Chemnitzer Vergangenheit mit Licht und braunem Schatten

Der Chemnitzer FC gehört zu den Ost-Vereinen, die nach der Wiedervereinigung zwar in der 2. Bundesliga starten konnten, dann aber irgendwann in den Niederungen des Regionalfußballs verschwanden. Für die Saison 1991/1992 sicherte man sich die Startrechte in der 2. Bundesliga Süd. Damals spielten u.a. Olaf Renn (insgesamt 264 Zweitliga-Spiele) und Steffen Heidrich (32 Erst- und 202 Zweitligaspiele) für die Sachsen. Zum ersten Mal steig man in der Saison 1995/96 ab, schaffte zur Saison 1999/2000 wieder den Sprung in die zweithöchste Spielklasse der Republik. Dieses Mal konnte man nur zwei Jahre in der 2. Liga spielen und stieg mit Akteuren wie Carsten Lakies (u.a. Bayern II) und Jörg Sobiech (u.a. Wattenscheid 09) wieder ab. Davon hat man sich bis heute nicht erholt und spielt aktuell in der Regionalliga Nordost.

Gegründet wurde der Verein als ostdeutscher FCK (FC Karl-Marx-Stadt) im Jahre 1966, seit 1990 hat er seinen Namen mit der Umbenennung der Stadt Karl-Marx-Stadt in Chemnitz ebenso geändert. Als Vorgängervereine werden Chemnitzer SC Britannia (als Gründungsmitglied des DFB) und Chemnitzer BC. Zu Zeiten der DDR spielte man seit 1954, mit einigen Unterbrechungen, in der DDR-Oberliga. 1990/1991 spielte man sogar International, musste aber dort ausgerechnet gegen Borussia Dortmund antreten und schied direkt in der ersten Runde aus. Ein Jahr zuvor gab es nach Siegen gegen Boavista Porto und den FC Sion ein Drittrundenduell gegen Juventus Turin. Allerdings war man in beiden Spielen gegen die Italiener chancenlos.

Im Jahre 2018 musste man sich durch die Tiefen der Insolvenz schlagen. Drei Jahre später können die Chemnitzer behaupten, dass sie nun schuldenfrei sind.

In bundesweite Schlagzeilen geriet der CFC im Jahre 2021 auch wegen einer Traueraktion für den verstorbenen rechtsextremen Hooligan Thomas Haller. Als Gründer einer privaten Sicherheitsfirma war Haller auch für die Stadionsicherheit zuständig. Daniel Frahn, damals Spieler der Chemnitzer, hielt ein Hooligan-Shirt hoch und in der Fankurve wurde ein Banner mit Kreuz ausgebreitet.

Thomas Ulig, damals Vorsitzender. legte deswegen alle Ämter nieder. Peggy Schellenberger, Fanbeauftragte und SPD-Abgeordnete im Chemnitzer Stadtrat wurde genauso von ihren Ämtern enthoben, wie der Stadionsprecher und ein Mitarbeiter der Presseabteilung. Frahn wurde für zwei Spiele (und weitere zwei Spiele auf Bewährung) gesperrt.

Der damalige Insolvenzverwalter Klaus Siemon behauptet in einem Presseartikel, dass er zu der Traueraktion genötigt worden sei. Er berichtete, dass man andernfalls mit massiven Ausschreitungen der Hooliganszene zu rechnen gehabt hätte. Vereinsdokumente und WhatsApp-Verläufe wiedersprechen dieser Aussage allerdings.

Quellen:

Chemnitzer FC – Wikipedia

Insolvenz erfolgreich beendet: Chemnitzer FC schuldenfrei – kicker

Exklusive Dokumente: So kam es wirklich zum Nazi-Skandal beim CFC

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