Manchester City und die Vereinigten Arabischen Emirate

Seit 2008 gehört der Manchester City Club zu den erfolgreichsten Mannschaften im europäischen Spitzenfußball. Die Citizens, wie man den ehemaligen Arbeiterclub aus Manchester auch nennt, wurde seit der Übernahme durch ein Investmentunternehmen aus Abu Dhabi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten im Jahre 2008 insgesamt acht Mal englischer Meister, dreimal Pokalsieger, sechsmal Ligapokalsieger, viermal Superpokalsieger, sowie einmal Champions League-Sieger. Aktuell liegt man in der Premier League hinter Arsenal und Chelsea auf dem dritten Platz.

2009 wurde Roberto Manchini, zuvor Übungsleiter bei Inter Mailand, als neuer Trainer verpflichtet. Spätestens jetzt begann die Transformation vom Arbeiterverein zur arabischen Vorzeigeprojekt. Jedenfalls aus Sicht der neuen Besitzer aus Abu Dhabi. In England wird das Ganze nicht so kritisch betrachtet wie hierzulande.

Die Abu Dhabi United Group, wird durch Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan geführt, der Mitglied der Königsfamilie ist. Damit haben die Vereinigten Arabischen Emirate nicht nur großen Einfluss auf das Investmentunternehmen, sondern auch auf die Belange der Blues. Klingt erstmal alles halb so wild? Mitnichten, der Scheich ist außenpolitisch aktiv, und hat die Khalifa Haftar im libyschen Bürgerkrieg unterstützt und ein Bündnis mit dem sudanesischen Kriegsverbrecher Mohamed Hamdan geschmiedet.

Bei den Vereinigten Arabischen Emiraten handelt es sich um eine konstitutionelle Monarchie und ist ein Verband aus sieben Scheichtümern. Amnesty International berichtet von Menschenrechtsverletzungen wie Folter und von dem „Verschwinden“ von Regierungskritikern. Persönliche Freiheitsrechte gibt es genauso wenig wie Pressefreiheit. In der Demokratieentwicklung liegen die Emirate ziemlich im Tabellenkeller. Wenn man sich die Erfolge des Vereines anschaut, sollte man sich immer vor Augen halten, wo das Geld herkommt.

Der Scheich aus Abu Dhabi besitzt nicht nur das englische Team, sondern mit der City Football Group zahlreiche Vereine. Zu diesem Fußball-Konglomerat gehören neben Manchester City, der FC Girona (Spanien), der FC Palermo (Italien), Troyes (Frankreich), Lommel SK (Belgien), New York City FC (USA), Mumbai City FC (Indien), Melbourne City FC (Australien), Yokohama F. Marinos (Japan) und Shenzen Peng City (China). Immerhin gehören den Herren aus Abu Dhabi auch die Frauenmannschaften der genannten Vereine. Zu den eigenen Clubs kommen noch Partnerschaften mit dem Club Bolivar (Bolivien), Istanbul Basaksehir (Türkei), Vannes Olympique (Frankreich) und Geylang International (Singapur).

Dadurch, dass die Investoren gleich Besitzer von mehreren Teams sind, stehen sie in der Kritik den Wettbewerb, vor allem wegen ihrer Finanzkraft zu verzerren, und Transfers intern abzuschließen, dazu kommen zahlreiche Verstöße gegen das Financial Fair Play. Alleine Manchester City werden über einhundert Verstöße vorgeworfen!

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