Der Verein und die Waffenschmiede

Im letzten Jahr war der Aufschrei bei Borussia Dortmund groß, als Rheinmetall als neuer Sponsor vorgestellt wurde. Es war von einer Summe über 20 Millionen die Rede, die das Sponsoring von Deutschlands größtem Rüstungskonzerne mit sich bringen sollte. In Brünn, der zweitgrößten Stadt Tschechiens hätte das wahrscheinlich nicht mehr als ein Achselzucken verursacht. Der FC Zbrojovka Brünn hat seinen Namen durch die Waffenwerke Brünn geerbt. Auch wenn es die 1918 gegründete Waffenfabrik seit 2007 nicht mehr gibt.

Der Verein spielt aktuell in der Fotbalová národní liga, der zweithöchsten tschechischen Liga. Dort ist man aktuell Tabellenführer und damit klar auf Aufstiegskurs. Den Verein gibt es seit 1913, der auf Initiative eines Müllersohnes gegründet wurde. Erster Präsident und Sponsor war dann auch gleich der besagte Müller.

Durch den Müller bzw. das gemahlene Mehl konnte der Club auch während des ersten Weltkrieges einige Spieler an sich binden und auch im nahegelegenen Lazarett fanden die Tschechen entsprechende Verstärkungen. 1932 gelang der erste Aufstieg in die zweite Liga und nur ein Jahr später war man schließlich Erstligist. 1935 konnte man sich sogar für den Mitropapokal qualifizieren, scheiterte dort in der zweiten Runde allerdings an Ferencvaros Budapest. 1946 wurde festgestellt. dass die Brünner im Rahmen eines Bestechungsskandales Geld angenommen haben und wurden deswegen aus der Liga ausgeschlossen wurden.

Nach dem man in der damaligen Tschechoslowakei den Fußballbetrieb neu organisiert hatte, musste Brünn den Weg in die dritte Liga gehen. Der Aufstieg konnte dann erst wieder 1971 realisiert werden. Danach gehörte der Club zu den besten Teams der Landes. 1975 und 1977 wurde man sogar Tabellenvierter. Das war allerdings nichts im Vergleich zur Jahr 1978, wo man tschechischer Meister wurde und sich für den Europapokal der Landesmeister qualifizieren konnte. Dort scheiterte man allerdings an Wisla Krakau. In der Liga blieb man noch zwei Jahre erfolgreich, auch wenn die Meisterschaft nicht verteidigt werden konnte. 1980 schaffte man es ins Viertelfinale des UEFA-Pokals, verlor am Ende aber gegen Eintracht Frankfurt. 1983 musste man sich dann erneut aus der höchsten nationalen Spielklasse verabschieden. Die Kicker aus Brünn feierten aber in den 1990er Jahren ein Comeback und zog nochmals in die europäischen Wettbewerbe ein.

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