Der FC Bayern ist, nicht erst seit gestern, in der Bundesliga das Maß der Dinge. Das 8:1 gegen den VfL Wolfsburg war nicht die erste Machtdemonstration der bajuwarischen Titeljäger. In der Tabelle hat man nicht nur elf Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten aus Dortmund sondern auch eine um 37 Treffer bessere Tordifferenz. Mit 63 Treffern hat den besten Angriff der Liga. Dabei ist die Offensive deutlich mehr als Harry Kane. Der netzte zwar schon 20 mal ein, aber die übrigen Treffer sind mehr oder weniger gleichmäßig auf Luis Diaz, Michael Oliseh (je neun Tore), Serge Gnabry (vier Tore), Raphael Guerrero, Nicolas Jackson, Lennart Karl (je drei Tore), Konrad Laimer, Josip Stanisic (je zwei Tore), Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic, Jonathan Tah und Dayot Upamecano (je ein Tor) verteilt.
Doch die Bayern glänzten nicht nur vor dem gegnerischen Tor, sondern auch im eigenen Strafraum. Dabei ist es fast egal, ob Manuel Neuer oder Jonas Urbig das Torhüter, wer die Viererkette bildet und wer im Mittelfeld für defensive Stabilität sorgt. Die Bayern haben bei erst zwölf Gegentore die stabilste Verteidigung und liegen auch hier vor dem BVB (15) und RB Leipzig (19).

Die klare Dominanz der Bayern, beziehungsweise die Schwäche der restlichen Liga, werden auf Dauer zum Problem. Auch wenn man durch die Champions League-Gruppenphase, sieht man vom Duell gegen Arsenal ab, durchmarschiert ist, kommen die wirklich harten Brocken erst nach der Gruppenphase. Die Spiele gegen Chelsea (3:1), Pafos FC (5:1), FC Brügge (4:0), Paris St. German (2:1) und Sporting Lissabon (3:1) haben keine Aussagekraft. Die hat die Niederlage gegen Arsenal (1:3) natürlich auch nicht.
Aber: Die Bayern müssen die Spannung hochhalten. Ein 8:1 gegen Wolfsburg hilft da aber nicht weiter. Und in Europa werden die Bayern, wenn es gegen die Top-Teams aus Spanien, England und Italien geht, deutlich mehr gefordert sein. Deswegen ist ein europäischer Titel nicht nur in diesem Jahr in ganz weiter Ferne.

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