Der König von Rasgrad

Der PFK Ludogorez Rasgrad für einen sehr jungen Verein, gegründet im Jahr 2001, ein erfolgreicher und international bekannter Club. Seit der Gründung wurde man nicht nur 14-mal bulgarischer Meister, sondern auch vierfacher Pokal- und achtfacher Supercupsieger. Seit der Saison 2012/2013 spielt man auch ohne Unterbrechung international. Mehrfach erreichte man die Playoffs in der Europa League und kam in genau diesem Wettbewerb 2019/2020 bis ins Sechszehntelfinale, scheiterte aber in beiden Spielen an Inter Mailand. Gegen einen deutschen Vertreter spielte man erstmalig 2017/2018, als man in der Europa League auf die TSG Hoffenheim traf. Bereits ein Jahr später ging es in der Gruppenphase der Champions League gegen Bayer Leverkusen.

Doch wie kommt ein so junger Verein zu so einer beträchtlichen Anzahl an Erfolgen. Zur Saison 2010/2011 kaufte der Pharmaunternehmer und Oligarch Kyril Domustschiew den Verein. Bereits in der Winterpause verstärkte er das Team massiv, so dass die Mannschaft am Ende der Saison in die erste bulgarische Liga aufsteigen konnte.

In Razgrad scheint man sein Engagement zu schätzen und ernannte ihn 2012 zum Ehrenbürger. Er ist ebenfalls Ehrenbürger des US-amerikanischen Bundesstaates Nebraska. Sein vermögen wurde im November 2021 auf 4,2 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Domustschiew verdient sein Geld durch verschiedenste Unternehmen: In den 1990er-Jahren gründete er, gemeinsam mit seinem Bruder, mehrere Unternehmen der Modebranche. Später kam ein Privatisierungsfond dazu. Plötzlich gehörten ihm Anteile zahlreicher rumänischer Firmen. Ein Unternehmen ist der Fahrrad- und Gabelstaplerhersteller Balkan AD, seine Mutter ist dort seit 2009 Direktorin.

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Um die Jahrtausendwende gründete er mit der Huvepharma EOOD sein erstes Pharmaunternehmen. Produziert wird nicht nur in Bulgarien, sondern auch in den USA, Frankreich und Italien. Dazu gehört ihm eine Holdinggesellschaft, die in den Fachsparten Pharmazeutik, Transport, Hafenbetrieb, Bauwesen, Immobilien und Medien kräftig investiert. Er ist Schiffseigner und Hafenbetreiber. Zusätzlich gehörten ihm zahlreiche TV-Station.

Gemeinsam mit seiner Frau gründete er die Kremena- und Kiril-Stiftung, mit der er wohltätige Zwecke unterstützt. Schwerpunkt der Stiftungsarbeit ist die Unterstützung von Kinderkrankenhäusern und Kinderheimen. Für seinen sozialen Einsatz hat er viele Preise entgegennehmen können.

Doch ist Rasgrad alles eitel Sonnenschein? Nicht wirklich, beim Serienmeister handelt es sich um einen klassischen Retortenclub. Von Tradition und Kultur keine Spur. Sogar noch schlimmer als die TSG Hoffenheim. Rasgrad hat 28.000 Einwohner, das Stadion, die Arena Ludogerez, fast nur wenig mehr als 10.000 Zuschauer*innen. Eine Bezirkssportanlage würde es auch tun, im Schnitt kommen in der Liga nicht mehr als 1.000 Zuschauende zu den Spielen.

Quellen:

Ludogorez Rasgrad – Wikipedia

Kiril Domuschiev – Wikipedia

YB-Gegner steckt in der Krise: Ludogorez steht für Retorte und einen Klub ohne Fans

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