Katarischer Einfluss in der Stadt der Liebe

Paris ist die Stadt der Liebe. Dazu eine für Träume, Sehnsüchte und ganz große Gefühle. Und für Geld. Für sehr viel Geld. Das gilt jedenfalls für den Paris Saint-Germain Football Club und seine Geldgeber aus Katar. Seit 2001 ist der katarische Einfluss bei PSG immer weiter gewachsen. Inzwischen wird der französische Hauptstadtclub beinahe vollständig von den Kataris gesteuert. Die haben seit der Übernahme 360 Millionen Euro in neue und teure Stars investiert, einer von denen war übrigens der Brasilianer Neymar, für den man 222 Millionen Euro nach Barcelona überweisen musste. Die Geldgeber und die Verantwortlichen waren trotz diverser Meisterschaften (2013-2016, 2018-2020, 2022-2025) und Pokalsiegen (2015-2018, 2020, 2021, 2024, 2025) nicht zufrieden. Man strebte nach dem ganz großen, dem Gewinn der Champions League. Man zerschliss zahlreichen Spieler und Trainer, ehe man feststellte, dass die ganz großen Spieler zwar nationale Titel holten, international aber immer scheiterten. So dauerte es bis zum letzten Sommer, um den Champions League-Titel nach Paris zu holen.

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Doch wo liegt das Problem. Was die Kataris beim PSG machen, ist ein klarer Fall von Sportwashing. Man versucht also durch Investitionen im Sport, für ein besseres Image der Kataris zu sorgen. Das haben sie auch bitter nötig. Wir erinnern uns noch alle an die Vergabe der Weltmeister an die Kataris und an die geäußerte Kritik. An die Ausbeutung beim Stadionbau, an die zahlreichen Verletzten und Toten. An die Kritik am Kafala-System, das bedeutet das Einwanderer*innen aus Drittländern einen Bürger brauchen, der für sie bürgt und von dem man abhängig ist. Hausangestellte, meistens Frauen aus Südostasien sind quasi rechtelos und Opfer von Missbrauch und Menschenhandel.

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Von Bürgerrechten, wie Meinungs-, Presse-, Informations- und Demonstrationsfreiheit können die Kataris nur träumen. Auch die Frauenrechte sind massiv eingeschränkt, wenn auch besser als in Saudi-Arabien oder dem Iran. Diskriminierende Gesetze gegen das weibliche Geschlechte gibt es immer noch. Dazu gibt es Geschlechtertrennung an Bankschaltern und Wartezimmern. Was an die Rassentrennung erinnert hat in Katar Tradition, entschuldigt das aber keinesfalls.

Dazu dürfen in Katar Kinder geschlagen werden. Es ist gesellschaftlich akzeptiert und steht nicht unter Strafe, auch die Kinderehen sind noch keine Geschichte. Für gleichgeschlechtliche Liebe droht die Todesstrafe oder sieben Jahre Gefängnis. Peitschenhiebe gibt es nach der Scharia für Alkoholgenuss und außerehelicher Geschlechtsverkehr.

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PSG hat auch einen Präsidenten aus Katar. Besonders pikant ist, dass Nasser Al-Khelafi als Minister ohne Geschäftsbereich direkte Kontakte zu Tamin bin Hamad Al Thani, dem katarischen Staatschef hat. Gegen Al-Khelafi ermittelte zu Jahresbeginn auch die französische Justiz. Im wird vorgeworfen, Stimmen im Rahmen seiner Tätigkeit bei einem französischen Medienkonzern gekauft zu haben.

Quellen:

Paris Saint-Germain – Wikipedia

Kafala – Wikipedia

Menschenrechte in Katar – Wikipedia

Antwort

  1. […] Die Akademie hat auch eine Partnerakademie im Senegal, in der afrikanische Talente gefördert werden sollen. Diesen Weg hat der nigerianische Stürmer Henry Onyekuru bestritten, der über KAS Eupen u.a. zu Everton, Galatasaray Istanbul und Monaco gewechselt ist. Klingt auf den ersten Blick nach sinnvoller Sportförderung, die Gelder kommen aber direkt vom katarischen Staat und mit der Academy im Senegal könnten auch Bestechungsgelder nach Afrika gelangt sein, um Stimmen für die WM zu kaufen. Das was man an dem katarischen Engagement bei Paris St. Germain kritisieren muss, gilt demnach auch … […]

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