Der Kanzler war am letzten Spieltag im Westfalenstadion und damit Zeuge des späten 3:2-Erfolges der Dortmunder gegen den FC St. Pauli. Am Ende bejubelte er gemeinsam mit 81.364 anderen Zuschauern nicht nur den späten Elfmeter von Emre Can, sondern auch den dreifachen Punktgewinn. Nach eigenen Angaben soll es der erste Sieg der Dortmunder sein, den Merz im Stadion mitbekommen hat. Na dann, herzlichen Glückwunsch. Hoffentlich hat sich der Kanzler nicht verkühlt, aber immerhin trug er einen schwarz-gelben Fanschal. Ein kranker Regierungschef wäre fatal, schließlich behauptet er doch, dass die Arbeitnehmer in Deutschland zu viel und zu oft krank machen würden. Die telefonische Krankmeldung will er genauso abschaffen. Die AOK geht allerdings nicht davon aus, dass die hohe Krankenquote an der Möglichkeit liegt, sich telefonisch krank zu melden. Die sieht den Grund eher darin, dass die Fehlzeiten durch die elektronische Krankschreibung lückenlos erfasst werden. Ins gleiche Horn bläst die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK). Wahrscheinlich ist es aber eher so, dass die meisten Arbeitnehmer*innen vor allem in der Pflege und im Gesundheitssystem hart am Limit arbeiten. Ohne den persönlichen Einsatz wäre das System wohl nicht mehr zu halten. Eine Tatsache, vor dem man im Kanzleramt bewusst die Augen schließt. Polemik geht in diesen Tagen eindeutig vor Sachpolitik. Aber wer sich in der Merz-Bubble bewegt hat davon keine Ahnung oder es ist ihm schlichtweg egal.
Fast genauso gerne redet der Kanzler über den mangelnden Einsatz der Deutschen. Wir hätten zuviel Freizeit. Anstatt auf eine Worklife-Balance zu achten, sollen wir knüppeln. Ohne Rücksicht auf der Verluste. Wenn der Kanzler davon spricht, dürfen wir uns natürlich die Frage stellen, ob im Kanzleramt alle Vorgänge abgearbeitet sind oder ob der Kanzler nicht doch zu viel Freizeit habe oder Merz als Teilzeit-Kanzler regiert.

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