Ultra-Boykott in Berlin und gegenseitige Vorwürfe

Die Vorfreude auf die Partie zwischen Hertha BSC und Schalke 04 war bei allen Beteiligten groß. Die Schalker wollten ihren Spitzenplatz festigen, die Berliner wollten nochmal oben angreifen. Geklappt hat beides nicht. Auf den Rängen war auch nicht die übliche Stimmung, die Berliner Ultras haben noch ihre Choreo zum Todestag des ehemaligen Präsidenten Kay Bernstein präsentiert, ehe sie das weite Rund des Olympiastadions verließen. Die Schalker unterstützten den Boykott und waren erst zur zweiten Halbzeit wieder aktiv.

Aber warum? Die Fanhilfe von Hertha BSC berichtet in ihrer offiziellen Pressemitteilung von massiver Polizeigewalt. Es soll um eine grundlose Festnahme und Provokationen der Polizei gehen. Die Situation entstand im Eingangsbereich und später versammelten sich die Ordnungshüter im Eingangsbereich zur Kurve.

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Am Ende stehen 30 verletzte Zuschauer*innen die teilweise in die Notaufnahme mussten, andere wurden durch Sanitäter*innen behandelt. Man spricht von einer Eskalations- und Provokationsspirale, die im Stadion seit etwa sechs Monaten läuft. Es gab Dialoge zwischen Verantwortlichen auf beiden Seiten. Damit wollte man die Lage deeskalieren. Funktioniert hat das offensichtlich gar nicht.

Im offiziellen Polizeibericht wird die Lage natürlich völlig anders dargestellt. Im Eingangsbereichen wurde die Einsatzkräfte verbal beschimpft. Dagegen mit Gewalt vorzugehen, scheint mir aber nicht wirklich angemessen zu sein.

Angeblich wurde ein verirrter Schalker in der Berliner Kurve angegriffen, und der Polizei der Zugang verwehr, wodurch es zur Eskalation kam. Wie man sich als Schalker in die Berliner Kurve verlaufen kann, ist mir allerdings schleierhaft.

Hertha BSC teilt in einer offiziellen Meldung mit, dass auch vom Verein wahrgenommen wird, dass die Polizei nicht immer deeskalierend auftritt. Diese Beobachtungen hat man auch gegenüber der Polizei angesprochen.

Quellen:

Massiver Polizeiangriff gegen die Ostkurve | Fanhilfe Hertha B.S.C.

Ausschreitungen bei Fußballspiel – Berlin.de

Gemeinsame Stellungnahme von Präsidium und Geschäftsführung | Hertha BSC

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