Georg Koch, langjähriger Torhüter in der ersten und zweiten Bundesliga, ist gestern nach langem Krebsleiden und viel zu früh im Alter von 54 Jahren verstorben. Während ihn die meisten aus seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld, dem 1.FC Kaiserslautern, Energie Cottbus und dem MSV Duisburg kennen, habe ich Koch bereits im Trikot der SpVgg. Erkenschwick gesehen. Damals war die SpVgg. Erkenschwick Oberligist und die erste Profistation des Torhüters.
Koch, geboren in Bergisch Gladbacher, ist gebürtiger Rheinländer und spiele in seiner Jugend für Vereine in der Region, wechselte dann aber 1984 zu Bayer Leverkusen.
Nach nur einen Jahr in Erkenschwick zog es Koch für sechs Jahre in die Landeshauptstadt. In Düsseldorf spielte er u.a. mit Mike Büskens, Thomas Allofs, Jörg Schmadtke, Jörg Albertz, Frank Mill, Holger Fach und Sergej Juran. Insgesamt 131mal trug der das Trikot der Fortunen. Sein erstes Spiel bestritt er am 28. November 1992 gegen den VfL Wolfsburg. Stammspieler wurde Koch aber erst ein Jahr später, als Düsseldorf wieder in der zweiten Bundeliga spielte. Düsseldorf stieg aber nochmal ab, Koch bleib der Mannschaft aber treu und stieg zur Freude aller Düsseldorfer 1995 wieder in die Bundesliga auf. Koch blieb danach noch weitere zwei Jahre in Düsseldorf und wechselte dann zur PSV Eindhoven. Durchsetzen konnte er sich bei seiner ersten Auslandsstation aber nicht. Nur drei Spiele bestritt er für die PSV, ehe er nach Deutschland zurückkehrte.
Bei der Arminia spielte er zunächst in der Bundesliga, stieg auf der Alm aber ab, kehrte aber nur ein später mit den Bielefeldern zurück in die Bundesliga. Anfang 2000 wechselte der Ex-Erkenschwicker nach Kaiserslautern, wurde dort nach 85 Spielen aber von Tim Wiese verdrängt. Den Vertrag mit Koch wollte man nicht verlängern, deswegen zog es Koch zu Energie Cottbus. Dort spielte er gemeinsam mit Markus Anfang und Tomislac Piplica. Er war Stammspieler und scheiterte mit seinem Team nur knapp am Aufstieg.
Trotzdem verließ er Cottbus, um zurück in den Westen zu wechseln. Der MSV Duisburg war die letzte Station im deutschen Profi-Fußball, später spielte er noch für Dinamo Zagreb und Rapid Wien.
Am Ende musste er seine Karriere beenden, weil im Spiel Rapid Wien gegen Austria Wien ein Knallkörper aus dem Austria-Block geworfen wurde, der neben Koch explodierte. Er erlitt ein Knalltrauma und einen Kreislaufzusammenbruch.
Koch wurde als Spieler jeweils einmal Zweitligameister mit Arminia Bielefeld (1999), kroatischer Meister (2008), kroatischer Pokalsieger (2008) und niederländischer Superpokalsieger (1998).
Nach seiner aktiven Laufbahn übernahm er Trainerposten beim SC Herford, Dubai CSC, Sonnenhof-Großaspach, VfB Oldenburg, FC Wil, Fortuna Köln und Viktoria Köln. Seine letzte Position war die des Teammanagers bei Viktoria Köln.
Vor knapp zwei Jahren gab Koch bekannt, an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt zu sein. Am 4. März verstarb Georg Koch. Ruhe in Frieden.