Wie Red Bull einen Traditionsverein zerstörte

Gesternabend standen in der Fußball-Bundesliga gleich zwei Nachholspiele auf der Tagesordnung. Zum einen spielte Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim (0:2) und zum andern empfing der FC St. Pauli das Projekt aus Leipzig (1:1). Heute geht es jedoch nicht um das deutsche Team des Brauseherstellers, sondern um die österreichische Filiale des inzwischen globalen Projektes.

Damals, 1977 hieß das Team noch Austria Salzburg, wurde ein Jahr später allerdings in Casino Salzburg und noch später in Wüstenrot Salzburg umbenannt. Deswegen dachten sich die meisten Austria-Fans wohl auch nichts dabei, als Red Bull 2005 den Verein übernommen hat. Dabei hätte man das Ganze mindestens kritisch hinterfragen müssen. Durch den Kauf der Salzburg Sport AG durch Red Bull hatte der damalige Red Bull-Chef Dietrich Matteschitz als einziger die Möglichkeit, Vorstandsmitglieder zu benennen bzw. abzuberufen. Der Red Bull-Macher änderte damit nicht nur den Namen, sondern auch das Management und das Personal. Er erklärte stolz, dass es sich um einen neuen Verein ohne Geschichte handelt. Spätestens als die violetten Farben aus dem Logo verschwanden, liefen die Austria-Fans Sturm. Die traditionsbewussten Fans gründeten eine eigene Bewegung und wurden dabei von vielen Fanclubs in ganz Europa unterstützt. Mit den Protesten konnten sich die lila-weißen aber nicht durchsetzen. Auch diverse Vermittlungsversuche sind gescheitert.

Das Fanlager teilte sich, es gab durchaus Befürwortende der Übernahme. Auf der anderen Seite standen aber die Fußball-Traditionalist*innen, die die Zusage, dass der Torwart ja mit lilafarbenen Stutzen spielen könnte, als Beleidigung auffassten. Die lila-weißen haben sich daraufhin von dem Projekt losgesagt und den Verein Austria Salzburg neu gegründet. Inzwischen spielt die Mannschaft in der ADMIRAL 2. Liga.

Quellen:

FC Red Bull Salzburg – Wikipedia

Tabelle – Austria Salzburg

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