Afrika-Cup 2025: Marrakesch, die rote Stadt

Während Casablanca die weiße Stadt ist, gilt Marrakesch als die rote Stadt und gibt ein völlig anderes Bild ab als Casablanca. Marrakesch liegt im Landesinneren etwa 240 Kilometer südlich von Casablanca, bis zur Hauptstadt Rabat sind es etwa 330 Kilometer. Marrakesch ist die viertgrößte Stadt Marokkos und eine der vier Königsstädte des Landes. Der Name Marrakesch kommt aus der Sprache der Berber und bedeutet in deren Sprache soviel wie „das Land Gottes“. Der Landesname Marokko wurde von Stadtnamen abgeleitet. Die Stadt ist von drei Flüssen, dem Tensift, dem Oued Issyl und dem Oued Rheraya, eingerahmt. Je nach Jaheszeit und Niederschlagsmenge kann der Tensift 260km lang sein, der Oued Rheraya ist ein kleiner Nebenfluss des Tensift.

Ganz in der Nähe von Marrakesch findet sich die Bruch- und Überziehungszone der Europäischen und der Afrikanischen Platte. Deswegen ist das Gebiet Erdbebengefährdet. Zuletzt kam es 2023 zu einem Erdbeben, bei dem fast 3.000 Menschen ums Leben kamen.

In Marrakesch sind die Winter mild und die Sommer heiß. Vor allem während unseres Hochsimmer kann es zu Temperaturen bis fast 50°C kommen. Die Winter haben angenehme Temperaturen von ca. 20°C.

Marrakesch wurde bereits 1070 von Abu Bakr ibn Umar gegründet. Umar war der Führer der Almoraviden, einer damaligen Berberdynastie. Marrakesch sollte das Zentrum der Dynastie werden. Seine Nachfolger haben die Stadt ausgebaut und machten sie später zur Hauptstadt. Allerdings verloren sie die Stadt im Jahre 1147 an die Almohaden, ebenfalls ein Berber-Dynastie. Die haben diverse Gebäude der Stadt zerstört und die bekannte Koutoubia-Moschee gegründet.

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Später übernahmen 1269 die Merinaden, natürlich auch Berber, sie Stadt, gaben Marrakesch allerdings als Hauptstadt auf. 2011 verloren 17 Menschen bei einem Terroranschlag im Cafe Argana auf dem Markplatz Djemaa el Fna ihr Leben. Zwei Haupttäter wurden damals zum Tod verurteilt, andere Mittäter kamen mit Gefängnisstrafen davon. Seit 1950 hat sich die Einwohnerzahl beinahe verfünffach, aktuell leben knapp 1 Millionen Menschen in Marrakesch.

Neben der besagten Koutoubia-Moschee sind vor allem die Altstadt, die Medina-Görten und der Menera-Garten bekannt. Zu den bekanntesten Plätzen der Stadt gehört auch der Ort des Anschlags von 2011. Auf dem ehemaligen Henkersplatz findet heute kulturelles Leben statt. Marrakesch lebt zum einen von der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, zum anderen aber auch vom Handel, dem Tourismus und der Teppichherstellung. Die Nähe zum Flughafen und eine wichtige Bahnverbindung nach Casablanca machen die Stadt zu einer bedeutenden Wirtschaftsmetropole, der innerstädtische Verkehr erfolgt aber eher durch Busse und Taxen.

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Spielort in Marrakesch ist das „Stade de Marrakech“. Insgesamt fasst das Fußball- und Leichtathletikstadion 45.240 Zuschauer*innen. Rund zwei Drittel der Plätze sind überdacht. Eröffnet wurde das Stadion 2011 und war eigentlich als Spielort für die WM 2010 vorgesehen, die aber am Ende in Südafrika ausgetragen wurde. Der FC Bayern hat im Dezember 2013 in diesem Stadion das Finale im Rahmen der Club-WM ausgetragen. Gegen Raja Casablanca gewann Bayern durch Tore von Dante und Thiago mit 2:0.

Quellen:

Erdbeben in Marokko 2023 – Wikipedia

Marrakesch – Wikipedia

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