicht vollumfänglich geklärt. In der offiziellen Vereinsmeldung heißt es, das man diese Entscheidung im Rahmen einer Gesamtstrategie getroffen habe.

Trainer Christian Eichner scheint in diesen Vorgang nicht involviert gewesen zu sein. Gleiches gilt für die Mannschaft. Was richtig ist, ist die sportliche Talfahrt der Karlsruher. In der Tabelle liegen die Karlsruher auf dem achten Platz, in den letzten fünf Spielen kassierte man vier Niederlagen. Doch deswegen einen Co-Trainer zu entlassen ist unüblich. Jedenfalls dann, wenn sein Chef weitermachen darf.

Quellen:

Karlsruher SC trennt sich mit sofortiger Wirkung von Co-Trainer Zlatan Bajramovic: KSC – MEINE HEIMAT.

Karlsruher SC | Vereinsprofil 2025/26 | Alle Teaminfos – kicker

„Hatten das beste Verhältnis“: Eichner bedauert das Aus von Bajramovic beim KSC – kicker

Wake up Boo!

Bo Henriksen ist seit gestern nicht mehr Trainer des abstiegsbedrohten Bundesligisten Mainz 05. Das sind in Kürze die entsprechenden Fakten. Nach den schwachen Auftritten in der Bundesliga ist das nicht überraschend. Höchstens die Tatsache, dass man sich mit der Verkündung bis Mittwoch zeitgelassen hat, schließlich trifft man bereits morgen auf Borussia Mönchengladbach.

Doch was sind am Ende die Gründe für die Mainzer Krise? Zunächst einmal die ausgebliebenen Erfolge. Bereits zum Ende der letzten Saison war ein Abwärtstrend deutlich spürbar. Wenn man es drastisch formulieren möchte, haben die Mainzer nicht die Qualifikation für die Conference League geschafft, sondern die Teilnahme an der Champions League verspielt. Von den zehn letzten Saisonspielen der Saison 2024/25 konnten die Mainzer nur die Spiele in Mönchengladbach (3:1) und Bochum (4:1) gewinnen können. In dieser Saison steht tatsächlich nur ein Sieg gegen Augsburg (1:4) und drei Unentschieden gegen Wolfsburg, Bremen und Hoffenheim auf der Habenseite. Immerhin ist man in der Conference League im Soll und liegt in der aktuellen Mammuttabelle mit neun Punkten aus vier Spielen auf dem fünften von 36 Plätzen.

Die Mainzer Probleme haben also nicht nur was mit Aderlass im Sommer zu tun, aber eben auch. Der Abgang von Johnny Burkardt für 21 Millionen zu Eintracht Frankfurt tat richtig weh und Benedict Hollerbach konnte diese Lücke niemals richtig schließen. Die aktuellen Verletzungen von Robin Zentner, Maxim Leitsch, Maxim Dahl und Anthony Caci sind dabei genauso förderlich wie die vielen Rotsperren. Aktuellen fehlen Dominik Kohr und Paul Nebel rotgesperrt.

Quellen:

1. FSV Mainz 05 | Kader | Conference League 2025/26 – kicker

Henriksens Scheitern geht auch aufs Konto des Managements – kicker

1.FSV Mainz 05 – Vereinsprofil | Transfermarkt

Sandro Wagner und das Ende einer Irrfahrt

Sandro Wagner und der FC Augsburg haben sich getrennt. Ob nun Sandro Wagner den FC Augsburg entlassen hat, oder ob es nun doch andersrum gewesen ist, ist nur schwer zu sagen. Angeblich soll die Trennung in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt sein. Und genauso angeblich soll Wagner eine stolze Ablösesumme von 3 Millionen Euro kassieren.

Das beiden Seiten getrennte Wege gehen und die gemeinsamen Ziele in weiter Ferne gerückt sind, war bereits in der jüngeren Vergangenheit erkennbar deutlich zu erkennen. Wir kennen alle diese Pärchen, die sich eigentlich trennen sollten. Die nur noch wegen der Kinder, des Hauses oder dem Kind zusammen sind.

Der FC Augsburg ist ein biederer Klub, der sich einen frischen Anstrich geben wollte ohne die maroden Wände zu überarbeiten. Der Kader passte genauso wenig zu Wagners Spielidee wie Wagner nach Augsburg. Die Entlassung von Jess Thorup zum Ende der letzten Saison stellt sich als folgenschwerer Fehler heraus. Der Zeitpunkt der Entlassung sowieso. Es wird Zweifel an Wagner gegeben haben. Nicht erst seit gestern. Eine frühere Entscheidung wäre sicherlich sinnvoller gewesen. Wie dem auch sein, eine zum Scheitern verurteile Ehe ist nun endlich geschieden worden.