Eberl statt Hoeneß

Es könnte alles so einfach sein, jedenfalls für den FC Bayern vor der Partie gegen Atalanta Bergamo in der Champions League. Nein ich Rede nicht davon, dass Joshua Kimmich und Michael Oliseh nach ihren gelben Karten für das Rückspiel gesperrt sind. Auch nicht davon, dass nach den Ausfällen von Neuer, Urbig und Ullreich nun der 16-jährige Leonard Prescott ins Tor muss. Wie zu lesen war, ist man in Bayern mit der Arbeit von Sportvorstand Max Eberl nicht uneingeschränkt zufrieden.

Die Kritik gegen Eberl kommt vor allem aus dem Aufsichtsrat der neben Ehrenpräsident Uli Hoeneß und dem langjährigen Vizepräsident Karlheinz Rummenigge nur Mitglieder aus der Wirtschaft hat. Wie der Focus berichtet, sollen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung bei Eberl nur bei maximal 50 Prozent liegen. Eberl will seine Mission bei den Bayern gerne fortsetzen. Von außen betrachtet, täte der FC Bayern auch gut daran den Vertrag zu verlängern.

Hoeneß monierte zwar, das Eberl den Aufsichtsrat zu spät informieren würde, doch die guten Drähte zwischen Hoeneß, dem Aufsichtsrat und der BILD-Zeitung sind bekannt. Der FC Bayern wäre noch besser beraten, wenn man Hoeneß und Rummenigge aufs Abstellgleis stellen würde. Beide haben das operative Geschäft verlassen und verstehen die Gesetze des Marktes auch nicht mehr zu einhundert Prozent. Anders sind die Äußerungen zu Beratern, den Ablösesummen im Allgemeinen, und weitere Aussagen nicht zu deuten.

Ins gleiche Horn stößt auch Oli Kahn, dem der Generationswechsel beim FC Bayern nicht schnell genug von statten geht. Den kann es aber erst gegen, wenn Uli Hoeneß und Rummenigge keine Aufgaben mehr im Verein haben.

Istanbul Basaksehir: Der Erdogan-Club

Istanbul Basaksehir, ist nicht nur ein Verein aus dem europäischen Teil Istanbuls, sondern auch der Lieblingsverein des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der Verein war bis 2014 die Betriebssportmannschaft der Istanbuler Stadtverwaltung, wurde dann ausgelagert und in ein unabhängiges Unternehmen transformiert. Im Zuge dessen bekam er auch seinen offiziellen Namen, der auf Grund eines Namenssponsoring aktuell Rams Basaksehir Futbol Kulübü lautet. Seit der Ausgliederung spielt der Verein Basaksehir Fatih Terim Stadi. Das Stadion fassen aktuell 17.319 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Aktuell sind Davie Selke und Amine Harit die bekanntesten Spieler im Trikot der Istanbuler. In der Vergangenheit trugen aber auch Mesut Özil und Serdar Tasci (u.a. VfB Stuttgart, Bayern München, Spartak Moskau) das orangefarbene Trikot der Basaksehir-Kicker.

Als dieser Artikel entsteht, ist die Mannschaft von Nuri Sahin Fünfter in der Tabelle der Trendyol SüperLig. Die vier Punkte, die man hinter dem Tabellenvierten Besikas liegt sind aufzuholen. Sollte das gelingen, hätte man sich erneut für die Conference League qualifizieren.

In der Saison 2019/2020 sah das Ganze anders aus. Basaksehir wurde zum ersten und bisher einzigen Male türkischer Meister. Aber was hat das nun mit dem türkischen Präsidenten zu tun?

Nach eigenen Angaben ist Erdogan Gründungsmitglied bei Basaksehir und der Vereinspräsident ist ein Verwandter des Präsidenten. Der Haupt- und Namenssponsor Medipol, einem Unternehmen der Gesundheitsbranche wird von Erdogangs Vertrauten Fahrettin Koca geführt. Koca ist dazu Leibarzt von Erdogan und Gesundheitsminister im Erdogan-Kabinett. Die Nummer 12, das Trikot trug Erdogan bei der Stadion-Eröffnung, wird bei Basaksehir nicht mehr vergeben.