Dr. Manfred Weinberg (1902 – 1982) war ein Rechtsanwalt der seinen Wirkungskreis in Offenbach hatte und seit 1932 Vorstandsmitglied bei den Kickers Offenbach. Er sorgte dafür, dass Adolf Hitler am 16. Juni 1932 im Stadion der Kickers keine Rede halten durfte.
Dass die Nazis das Ganze nicht so witzig fanden, liegt auf der Hand. Gemeinsam mit Ernst Oppenheimer, wurde er zu erniedrigenden Tätigkeiten gezwungen. Beide musste auf dem Wilhelmplatz mit einer Zahnbürste kommunistische Parolen entfernen. Dazu kamen „Schutzhaft“ im Lager Osthofen (Rheinhessen) und Berufsverbot, er flüchtete 1933 nach über Frankreich nach Afrika. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und kümmerte sich um die Reorganisation der Mainzer Arbeitsamtes. Heute findet man am Bieberer Berg, dem Stadion des OFC, einen Stolperstein und eine Informationstafel zu Weinbergs Wirken.
Weinberg wurde aus dem Club verbannt, gleiches galt auch für jüdische Funktionäre. Im Jahre 1932 erklärte die lokale Presse, dass der Club nun „frei vom jüdischen Einfluss“ sei. Zu diesem frühen Zeitpunkt war das noch ein drastisches Vorgehen. Genauso unüblich war allerdings auch, dass 1933 erneut jüdische Bürger in den Vorstand gewählt wurden. Deren Amtszeit war aber extrem kurz und später passten sich die Verantwortlichen an die politischen Verhältnisse an.
Quellen:
OFC und Stadt erinnern an Dr. Manfred Weinberg und seinen Einsatz gegen die Nazis

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