Marokko gewinnt den Africa-Cup am grünen Tisch

Herzlichen Glückwunsch! Die Marokkaner gewinnen den Afrika-Cup. Moment! Der Afrika-Cup ist doch längst Geschichte und gewonnen haben ihn nicht die Marokkaner, sondern der Senegal um den Ex-Bayern Sado Mane. So weit, so richtig. Doch gestern gab der afrikanische Fußballverband (CAF) bekannt, dass dem Senegal der Titel entzogen wird und Marokko damit nachträglicher Sieger des Finales und damit der Gewinner des Pokal ist.

Der Senegal hatte damals aus Protest den Platz verlassen, da Marokko in der Nachspielzeit einen umstrittenen Elfmeter zugesprochen bekam. Er protestierten nicht nur die senegalesischen Spieler, sondern auch die Zuschauer auf den Tribünen. Sicherheitskräfte konnten aber verhindern, dass die Fans den Rasen stürmten.

Damals hatte Marokko Protest eingelegt, da auf Grund der Unterbrechung die Leistung der Spieler beeinflusst haben soll. Der Protest wurde zunächst abgeschmettert, in zweiter Instanz wurde aber bekanntermaßen anders entschieden. Begründet wird die Entscheidung mit Verstößen gegen Artikel 82 und 84 des Regelwerkes des afrikanischen Fußballverbandes. Dort steht, dass eine Mannschaft als Verlierer gilt, wenn sie den Platz vor dem Ende des Spiels, ohne Erlaubnis des Schiedsrichters, verlässt.

Also eine klare Sache? Das sehen die Senegalesen naturgemäß anders und ziehen vor den Internationalen Sportgerichtshof. Die Senegalesen führen an, dass die Entscheidung den afrikanischen Fußball in Verruf bringe. Der Punkt geht definitiv an sie, das Spiel hätte nach der Unterbrechung nicht wieder angepfiffen werden dürfen. Diese Entscheidung wurde, warum auch immer, nicht getroffen.

Die Entscheidung am grünen Tisch ist schlichtweg unanständig und unsportlich.

Update: Inzwischen hat die Regierung des Senegals eine unabhängige Untersuchung wegen möglicher Korruption gefordert. Die Regierungssprecherin kritisierte die Enscheidung, wenig überraschend, scharf. 

 


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