Afrika-Cup 2025: Marokko und die West-Sahara

Grundsätzlich gilt Marokko als touristisch erschlossen und als grundsätzlich sicher. Dennoch sollten Reisende ein paar Spielregeln beachten. Für die Grenzregion zwischen Marokko und der West-Sahara gibt es eine Reisewarnung des auswärtiges Amtes. Eine Betreuung durch deutsche Botschaften und Konsulate gibt es in dieser Region nicht, zudem ist das Gelände dort immer noch vermint und es gibt zahlreiche Blindgänger, die jederzeit detonieren können. Ein Teil der Grenze zur Marokko wird von der linken Befreiungsfront Frente Polisario kontrolliert. Der Bereich ist militärisches Sperrgebiet.

Bei Frente Polisario handelt es sich sowohl eine politische als auch um eine militärische Organisation in der Region West-Sahara. Die Befreiungsfront wird von Algerien unterstützt, was ebenfalls für Spannungen zwischen Marokko und Algerien sorgt. Der Konflikt ist keineswegs neu, die Spannungen existieren bereits seit der Kongo-Konferenz im Jahre 1894. Damals hat man die afrikanischen Länder unter den Kolonialmächten aufgeteilt. Die West-Sarah wurde den Spaniern zu geschlagen, die den Bereich nach dem Tode des Diktators Franco allerdings komplett verlassen haben. Der Rückzug wurde aber schon zu Lebzeiten Francos eigeleitet, die UN hatte den Rückzug Spaniens veranlasst.

Die Organisation gründete sich in den 1970er-Jahren, noch während der spanischen Besetzung. Der aktuell schwelende Streit mit den Marokkaners existiert seit 1975, als man begann nicht nur gegen die Spanier, sondern auch gegen Marokko und Mauretanien zu kämpfen. Als die Spanier die West-Sahara verließen setzt man den Kampf gegen die Marokkaner fort. Mit den Mauretaniern schloss man 2019 einen Friedensvertrag, mit den Marokkanern allerdings nicht.

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Es kam immer mal wieder zu Auseinandersetzungen, in den 1980er-Jahren wurden sogar zwei Flugzeuge abgeschossen. 1985 war es das deutsche Forschungsflugzeug POLAR 3, 1988 war es ein amerikanisches Flugzeug, welches durch Frente Polisario abgeschossen wurde.Bis 2005 flüchteten 100.000 Menschen aus den Kampfgebieten, dort lebten zwischenzeitlich 150.000 Menschen in Flüchtlingslagern auf algerischem Gebiet in der West-Sahara. Aktuell haben rund 50 Ländern die West-Sahara anerkannt. 1991 wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Über die Regeln eines Referendums, von der UN gefordert, konnte man sich bis heute nicht einigen. 2020 wurde der Waffenstillstand von Polisario gekündigt, als Marokko in kontrolliertes Gebiet einmarschierte. Die Marokkaner haben darauf in ihre Stellungen verlegt und kamen unter Artilleriebeschuss.

2020 erkannten die Marokkaner Israel an und waren damit erst der vierte Staat, der das tat. Die amerikanische Gegenleistung von Präsident Trump war, das die US-Regierung den Anspruch der Marokkaner auf die West-Sahara anerkannten. 2023 zogen die Israelis nach und folgten den USA. Die EU-Staaten machten hier aber nicht mit. Marokko hat danach die Beziehungen zu Deutschland eingefroren, sich danach aber auf eine „erweiterte, auf die Zukunft ausgerichtete Partnerschaft“ geeinigt.

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