Verbrecher aus dem Stadion und rein in den KNAST

Wir erinnern noch alle an die Meldung, als die Kicker des FC Schalke 04 nach einer 0:1-Niederlage in Bielefeld abstiegen und von Teilen der Fans angegriffen wurden. Das ist lange her, doch die Geschichte wiederholt sich. Allerdings nicht in Gelsenkirchen, sondern in Nizza.

Abgestiegen ist das Team von der französischen Mittelmeerküste zwar noch nicht, liegt aber dafür in der Europa-League auf dem 36. und damit auf dem letzten Platz. Gepunktet hat man dort bisher nicht und liegt sechs Punkte hinter dem FC Basel, dem Team was als letztes noch die Playoff-Quali schaffen würde. Das man am nächsten Spieltag gegen den FC Braga, aktuell Siebter der Tabelle, spielen muss, macht es auch nicht besser.

In der französischen Liga gab es zuletzt eine 1:3-Niederlage beim FC Lorient, einem Team das gegen den Abstieg kämpft. Kapitän der Mannschaft ist übrigens der 42-jährige Brasilianer Dante. Genau der Dante, den man bereits in der Bundesliga bei Borussia Möchengldbach, dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg gesehen hat.

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Nach der besagten Niederlage wurde der Bus mit den Profis von 400 Fans u.a. mit Pyrotechnik angegriffen. Die Angriffe waren so heftig, dass zwei Spieler krankgeschrieben sind und ein Spieler Anzeige erstattet haben. Der Verein brauchte fast 24 Stunden um sich offiziell zu äußern, dafür hat sich die Liga der Anzeige angeschlossen.

Das Fans unzufrieden sind, ist das eine. Aber was in Nizza passiert ist, geht über Proteste und Unzufriedenheit deutlich hinaus. Wer Menschen angreift und sie verletzt hat in einem Stadion nichts zu suchen. Bleibt zu hoffen, dass die Polizei die Täter ermittelt und vor Gericht stellen kann. Gute Besserung an alle Verletzten.

Quellen:

Nizza-Krise eskaliert: Fans schlagen Spieler und Sportdirektor – kicker

OGC Nizza versinkt im Chaos: Fans greifen Team tätlich an | Transfermarkt

BFC Dynamo: Der Stasi-Club

Aktuell dümpelt der einstige DDR-Vorzeigeclub in der Regionalliga Nordost herum, und liegt dort auf dem 14. Platz. Zu DDR-Zeiten war der BFC Dynamo aus Alt-Hohenschönhausen Rekordmeister. Ursprung Vereins war die SG Volkspolizei Berlin, den heutigen Namen trägt der Club seit dem 15. Januar 1966.

In der DDR gehörte jeder Verein, der den Beinamen Dynamo trug, zur Sportvereinigung Dynamo. Es handelte sich um die Sportgemeinschaft aller inneren Staatsorgane (Volkspolizei, Stasi, Zollbehörde) der DDR. Kein Wunder also, das der BFC Dynamo der Lieblingsverein zahlreicher hochrangiger DDR-Funktionäre war. So war Ex-Stasi Chef Erich Mielke sogar Ehrenvorsitzender der Berliner.

Es dauerte aber tatsächlich noch bis zur Saison 1978/1979, ehe die Berliner die erste DDR-Meisterschaft einfahren konnten. Den gleichen Titel gewann der BFC insgesamt zehn Mal in Folge. Zur damaligen Zeit trugen Spieler wie Lutz Eigendorf, Frank Rohde, Andreas Thom und Falko Götz das Trikot der Berliner.

Mit dem Ende der DDR begann auch der Untergang der BFC-Kicker. Man verlor logischerweise die Unterstützung aus der Politik und scheiterte in der Qualifikation für die erste und zweite Bundesliga. 2001 rutschte der Club in die Insolvenz und verlor seine Spielberechtigung für die Oberliga.

Mit dem Neuanfang nach der Wende versuchte man sein Glück auch mit einer Umbenennung des Vereines, doch auf Initiative der Fans nannte man kurz vor der Jahrtausendwende wieder in BFC Dynamo um. An alte Erfolge konnte man dadurch zwar nicht mehr anknüpfen, spielt nach zähen Jahren in der Oberliga und der Berlin-Liga nun aber wieder seit 2014 wieder in der Regionalliga Nordost. Dort liegt man aktuell auf dem 15. Tabellenplatz hat aber fünf Punkte Vorsprung auf das Tabellenende der Liga.

Nach der Wende galten die Fans der BFC als extrem gewaltbereit. Das ging soweit, dass ein Berliner Zuschauer beim Gastspiel bei Sachsen Leipzig von einer Polizeikugel getroffen wurde. Auch in den Folgejahren gelten Teile der Anhängerschaft als gewaltbereit. 2016 sprach man laut Wikipedia von Hooligans der Kategorie C und von weit mehr als 200 Hools der Kategorie B. Der Personenkreis wird als rechtsextrem eingestuft. Später haben sich allerdings auch linke Ultragruppen gegründet und auch als Verein hat sich der BFC Dynamo klar positioniert.

Quelle:

BFC Dynamo – Wikipedia