Fußball statt Waschmaschinen in Gütersloh

Gütersloh liegt in Ostwestfalen. Klingt tragisch, ist es am Ende auch. Und wenn man an Gütersloh denkt, denkt man nicht zuerst an Fußball, sondern an Waschmaschinen und Bücher. Das liegt an den deutschlandweit bekannten Großunternehmen Bertelsmann und Miele. An die erfolgreicheren Zeiten des FC Gütersloh erinnern sich nur noch die Älteren.

Der Verein ist zahlreichen Fusionen entstanden, die Sportvereinigung Gütersloh existiert seit 1918, daraus entstand 1925 der Deutsche SC Gütersloh, der wiederum mit dem Verein Spiel und Sport Gütersloh zum SV Arminia Gütersloh.

Aus der gleichen Epoche stammt die DJK Gütersloh, die 1935 der Arminia beitrat. Der FC Gütersloh bestand mit diesem Namen in der Jahren 1978 bis 2000. Nach der Gründung bzw. dem Zusammenschluss aus Arminia und DJK belegte man in der damaligen Oberliga schnell einen Spitzenplatz. 1982 wurde man sogar Vizemeister. Allerdings zog man sich später den Unmut des Fußball- und Leichtathletikverbandes zu, als man mit der Hilfe des Mäzens Steinkamp seinen Spielern statutenwidrige Gehälter zahlte. Zunächst drohte der Zwangsabstieg in die Regionalliga, später war es dann „nur noch“ eine Geldstrafe.

1996 schaffte man als Aufsteiger den Durchmarsch in die 2. Bundeliga, in der Saison 1997/1998 hatte man sogar realistische Chancen, in die 1. Bundesliga aufzusteigen, doch ein Jahr später war das Abenteuer in 2. Bundesliga zu Ende. Am Ende stand nicht nur der Abstieg, sondern auch die Insolvenz. Die erste Herrenmannschaft musste abgemeldet werden, während alle anderen Mannschaften die Meisterschaftsrunden zu Ende spielen durften.

Der Verein wurde aufgelöst, aber der Nachfolgeverein, der FC Gütersloh 2000, übernahm nur wenige Tage später. Man durfte direkt wieder in der Oberliga starten. Finanzielle Probleme begegneten den Verantwortlichen immer mal wieder ab, hat sich aber in der Regionalliga West etabliert, wo man auf Vereine wie Fortuna Köln, Oberhausen und den 1.FC Bocholt trifft.