Erwin Kostedde, der erste schwarze Nationalspieler

Als gebürtiger Münsteraner hätte Erwin Kostedde eigentlich als Ur-Westfale gelten müssen, doch der heute 79-jährige Kostedde hatte es als Sohn eines afroamerikanischen GIs und einer deutschen Mutter im Deutschland der Nachkriegszeit nicht immer leicht. Seine erste Schritte im Profifußball machte er auch für die Preußen, ehe er für den MSV Duisburg, Kickers Offenbach, Hertha BSC, Borussia Dortmund, Union Solingen, Werder Bremen und den VfL Osnabrück in der 1. und 2. Bundesliga.

Zwischendurch spielte Kostedde auch im Ausland. Er trug insgesamt vier Jahre (1968- 1971 und 1978/79) das Trikot für Standard Lüttich und im Anschluss an sein zweites Engagement in Belgien auch für den französischen Erstligisten Stade Laval. Dort wurde er sogar ligaweit Torschützenkönig.

Trotz seiner guten Leistungen spielte er nur dreimal im Trikot der Nationalmannschaft. Als erster schwarzer Nationalspieler gab er im Auswärtsspiel in Malta sein Debüt beim 1:0-Sieg, die beiden nächsten Spiele bestritt er gegen England und Griechenland.

Nach seiner Karriere gründete er eine Werbeagentur und arbeitete für einen Spielerberater. Später wurde er Opfer eines Anlangeberaters und soll damals eine Million DM verloren haben.

1990 wurde er von der Polizei verhaftet, weil er mit einem Raubüberfall in Coesfeld in Verbindung gebracht wurde. Wohlwollend kann man behaupten, dass eklatante Ermittlungsfehler gemacht wurden. Heute würde man zurecht von Rassismus sprechen. Bei der Gegenüberstellung mit einer Zeugin wurde nur Erwin Kostedde präsentiert, eigentlich sind jedoch fünf Personen vorgeschrieben. Der zuständige Dienststellenleiter redete sich damit heraus, dass es in dieser Zeit keine fünf dunkelhäutigen Menschen gegebene habe. Am Ende wurde Kostedde freigesprochen.

Quellen:

Erwin Kostedde – Wikipedia

Erwin Kostedde – Spielerprofil | Transfermarkt

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