Afrika-Cup 2025: Marokko statt Guinea

Es war das Jahr 2022, in dem der afrikanische Fußballverband CAF dem Land Guinea den Afrika-Cup für das Jahr 2025 entzog und nach einem weiteren Entscheidungsprozess die Marokkaner mit der Organisation des Turniers betraute. Offizielle Begründung des Exekutivkomitees war die fehlende Infrastruktur in Guinea.

Ganz unberechtigt ist die Kritik an der Infrastruktur allerdings nicht. Guinea belegt beim „Logistic Performance Index“ der Weltbank auf Platz 145 von 160 Ländern. Der Personen und Warentransport findet fast ausschließlich auf der Straße statt. Bus, Bahn und Bootsverkehr teilen sich lediglich fünf Prozent. Und: Es gibt relativ wenig motorisierte Fahrzeuge, dennoch ist die Quote an Todesfällen (27,2 Tote pro 100.000 Einwohner) extrem hoch.

Auch wenn die Zahlen schon älter sind ist ein landesweites Wegenetz von knapp 45.000 Kilometer erschreckend wenig. Vor allem wenn man bedenkt, das lediglich zehn Prozent davon asphaltiert sind. Zum Vergleich: Guinea ist ungefähr genauso groß wie Großbritannien. Und wo wir grade beim Thema Straßen sind: Die wenigen Straßen sind defekt gerissen oder Ende im nirgendwo. In der Regenzeit sind grundsätzlich nicht alle Straßen und Brücken befahrbar, dazu kommt ein quasi nicht vorhandenes Tankstellennetz. Es sind zwar diverse Eisenbahnprojekte in Arbeit, für den Afrika-Cup hätten diese aber noch nicht zur Verfügung gestanden.

Quellen:

CAF entzieht Guinea den Afrika-Cup 2025 – kicker

LOK Report – Guinea: Verlegung der ersten Schwelle zur transguineischen Eisenbahn

Guinea – Wikipedia

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