Afrika-Cup 2025: Der Spielort Tangier

Tangier, die marokkanische Millionenstadt an der Straße von Gibraltar, gilt nicht nur als Spielort beim Afrika-Cup, sondern auch als marokkanisches Handelszentrum. Dazu ist Tangier ein international wichtiger Seehafen und Knotenpunkt zwischen Afrika und Europa. Tangier und die Hauptstadt Rabat trennen etwa 250 Kilometer, klimatisch ist Tanger sowohl von Atlantik als auch vom Mittelmeer beeinflusst. Das bedeutet, dass die Einwohner*innen Winde, Stürme und Regen kennen.

Die Einwohnerzahl hat sich seit den 1990er-Jahren fast verdoppelt, viele Berber-Stämme sind sesshaft geworden und haben sich in der Hoffnung auf Arbeit und Wohlstand in Tangier und Umgebung niedergelassen. Geprägt ist sie Stadt vor allem durch ihren Hafen. 2024 wurden dort zehn Millionen Container umgeschlagen, insgesamt lag die Menge der umgeschlagenen Güter bei 42 Millionen Tonnen. Firmen wie Renault und Dacia nutzen die gute Lage und haben Teile ihrer Produktion verlagert. Außerdem wurden zahlreiche Hallen gebaut, in denen Nordseekrabben gepult werden. Andalusier*innen nutzen die Kurze Fährverbindungen (ca. eine Stunde) für Tagesauflüge.

Der Geschichte nach soll Herkules an der Stelle von Tangier, das Land gespalten und die Meerenge von Gibraltar erschaffen haben. Belegt hingegen ist, dass es Tangier bereits im fünften Jahre vor Christus gibt. Gegründet wurde es von den Kathargern. Genauso wie Marokko stand auch Tangier unter wechselnden Einfluss von Spaniern, Portugiesen und Englängern, seit dem Jahre 1956 ist Tangier aber unabhängig. In den 1960 und 1970er-Jahren ging es nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch bergab. Erst durch die Krönung des aktuellen Königs ging es in Tangier wieder bergauf, sein Vorgänger hatte die Stadt immer vernachlässigt.

Tangier ist bekannt für die Steinkistengräber aus der Römerzeit, die heute besichtigt werden können. Dazu sind das Kasbah-Viertel mit seinen Stadtmauern, die Medina und die St. Andreas-Kathedrale.

Anders als anderen marokkanische Städte hat Tangier eine eindeutig mediterrane Prägung. Das zeigt sich sowohl im Baustil, als auch im Dialekt. Dazu kommt eine jahrelanges, friedliches Zusammenleben zwischen Marokkaner*innen, Europäer*innen und Jüd*innen. Doch seitdem viele Marokkaner*innen aus dem Hinterland nach Tangier ziehen, schwindet in Tangier der offene Lebensstil von den Straßen.

Gespielt wird im „Grand Stade de Tanger“, einem Fußball- und Leichtathletikstadion mit Platz für 65.000 Zuschauer*innen. Normalerweise spielt hier der IR Tanger. Das Stadion wurde erst 2011 eröffnet, steht allerdings in der Kritik. Es wirkt noch immer als nicht fertig, da Stadionkurven nicht ausgebaut sind. Deswegen zieht auch der Wind kräftig durch.

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