Afrika-Cup 2025: Casablanca, die Stadt der Souks

Casablanca, zu deutsch die weiße Stadt, ist nicht nur die größte, sondern auch eine der bekanntesten Städte des Landes. Casablanca liegt südlich der Hauptstadt Rabat am Atlantik. Alleine in der Stadt Casablanca leben 3,2 Millionen Menschen, im Großraum sind es fast 7,7 Millionen Einwohner*innen. Im 8. Jahrhundert gab es an der Stelle der heutigen Stadt Casablanca die Siedlung Anfa, die lange Zeit der Ort des Berberreiches der Berghouta war. Die Berghouta war ein alter marokkanischer Berberstamm. Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt von einem anderen Berberstamm, den Almohaden eingenommen. Ende des 15. Jahrhunderts waren es wiederum die Portugiesen. 1575 konnten die Portugiesen die Stadt besetzen und gaben ihr den Namen Casa Branca (weißes Haus). Zu dieser Zeit gab es bereits eine Moschee und eine Medresa, wo nach islamischen Grundsätzen gelehrt wurde.

Den Namen Casblanca trägt die Stadt seit der Mitte des 19. Jahrhundert, als sich spanische Händler dort niederließen. 1907 waren europäische Arbeiter zum Ausbau des Hafens in der Stadt, als sie von Stämmen angegriffen wurden. Die Franzosen besetzten darauf hin die Stadt. Bis es soweit war, setzten die Franzosen Bomben ein. Es gab zahlreiche Todesopfer unter den Marokkanern. Während der Besetzung der Franzosen gewann Casablanca auch an wirtschaftlicher Bedeutung. Während des zweiten Weltkrieges hatte der Hafen eine wichtige strategische Bedeutung. Am Ende des Krieges fand in Casablanca das britisch-amerikanische Gipfeltreffen zwischen Roosevelt und Churchill statt.

1952 kam es zu einem weiteren Konflikt zwischen den Franzosen und den Marokkanern. Die protestierten gegen die Ermordung des tunesischen Gewerkschaftlers Farhad Hached bei Tunis. Hunderte Arbeiter aus den Slums wurden dabei von der französischen Polizei ermordet. Danach befand sich die Stadt vier Jahre in einem Belagerungszustand.

Im Mai 2003 kam es zu einem schrecklichen Terrorangriff, als zwölf islamistische Selbstmordattentäter 33 Menschen töteten und 100 weitere Verletzten. Alle Attentäter waren marokkanische Staatsangehörige. Auch wenn der König den Kampf gegen den Terrorismus als wichtiges Staatsziel ausgibt, bleibt Marokko Rekrutierungsbasis für islamistische Gruppen. Im Jahr 2007 gab es nochmal einen ähnlichen Anschlag. Sieben Selbstmordattentäter rissen eine Person in den Tod, es gab 40 Verletzte.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist die Hassan-II-Moschee, eine der weltweit größten Moscheen. Insgesamt finden dort 25.000 Gläubige Platz. Das Minarett ist mit einer Gesamthöhe von 210 Metern das zweithöchste Minarett und das zweithöchste religiöse Bauwerk.

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Allerdings gibt es Casablanca nicht nur Moscheen, sondern auch über 30 Synagogen.

Das wirtschaftliche Epi-Zentrum der Stadt ist das Industriegebiet Ain Sebaa, dort haben Firmen wie Renault, der marokkanische Lebensmittelhandel Bimo und auch Fernsehsender ihren Sitz. Auch der Energiekonzern Total und drei marokkanische Autoherstellener haben ihren Sitz in Casablanca.

Casablanca ist auch die Stadt der Souks, so nennt man in arabischen und muslimisch geprägten Ländern die Märkte und die kommerziellen Viertel. In der Regel sind Souks einstöckig und bieten keinen Wohnraum. In Souks kann man aber nicht nur Lebensmittel und handwerklich hergestellte Waren kaufen, dort finden auch Finanztransaktionen und private Dienstleistungen statt. Geschäfte mit ähnlichem Warenangebot liegen meist direkt nebeneinander. Am Rande eines Souks findet man meistens Waren des täglichen Bedarf, teure Gegenstände wie Schmuck findet man, auch aus Sicherheitsgründen, meistens in der Mitte des Marktes.

In Casablanca spielen mit Wydad Casablanca und Raja Casablanca zwei der erfolgreichsten Clubs des Landes. Austragungsort des Afrika-Cups ist das Stade Mohamed V.

Quellen:

Anschläge von Casablanca – Wikipedia

Casablanca – Wikipedia

Aïn Sebaâ – Wikipedia

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