Afrika-Cup 2025: Marokko und der Islamismus

Erstmalig man in den 1960er-Jahren der Islamismus in Marokko auf. Sie galt als Kontrast zur sozialistischen Nationalbewegung, die vom ägyptischen Nasserismus und marxistisch-leninistisch geprägt war. Unter Nasserismus versteht man eine arabisch-nationalistische und sozialistische Idee, die auf dem Denken und Handeln von Gamel Abdel Nasser aufbaut. Nasser war Ägyptens zweiter Präsident und zuvor einer der Hauptführer der ägyptischen Revolution von 1952. Das marokkanische Königshaus hat die islamistische Opposition unterstützt und suchte auch die Unterstützung Saudi-Arabiens.

Auf Grund der Freundschaft zwischen den Könighäusern aus Marokko und Saudi-Arabien schickten die Saudis um den Wahhabismus, der traditionellen Richtung des sunnitischen Islams, zu fördern. Dazu gab es eine gemeinsame militärische Allianz mit den USA zur Zeit des kalten Krieges. In den 1970er-Jahren wurde das Schulsystem arabisiert, die frankophone Elite wurde deutlich geschwächt. Mit der islamischen Jugend gründete sich 1969 die erste islamistische Gruppe. Das wurde so lange toleriert, bis die extreme Splittergruppe „Die Kombattanten des Maghreb“ den Gründer der sozialistischen Partei im Dezember 1975 ermordeten. Die Organisation hat man wenig später verboten.

Es gründeten sich mehr islamistische Gruppen, die vor allem wegen der zunehmenden Armut und der hohen Arbeitslosigkeit immer größeren Zulauf fanden. Auch die Liberalisierung der Gesellschaft gefiel nicht allen, wovon die Islamisten profitierten. Nach dem Golfkrieg kursierte in ganz Marokko salafistischen Propagandamaterial. Später wurden benachteiligte Jugendliche von Salafisten angeworben, um in Afghanistan zu Terroristen ausgebildet zu werden. Dadurch entstanden später Terrorzellen, die für den Terroranschlag im Mai 2003 verantwortlich waren. Damals gab es in Casablanca zeitgleich fünf Selbstmordattentate. Danach gab es Verhaftungen, strengere Gesetze und deutliche Nachteile für Islamisten.

Allerdings ist die Mehrheit der marokkanischen Islamisten gemäßigt und lehnt mehrheitlich Gewalt und Terror ab. Seit dem arabischen Frühling mischen die Islamisten in Marokko vermehrt politisch mit. Islamisten und Terroristen wurden vom König begnadigt. Das gilt aber nur für Personen, die sich vom Terrorismus entfernt haben. Es gibt immer noch jihadistische Marokkaner, die für ihre eigenen Ziele kämpfen.

2015 gingen die marokkanischen Behörden davon aus, das es im Land 2.000 IS-Anhänger*innen gibt, 1.500 bis 2.000 Marokkaner*innen aus dem Ausland sollen sich der Al-Nusra-Front angeschlossen haben. 200 von ihnen sitzen aber wieder in marokkanischen Gefängnissen. Vor rund zehn Jahren gab es auch vermehrt Terrorzellen im eigenen Land. Ein IS-Zellen wurde zu dieser Zeit zerschlagen. Die Terroristen können relativ einfach nach Syrien reisen und werden für ihre Dienste im Vergleich zu anderen Marokkanern fast fürstlich entlohnt. Die meisten von ihnen stammen aus armen Regionen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit.

Danach setzte die Regierung grade in den benachteiligten Gebieten auf einen Präventionsprozess, bei dem u.a. Infrastruktur und Wohnsituation verbessert wurde. Dazu will man sein Volk vor den Gefahren des Islamismus schützen. Salafistische Moscheen und Koranschulen geschlossen, dazu werden die Predigten abgehört und einige Gruppierungen verboten.

Quellen:

Microsoft Word – Schuckmann-Dossier.docx

Nasserismus – Wikipedia

Wahhabiten – Wikipedia

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