Langsam aber sicher nähert sich mit dem Finale des Afrika-Cups der absolute Höhepunkt des Turniers. Das für dieses und weitere Turniere, wie die Weltmeisterschaft 20230, Milliarden in den Sport und seine Infrastruktur geflossen sind, war kaum zu übersehen. Dabei hätte Marokko zahlreiche Gründe, das Geld lieber anderweitig zu investieren. Das finden die marokkanische Jugend im allgemeinen und marokkanischen Ultras gleichermaßen daneben.
Wenn man sich die Graffitis in Casablanca und dem Rest des Landes anschaut, dann wird einem der Schriftzug „Free Khoulchi“ nicht verborgen geblieben sein. Den Slogan hat sich die Gruppe „GenZ 212“ zu eigen gemacht. Genau diese Gruppe, gegründet auf der Internet-Plattform Discord, hat die Jugend mobilisiert. Entstanden ist das Ganze in Agadir, als dort in wenigen Tagen acht Frauen bei der Geburt gestorben sind. Das zeigt deutlich, das Krankenhäuser und das Gesundheitssystem dringend Gelder brauchen. Das gilt nicht nur für Krankenhäuser, sondern auch für Schulen. Zudem hat Marokko Probleme mit Korruption und fehlenden Perspektiven große Teile der Bevölkerung.

Bei den 15- bis 24-jährigen sind fast ein Drittel ohne Job uns Perspektive. Kein Wunder dass sich vor allem diese Gruppe darüber ärgert, dass man für den Afrika-Cup und die WM 1,25 Milliarden Euro in die Renovierung und Neubau von Stadien investiert hat bzw. dieses noch tun will.
Und weil marokkanische Ultras von der Protestbewegung nicht mehr zu trennen ist, greift die marokkanische Polizei immer härter durch. Die Ultras und vor allem deren Anführer haben sich mittlerweile völlig anonymisiert, Namen sind sogar den Insidern nicht mehr bekannt, und es wird ausschließlich über Messenger kommuniziert. Für Ultras drohen seit 2016, damals kam ein Ultra-Fan zu Tode, zehn Jahre Gefängnis. Ein Capo von Raja Casablanca musste das bereits am eigenen Leib erleben. Wenn es keine Haftstrafe wird, drohen Reise- und Stadionverbote.
Diesen Kampf führen die Ultras zusammen, vor allem die von Raja und Wydad Casablanca. Die kämpfen nicht für eine bessere Zukunft, sondern auch gegen das neue Stadion, in das 115.000 Zuschauende passen sollen. Das liegt aber nicht mehr in der Stadt, sondern 50 Kilometer außerhalb der Stadt.
Quelle:
Ultras in Marokko gegen die WM 2030: Gegen die WM – 11FREUNDE

Hinterlasse einen Kommentar