Katarische Enklave in Eupen

Über Eupen weiß man nicht ganz so viel. Quasi nur, dass es einen Steinwurf von der deutsch-belgischen Grenze und ein kleines Stückchen weiter von Aachen entfernt liegt. Wer durch die Eifel fährt und nicht rechtzeitig bremst steht, mit etwas Glück, in Eupen. Dazu sind auch die Namen Bachirou Salou (u.a. Duisburg, Gladbach) und Ioannis Masmanidis (u.a. Leverkusen, Karlsruhe, Bielefeld) mit KAS Eupen verbunden. Das Trainerengagement von Florian Kohlfeldt ist auch noch nicht allzu lange her.

Aber wusstest Du auch, dass sich die Kataris nicht nur Paris St. Germain, sondern eben aus KAS Eupen an Land gezogen haben? Offizieller Besitzer ist die Aspire Academy, sonst eine Sportakademie, die ihren Sitz im Westen des Landes hat hat. Dort werden die Sporttalente gefördert und ausgebildet. Ein Schwerpunkt ist sicherlich der Fußball, aber auch auf andere Sportarten hat man hier ein Augenmerk. Neben 12 Fußballfeldern gibt es dort Squashplätze, Laufbahnen, Schwimmhallen, Sporthallen und Unterkünfte. Leiter der Agentur ist der Spanier Ivan Bravo. Neben KAS Eupen gehört der Aspire Academy auch der spanische Zweitligist Cultural y Deportivo Leonesa. In beiden Vereinen sollen katarische Talente gefördert werden und Erfahrungen im Ausland sammeln. Im WM-Kader der Kataris standen achten Spieler die zu dem Zeitpunkt oder in der Vergangenheit das Trikot von KAS Eupen getragen haben.

Die Akademie hat auch eine Partnerakademie im Senegal, in der afrikanische Talente gefördert werden sollen. Diesen Weg hat der nigerianische Stürmer Henry Onyekuru bestritten, der über KAS Eupen u.a. zu Everton, Galatasaray Istanbul und Monaco gewechselt ist. Klingt auf den ersten Blick nach sinnvoller Sportförderung, die Gelder kommen aber direkt vom katarischen Staat und mit der Academy im Senegal könnten auch Bestechungsgelder nach Afrika gelangt sein, um Stimmen für die WM zu kaufen. Das was man an dem katarischen Engagement bei Paris St. Germain kritisieren muss, gilt demnach auch für die Aspire Academy und KAS Eupen.

Der Kauf der Kataris ist seit 2012 bekannt, die Erfolge des Vereines halten sich aber in Grenzen. Man stieg 2016 zwar in die erste Liga auf, allerdings nur am grünen Tisch, da der damalige belgische Zweitliga-Meister Royal White Star Brüssel keine Lizenz für die Liga erhielt. Zwischen 2016 und 2024 konnte man keinen einstelligen Tabellenplatz erreichten und spielt seit 2024 wieder in der Challenger Pro League, der 2. belgischen Liga.

Die katarische Kooperation läuft zwar in der zweiten Liga weiter, katarische Spieler stehen aber nun nicht mehr im Kader des belgischen Zweitligisten.

Quellen:

Aspire Academy – Wikipedia

KAS Eupen – Wikipedia

KAS Eupen vor Neuausrichtung – AS Eupen

KAS Eupen – Kader im Detail 25/26 | Transfermarkt

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