Afrika-Cup 2025: Der Spielort Fés

Das Fés-Stadion oder auch das „Stade du Complexe Sportif de Fès“ ist eins von neun Stadien, in denen der Afrika-Cup 2025 ausgespielt wird. Das erst 2007 eröffnete Stadionen, ist kein reines Fußballstadion, und kann 45.000 Zuschauer*innen beherbergen. Das Fés-Stadion hat keine Stehplätze. Im Ligabetrieb wird von Maghreb Féz und Wydad des Fés genutzt. Fes liegt in Nord-Marokko zwischen Rabat und der algerischen Grenze.

In Fés leben etwa 1 Millionen Marokkanerinnen und Marokanner. Damit ist Fés die drittgrößte Stadt des Landes und neben Marrakesch, Meknés und Rabat die älteste der marokkanischen Königsstädte. Marokkanische Königsstädte sind die Städte, die zu verschiedenen Königsstädten Hauptstädte waren. Sie ist zudem Heimat der Qarawiyin-Universität, älteste noch bestehende Bildungseinrichtung der Welt. Dort werden heute u.a. der Koran und islamische Rechtsprechung (Fiqh) gelehrt. Deswegen gilt Fés als geistiges Zentrum der Maghreb-Region.

Dort wo man heute das andalusische Viertel findet, soll im Jahre 780 die Stadt „Medinat Fes“ gegründet worden sein. Die Stadt entwickelte sich schnell und es kam nicht nur die Moschee, sondern auch ein Königspalast und eine Markthalle dazu. Wichtig waren, damals wie heute, die Wasserquellen von Fés, ohne die die Stadt nicht so schnell gewachsen wären. Wenige Jahre nach der Gründung gab es zwei Einwanderungswellen aus Spanien und Tunesien, bei der sich die Menschen ebenfalls am Fluss ansiedeln. Von dem technischen und handwerklichen Wissen der Vertriebenen haben zum damaligen Zeitpunkt alle Volksgruppen profitiert. Dazu wussten die Geflüchteten, wie eine Stadt funktioniert und sorgten damit dafür, das sich Fés zum kulturellen und religiösem Zentrum Marokkos entwickelte.

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Den Status als Hauptstadt verlor Fés bereits im 11. Jahrhundert, gewann aber später erneut an Einfluss. Im Jahre 1033 verloren 6.000 Jud*innen bei einem Progrom ihr leben und wurden auch später lebten sie, formal unter dem Schutz des Sultans in einem Mellah, vergleichbar mit einem Ghetto.

Heute ist die Altstadt Weltkulturerbe und gilt als Musterbeispiel einer orientalistischen Stadt. Das Tiefe Blau der Keramik ist das Wahrzeichen der Stadt. Viele marokkanische Städte sind durch ihre Märkte, die Souks, geprägt. In Fés gibt es einen Holz-, Keramik, Metall- und Ledersouk. Praktisch, dass es in der Innenstadt keine Autos gibt. Das liegt aber eher daran, dass die Gassen teilweise keinen Meter breit sind. Zu sehen gibt es in Fés jede Menge, zum Beispiel verschiedene Stadttore, das Museum für Holzschnitzkunst, die Grabmoschee des zweiten Stadtgründers, das Gerberviertel, das jüdische Viertel samt Synagogen und Friedhöfen, den Königspalast und die Merinidengräber.

Vor Weihnachten gab es schlimme Nachrichten aus Fés: Vom 9. auf den zehnten Dezember sind zwei vierstöckige Gebäude eingestürzt. Es sollen mehr als 20 Menschen getötet und etwa genauso viele verletzt worden sein. Die Infrastruktur Marokkos gilt als marode und erneuerungswürdig. In den beiden Gebäuden soll es diverse Risse gegeben haben.

Quellen:

Fès-Stadion – Wikipedia

Universität al-Qarawīyīn – Wikipedia

Mehr als 20 Tote bei Häusereinsturz in Marokko | tagesschau.de

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